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Unterstützung für IFRS in SAP Business One Dieses Dokument in der Navigationsstruktur finden

 

SAP Business One bietet eine Reihe von erweiterten Funktionen zur Vorbereitung von Finanzberichten gemäß den IFRS (International Financial Reporting Standards) zusätzlich zu Konzernberichten und allen anderen GAAP-Berichten.

Für die präzise Berichterstellung in SAP Business One sind nicht nur die Funktionalität, sondern auch die richtige Einrichtung und Handhabung entscheidend. Die einzelnen Lokalisierungen von SAP Business One unterscheiden sich außerdem aufgrund regional unterschiedlicher GAAP-Vorschriften. Daher wird dringend empfohlen, mit Ihrem SAP-Partner und Ihrem Firmenbuchhalter zu besprechen, welche IFRS-Anforderungen bei Ihnen vorliegen, wie diese zu implementieren sind und welche Berechtigungen für sie definiert werden müssen. Sie sind dafür verantwortlich, alle notwendigen Vorgänge auszuführen und die entsprechenden Belege bereitzustellen, um die Genauigkeit und Vollständigkeit Ihrer Finanzberichte sicherzustellen.

Hinweis Hinweis

Sowohl die IFRS-Funktionen von SAP Business One als auch die IFRS selbst können sich im Laufe der Zeit ändern.

Ende des Hinweises.

Finanzberichterstellung gemäß IFRS vorbereiten

Bevor Sie SAP Business One in Vorbereitung auf die Finanzberichterstellung gemäß IFRS anpassen, sollten Sie unbedingt die folgenden Schritte ausführen:

  1. Betrachten Sie die Unterschiede zwischen den lokalen GAAP und IFRS. Die häufigsten Unterschiede sind folgende:

    • Bewertung und Abschreibung von Anlagen

    • Fremdwährungsbewertung

    • Rückstellungen

    • Bestandsbewertung

    • Erlös- und Aufwandsrealisierung

  2. Ermitteln Sie, welche Unterschiede für Ihre Firma relevant sind.

  3. Beschränken Sie die Anzahl und das Ausmaß der Unterschiede auf ein Minimum, soweit möglich, indem Sie z. B. die internen Buchhaltungsregeln anpassen.

  4. Passen Sie die internen Buchhaltungsregeln so an, dass sie die Erstellung von Finanzberichten gemäß IFRS unterstützen.

Grundkonzepte der IFRS-Einrichtung

Für die Implementierung und Verwendung der IFRS in Ihrer Firma haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

  • Parallelbuchungen auf speziell angelegte Sachkonten

  • Referenzfelder und benutzerdefinierte Felder zur Markierung von Journalbuchungen verwenden und dann entsprechende Filter in den Auswahlkriterien der Berichte festlegen

  • Kombination dieser beiden Methoden

In der folgenden Abbildung ist die empfohlene Kontoeinrichtung für die zwei verschiedenen Berichtstypen dargestellt:

Die Abbildung wird im Begleittext erläutert.

Empfohlene Kontoeinrichtung

Parallele Buchhaltungssysteme

Geschäftsvorgänge können für lokale GAAP- und für IFRS-Zwecke unterschiedliche Bedeutung haben. Sie können im Kontenplan verschiedene Arten von Sachkonten anlegen, um sowohl lokale GAAP- als auch IFRS-bezogene Buchungen zu unterstützen. Wenn Ihre Firma Berichte sowohl gemäß den lokalen GAAP als auch gemäß den IFRS erstellen muss, können im Kontenplan drei Arten von Sachkonten vorhanden sein:

  • Lokale Sachkonten - nur für lokale GAAP-Zwecke

  • IFRS-Sachkonten - nur für IFRS-Zwecke

  • Gemeinsame Sachkonten - sowohl für lokale GAAP- als auch für IFRS-Zwecke

Empfehlung Empfehlung

Verwenden Sie unterschiedliche Sachkontocodes und/oder -namen, um die Sachkontoart anzugeben.

Beispiel
  • 41100 - Umsatzerlös - Inland

  • IFRS - 41110 - Umsatzerlös - Inland

  • Lokal - 41120 - Umsatzerlös - Inland

Ende der Empfehlung.

Hinweis Hinweis

Sobald auf ein Konto gebucht wurde, können Sie den Code dieses Kontos nicht mehr ändern. Sie können jedoch die Namen vorhandener Konten ändern.

Ende des Hinweises.

Hinweis Hinweis

In SAP Business One dürfen Sachkontocodes höchstens 15 Zeichen und Sachkontonamen höchstens 100 Zeichen lang sein.

Ende des Hinweises.

Mögliche Szenarios

Mit SAP Business One können die folgenden Szenarios im Buchhaltungssystem abgebildet werden:

  • Eine Transaktion wirkt sich auf die lokalen GAAP- und auf die IRS-Regeln gleich aus. Die Transaktion wird auf die gemeinsamen Sachkonten gebucht (Beispiel: Eingangsrechnung für Dienstleistungen).

  • Eine Transaktion wird für die lokalen GAAP- und für die IRS-Regeln unterschiedlich bewertet. Sie wird parallel sowohl auf lokale als auch auf IFRS-Sachkonten gebucht (Beispiel: Rentenverbindlichkeiten oder Abschreibung von Anlagen).

  • Eine Transaktion wird nur für die lokalen GAAP-Regeln benötigt. Sie wird nur auf lokale Sachkonten gebucht (Beispiel: bestimmte Rückstellung).

  • Eine Transaktion wird nur für die IFRS-Regeln benötigt. Sie wird nur auf IFRS-Sachkonten gebucht (Beispiel: Finanzierungsleasing).

  • Eine Transaktion wird nur für die lokalen GAAP-Regeln oder nur für die IFRS-Regeln benötigt. Sie wird auf die gemeinsamen Konten gebucht. Wenn die GAAP- und IFRS-Berichte erstellt werden, filtern Sie die relevanten Buchungen auf der Grundlage von Auswahlkriterien für Referenzfelder und benutzerdefinierte Felder. Beispiel: 3 von 10 Buchungen auf ein gemeinsames Konto sind für IFRS nicht relevant, also schließen Sie sie mittels Auswahlkriterien aus dem UFRS-Bericht aus.

In der folgenden Abbildung sind Kontobuchungen für die ersten vier dieser Szenarios dargestellt:

Die Abbildung wird im Begleittext erläutert.

Beispiele für Buchungen auf gemeinsame Konten, lokale GAAP-Konten und IFRS-Konten

Manuelle Buchungen

Sie verwenden eine der folgenden Methoden für manuelle Parallelbuchungen sowohl auf lokale GAAP-Konten als auch auf IFRS-Konten:

  • Nur lokale Transaktionen buchen und diese als lokal kennzeichnen. Am Ende des Geschäftsjahres werden die Transaktionen gefiltert, und die relevanten Buchungen für IFRS-Zwecke werden Transaktion für Transaktion manuell angelegt.

  • Nur lokale Transaktionen buchen und diese als lokal kennzeichnen. Am Ende des Jahres werden die Transaktionen gefiltert, und die relevanten Buchungen für IFRS werden als aggregierte Transaktionen manuell angelegt.

Hinweis Hinweis

Wenn Sie IFRS einrichten, besprechen Sie mit Ihrem Partner und Ihrem Firmenbuchhalter, welche IFRS-Buchungen manuell vorgenommen werden sollen und welche IFRS-Buchungen ggf. automatisch erfolgen können. Der Standardfall ist, dass die meisten IFRS-Buchungen manuell vorgenommen werden.

Alternativ zu den manuellen Buchungsszenarios (siehe oben) können Sie die Belege manuell doppelt anlegen, einmal für die lokalen GAAP und einmal für IFRS. In diesem Fall wird für jede betroffene Belegart eine zweite Nummerierungsserie benötigt. Die automatische Parallelbuchung auf die Konten erfolgt durch Angabe des Kontos in der Rechnung.

Ende des Hinweises.