Schnittstellen des Analytic
Servers
SAP NetWeaver Business Warehouse bietet Ihnen eine in verschiedenen Richtungen offene Architektur: Sie können Daten aus verschiedenen Systemen in ein BW-System extrahieren und diese Daten mit verschiedenen Frontend-Werkzeugen für Ihr Reporting auswerten.
Für den Anschluss der Frontend-Werkzeugen stehen multidimensionale, Web-Service- und relationale Schnittstellen des Analytic Servers zur Verfügung. Die folgende Tabelle gibt eine Übersicht darüber, welche Funktionen, die in BEx-Queries möglich sind, durch die Schnittstellen unterstützt werden:
Entscheidungstabelle für die Verwendung der Schnittstellen
Szenario |
Multidimensionale Schnittstellen |
Relationale Schnittstelle |
Massendaten lesen |
Für Ergebnismengen über 1 Million Zellen nicht empfohlen (siehe SAP-Hinweise 931479 sowie 1232751) |
Möglich |
BEx Query |
Unterstützt |
Eingeschränkt möglich |
Ad-hoc-Reporting |
Nicht möglich |
Unterstützt |
Federation |
Nicht möglich |
Unterstützt, d.h. das BW-System kann über die relationale Schnittstelle eine Quelle der Federation (im SAP BusinessObjects Data Federator) sein. |
Sicherheit |
Unterstützt |
Unterstützt |
Berechnete Kennzahlen, Formeln |
Unterstützt als Bestandteil einer Query-Definition |
Möglich durch berechnete Measures im SAP BusinessObjects Universe Designer |
Variablen |
Unterstützt als Bestandteil einer Query-Definition; hier sind auch SAP-Variablen (insbesondere Exit-Variablen) möglich, die durch Berechnungen ersetzt werden können |
Variablen mit Eingabe kann man durch @prompts im SAP BusinessObjects Web Intelligence Query Panel abbilden; Customer- und SAP-Exit-Variablen sind möglich durch eine Kombination von Funktionen im SAP BusinessObjects Data Federator (Berechnungsfunktionen, Verwenden benutzerdefinierter Tabellen oder CSV-Dateien als Quelle neben SAP NetWeaver BW) und im SAP BusinessObjects Universe Designer (Anlegen von List of Values, @prompt–Mechanismus)
|
Währungs- und Einheitenumrechnung |
Unterstützt als Bestandteil einer Query-Definition |
Möglich durch Query als InfoProvider oder manuelle Modellierung von Tabellen mit Umrechnungskursen im SAP BusinessObjects Universe Designer |
Ausnahmen und Bedingungen |
Unterstützt |
Nicht möglich; Bedingungen können durch Filter auf Kennzahlen modelliert werden. |
BW-Hierarchien |
Unterstützt |
Nicht möglich (möglich sind hingegen solche Hierarchien, die als Dimensionsmerkmal modelliert werden, wie z.B. COUNTRY – REGION – CITY) |
InfoCube mit Bestandskennzahlen |
Unterstützt |
Nicht möglich |
Ausnahmeaggregation (COUNT DISTINCT, AVERAGE, STDDEV) |
Unterstützt als Bestandteil einer Query-Definition |
Möglich durch abgeleitete Tabellen im SAP BusinessObjects Universe Designer; SQL-Standard-Aggregationen (AVG, COUNT DISTINCT) über Data-Federator-Prozessierung möglich |
Konstante Selektion |
Unterstützt als Bestandteil einer Query-Definition |
Möglich durch Definition und Kombination mehrerer Queries in einem Report |
Binnenumsatzeliminierung |
Unterstützt (modelliert an Kennzahl) |
Nicht möglich |
EMPTY-Funktion, z.B. im Ladenhüter-Szenario |
Unterstützt |
Möglich durch Definition einer Query im SAP BusinessObjects Web Intelligence Query Panel oder durch manuelle Modellierung von vordefinierten Objekten im SAP BusinessObjects Universe Designer |
Strukturen als wiederverwendbare Einheiten in der Query |
Unterstützt als Bestandteil einer Query-Definition |
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Konvertierungsexits (z.B. Darstellung 10.2008 anstelle von 200810 für Oktober 2008) |
Externes Format wird verwendet. |
Konvertierung wird möglich durch Formatierungsroutinen im SAP BusinessObjects Data Federator bzw. im SAP BusinessObjects Universe Designer oder durch Anlegen spezieller Formate in einem Report |
Navigationsattribute |
Unterstützt |
Unterstützt |
Anzeigeattribute |
Unterstützt als Bestandteil einer Query-Definition |
Möglich durch Joins vom InfoProvider zu den Stammdatentabellen im SAP BusinessObjects Universe Designer |
Die folgende Grafik veranschaulicht die Integration der Schnittstellen im BW-System:

Frontend-Werkzeuge von Drittanbietern können Query-Abfragen über die zur Verfügung stehenden Standardschnittstellen an den MDX-Prozessor des BW-Systems schicken. Dieser gibt die Abfrage an den OLAP-Prozessor weiter. Über die Web-Service-Schnittstelle Easy Query können Abfragen direkt an den OLAP-Prozessor gegeben werden. Dafür wird die interne Schnittstelle BICS verwendet, über die auch der SAP BusinessExplorer und SAP BusinessObjects Werkzeuge Abfragen an den OLAP-Prozessor richten. Der OLAP-Prozessor greift auf InfoProvider zu. Die InfoProvider enthalten entweder selbst die Daten-Objekte (InfoProvider vom Typ Ziel wie InfoCube, DataStore-Objekt und InfoObject) oder reportingrelevante Sichten auf Daten-Objekte (MultiProvider, VirtualProvider, InfoSet). Über die relationale Schnittstelle des Data Federator können SAP BusinessObjects Werkzeuge für Query-Abfragen direkt auf BW-InfoProvider zugreifen.
Auf der Grundlage von MDX (MultiDimensonal Expressions) verfügt der Analytic Server über folgende multidimensionale Schnittstellen:
● OLE DB for OLAP (ODBO)
● OLAP BAPI (Business Application Programming interface)
● XML for Analysis (XML/A)
Als Web-Service-Schnittstelle stellt der Analytic Server folgende Schnittstelle zur Verfügung:
● Easy Query (siehe Easy Query verwalten)
Weiterhin steht Ihnen auch eine relationale Schnittstelle zur Verfügung: