Indizieren von BW-Daten für den SAP BusinessObjects Explorer 
Mit dem SAP BusinessObjects Explorer können Sie hochperformant Daten eines SAP NetWeaver BW Accelerator Index (kurz: BWA-Index) zur Darstellung bringen. Wenn Sie auf diese Weise Daten aus BW-InfoProvidern analysieren möchten, müssen Sie zuvor im BW-System eine um spezielle Daten und Metadaten erweiterte Version eines BWA-Index erzeugen (Transaktionscode RSDDTPS).
Falls es bereits zu dem entsprechenden BW-InfoProvider bereits einen BWA-Index gibt, wird dieser durch die erweiterte Version ersetzt.
Die folgende Grafik gibt eine Übersicht über die Architektur:

Um die erweiterte Oberfläche zum Freischalten der BW-Objekte verwenden zu können, stellen Sie sicher, dass Sie einen SAP Business Warehouse Accelerator 7.2 installiert haben. Führen Sie dann im ABAP-Editor (Transaktion SE38) das Programm RSDDTREX_ADMIN_MAINTAIN mit OBJECT = 'POLESTAR_SYSTEM' und VALUE = '2' aus.
In der Pflege der Aggregate und BWA-Indices (Transaktionscode RSDDV) zeigt das System die Funktionstaste
Explorer für den Absprung auf das Bild zum Freischalten
der BW-Objekte an.
Sie können für eine Reihe von BW-InfoProvidern, für die Sie in der BWA-Index-Pflege (Transaktionscode RSDDB) einen BWA-Index angelegt haben, diesen so erweitern, dass die Daten des BW-InfoProviders im SAP BusinessObjects Explorer dargestellt werden können (siehe Indizieren von BW-Daten im SAP NetWeaver BW Accelerator). Das System aktiviert die Explorer-Erweiterungen, ohne dass der Standard-BWA-Index gelöscht und erneut aufgebaut werden muss.
Falls es noch keinen Standard-BWA-Index zu dem gewünschten BW-InfoProvider gibt, legt das System diesen im Zuge der Freischaltung der BW-Objekte für die Darstellung im SAP BusinessObjects Explorer in der Transaktion RSDDTPS automatisch an.
Im einzelnen können Sie die BWA-Indizes zu den folgenden BW-InfoProvidern für die Darstellung im SAP BusinessObjects Explorer erweitern:
InfoCube
Wenn ein InfoCube für SAP BusinessObjects Explorer freigeschaltet wird, ergänzt das System dessen Daten im Standard-BWA-Index um Texte und Merkmalswerte in ihrem externen Format.
Wenn es sich um einen InfoCube mit Datenpersistenz im BWA handelt, braucht kein BWA-Index erzeugt zu werden, da die Daten des InfoCubes ohnehin nur im BWA liegen. Das System ergänzt die Stammdaten und erzeugt den logischen Explorer-Index.
HybridProvider
Aus Sicht eines Anwenders des SAP BusinessObjects Explorer verhält sich der erweiterte BWA-Index zu einem HybridProvider wie der eines einfachen InfoCubes. Das System erweitert den Standard-BWA-Index zu den Daten des InfoCubes um die Stammdatenindizes. Der dazu gehörige logische Explorer-Index erhält allerdings den Namen des HybridProviders.
Semantisch partitioniertes Objekt (bestehend aus strukturgleichen InfoCubes)
Bei der Erweiterung eines Standard-BWA-Index zu einem SPO gelten folgende Regeln:
Die im semantisch partitionierten Objekt enthaltenen InfoCubes haben die Explorer-Eigenschaft, allerdings mit STEALTH = X, d.h. im SAP BusinessObjects Explorer nicht sichtbar.
Die Stammdatenindizes werden erweitert.
Das System legt einen logischen Index an, der das semantisch partitionierte Objekt wie einen MultiProvider-PartProvider-Index behandelt, d.h. wie einen MultiProvider, zu dem ein BWA-Index auf der Ebene der in ihm enthaltenen InfoCubes angelegt wurde.
Aus Sicht eines Anwenders des SAP BusinessObjects Explorer verhält sich der erweiterte BWA-Index wie der eines einfachen InfoCubes.
VirtualProvider
Aus Sicht eines Anwenders des SAP BusinessObjects Explorer verhält sich der erweiterte BWA-Index zu einem VirtualProvider wie der eines einfachen InfoCubes.
Darüber hinaus haben Sie in der in der Transaktion RSDDTPS die Möglichkeit, für die Darstellung im SAP BusinessObjects Explorer erweiterte BWA-Indizes auch für MultiProvider und Queries anzulegen.
Erweiterter BWA-Index zu einem MultiProvider
Szenario: Sie möchten SAP BusinessObjects Explorer nutzen, um Daten zu analysieren, die über verschiedene BW-InfoProvider verstreut sind, die zu einem MultiProvider gehören.
Hierfür haben Sie folgende Möglichkeiten:
Sie können alle, im MultiProvider enthaltenen InfoProvider einzeln indizieren.
Sie können alle MultiProvider-Daten als Snapshot indizieren.
MultiProvider auf der Ebene der in ihm enthaltenen InfoProvider (kurz: PartProvider)
Diese Möglichkeit steht nur für bestimmte MultiProvider zur Verfügung. Im BW-System überprüft eine Prüfroutine, ob die BWA-Engine diese Option für den gewählten MultiProvider ermöglichen kann. Derzeit können diese Option alle MultiProvider nutzen, die ausschließlich InfoCubes enthalten, einschließlich solcher MultiProvider, die ein semantisch partitioniertes InfoCube-Objekt enthalten, und bei denen das als CMP-Problem bekannte Problem der Berücksichtigung eines geklammerten Merkmals im MultiProvider, das selbst nicht von einem der enthaltenen InfoProvider mit Daten versorgt wird, nicht auftritt.
Hinweis
Weitere Informationen über das CMP-Problem finden Sie in den SAP-Hinweisen 1009987 und 1045683.
Wenn Sie die Option PartProvider verwenden, werden alle enthaltenen InfoProvider als Standard-BWA-Index indiziert, sofern Indices nicht bereits vorhanden sind. Das System legt zusätzlich einen logischen Index (ein Metadaten-Konstrukt im BWA) an, das die Mapping-Informationen für den MultiProvider enthält. Die Anfragen von SAP BusinessObjects Explorer werden gegen diesen logischen MultiProvider-Index ausgeführt. Für den Benutzer des Explorers sieht der logische MultiProvider-Index aus wie ein InfoCube. Er gestattet dem Benutzer des Explorers allerdings, einige der Metadaten anzuzeigen.
Das System indiziert die InfoCubes, die im MultiProvider enthalten sind, nur im Zusammenhang des MultiProviders, der verfügbar gemacht werden soll (also nicht als selbständige InfoProvider). Für den Benutzer des Explorers sind die enthaltenen InfoCubes nicht sichtbar. Dementsprechend können Sie auch keinen Information Space zu einem InfoCube als Teil eines MultiProviders anlegen. Wenn Sie dies möchten, müssen Sie den InfoCube selbst indizieren und freischalten.
Snapshot des MultiProviders
Diese Möglichkeit steht für nahezu alle MultiProvider zur Verfügung, einschließlich solcher MultiProvider, die ein semantisch partitioniertes DataStore-Objekt oder einen HybridProvider enthalten.
Ein MultiProvider-Snapshot ist eine "Momentaufnahme" der Daten des MultiProviders zum Zeitpunkt ihrer (für die Hintergrundverarbeitung eingeplanten) Indizierung. Wenn Sie die Option Snapshot verwenden, liest das System zum Zeitpunkt der Indizierung alle Daten der enthaltenen InfoProvider von der Datenbank (oder der externen Quelle) und führt sie entsprechend der Modellierung des MultiProviders zusammen. Diese Daten werden in einen Fakten-Index auf dem BWA-Server geschrieben. Der Fakten-Index ist "flach"; d.h. er hat keine Dimensionen; alle Merkmale erscheinen als Line-Items. Zusätzlich werden alle Stammdatenindices angelegt und mit Daten gefüllt, sofern nicht bereits für die im MultiProvider enthaltenen InfoProvider entsprechende Indices vorhanden sind. Das System legt zusätzlich einen logischen Index (ein Metadaten-Konstrukt im BWA) an, der alle diese Daten kombiniert. Die Anfragen von SAP BusinessObjects Explorer werden gegen diesen logischen MultiProvider-Snapshot-Index ausgeführt. Für den Benutzer des Explorers sieht der logische MultiProvider-Snapshot-Index aus wie ein InfoCube.
Hinweis
Beachten Sie, dass es bei einer Änderung der Daten in den im MultiProvider enthaltenen InfoProvidern keinen Update-Prozess des MultiProvider-Snapshot-Index gibt.
Weitere Informationen über die Funktionsweise und die Einschränkungen finden Sie in dem SAP-Hinweis 1332392.
Erweiterter BWA-Index zu einer Query
Szenario: Sie möchten SAP BusinessObjects Explorer nutzen, um InfoProvider-Daten zu analysieren, die zuvor jedoch noch komplex verarbeitet werden müssen, wobei die gewünschte Funktionalität in der BWA-Engine nicht verfügbar ist.
In diesem Fall können Sie den Snapshot eines Query-Ergebnisses im BWA indizieren und für den SAP BusinessObjects Explorer verfügbar machen.
Beispiel
Ein Beispiel für solche Funktionalität, die eine volle OLAP-Engine erfordert, sind komplexe Kennzahlumrechnungen, wie z.B. von Flaschen und Dosen in Liter.
Einschränkungen: Hinsichtlich der Indizierung eines Query-Ergebnisses für die Analyse durch den SAP BusinessObjects Explorer gelten dieselben Einschränkungen wie bei der Indizierung eines Query-Ergebnisses im BWA (siehe Indizieren von BW-Daten im SAP NetWeaver BW Accelerator).
Hinweis
Um den Snapshot eines Query-Ergebnisses im BWA indizieren zu können, müssen Sie zuerst die Query selbst freischalten. Sie erreichen dies entweder in der BWA-Index-Pflege (Transaktionscode RSDDB) über die Option Query als InfoProvider freischalten oder im Querymonitor (Transaktionscode RSDDB) über die Eigenschaft Query wird als InfoProvider verwendet (siehe Query-Eigenschaften).
Das System überprüft die Query auf die geltenden Einschränkungen. Wenn keine einschränkende Bedingung vorliegt, setzt das System die Query-Eigenschaft freigeschaltet für SAP BusinessObjects Explorer. Die Query ist dann im Baum der BW-Objekte zur Festlegung der Einstellungen für die Indizierung (Transaktionscode RSDDTPS) sichtbar. Das Query-Ergebnis erhält den Lesemodus Query soll alle Daten auf einmal lesen (A) (siehe Lesemodus), d.h. die freien Merkmale werden in GROUP BY ebenso verwendet.
Zum Zeitpunkt der Indizierung führt das System die Query aus und legt das Ergebnis in einer flachen Tabelle ab. Diese flache Tabelle wird im BWA indiziert. Zusätzlich werden die Stammdatentabellen indiziert, sofern sie noch nicht vorhanden sind. Das System legt schließlich einen logischen Index an, der diese Informationen zusammenführt. Die Anfragen von SAP BusinessObjects Explorer werden gegen diesen logischen Query-Snapshot-Index ausgeführt. Für den Benutzer des Explorers sieht der logische Query-Snapshot-Index aus wie ein InfoCube (oder ein MultiProvider-Snapshot-Index).
Weitere Informationen über die Vorgehensweise, welche Einstellungen Sie festlegen müssen, um BW-Objekte für die Darstellung im SAP BusinessObjects Explorer zu indizieren, finden Sie unter BW-Objekte für den SAP BusinessObjects Explorer freischalten.
Szenario: Metadaten zu BW-Objekten, die für den SAP BusinessObjects Explorer relevant sind, haben sich geändert. Daher ist es notwendig, den entsprechenden BWA-Index für SAP BusinessObjects Explorer zu aktualisieren.
Um die Explorer-Einstellungen im Rahmen einer Prozesskette (siehe Prozesskette sowie Prozesskettenpflege) zu aktualisieren, gibt es einen speziellen Prozesskettentyp: .
Wenn Sie einen Prozess dieses Types angelegt haben, haben Sie folgende Möglichkeiten:
Wählen Sie einen InfoProvider aus (Objektname: InfoProvider- bzw. Queryname). Es steht eine Wertehilfe zur Verfügung.
Legen Sie fest, welche Eigenschaften aktualisiert werden sollen:
Konvertierungsindizes: Aktualisieren von Umrechnungsroutinen
Hierarchieindizes: Aktualisieren von Hierarchien
Berechtigungsindizes: Aktualisieren von Berechtigungen
Eingeschränkte/berechnete Kennzahlen: Aktualisieren von eingeschränkten bzw. berechneten Kennzahlen
Texte werden nicht automatisch aktualisiert. Um Texte neu zu indizieren, können Sie in einer Prozesskette das Programm RSDDTPS_TEXT_RELOAD mit Input-Parameter = InfoObject-Name in Prozessketten verwenden. Da zeitabhängige Texte nur zum Zeitpunkt der initialen Indizierung erfasst werden, ist dies auch eine Möglichkeit, zeitabhängige Texte zum aktuellen Zeitpunkt zu aktualisieren.
Der Berechtigungsindex unterstützt komplexe Selektionen für ein Profil pro Benutzer und InfoProvider. Wenn mehr als ein Profil einem Benutzer hinsichtlich eines InfoProviders zugeordnet ist (multidimensionale Berechtigung), aggregiert der BWA-Berechtigungsindex diese als kartesisches Produkt. Weitere Informationen finden Sie unter Analyseberechtigungen sowie Berechtigung einem Benutzer zuordnen.