ErlösrealisierungDie Erlösrealisierung steuert in welcher Buchungsperiode und in welcher Höhe Erlöse erfasst werden sollen.
Die Erlösrealisierung ermöglicht es z.B., unabhängig von der Faktura (die üblicherweise auf Erlöskonten bucht) Erlöse ins FI zu buchen. Somit können Erlöse vor, während oder nach der eigentlichen Fakturierung gebucht werden, oder ein bereits fakturierter Wert kann auf verschiedene Perioden verteilt werden.
Die IPM Erlösrealisierung nutzt die bestehende Funktionalität der Accrual Engine, ein Werkzeug, mit dem Sie in unterschiedlichen Anwendungskomponenten Abgrenzungen automatisch berechnen und buchen können.
Erlöse können auf periodischer Grundlage oder aufgrund einzelner Ereignisse realisiert werden:
Standarderlösrealisierung
bedeutet, dass die Faktura direkt auf ein Erlöskonto bucht. Diese Buchung erfolgt ohne Einbezug der Accrual Engine, d.h. ohne Erlösrealisierungsprozess.
Periodische (zeitbezogene) Erlösrealisierung
bedeutet, dass der Erlös eines Verkaufs gleichmäßig über die gesamte Vertragslaufzeit verteilt und verbucht wird. Hierzu bucht die Fakturierung auf ein Abgrenzungskonto und die Erlöse werden erst in einem zweiten Schritt auf die Erlöskonten umgebucht.
Leistungsbezogene Erlösrealisierung
bedeutet, dass der Erlös aufgrund eines Ereignisses, wie z.B. einer Rückmeldung oder einer Lieferung, realisiert wird. Auch in diesem Fall bucht die Fakturierung auf ein Abgrenzungskonto und die Erlöse werden erst in einem zweiten Schritt auf die Erlöskonten umgebucht.
An der Erlösrealisierung sind verschiedene Komponenten beteiligt:
CRM-System zum Erfassen des Verkaufsvetrags
Billing Engine für den Fakturierungsprozess
Accrual Engine für den Erlösrealisierungsprozesses
FI für die Buchung auf Hauptbuchkonten
Zahlungseingang im FI
Zwischen diesen Komponenten gibt es folgende Datenflüsse:
Der Verkaufsvertrag übergibt die Fakturaanforderungspositionen zur Fakturierung an die Billing Engine (BE)
Der Verkaufsvertrag übergibt die Fakturaanforderungspositionen und die übergeordnete Hauptposition zur Erlösrealisierung an die Accrual Engine (AE)
Die BE übergibt das Fakturadokument an das FI und erzeugt folgende Buchung: Forderung an Abzugrenzende Erlöse
Die BE übergibt das Fakturadokument an die AE, um dort den Wert der Fakturaanforderungspositionen zu korrigieren, falls sich dieser bei der Fakturierung geändert hat (dadurch ändert sich auch der Wert des Erlöses)
Die AE erzeugt folgende Buchung: Abzugrenzende Erlöse an Erlöse
Der Zahlungseingang übergibt die Werte an die Accrual Engine in der durch das Customizing vorgegebenen Abrechnungsart
Definieren Sie die Positionstypenverwendung und die Positionstypenfindung sowie die gewünschte Fakturierungsplanart und alle damit verbundenen Einstellungen:
Aktivität | Menüpfad |
|---|---|
Positionstypenverwendung und Positionstypenfindung definieren |
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Fakturierungsplanarten definieren und zuordnen; Kundenfakturierungsplanschema definieren; Bewegungsarten pflegen |
|
Falls ein anderes Datum als der Vertragsbeginn als Startdatum für die Erlösrealisierung dienen soll, stellen Sie dieses folgendermaßen ein:
Aktivität | Menüpfad |
|---|---|
Abweichendes Datum als Vertragsbeginn für die Erlösrealisierung einstellen |
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Wenn Sie die Aktivität Erlösrealisierungstyp pflegen
(siehe Abschnitt II. gleich im Anschluss) als eingestellte Terminart pflegen möchten, tragen Sie das eigene Terminprofil mit der Terminart IPM_RR_DATE
unter Terminarten
ein. Diese Terminart wird benötigt, wenn das Erlösrealisierungsstartdatum aus dem CRM übernommen werden soll.
Auf Ebene der Royalty-Position muss eine Erlösrealiserungsmethode (zeitraumbezogen, leistungsbezogen) angegeben werden, die für alle Business Transaction Allocation-Positionen und alle Fakturaanforderungspositionen gültig ist.
Der Erlösrealisierungstyp bestimmt, auf welche Art und Weise Erlöse realisiert werden können und mit welchen Werten das Erlösobjekt in der Accrual Engine angelegt wird. Diese Einstellung wird unter folgender Customizing-Aktivität gepflegt:
Aktivität | Menüpfad |
|---|---|
Erlösrealisierungstyp pflegen |
|
Ordnen Sie nun den Erlösrealisierungstyp dem Positionstyp zu, um eine Position als erlösrealisierungsrelevant zu kennzeichnen:
Aktivität | Menüpfad |
|---|---|
Erlösrealisierungstyp dem Positionstyp zuordnen |
|
Weiterhin können Sie einstellen, dass die Daten, die an die Erlösrealisierung übergeleitet werden, weiter beeinflusst werden können. Somit können Sie neue Abgrenzungsobjekte aufnehmen oder die bestehenden Werte nachträglich verändern.
Aktivität | Menüpfad |
|---|---|
BAdI: Erweiterung bei der Überleitung an die Accrual Engine |
|
Um die Erlösrealisierung nutzen zu können, nehmen Sie auf SAP-ERP-Seite folgende Customizing-Einstellungen vor:
Accrual-Engine Einstellungen:
Hier finden Sie die wichtigsten IMG-Aktivitäten zur Einstellung der Accrual Engine für die Rechteverwaltung:
Aktivität | Menüpfad |
|---|---|
Buchungskreise zuordnen |
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Rechnungslegungsvorschriften definieren/zuordnen |
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Geschäftsjahr für Abgrenzungsbuchungen öffnen |
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Abgrenzungsbuchung definieren |
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Einstellungen zur Überleitung der CRM-Vorgänge an die Accrual Engine:
Der IMG Pfad gibt Ihnen ebenfalls Zugang zu den Überleitungseinstellungen der CRM-Vorgänge an die Accrual Engine. Dies sind:
Aktivität | Menüpfad |
|---|---|
Abgrenzungsart der Vorgangsart zuordnen Abgrenzungsmethode zuordnen Relevante Erlösbestandteile zuordnen |
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CO-PA Integration |
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BAdI: Datenübernahme CRM |
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BAdI: Abgrenzungen CRM ins FI buchen |
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Einstellungen für Rückmeldungen an das CRM
Damit Rückmeldungen an die Outgoing Royalty Abrechnung geliefert werden können, führen Sie folgende Aktivität aus:
Datengrößen zuordnen |
|
Überleitung an die CRM Accrual Engine
Damit die Überleitung der Daten funktioniert, muss die Implementierung CRM_IPM_REVREC
für das BADI CRM_BUS20001_R3A aktiv sein.
Zum Fakturieren werden die fakturarelevanten Positionen (Verkaufsposition bzw. Fakturaanforderungsposition) an die Billing Engine übergeben.
Voraussetzung hierfür ist, dass die Verkaufsposition eine entsprechende Erlösrealisierungsmethode enthält, damit gegen das Abgrenzungskonto gebucht wird – und nicht direkt auf ein Erlöskonto. Die Erlösrealisierungsmethode ist Voraussetzung für die Integration der Accrual Engine in den Erlösrealisierungsprozess: die Kontenfindung muss daher so eingestellt werden, dass sie auf ein Abgrenzungskonto und kein Erlöskonto bucht.
Folgende Buchung soll erzeugt werden:
Debitor | an | Abgrenzung |
Steuer |
Dabei ist zu beachten, dass im Abgrenzungskonto eine Steuerkategorie eingetragen werden muss.
Die CRM-Vertragsdaten die eine Erlösrealisierungsposition haben werden unabhängig von der Erlösrealisierungsmethode an die Accrual Engine übergeleitet.
Achtung
Beachten Sie jedoch, dass die Vertragsdaten freigegeben werden müssen, bevor sie an die Accrual Engine weitergeleitet werden.
Bei der Überleitung werden die Verkaufspositionen entsprechend der in den BTA-Positionen ( Business Transaction Allocation) enthaltenen Aufteilungsregeln aufgeteilt. Dadurch wird sichergestellt, dass die Accrual Engine die Erlösobjekte auf feinster Ebene kennt.
Ändert sich der Wert der Verkaufsposition oder der Fakturaanforderungsposition (z.B. durch Rückmeldung), wird dieser neue Wert an die Accrual Engine übertragen. Die Accrual Engine kennt immer nur den aktuellen kumulierten Wert (ITD-Wert) der Verkaufsposition unter der Referenz Royaltyposition / BTA, d.h. ändert sich ein Wert, so wird der alte Eintrag mit dem neuen Wert überschrieben. Die Werte der BTA-Positionen überschreiben also die Werte der Royaltyposition (ändern Referenzen und Realisierungszeitpunkt).
Das Erlösrealisierungsdatum wird auf der Vertragsposition gepflegt und wird ebenfalls an die Accrual Engine übergeleitet. Ist das Datum noch nicht bekannt, z.B. wenn die Realisierung erfolgen soll, sobald das IP am Markt verfügbar ist, dann wird das Datum auf einen Initialwert, z.B. 31.12.9999 gesetzt. Wenn das Datum bekannt ist, wird es auf Vertragsposition geändert und an die Accrual Engine übermittelt, so dass die Erlöse dort realisiert werden können.
Bei einer Überleitung aus dem Vertrag werden die auf Datengrößen basierenden Abgrenzungsarten mit dem Wert 0 (Null) angelegt, da der Wert sich erst später ergibt.
Nähere Informationen zur Übergabe des Fakturadokuments ans FI finden Sie unter Überleitung an das Rechnungswesen.
Das Feature „ACE“ muss für die Objekte Fakturabeleg
und Fakturavorrat
aktiv sein, damit eine Überleitung von der Billing Engine an die Accrual Engine stattfinden kann.
Wenn der Wert im Fakturadokument von dem Wert im Verkaufsdokument abweicht, wird der Wert in der Accrual Engine geändert.
Die Accrual Engine führt die Erlösbuchungen folgendermaßen durch:
Abgrenzung | an | Erlöse (Objekt 1) |
Erlöse (Objekt 2) |
Bei der Erlösbuchung werden keine Steuern gebucht, d.h. muss in den Stammdaten des Erlöskontos eine Buchung ohne Steuern erlaubt sein.
Der abzugrenzende Betrag ist immer der aktuelle ITD-Wert der Royaltyposition. Wurde für diese Position bereits etwas erlösrealisiert, so bucht die Accrual Engine nur die Differenz ins FI.
Währungsumrechnungen erfolgen mit dem Kurs, der am Tag des Buchungslaufes gültig ist.
Hinweis
Die CO-Integration erfolgt über den Kontierungsmanager, analog zur Integration des CRM ins CO. Dies bedeutet, dass die Kontierungsinformationen der Accrual Engine nicht genutzt werden, sondern lediglich die vom Kontierungsmanager bereitgestellten Informationen.
Bei IPM Verkaufsvorgängen kommt es oft vor, dass Anzahlungen zu leisten sind, die mit späteren Royalty-Zahlungen verrechnet werden können. Diese Verrechnungen werden bei der Erlösrealisierung berücksichtigt, d.h. sie werden an die Accrual Engine übergeleitet.
Mindestgarantien, d.h. vertraglich vereinbarte Zielwerte, die zu einem bestimmten Zeitpunkt kumulativ durch bestimmte verrechenbare Positionen erreicht werden müssen, werden ebenfalls an die Accrual Engine weitergeleitet.
Die Vorauszahlung selber wird wie eine normale Position erlösrealisiert: für die Verrechnung wird eine eigene Abgrenzungsart über das Customizing gefunden, in der alle verrechenbaren Werte für die Vorauszahlung gesammelt werden.
Die Kontenfindung dieser Abgrenzungsart muss umgekehrt als bei einer normalen Vorauszahlung eingestellt werden, nämlich:
Erlöse | an | abzugrenzende Erlöse. |