Verwendung von Meldungsvariablen
Sie verwenden Meldungsvariablen, um Werte, die das System in der Formel einer Prüfregel errechnet hat oder die in die Formel eingeflossen sind, in einer Meldung auszugeben, die Sie dem Prüfergebnis zugeordnet haben. Hierdurch können Sie in vielen Fällen das Ergebnis einer Prüfung unmittelbar plausibel machen, ohne in mühsamer und zeitaufwendiger Arbeit einzelne Belegzeilen nachrechnen zu müssen. Den größten Nutzen entfalten Meldungsvariablen daher in solchen Meldungen, die Sie einem negativen Prüfergebnis zugeordnet haben.
Den zur Laufzeit ermittelten Wert der Variablen, die Sie
in die Formel einer Prüfregel einbetten, übergibt das System an die Meldungen,
die Sie den Prüfergebnissen zugeordnet haben. Diese Meldungen bearbeiten Sie
mit den Mitteln der
Nachrichtenpflege.
Beim Bearbeiten von Meldungen zu einer Prüfregel können Sie direkt aus der
Konsolidierungsworkbench zur Nachrichtenpflege navigieren.
Die Meldungen, die Sie den Prüfregeln zuordnen, enthalten in Kurz- oder Langtext ihrerseits Variablen, an die die Werte der Variablen übergeben werden können, die Sie in einer Prüfregel verwenden.
Um Meldungsvariablen zu verwenden, müssen Sie Folgendes tun:
● Sie legen im Kundennamensraum mit den Mitteln der Nachrichtenpflege eine oder mehrere Nachrichtenklassen an. Innerhalb dieser Nachrichtenklassen legen Sie Nachrichten an, die das jeweilige Ergebnis einer bestimmten Prüfregel beschreiben. In den Kurz- oder Langtext dieser Nachrichten fügen Sie Variablen ein, an die das System zur Laufzeit die bei der Validierung ermittelten Werte übergibt.
● In der Definition der Prüfregeln legen Sie fest, welche der bei der Validierung ermittelten Werte das System welcher Variablen zuweisen soll.
Sie können bis zu vier Variablen pro Meldung verwenden. Die Namen dieser Variablen sind fest vorgegeben. Sie lauten &1, &2, &3 und &4.

Für Prüfregeln, für die ein oder mehrere Gruppierungsmerkmale definiert sind, gilt folgende Besonderheit: Wie sonst auch stehen in den je nach Prüfergebnis auszugebenden Meldungen bis zu vier Variablen zur Verfügung. Die vierte Variable wird jedoch stets vom System mit einer Zeichenfolge gefüllt, die die aneinandergehängten Werte der Gruppierungsmerkmale für die aktuelle Prüfung angibt. Weitere Informationen finden Sie unter Validierung mit Gruppierungsmerkmal.
Die Art und Weise, wie Sie Meldungsvariablen für eine Prüfregel definieren, richtet sich nach dem Validierungstyp der Validierungsmethode:
Anzahl und Inhalt der Variablen legen Sie dadurch fest, dass Sie die von Ihnen benötigten Variablen direkt in die Formel einfügen, die Sie zu einer Prüfregel definiert haben. Dabei entscheidet die Einfügeposition darüber, welchen Inhalt die Variable aufnimmt: Sie fügen eine Variable stets hinter derjenigen Funktion im Formeleditor ein, deren Wert Sie der Variable zuweisen wollen.
Um eine Variable in die Formel einzufügen, positionieren Sie den Cursor im Editor hinter der gewünschten Funktion. Wählen Sie die Schaltfläche Kommentar des Formeleditors und geben Sie anschließend einen der vier möglichen Variablennamen ein.

Achten Sie darauf, dass Sie die Variable unmittelbar hinter dem Namen der gewünschten Funktion in die Formel einfügen. Dies gilt auch dann, wenn die Funktion Parameter besitzt. In diesem Fall positionieren Sie die Variable zwischen den Funktionsnamen und den in Klammern nachgestellten Funktionsparametern.
Für diese beiden Validierungstypen legen Sie Meldungsvariablen dadurch fest, dass Sie in die vom System vorgegebenen Eingabefelder für die vier Variablen jeweils den Namen des Felds eingeben, dessen Werte Sie der Variablen zuweisen wollen. Das System unterstützt Sie dabei mit der Wertehilfe, die Ihnen alle Felder (Merkmale und Kennzahlen) des für die Methode gewählten Datenstroms anbietet.
Falls das von Ihnen gewählte Merkmal Attribute besitzt, können Sie zusätzlich zum Merkmal das gewünschte Attribut wählen. In diesem Fall weist das System zur Laufzeit der Variablen nicht den Wert des Merkmals, sondern den des Attributs zu.

Um sowohl den Merkmalswert als auch den Attributwert in einer Meldung auszugeben, weisen Sie einer Variable das Merkmal (ohne Attributangabe) und einer zweiten Variable das Merkmal und das Attribut zu.
Sie wollen mit einer Validierungsmethode überprüfen, ob die Summe der Aktiva mit der Summe der Passiva übereinstimmt. Das System soll das Ergebnis der Prüfung mit einer Meldung anzeigen. Im Falle eines negativen Prüfergebnisses (Saldo ungleich 0) soll die Meldung alle drei Beträge (Aktiva, Passiva, Saldo) ausgeben.
Sie legen zunächst in der Nachrichtenpflege eine Nachrichtenklasse ZVAL an und fügen dieser Nachrichtenklasse zwei Nachrichten 001 und 002 hinzu:
● 001: „Aktiva und Passiva ergeben einen Saldo von 0.“
● 002: „Aktiva (&1) und Passiva (&2) stimmen nicht überein. Differenz: &3“
In der Konsolidierungsworkbench legen Sie eine Validierungsmethode vom Typ Datenzeilen saldiert an und definieren eine Prüfregel mit folgender Formel:
VAL_YTD ( Aktiva ) + VAL_YTD ( Passiva ) = 0
Um die in diese Formel einfließenden Werte an Meldungsvariablen zu übergeben, gehen Sie wie folgt vor:
...
1. Positionieren Sie den Cursor im Formeleditor hinter dem ersten Funktionsnamen, und wählen Sie Kommentar.
2. Geben Sie in das Eingabefeld &1 ein.
3. Positionieren Sie den Cursor im Formeleditor hinter dem zweiten Funktionsnamen, und wählen Sie Kommentar.
4. Geben Sie in das Eingabefeld &2 ein.
5. Positionieren Sie den Cursor im Formeleditor vor dem zweiten Funktionsnamen, und wählen Sie Kommentar.
6. Geben Sie in das Eingabefeld &3 ein.
Die Formel sieht nun wie folgt aus:
VAL_YTD „&1“ ( Aktiva ) + „&3“ VAL_YTD „&2“ ( Passiva ) = 0
Fügen Sie nun der Prüfregel eine Meldung für ein positives Prüfergebnis hinzu. Geben Sie als Nachrichten-ID die Nachrichtenklasse ZVAL ein, als Nachricht 001 und als NachArt (Nachrichtenart) I (Information).
Gehen Sie analog vor für das negative Prüfergebnis. Tragen Sie hier jedoch als Nachricht 002 ein. Da eine unausgeglichene Bilanz im Unternehmensabschluss nicht testierfähig ist, sollten Sie als Nachrichtenart E (Fehler) wählen.