
Prozeßvorgaben
Verwendung
In Prozeßvorgaben können Sie mit Hilfe von vordefinierten Merkmalen Verarbeitungsschritte definieren, die
- vom Anlagenfahrer an einer Fertigungsanlage manuell ausgeführt werden sollen
- vom Prozeßleitsystem automatisch ausgeführt werden sollen
Prozeßvorgaben ordnen Sie den Phasen des Planungsrezepts und des Prozeßauftrags zu.
Voraussetzungen
Prozeßvorgaben, die Sie im Planungsrezept und im Prozeßauftrag einer Phase zuordnen, müssen einer bestimmten
Prozeßvorgabeart zugeordnet sein. Prozeßvorgabearten müssen Sie zuvor im
Customizing der Prozeßkoordination angelegt haben. Diese dienen somit als Vorlage für die im Planungsrezept und im Prozeßauftrag verwendeten Prozeßvorgaben.Jede Prozeßvorgabeart, die Sie im Customizing anlegen, muß wiederum einem
Prozeßvorgabetyp zugeordnet sein.
Funktionsumfang
Bei der Definition von Prozeßvorgaben müssen Sie unterscheiden, ob diese manuell vom Anlagenfahrer bearbeitet oder automatisch vom Prozeßleitsystem verarbeitet werden sollen. Abhängig davon können in den Prozeßvorgaben unterschiedliche Informationen übergeben werden.
- Prozeßvorgaben, die vom Anlagenfahrer bearbeitet werden sollen, definieren Sie für die
R/3-Herstellanweisung. Dabei können Sie zwei Arten von Herstellanweisungen erzeugen:
ABAP-List-basierte Herstellanweisung
die
browser-basierte Herstellanweisung
- Prozeßvorgaben, die im Fertigungsbereich automatisch verarbeitet werden sollen, definieren Sie für Prozeßleitsysteme.
In Prozeßvorgaben, die an die R/3-Herstellanweisung übergeben werden, können Sie folgende Informationen hinterlegen:
- jegliche Art von Informationen, die in der Herstellanweisung angezeigt werden können. Dies können sein:
- Langtexte, die Sie am Langtextmerkmal hinterlegt haben
- Inhalte von betriebswirtschaftlichen Merkmalen, wie Materialnummer, Charge u. ä.
- die Reihenfolge, in der die Arbeitsschritte (Phasen) abgearbeitet werden sollen
- Eingabefelder zur Anforderung produktionsrelevanter Daten, die der Anlagenfahrer in der Herstellanweisung erfassen soll
- Rückmeldung der angeforderten Daten mit Hilfe einer oder mehreren Prozeßmeldungen
- Berechnungsformeln, mit deren Hilfe Werte berechnet werden sollen
- Funktionsbausteine, mit deren Hilfe Sie von der Herstellanweisung aus in andere R/3-Anwendungen springen können
Weitere Informationen finden Sie unter
Prozeßvorgaben für die R/3-Herstellanweisung.
In Prozeßvorgaben, die an ein Prozeßleitsystem übergeben werden, können Sie folgende Informationen hinterlegen:
- Materialnummern und Materialmengen, die das Prozeßleitsystem vor Produktionsbeginn benötigt
- Istdaten zum Materialverbrauch, die vom an das R/3-System rückgemeldet werden sollen
Informationen darüber, wie Informationen für ein Prozeßleitsystem und für die R/3-Herstellanweisung in der Prozeßvorgabe strukturiert sein müssen, finden Sie unter
Struktur von Prozeßvorgaben.
Aktivitäten
Nachdem Sie den Prozeßauftrag freigegeben haben, führt das System automatisch folgende Aktivitäten durch:
- Es faßt die Prozeßvorgaben zu
Steuerrezepten zusammen.
Es erzeugt für jeden Steuerrezeptempfänger eines Prozeßauftrags genau ein Steuerrezept.
Anhand eines von Ihnen voreingestellten Hintergrundjobs übergibt es die Steuerrezepte an die Steuerrezeptempfänger, die die Informationen zur Steuerung und Regulierung des Produktionsprozesses benötigen.