Verwendung
Sie verwenden diese Funktion, wenn Sie im automatischen Zahlungsverkehr Zahlungen durchführen möchten, bei denen die Währung der zu zahlenden Posten und die Währung der Zahlung unterschiedlich sind.
Als Regulierer haben Sie so die Möglichkeit, Ihren Zahlungsverpflichtungen in den Währungen nachzukommen, die Ihnen momentan zur Verfügung stehen.
Sie können mit Ihrem Kreditor entweder eine generelle Übereinkunft über die akzeptierten Alternativwährungen haben, oder die Zahlungswährung und ggf. den Zahlungsbetrag im Einzelfall vereinbaren.
Sie können im offenen Posten eine von der Belegwährung abweichende Zahlungswährung vorgeben. Zusätzlich können Sie auch einen Betrag angeben. Dieser stellt das Äquivalent zum Bruttobetrag des Postens in Zahlungswährung dar.
Integration
Unterstützt wird die Zahlungswährung sowohl in der Komponente Kreditoren (FI-AP) als auch in der Komponente Debitoren (FI-AR).
In der Liquiditätsvorschau der Komponente Treasury (TR-CM-CM-CM-LF) werden die erwarteten Zahlungsströme für offene Posten bei Debitoren und Kreditoren normalerweise in der jeweiligen Belegwährung abgelegt.
Voraussetzungen
Im Customizing des Finanzwesens müssen Sie folgende Einstellungen vornehmen:
Die Feldauswahl für diejenigen Abstimmkonten und Buchungsschlüssel, bei denen die Eingabe einer Zahlungswährung oder des Betrags in Zahlungswährung zugelassen sein soll, ist zu ändern. Die Felder Zahlungswährung und Betrag in Zahlungswährung sind unter der Rubrik Zahlungsverkehr zu finden.
Wenn die Felder Zahlungswährung und Betrag in Zahlungswährung nachträglich änderbar sein sollen, müssen Sie für diese Felder die Belegänderungsregeln pflegen. Beachten Sie bei Ihren Einstellungen, daß eine Änderung nur dann sinnvoll ist, wenn die Belegposition noch nicht ausgeglichen ist.
Für die Ausgleichstransaktionen und die Einzelpostenanzeigen können Sie die neuen Felder als Selektionsfeld, Suchfeld und Sortierfeld definieren.
Für die Betragsdifferenzen, die aufgrund vorgegebener Beträge in Zahlungswährung entstehen, werden bei der Zahlung automatisch Belegzeilen erzeugt. Die zugehörigen Konten hinterlegen Sie im Einführungsleitfaden des Finanzwesens in den Arbeitsschritten "Konto für Zahlungsdifferenzen bei abweichender Währung definieren" und "Verrechnungskonto für Zahlungsdifferenzen bei abweichender Währung definieren".
Funktionsumfang
Zahlungswährung bei der Belegbearbeitung
Sie können in den Belegpositionen, die automatisch regulierbar sind, eine abweichende Zahlungswährung und zusätzlich einen Betrag in Zahlungswährung vorgeben. Als Eingabe zugelassen sind alle Währungen mit Ausnahme der Belegwährung.
Wird zusätzlich ein Betrag in Zahlungswährung vorgegeben, so tritt dieser für das Zahlungsprogramm an die Stelle des Bruttobetrags. Das heißt, daß der hier angegebene Betrag bei der Zahlung noch um Skonto und Quellensteuer gekürzt wird.
Der Betrag in Zahlungswährung unterliegt einer Plausibilitätprüfung. Dazu wird der Bruttobetrag in Belegwährung umgerechnet in Zahlungswährung. Diese Umrechnung erfolgt nach dem Schema Belegwährung ® Hauswährung ® Zahlungswährung, wobei für den ersten Schritt die Kursangabe aus dem Belegkopf verwendet wird, für den zweiten Schritt der aktuelle Mittelkurs aus der Kurstabelle.
Unterscheidet sich der eingegebene Betrag von dem so errechneten Betrag um einen Prozentsatz, der die Toleranzangabe in der Buchungskreistabelle (Maximale Kursabweichung) überschreitet, erscheint eine entsprechende Warnung. Die Meldung ist einstellbar und kann damit auf Wunsch weggeblendet oder auch in eine Fehlermeldung geändert werden.
Informationen zum Einstellen von Nachrichten finden Sie im Einführungsleitfaden des Finanzwesens unter "Grundeinstellungen Finanzwesen" im Arbeitsschritt "
Nachrichtensteuerung für Belegbearbearbeitung ändern".Bei der Erfassung rechnungsbezogener Gutschriften wird die Zahlungswährung übernommen. Ist in der Rechnung zusätzlich ein Betrag in Zahlungswährung angegeben, so wird ein entsprechender Betrag in die Gutschrift eingestellt.

Rechnungsbetrag |
100 USD |
Betrag in Zahlungswährung |
180 DEM |
Gutschriftsbetrag |
20 USD |
Betrag in Zahlungswährung |
36 DEM |
Die Zahlungswährung und der zugehörige Betrag können in einer Belegposition geändert werden, sofern das über das Customizing der Belegänderungsregeln zugelassen wird.
Zahlungswährung beim Zahlprogramm
Das Zahlprogramm ermittelt den Zahlbetrag für einen Posten mit vorgegebener Zahlungswährung so, als wäre der Posten in der Zahlungswährung gebucht worden. Da nicht alle benötigten Beträge auch in der Zahlungswährung vorliegen, werden automatisch die folgenden Umrechnungen vorgenommen:
Bruttobetrag des Postens |
Sofern im Posten kein Betrag in Zahlungswährung vorgegeben ist, wird der Betrag zur Laufzeit des Zahlungsprogramms ermittelt. | |
Zahlungswährung ist Hauswährung und für den Buchungskreis wurde festgelegt, daß bei Ausgleich in Hauswährung keine Kursdifferenzen zu buchen sind. |
In diesem Fall wird der Hauswährungsbetrag als Betrag in Zahlungswährung übernommen. | |
Zahlungswährung ist Hauswährung und Kursdifferenzen dürfen bei Ausgleich in Hauswährung gebucht werden. |
In diesem Fall wird der Betrag in Belegwährung zum aktuellen Kurs in Hauswährung umgerechnet. Das Ergebnis wird in der Regel vom ursprünglichen Buchungsbetrag in Hauswährung abweichen. | |
Zahlungswährung ist verschieden von der Hauswährung |
In diesem Fall wird der Betrag in Belegwährung zum aktuellen Kurs in die Zahlungswährung umgerechnet. Die Umrechnung folgt dem Schema Belegwährung ® Hauswährung ® Zahlungswährung. | |
Skontobetrag, Skontobasis, Basis für Quellensteuer |
Die genannten Beträge liegen, sofern angegeben, in Belegwährung vor. Nachdem der Betrag in Zahlungswährung ermittelt worden ist, werden diese Beträge per Dreisatz nachgeführt.
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Sofern nicht nur die Zahlungswährung sondern auch der Betrag in Zahlungswährung vorgegeben ist, entsteht bei der Buchung der Zahlung eine neue Form der Differenz. Der vorgegebene Betrag wird in der Regel von dem Betrag abweichen, der aus einer Umrechnung zu aktuellen Kursen resultiert. Die Differenz stellt eine - mit dem Geschäftspartner vereinbarte - Unterzahlung oder Überzahlung dar und wird automatisch gebucht. Ähnlich wie bei Kursdifferenzen ergibt sich ein Differenzbetrag nur in Hauswährung. Für die automatische Buchung ist im Customizing ein Differenzkonto anzugeben.
Siehe auch: Zahlungswährung Buchungsbeispiel 1.Bezüglich der automatischen Buchungen lassen sich folgende Fälle unterscheiden:
In diesem Fall wird der Hauswährungsbetrag für die Buchung auf das Bankunterkonto durch Umrechnung des Zahlungsbetrags ermittelt.
Wenn das angegebene Differenzkonto nicht steuerrelevant ist wird der gesamte Differenzbetrag in Hauswährung in einer Position gebucht:
Wenn das angegebene Konto steuerrelevant ist, wird aus dem Differenzbetrag die Steuer herausgerechnet (analog zu Skonto):
Zahlungswährung Buchungsbeispiel 2In diesem Fall ergibt sich der Hauswährungsbetrag für die Buchung auf dem Bankunterkonto als Summe der Hauswährungsbeträge der zu bezahlenden Posten, abzüglich Skonto und Quellensteuer.
Wenn das angegebene Differenzenkonto nicht steuerrelevant ist oder gar kein Differenzenkonto angegeben ist, wird keine Differenzbuchung erzeugt. Im Zahlungswährung Buchungsbeispiel 1 würde sich der Hauswährungsbetrag auf dem Bankunterkonto auf 1800 DEM ändern
Wenn das angegebene Differenzenkonto steuerrelevant ist, ändert sich die Buchung auf dem Bankunterkonto (1800 DEM statt 1776 DEM) und auf dem Differenzenkonto 2 (24 DEM statt 0 DEM). Siehe auch: Zahlungswährung Buchungsbeispiel 3
Manueller Ausgleich
Wird ein Posten in einer anderen Währung ausgeglichen als er gebucht wurde, werden für die Ausgleichsbearbeitung die Beträge zum aktuellen Kurs in die Ausgleichswährung umgerechnet. Diese Umrechnung unterbleibt, falls die Ausgleichswährung der vorgegebenen Zahlungswährung entspricht und gleichzeitig auch ein Betrag in Zahlungswährung vorgegeben wurde. In diesem Fall der vorgegebene Betrag in Zahlungswährung übernommen.
In der Folge können sich die gleichen Differenzenbuchungen ergeben wie beim Zahlprogramm, wenn dieses Kursdifferenzen buchen darf.
Für Belegpositionen, bei denen eine Zahlungswährung vorgegeben wird, tritt diese an die Stelle der Belegwährung. Der erwartete Zahlungsbetrag ergibt sich dabei aus dem Betrag in Zahlungswährung vermindert um den erwarteten Skontoabzug. Ist kein Betrag in Zahlungswährung vorgegeben, rechnet das System den Betrag in Belegwährung in Zahlungswährung um und verwendet diesen anstelle eines vorgegebenen Betrags. Die Umrechnung erfolgt nach dem Schema Belegwährung ® Hauswährung ® Zahlungswährung.