Fortschrittsermittlung 

Verwendung

Diese Funktion verwenden Sie, um

Durch die Fortschrittsermittlung erhalten Sie die dafür relevanten Kennzahlen:

Der Fertigstellungsgrad bezeichnet das Verhältnis der zu einem Stichtag erbrachten Leistung zur Gesamtleistung eines Vorgangs oder eines Projekts (DIN 69901).

Das System unterscheidet hierbei zwischen drei verschiedenen Verwendungen:

Die Werte werden pro Objekt dargestellt.

Die Werte werden entsprechend der Projekthierarchie aggregiert.

Das System ermittelt den aggregierten Fertigstellungsgrad des Fakturierungselements. Bei der Aggregation berücksichtigt das System die dem Fakturierungselement untergeordneten Projektelemente der Fakturierungsstruktur.

Die Fertigstellungsgrade (aggregiert, nicht aggregiert, für die Ergebnisermittlung) werden unter Statistischen Kennzahlen fortgeschrieben. Damit das System die Statistischen Kennzahlen anzeigen kann, sind sie Wertkategorien zugeordnet.

Die Wertkategorien für die drei Fertigstellungsgrade sind unter Projektsystem ® Kosten ® Wertkategorien ® Wertkategorien pflegen mit der Mengeneinheit % und dem Kennzeichen Summenwerte angelegt.

Die Statistischen Kennzahlen sind den Wertkategorien zugeordnet unter Projektsystem ® Fortschritt ® Statistischen Kennzahlen Wertkategorien zuordnen.

Die korrekte Zuordnung überprüfen Sie unter Projektsystem ® Infosystem ® Infosystem Kosten/Erlöse ® Projektinfo- Datenbank ® Konsistenz Zuordnung Wertkategorie prüfen.

Der Fertigstellungswert bezeichnet die dem Fertigstellungsgrad entsprechenden Kosten eines Vorgangs oder eines Projekts (DIN 69903).

Der Fertigstellungswert ergibt sich durch die Bewertung des Fertigstellungsgrads mit den Gesamtplankosten. Gesamtplankosten steht hier synonym für die kumulierten Plankosten und das Budget.

Den ermittelten Fertigstellungsgrad können Sie als Basis für die Ergebnisermittlung verwenden.

Im angelsächsischen Bilanzierungsraum wird für die Ergebnisermittlung häufig die POC-Methode verwendet. Basis für die Ergebnisermittlung ist hierbei der Fertigstellungsgrad aus der Fortschrittsermittlung. Nach deutschem Recht darf diese Methode nur für interne Zwecke verwendet werden.

Siehe Ergebnisermittlungsmethoden und POC-Methode auf Basis Fortschrittswert (07).

Voraussetzung

Im Customizing des Projektsystems ist eine Fortschrittsversion definiert. Mit der Fortschrittsversion legen Sie die wesentlichen Steuerungsgrößen für die Fortschrittsermittlung fest, z.B.:

Für die Ermittlung des Fertigstellungsgrads benötigen Sie eine Meßmethode. Als Meßmethode können Sie:

Wenn Sie mit Statistische Kennzahlen arbeiten, sind im Customizing des Projektsystems zusätzlich folgende Einstellungen festgelegt:

Damit das System die Fertigstellungsgrade im Informationssystem anzeigen kann, sind den entsprechenden Statistischen Kennzahlen Wertkategorien zugeordnet.

Weitere Informationen über die Zuordnung finden Sie unter Werte in der Fortschrittsanalyse.

Sie hinterlegen Kostenarten zu Kostenartengruppen für die kostenartengerechte Auswertung der Fertigstellungswerte und legen die Default-Kostenart fest.

Weitere Informationen dazu finden Sie im Customizing des Projektsystems unter Fortschritt ® Fortschrittsanalyse ® Zuordnung Kostenartengruppe pflegen.

Funktionsumfang

Ermittlung des Fertigstellungsgrads

Den Fertigstellungsgrad ermittelt das System im Plan und im Ist nach bestimmten Meßmethoden für folgende Projektelemente:

Berechnung des Fertigstellungswerts

Mit Hilfe der Bezugsgröße K(Ges), z.B. den Plankosten, errechnet das System aus dem Fertigstellungsgrad den Plan- und Istfertigstellungswert.

FW(Plan) = FG(Plan) * K(Ges)

FW(Ist) = FG(Ist) * K(Ges)

Im Folgenden wird Istfertigstellungssgrad und Fertigstellungsgrad synonym verwendet.

Die Bezugsgröße legen Sie im Customizing des Projektsystems in der Fortschrittsversion fest. Mögliche Bezugsgrößen sind:

Wenn Sie Plankosten als Bezugsgröße verwenden und den Fertigstellungswert auf Vorgangsebene ermitteln, müssen die Netzpläne vorgangskontiert sein.

Bei den Plankosten werden ausschließlich die kumulierten, periodengerecht geplanten Kosten berücksichtigt. Nicht berücksichtigt werden die in der Hierarchieplanung geplanten Kosten auf dem PSP-Element.

Wenn Sie Budget als Bezugsgröße verwenden, können Sie den Fertigstellungswert nur auf den PSP-Elementen auswerten.

Sie haben mit einem Auftraggeber ein festes Budget vereinbart. Der Fertigstellungswert soll in Bezug auf das vereinbarte Budget ermittelt werden. Wählen Sie als Bezugsgröße das vereinbarte Budget.

Sie wollen den Fertigstellungswert in Bezug auf ihre optimistische und pessimistische Planung analysieren. Wählen Sie als Bezugsgröße für den Fertigstellungswert die jeweilige CO-Planversion.

Sie wollen den erwarteten Fertigstellungswert unter Berücksichtigung einer durch Planänderungen veränderten Kostensituation analysieren. Wählen Sie als Bezugsgröße für den Fertigstellungswert die Prognosekosten der Prognoseversion. Der ermittelte Fertigstellungswert gibt dann den prognostizierten Wert der erbrachten Leistung bis zur Fertigstellung des Projekts wieder.

Siehe Kostenprognose im Projekt.

Der Fertigstellungswert wird in der Projekthierarchie hochgerollt. Eine Neuberechnung des Fertigstellungswerts auf einer höheren Hierarchieebene erfolgt nicht.

Berücksichtigung der Planungsart bzw. des Terminkreises

Terminverzögerungen führen in der Regel auch zu Kostenabweichungen. Bei der Ermittlung des Planfertigstellungsgrads können Sie unterschiedliche Planungsarten bzw. Terminkreise berücksichtigen. Im Customizing zur Fortschrittsversion legen Sie fest, welche Planungsart bzw. welcher Terminkreis und Schlüssel für die Ermittlung verwendet werden:

Gewichtung

Der Fertigstellungsgrad eines Projekts ergibt sich aus der Verdichtung der Fertigstellungsgrade der einzelnen Objekte über die Projekthierarchie. Sie gewichten die Fertigstellungsgrade der einzelnen Objekte, um den Anteil eines Arbeitspakets an der Gesamtleistung darzustellen. Im Customizing der Fortschrittsversion legen Sie die Basis für die Gewichtung fest, z.B. Arbeit. Ungenauigkeiten auf der Ebene der einzelnen Objekte werden in der aggregierten Darstellung ausgeglichen.

In Ihrem Projekt wollen Sie nur den Fortschritt der Eigenleistung analysieren. Für die Gewichtung des Fertigstellungsgrads legen Sie im Customizing Gewicht fest. In der Objektpflege pflegen Sie zusätzlich pro Objekt den Gewichtungsfaktor, 1 bei Eigenleistung und 0 bei Fremdleistung.

Bei der Aggregation des Fertigstellungsgrads wird nur der Fortschritt aus Eigenleistung berücksichtigt. Der Fortschritt aus der Fremdleistung fließt nicht in die Fortschrittsermittlung des Projektes ein.

Das System schreibt die aggregierten und nicht aggregierten Werte getrennt in die dafür vorgesehene Statistische Kennzahl fort.

Siehe Statistische Kennzahl für den Fertigstellungsgrad festlegen.

Im Informationssystem können Sie die aggregierten und nicht aggregierten Fertigstellungsgrade pro Objekt gemeinsam auswerten.

Die Werte werden entsprechend der Projekthierarchie aggregiert. Hierarchieänderungen oder eine andere Sicht führen in der Auswertung zu einer fehlerhaften Anzeige der aggregierten Werte. Führen Sie nach Hierarchieänderungen die Fortschrittsermittlung erneut durch.

Der Fertigstellungswert wird in der aggregierten Darstellung unabhängig von der Aggregation des Fertigstellungsgrads über die Projekthierarchie hochsummiert.

Fortschreibung des Fertigstellungsgrads für die Ergebnisermittlung

Für die Ergebnisermittlung ist lediglich der Fertigstellungsgrad auf dem Fakturierungselement relevant. Unter der Statistischen Kennzahl mit der Verwendung Fertigstellungsgrad für Ergebnisermittlung schreibt das System den aggregierten Fertigstellungsgrad des Fakturierungselements fort. Berücksichtigt werden bei der Aggregation nur die Objekte der Fakturierungsstruktur.

Korrektur auf Grund von Planänderungen

Fertigstellungsgrad und Fertigstellungswert ermittelt das System auf der Basis der aktuell im System verfügbaren Informationen. Kommt es im Verlauf des Projekts zu Planänderungen, kann dies die Werte der Fortschrittsermittlung ebenfalls verändern.

Planänderungen führen zu höheren Gesamtplankosten. Bei unverändertem Fertigstellungsgrad erhöht sich dadurch auch der Fertigstellungswert.

Sie ermitteln den Fertigstellungsgrad mengenproportional zu den gefertigten Zeichnungen. Erhöht sich die Anzahl der geplanten Zeichnungen auf Grund von zusätzlichen Anforderungen an Ihr Projekt, so verringert sich der Fertigstellungsgrad entsprechend.

Aus Sicht des Projektverantwortlichen ist es notwendig, die Auswirkungen dieser Änderungen auch auf frühere Perioden zu analysieren, hingegen dürfen sich bei der Berichterstattung gegenüber dem Auftraggeber keine Inkonsistenzen gegenüber früheren Berichten ergeben.

In der Komponente Projektsystem können Sie neben den Originalwerten für eine konsistente Beurteilung des Projekts auch die korrigierten Werte analysieren. Korrekturbuchungen erfolgen nur für den Istfertigstellungsgrad bzw. -wert zurückliegender Perioden.

Siehe Beispiel: Korrekturbuchungen.

Auswertung auf Kostenartenebene

In manchen Fällen ist es sinnvoll, die Kosten- und Terminabweichungen auf Kostenartenebene zu analysieren. Dies ermöglicht es Ihnen, z.B. den Fertigstellungswert auf einem Vorgang getrennt nach Arbeit und Material zu analysieren.

Das System berechnet den Fertigstellungswert zunächst unter der Originalkostenart. Die ermittelten Werte schreibt das System anschließend verdichtet unter den im Customizing festgelegten Kostenarten fort.

Siehe Default-Kostenart festlegen.

Aktivitäten

Siehe Fortschrittsermittlung durchführen.

Alle Werte der Fortschrittsermittlung, d.h. die aktuellen Werte, die Werte aus vergangenen Perioden und die Planwerte zukünftiger Perioden, können Sie im Informationssystem jederzeit in flexibel gestaltbaren Listen und grafisch auswerten. Ebenso können Sie den auf Grund von Planänderungen korrigierten Fertigstellungswert gemeinsam mit dem Originalwert auswerten.

Es stehen Ihnen Standardberichte zur Verfügung. Sie können aber auch eigene Berichte anlegen.

Siehe Auswertung des Projektfortschritts.