Transferpreise: Begriffsabgrenzung  

Ein Transferpreis wird als Wertansatz verstanden, mit dem der Transfer von Gütern (Lieferungen) und Dienstleistungen zwischen wirtschaftlich selbständigen Bereichen innerhalb eines Konzerns bewertet wird. In der ersten Ausbaustufe (zu Release 4.0A) liegt der Fokus auf der Abbildung von Warenbewegungen. Für Leistungen können in dieser Phase keine Transferpreise verwendet werden.

Im SAP R/3 System wird zwischen drei Arten von Transferpreisen vor dem Hintergrund der jeweiligen Bewertungssicht unterschieden.

Unter Transferpreisen aus legaler Sicht sind Wertansätze (hier auch Verkaufspreise) zu verstehen, die den Lieferungs- und Leistungsverkehr zwischen rechtlich selbständigen Konzernunternehmen bewerten. Diese Wertansätze beeinflussen den Einzelabschluß eines Konzernunternehmens.

Unter Transferpreisen aus Sicht des Konzerns werden die Konzernherstellkosten verstanden, die zur Verrechnung von Gütern und Leistungen innerhalb eines Konzerns genutzt werden können. Dies sind die um Zwischengewinne bereinigten Transferpreise aus legaler Sicht.

Unter Transferpreisen aus Sicht des Profit Centers werden Wertansätze (Managementansätze) verstanden, die zwischen erfolgsverantwortlichen Bereichen (Profit Centern) vereinbart wurden, und die zur internen Erfolgsermittlung und Unternehmenssteuerung genutzt werden.

 

 

Die obige Grafik stellt die verschiedenen Sichten dar:

  1. Konzernsicht, in der einen Geschäftsvorfall innerhalb des Konzerns zu Konzernkostensätzen aus Sicht des Gesamtkonzerns abgebildet wird.
  2. Profit-Center-Sicht, in der einen Geschäftsvorfall zwischen Profit Centern zu Managementansätzen abgebildet wird.
  3. Legale Sicht, in der ein Geschäftsvorfall zwischen Konzernunternehmen mit externen Verkaufspreisen abgebildet wird.

Zur Vervollständigung sollen einige weitere Begriffe definiert werden:

Die beschriebenen unterschiedlichen Blickwinkel auf die Geschäftsvorfälle aus Sicht des Einzelunternehmens, des Konzerns und des Profit Centers werden Bewertungen oder Bewertungssichten genannt.

Im SAP-System wird die Bewertungssicht immer mit einem entsprechenden Währungstyp verknüpft, so daß diese Kombination ganzheitlich als Wertansatz bezeichnet wird (siehe auch Konsistenz der Bewertungseinstellungen in betroffenen Anwendungen: Währungs- und Bewertungsprofil ).

In einem Währungs- und Bewertungsprofil legen Sie maximal drei Wertansätze fest, die Sie im SAP-System durchgängig führen wollen. Damit ist sichergestellt, daß eine durchgängige, konsistente Fortschreibung dieser Wertansätze in allen betroffenen Applikationen erfolgt (siehe auch Konsistenz der Bewertungseinstellungen in betroffenen Anwendungen: Währungs- und Bewertungsprofil ).

Mit Ausnahme der Profit-Center-Rechnung müssen Transferpreise aus legaler Sicht in allen betroffenen Anwendungen geführt werden. Die parallele Bewertung bezeichnet das gleichzeitige Führen von bis zu zwei zusätzlichen Bewertungsansätzen für Materialbestände und Warenbewegungen.