Wareneingang/Warenausgang 

Zur Buchung einer Warenbewegung für das R/3-WM sind grundsätzlich zwei Belege erforderlich:

Der Wareneingangs- oder Warenausgangsbeleg (WE-/WA-Beleg) wird im R/2-System gebucht und stößt die Fortschreibung der Bestandsmengen und -werte in der Bestandsführung an.

Der Transportauftrag wird im R/3-System gebucht und dient zur Ermittlung der Lagerplätze für die Ein-/Auslagerung. Er stößt die Fortschreibung der Bestandsmengen in der Lagerverwaltung an.

Automatische Erstellung von Transportaufträgen

Wie in der integrierten Lagerverwaltung können Transportaufträge im R/3-WM automatisch erzeugt werden, wenn die Kommunikationsbelege auf die Schnittstelle gebucht und die Transportbedarfe oder Umbuchungsanweisungen dafür erstellt wurden. Das System versucht, im Hintergrund Transportaufträge zu erstellen. Im Falle eines Fehlers kann ein Expreß-Mail an den zuständigen Benutzer verschickt werden. Dieser Benutzer kann sich über seinen Mail-Eingang über den Fehler auf dem laufenden halten und in einem Dialogfenster die Erstellung eines Transportauftrags anstoßen.

Ob diese Funktion aktiviert werden kann, hängt von der Bewegungsart ab. Die Aktivierung findet im R/2-System statt (Tabelle 341).

Der Empfänger für Mail-Mitteilungen über auftretende Fehler wird unter "Dezentrale Anbindung an R/2 definieren" im Einführungsleitfaden (IMG) für die Lagerverwaltung zugeordnet. Sie können für jede Kommunikationsbelegsatzart einen eigenen Benutzer zuordnen.

Die automatische Erstellung von Transportaufträgen ist erst ab Release 5.0G des R/2-Systems möglich.

Entscheidung über das führende System

Für jede Bewegung müssen Sie entscheiden, welches System führend ist, d.h. wo Sie die Daten zuerst buchen möchten.

Wenn Sie den WE-/WA-Beleg zuerst in der Bestandsführung buchen möchten, läuft die Kommunikation von R/2 ® R/3 ab. Diese Kommunikationsart wird in diesem Abschnitt beschrieben.

Wenn Sie den Transportauftrag zuerst in der Lagerverwaltung buchen möchten, läuft die Kommunikation von R/3 ® R/2 ab. Diese Kommunikationsart wird im Abschnitt Vorgänge R/3 ® R/2 beschrieben.

Manche Warenbewegungen, wie z.B. Wareneingänge zu Bestellungen, sollten zuerst in der Bestandsführung gebucht werden, da bei diesem Vorgang Prüfungen durchgeführt werden, die nur im R/2-System möglich sind.

Allgemeiner Ablauf

Wird eine Warenbewegung (z.B. Wareneingang) zuerst in der Bestandsführung und dann in der Lagerverwaltung gebucht, ist der Ablauf wie folgt:

 

Wareneingang

  1. Sie buchen den Wareneingang im R/2-System (Beispiel: Wareneingang zur Bestellung mit Transaktion TL01). Bei dieser Buchung müssen Sie einen Lagerort eingeben.
  2. Das System erkennt, daß der Lagerort an eine R/3-Lagernummer gekoppelt ist und eine Kommunikation stattfinden muß. Es baut den Kommunikationsbeleg auf und sendet ihn an R/3.
  3. Die Kommunikation stößt folgende Buchungen in R/3 an:
  4. - Ein positives Quant wird auf die WE-Schnittstelle gebucht.

    - Ein Transportbedarf wird erzeugt.

  5. Um die Waren einzulagern, erstellen Sie einen Transportauftrag mit Bezug auf den automatisch erstellten Transportbedarf. Informationen über die Erstellung von Transportaufträgen zu Transportbedarfen im WM finden Sie unter Transportaufträge.

Warenausgang

Bei einem Warenausgang ist der Ablauf gleich, aber die Kommunikation stößt in diesem Fall folgende Fortschreibungen im R/3-System an:

Keine LVS-Buchungszeile

Wenn Sie eine Warenbewegung in der Bestandsführung erfassen, ist es nicht möglich, sich auf dem Detailbild einer Position die Schnittstelleninformation (wie in der integrierten Version) anzeigen zu lassen, da die Schnittstelle nur im R/3-System ermittelt und bebucht wird.

Bild für Plandatum/-uhrzeit

Sie können jedoch ein Plandatum und eine Planuhrzeit für die Transportbedarfsbearbeitung auf einem zusätzlichen Bild eingeben. Dieses Bild erscheint nur dann, wenn ein Kennzeichen in der Tabelle zur Bewegungsartensteuerung gesetzt ist (Tabelle 341 im R/2-System). Diese Daten werden mit übertragen.

Dynamische Koordinate

Die dynamische Koordinate der Schnittstelle wird aus der WE-/WA-Belegnummer für alle Waren erzeugt. Somit ist ein direkter Bezug vom Schnittstellenquant zum Buchungsvorgang in der Bestandsführung gegeben.

Suche nach Schnittstellenlagertypen in der R/2-R/3-Schnittstelle

Die Suche nach Schnittstellenlagertypen im R/3-WM wird genauso unterstützt wie im integrierten WM, d.h. die WM-Bewegungsart bestimmt den Lagerplatz für die betreffende Schnittstelle (siehe Schnittstellenlagerplätze).

Diese neue Art der Suche nach Schnittstellenlagertypen aktivieren Sie auf der Ebene der Lagernummer. Informationen über die Definition des Suchverfahrens für Schnittstellenbuchungen finden Sie im Abschnitt Dezentrale Anbindung an R/2 definieren im Einführungsleitfaden (IMG) für die Lagerverwaltung.

Kontierung

Die R/2-Kontierung (z.B. Bestellung, Kostenstelle) wird als R/3-Bedarf in den Transportbedarf übernommen. Somit können Sie die Transportbedarfe zu einer bestimmten Kontierung (Bedarf) bearbeiten.

Differenzen

Differenzen, die bei der Transportauftragsquittierung gemeldet werden, werden an das R/2-System übermittelt. Eine Beschreibung dieses Vorgangs finden Sie unter Vorgänge R/3 ® R/2.

Technischer Ablauf in R/2

Bei der Erfassung einer Warenbewegung in R/2 läuft die Kommunikation wie folgt ab:

Prüfung der Lagerrelevanz

Das System prüft anhand der Einträge in Tabelle 340, ob der Lagerort an eine R/3-Lagernummer gekoppelt ist.

Ermittlung der LVS-Bewegungsart

In Tabelle 341 findet das System die LVS-Bewegungsart zur RM-Referenzbewegungsart sowie andere Informationen für die Lagerverwaltung (u.a. Bestandsqualifikation, Kontierungskennzeichen, Transportbedarfskennzeichen).

Erstellung des Datenextrakts

Aus den zu übergebenden Daten des WE-/WA-Belegs wird ein Datenextrakt LD01 gebildet. Der Datenextrakt enthält relevante Daten aus dem RM-Beleg und Daten (z.B. Sondernummer), die ebenfalls automatisch für die R/3-Lagerverwaltung ermittelt werden.

Ermittlung des Sendeprogramms

Über Tabelle 347 ruft die Verarbeitungsfunktion das Programm auf, das den Kommunikationsbeleg aufbaut und sendet.

Ermittlung des Empfängers

Über Tabelle 342 ermittelt das Sendeprogramm die Kommunikationsnummer für Vorgangsschlüssel 001 und stellt dann über Tabelle 343 die technische Definition des Empfängers und die Art der Übertragung (automatisch/manuell) fest.

Es besteht die Möglichkeit, die Ermittlung des Empfängers über die Bewegungsart zu steuern. Somit können einzelne Bewegungen unterschiedlich gehandhabt werden. Beispielsweise können bestimmte Bewegungen (wie Wareneingänge zu Bestellungen) automatisch übertragen und Bewegungen mit einer niedrigeren Priorität erst später (manuell) übertragen werden.

Erstellung des Kommunikationsbelegs

Das Sendeprogramm baut aus dem Datenextrakt LD01 den Kommunikationsbeleg LDK01 auf. Dabei werden die Felder automatisch in R/3-Format umgewandelt. Für die Umsetzung des R/2-Kontierungstyps in das R/3-Bedarfskennzeichen wird Tabelle 344B gelesen. Die Mengeneinheiten werden über Tabelle 006Z entschlüsselt.

Aufbau des Kommunikationsbelegs

Der Kommunikationsbeleg besteht aus Sätzen der Satzart WM01. Für jede lagerrelevante Belegposition erstellt das System einen Satz. Der erste Satz erhält den Status F (First), der letzte den Status L (Last). Bei Sätzen, die zwischen der ersten und der letzten Position im Kommunikationsbeleg liegen, wird der Status nicht gesetzt (siehe "Status von Kommunikationssätzen" unter Satzarten).

Übertragung des Kommunikationsbelegs

Der Kommunikationsbeleg wird entweder automatisch oder manuell durch Aktivierung des Treibers an das R/3-System übertragen.

Technischer Ablauf in R/3

Wird ein Kommunikationsbeleg LDK01 vom R/2-System an das R/3-System gesendet, führt dies zu folgenden Aktionen in R/3:

Empfang des Kommunikationsbelegs

Der Kommunikationsbeleg, der in R/2 bei einer Warenbewegung erstellt wird, wird im R/3-System von einer Empfangsroutine entgegengenommen und in Tabelle LDK01 abgelegt.

Statussatz in Tabelle LDK00

Parallel wird ein Statussatz in Tabelle LDK00 geschrieben, der zur Verwaltung des Kommunikationsbelegs dient.

Weiterverarbeitung:

Die einzelnen Sätze des Kommunikationsbelegs werden von einer weiteren Routine verarbeitet und geprüft. Die für die Warenbewegung erforderlichen Buchungen werden automatisch ausgeführt.

Tritt bei der Verarbeitung eines Kommunikationsbelegs ein Fehler auf, wird der entsprechende Beleg in Statustabelle LDK00 vermerkt, und der für den Vorgang verantwortliche Benutzer erhält eine Mail-Mitteilung, die auf den Fehler hinweist. Siehe Mail-Steuerung im R/3-System.