Erstellung des Materialstammsatzes in R/2 

Das Anlegen oder Ändern eines Materialstammsatzes in einem an eine R/3-Lagerverwaltung gekoppelten R/2-System läuft im allgemeinen wie folgt ab:

  1. Ein R/2-Benutzer legt den Materialstammsatz im R/2-System an, z.B. mit der Transaktion TJ10.
  2. Wenn er dabei die Werksdaten pflegt, prüft das System, ob das Werk von der R/3-Lagerverwaltung verwaltet wird und ob alle für die Lagerverwaltung erforderlichen Status (z.B. Konstruktion, Einkauf) gepflegt sind. Ist dies der Fall, baut das System einen Kommunikationsbeleg auf, der die lagerrelevanten Materialdaten beinhaltet, und sendet diesen Beleg an R/3.
  3. Dadurch werden folgende Aktionen in R/3 angestoßen:
  4. – Das System legt (im Hintergrund) einen neuen Materialstammsatz mit folgenden Sichten an:

    - Konstruktion

    - Lagerung

    – Der für die R/3-Materialstammpflege verantwortliche Mitarbeiter erhält eine Mail-Mitteilung, die auf den neuen Materialstammsatz hinweist. Diese Mitteilung kann auf Wunsch auch per "Expreß" geschickt werden (siehe Mail-Steuerung im R/3-System).

  5. Nach Erhalt der Mail-Mitteilung kann der R/3-Benutzer den Materialstammsatz für die Sicht Lagerverwaltung pflegen (erstellen).

Nur die vom System gepflegten Sichten (Konstruktion und Lagerung) können angezeigt werden, wie nachfolgend dargestellt wird.

Um eine Mail-Mitteilung anzusehen, wählen Sie Büro ® Eingang aus der SAP-Hauptmenüleiste aus.

Technischer Ablauf in R/2

Wird ein Materialstammsatz im R/2-System angelegt bzw. geändert, so führt dies zu folgenden Aktionen im R/2-System:

Prüfung relevanter Felder

Die Pflege eines Materials ist für die Lagerverwaltung nur dann relevant, wenn ein Werkssegment angelegt wird.

Erstellung eines Materialstammsatzes

Beim Buchen eines neuen Materialstammsatzes werden die lagerrelevanten Daten nur übertragen, wenn auch ein Werkssegment angelegt wird. Wird der neue Materialstammsatz nur auf Mandanten- bzw. Buchungskreisebene angelegt, wird die Schnittstelle zum R/3-Lager nicht aktiviert.

Wird ein Werkssegment angelegt, prüft das System in Tabelle 340, ob das Werk an eine R/3-Lagernummer gekoppelt ist. Für jedes Werk und jede Lagernummer in dieser Tabelle wird ein Datensatz angelegt.

Im Werk 01 ist der Lagerort 88 an eine R/3-Lagernummer gekoppelt. Im Werk 02 wird kein Lagerort von einem R/3-System verwaltet. Im R/2-Host-System legt ein Benutzer die Mandanten- und Buchungskreisdaten für ein Material sowie die Werksdaten für das Werk 02 an. Dieses neue Material ist für die R/3-Lagerverwaltung nicht relevant.

Legt ein Benutzer nun die Werksdaten für das Werk 01 an, findet eine Kommunikation statt.

Änderung eines Materialstammsatzes

Allgemeine Materialdaten werden grundsätzlich im R/2-System geändert.

Wird in R/2 eine Materialstammänderung vorgenommen, die von der Lagerverwaltung berücksichtigt werden muß, erstellt das System einen neuen Kommunikationsbeleg, der an das R/3-System übergeben wird.

Vorgehensweise

Der Ablauf ist wie folgt:

  1. Ein R/2-Benutzer ändert lagerrelevante Daten im Materialstammsatz.
  2. Das System erkennt, daß die Daten an das R/3-System weitergeleitet werden müssen und baut einen Kommunikationsbeleg auf, der an das R/3-System gesendet wird.
  3. Durch diese Kommunikation werden im R/3-System die Materialdaten geändert.

Änderung von Lagerverwaltungsdaten

Lagerverwaltungsdaten werden direkt im R/3-System geändert. Dabei findet keine Kommunikation statt, da nur der R/3-Materialstamm Lagerverwaltungsdaten enthält.

Informationen über die Pflege des Materialstamms im R/3-System finden Sie unter Materialstammdaten.

Beim Verbuchen eines geänderten Materialstammsatzes prüft das System unabhängig vom geänderten Segment (Mandant, Buchungskreis oder Werk), ob

Lagerort 88 im Werk 01 ist an eine R/3-Lagernummer gekoppelt. Das Werkssegment 01 ist noch nicht für ein Material gepflegt. Eine Änderung des Materialkurztextes (Mandantenebene) ist für die R/3-Lagerverwaltung nicht relevant.

Wenn das Werkssegment 01 jedoch für ein Material vorhanden ist, dann ist eine Änderung des Materialkurztextes für die Lagerverwaltung relevant.

Prüfung der gepflegten Status

Ist der Materialstammsatz lagerrelevant, prüft das System in Tabelle 348A, ob alle für den Materialtyp und die Materialart notwendigen Status gepflegt sind. Tabelle 348A (siehe unten) listet die Sichten auf, die für Materialarten gepflegt werden müssen. Die Pflege dieser Sichten beeinflußt die Übertragung von Kommunikationsbelegen an das R/3-System.

Materialtyp/-art für R/3-WM (Tabelle 348A in R/2)

Materialtyp

Materialart

Status :

K

D

E

V

A

L

B

Q

Z

C

HAWA

 

K

 

E

V

 

L

     

 

Für eine Handelsware (Materialart HAWA) der Chemieindustrie (Materialtyp C) müssen beispielsweise folgende Status gepflegt sein:

Erst wenn alle relevanten Status gepflegt sind (d.h. die in Tabelle 348A aufgeführten Sichten für die Materialart), können die Materialdaten an die R/3-Lagerverwaltung fehlerfrei übertragen werden.

Erstellung eines Datenextrakts

Über Tabelle 348B ermittelt das System die Materialstammfelder, die zu übertragen sind. Diese Felder werden zunächst als Materialstammextrakt in Tabelle LD05 zwischengespeichert.

Ermittlung des Sendeprogramms

Über Tabelle 347 ruft die Verarbeitungsfunktion das Programm auf, das den Kommunikationsbeleg aufbaut und in die Queue stellt.

Ermittlung des Empfängers

Über Tabelle 342 ermittelt das Sendeprogramm die Kommunikationsnummer für Vorgang 003 und stellt dann über Tabelle 343 die technische Definition des Empfangssystems fest. Tabelle 343 enthält auch Informationen darüber, ob der Kommunikationsbeleg automatisch oder manuell übertragen werden soll.

Sind mehrere R/3-Lagernummern an das R/2-System gekoppelt, muß für jede R/3-Lagernummer ein Kommunikationsbeleg aufgebaut und gesendet werden.

Erstellung und Übertragung des Kommunikationsbelegs

Das Sendeprogramm baut aus dem Materialstammextrakt LD05 den Kommunikationsbeleg LDK05 auf. Die Felder werden in das R/3-Format umgewandelt.

Dieser Kommunikationsbeleg besteht aus einem Satz der Satzart WM05 und erhält den Satzstatus S (Single) (siehe "Status von Kommunikationssätzen" unter Satzarten).

Der Kommunikationsbeleg wird zunächst in eine Queue (DOUT) gestellt. Bei einer automatischen Übertragung wird der Beleg sofort gesendet. Soll die Datenübertragung manuell angestoßen werden, muß der Treiber über eine entsprechende Transaktion gestartet werden (siehe Queue-Verwaltung in R/2).

Materialdaten werden gesendet, sobald Materialien im zugeordneten Werk angelegt sind, unabhängig davon, ob die Lagerortsegmente erstellt wurden oder nicht. Wollen Sie angeben, welche Materialien an das R/3-System übertragen werden, können Sie das Sendeprogramm kopieren, es ändern und die Informationen in Tabelle 347 eingeben, anstatt das Standardsendeprogramm RLDLVS02 zu verwenden.

Technischer Ablauf in R/3

Wird ein Kommunikationsbeleg LDK05 an das R/3-System gesendet, werden folgende Aktionen zur Änderung des Materialstammsatzes in R/3 angestoßen:

Empfang des Kommunikationsbelegs

Der Kommunikationsbeleg wird in R/3 von einer Empfangsroutine entgegengenommen und in Tabelle LDK05 abgelegt.

Parallel dazu wird ein Statussatz in die Tabelle LDK00 für die Verwaltung des Kommunikationsbelegs geschrieben.

Weiterverarbeitung

Der Kommunikationsbeleg wird von einer weiteren Routine verarbeitet und geprüft. Die Transaktion zur Pflege der Materialstammdaten wird per CALL TRANSACTION aufgerufen, und der Materialstammsatz wird angelegt bzw. geändert.

Tritt bei der Weiterverarbeitung des Belegs ein Fehler auf, wird dies im Statussatz zur späteren Fehlerbehebung vermerkt. Der verantwortliche Benutzer erhält eine Mail-Mitteilung mit einem Hinweis auf den Fehler. Siehe Analysewerkzeug und Mailsteuerung im R/3-System.