Genau wie bei anderen LE-verwalteten Lagertypen werden auch im Blocklager Bestände auf Lagereinheitenebene geführt. Da Sie nicht bestimmen können, welche Lagereinheiten für die Kommissionierung ausgewählt werden, können Sie Auslagerungstransportaufträge lagereinheitenneutral anlegen. Somit erzeugen Sie zunächst Transportauftragspositionen, die nur einen Bedarf (nicht zu verwechseln mit einem Transportbedarf) zur Kommissionierung einer bestimmten Materialmenge aus einem bestimmten Block oder einem bestimmten Lagerplatz in einem Blocklager angeben. Dazu stehen mehrere Systemsteuerungen für das Blocklager zur Verfügung.
Anbruchsverwaltung
Mit diesem Parameter können Sie steuern, ob Anbruchspaletten in einem Lagertyp zulässig sind. Eine Anbruchspalette ist eine Palette, deren Menge nicht der im Materialstammsatz definierten Standardmenge entspricht.
Sie können die Anbruchsverwaltung unabhängig von der Mischbelegung aktivieren. Sie müssen jedoch dieses Kennzeichen setzen, wenn Sie die Mischbelegungskennzeichen "B" (mehrere Chargen pro Platz und Palette) und "X" (Mischbelegung ohne Einschränkungen) verwenden.
Sie können im Customizing auch das Kennzeichen Vollentnahmepflicht aktiv setzen. Dann können Sie immer nur ganze Paletten entnehmen, auch wenn Anbrüche zulässig sind.
Summenquant
Da das System keine konkreten LE-Nummern für Auslagerungen bestimmen kann, wird eine Verfügbarkeitskontrolle ausgeführt, damit das System nicht versucht, zu viele Lagereinheiten aus einzelnen Blöcken auszulagern. Gelöst wird das beschriebene Problem im WM durch das sogenannte Summenquant.
Im Blocklager ist das Summenquant die Gesamtheit aller Bestände (pro Material und Charge) auf einem Lagerplatz. Die Informationen über die Bestände auf den einzelnen Lagerplätzen werden genauso verwaltet wie bei nicht aktivierter LE-Verwaltung. Das System verwaltet jedoch zusätzlich den Gesamtbestand, der sich auf dem gesamten Lagerplatz angesammelt hat. Die folgende Tabelle zeigt, wie das System das Summenquant berechnet.
Berechnung des Summenquants
LE-Nr. |
Material |
Quants |
Stück |
|
7886 |
AA |
1 |
100 |
|
7887 |
AA |
1 |
100 |
|
7893 |
AA |
1 |
100 |
|
7788 |
AA |
1 |
100 |
|
|
________ |
||||
|
400 |
Summenquant |
Das Summenquant gibt immer die Gesamtbestandssituation pro Material/Charge auf einem Lagerplatz im Blocklager wieder.
Einlagerung
Bei der Einlagerung von Lagereinheiten ins Blocklager werden sowohl die einzelnen Quants als auch das Summenquant direkt fortgeschrieben. Wird beispielsweise auf dem in der vorstehenden Tabelle gezeigten Lagerplatz eine Lagereinheit zugelagert, entsteht ein neues normales Quant und das Summenquant erhöht sich entsprechend.
Einlagerungsprüfungen
Bei der Einlagerung von Lagereinheiten überprüft das System das Mischbelegungskennzeichen, um sicherzustellen, daß die Lagereinheiten korrekt eingelagert werden.
Auslagerung
Wenn das System die Transportauftragsposition für eine Auslagerung erzeugt, so erfolgt dies nicht für ein bestimmtes Quant bzw. eine bestimmte Lagereinheit.
(Eine Ausnahme hiervon ist gegeben, wenn Sie eine bestimmte Lagereinheit oder ein bestimmtes Quant manuell für die Kommissionierung anfordern.) In diesem Fall wird eine normale Transportauftragsposition angelegt.)
Zuerst verringert das System nur die verfügbare Bestandsmenge des Summenquants. Keine weiteren Fortschreibungen sind möglich, da das System noch nicht weiß, welche Lagereinheiten kommissioniert werden.
Der Parameter "Vollentnahme" bestimmt die tatsächliche Menge, die aus dem Summenquant ausgelagert wird. Wenn Sie also Vollentnahme für den Lagertyp eingestellt haben, dann wird die verfügbare Menge des Summenquants um die im Materialstammsatz für den Palettentyp definierte Standardmenge verringert. Die Vollentnahmepflicht ist automatisch aktiv, wenn Anbruchspaletten nicht erlaubt sind. Ist die Vollentnahmepflicht nicht aktiv, verringert das System das Summenquant genau um die Anforderungsmenge.
Quittierung
Bei der Quittierung von Transportauftragspositionen für Auslagerungen aus dem Blocklager geben Sie die Lagereinheitennummern ein, die tatsächlich kommissioniert wurden. Das System schreibt die Lagereinheiten- und Quantinformationen fort.
Bearbeitung von Restmengen
Die Bearbeitung von Restmengen hängt davon ab, ob Sie im Lagertypsatz einen Kommissionierpunkt-Lagertyp eingetragen haben. Restmengen entstehen bei der Quittierung, wenn die Anforderungsmenge kleiner ist als die Menge auf der kommissionierten Lagereinheit. Dies bedeutet, daß die Restmengen erst bei der Quittierung des Transportauftrags bearbeitet werden.
Wenn Sie einen Kommissionierpunkt für den Lagertyp definiert haben, wird die Lagereinheit zu diesem Kommissionierpunkt gebracht. Handelt es sich um eine inhomogene Lagereinheit, bucht das System auch alle anderen Materialien auf dieser Lagereinheit auf den Kommissionierpunkt um. Wenn Sie keinen Kommissionierpunkt für den Lagertyp definiert haben, bleibt die Restmenge auf der Lagereinheit auf demselben Lagerplatz stehen.
Quittierung
Bei der Quittierung des Transportauftrags geschieht genau das, was üblicherweise bei der Auslagerung einer Lagereinheit aus einem LE-verwalteten Lagertyp mit Vollentnahmepflicht geschieht: Anbruchspaletten, die aufgrund einer Auslagerung aus dem Blocklager entstehen, werden auf einen Kommissionierpunkt gebucht und anschließend in einen Lagertyp eingelagert, in dem Anbruchslagereinheiten erlaubt sind.
Siehe auch:
Bearbeitung von Anbruchslagereinheiten