Die Monitoring-Architektur: Konzept 

Einsatzmöglichkeiten

Der R/3-Alert-Monitor basiert auf einer mit Release 4.0 eingeführten innovativen neuen Monitoring-Architektur. Im folgenden werden die Hauptbestandteile der Monitoring-Architektur und deren Zusammenspiel beschrieben.

Die Monitoring-Architektur

Im folgenden wird die Funktionsweise der Monitoring-Architektur und des Alert-Monitors beschrieben:

Datensammlungsmethoden: Hierbei handelt es sich um Programme, die Informationen zu den verschiedenen Teilen des R/3-Systems und seiner Umgebung erfassen und diese der Monitoring-Architektur melden.

Die Monitoring-Architektur wird mit den Datensammlungsmethoden für die wichtigsten Komponenten Ihres R/3-Systems und seiner Umgebung ausgeliefert und ist damit direkt einsatzbereit. Beim Starten des Alert-Monitors können Sie sehen, daß die Datensammlungsmethoden bereits für die Berichterstattung zu den folgenden Komponenten aktiv sind:

Die Monitoring-Architektur braucht von Ihnen weder vorbereitet noch aktiviert zu werden. Sämtliche Datensammlungsmethoden in Ihrem System werden automatisch bei Systemstart oder nach Bedarf gestartet.

Monitoring-Architektur: Die Datensammlungsmethoden übergeben ihre Informationen der Monitoring-Architektur. Die Monitoring-Architektur bietet eine Infrastruktur für das Erfassen und Verwalten von Systeminformationen.

Durch die Infrastruktur sind die Datensammlungsmethoden von der Monitoring-Architektur unabhängig. Die Datensammlungsmethoden werden in die Monitoring-Architektur "eingesteckt" und verwenden deren Dienste für das Anzeigen und Verwalten von Systeminformationen. Sie sind jedoch nicht direkt in die Monitoring-Architektur hineinprogrammiert.

Da die Datensammlungsmethoden von der Monitoring-Architektur unabhängig sind, können sie problemlos hinzugefügt oder modifiziert werden. Die Monitoring-Architektur bietet ABAP- und C-Schnittstellen, die von jedem R/3- oder externen Programmierer zur Erstellung einer Datensammlungsmethode verwendet werden können.

Monitorobjekte und -attribute: Die von den Datensammlungsmethoden gelieferten Informationen betreffen ein oder mehrere Monitorobjekte (in der Abbildung durch die Pfeile gezeigt). Ein Monitorobjekt bezeichnet ein Objekt im R/3-System oder seiner Umgebung, das überwacht werden soll. Ein Monitorattribut bezeichnet einen Informationstyp, der zu einem Monitorobjekt gemeldet werden soll.

Beispiel: Zu den Monitorobjekten zählen die CPU in Ihrem Hostsystem, die Datenbank und R/3-Services wie beispielsweise die Hintergrundverarbeitung. Monitorattribute für ein CPU-Objekt können z. B. CPU-Auslastung und Fünf-Minuten-Durchschnitts-CPU-Last sein.

Monitorobjekte und ihre Attribute werden Ihnen im Alert-Monitor angezeigt. Im Alert-Monitor bezeichnet man Objekte und ihre Attribute als Knoten oder Monitorbaumelemente (MTEs).

Monitorobjekte werden von Datensammlungsmethoden angelegt. Alle Objekte, die Sie derzeit in Ihrem R/3-System überwachen können, sind beim Starten des Alert-Monitors automatisch verfügbar.

Data Consumers: Hierbei handelt es sich um den Teil der Monitoring-Architektur, der für die Anzeige von Alerts und Statusdaten verantwortlich ist. Data Consumers erhalten die von den Datensammlungsmethoden an die Monitoring-Architektur übergebenen Informationen. SAP liefert mit Ihrem R/3-System einen Standard-"Data Consumer", den Alert-Monitor. SAP bietet auch andere speziellere Monitore, die die von der Monitoring-Architektur gelieferten Daten verwenden.

Die Data-Consumer-Schicht (der Alert-Monitor) ist Ihr Arbeitsplatz, an dem Sie den aktuellen Status Ihres Systems anzeigen und auf Alerts reagieren, die durch Warnmeldungen oder Probleme ausgelöst wurden. Der Alert-Monitor zeigt Ihnen seine Informationen und Alerts in einem hierarchischen Monitorbaum an. Siehe auch die schematische Sicht des Monitorbaums.

Wenn eine Datensammlungsmethode ein Problem meldet, löst die Monitoring-Architektur einen Alert aus. Dies ist auch im Alert-Monitor zu sehen. Wenn beispielsweise der Wert "five-minute load average" der CPU zu hoch ist, löst der Alert-Monitor einen "gelben" (Warnung) oder "roten" (Problem) Alert aus. Durch die farbliche Kennzeichnung sind Alerts im Alert-Monitor sofort zu erkennen. Sie können dann über den Alert-Monitor detaillierte Informationen zu dem Alert anzeigen und auf eine Methode für die Analyse des Alerts zugreifen.

Der Alert-Monitor bietet außerdem die für die Überwachung des Systems notwendigen Verwaltungsmethoden. Sie können die Alert-Schwellenwerte einstellen, und Sie können Autoreaktions- und Analysemethoden hinzufügen oder anpassen. Autoreaktionsmethoden reagieren automatisch, wenn ein Alert ausgelöst wird. Mit einer Analysemethode können Sie die Ursache eines Alerts untersuchen, ohne den Alert-Monitor zu verlassen.

Die Monitoring-Architektur enthält auch eine Schnittstelle, über die externe Data Consumers (externe Programme) die Informationen der Monitoring-Architektur erhalten können.