Zuschläge in der Kundenauftragsfertigung 
Verwendung
Gemeinkosten sind Kosten, die einem Kostenträger nicht direkt zugerechnet werden. Mit Hilfe von Kalkulationsschemata können Sie Gemeinkosten über die Zuschlagsrechnung auf einem Kostenträger planen beziehungsweise im Ist auf einen Kostenträger verrechnen. Dabei können Sie
Kalkulationsschema zur Ermittlung von Herstellkosten und Selbstkosten

Bei der Ermittlung von Gemeinkostenzuschlägen sind bei der
Kundenauftragskalkulation und bei der
Auftragsstücklistenkalkulation einige Besonderheiten zu beachten. Wenn Sie mit dem
bewerteten Kundenauftragsbestand arbeiten, können Sie mit der Kundenauftragskalkulation und mit der Auftragsstücklistenkalkulation arbeiten.Wenn Sie mit dem
unbewerteten Kundenauftragsbestand arbeiten, können SieVoraussetzungen
Die Bedingungen für die Ermittlung von Gemeinkostenzuschlägen definieren Sie im Customizing des Produktkosten-Controlling unter Kostenträgerrechnung ® Kundenauftrags-Controlling ® Grundeinstellungen für das Kundenauftrags-Controlling ®
Gemeinkostenzuschläge. Sie fassen dort die Bedingungen für die Zuschlagsrechnung in einem Kalkulationsschema zusammen. Im Rahmen der
Kundenauftragsfertigung können Sie mit zwei Kalkulationsschemata arbeiten.
Bedarfsklasse überprüfen als Vorschlagswert hinterlegen. Beim Anlegen des Kundenauftrages übernimmt das System das Kalkulationsschema in die Kundenauftragsposition, deren Bedarfsart auf die Bedarfsklasse verweist. Sie können das Kalkulationsschema in der Sicht Kontierung der Kundenautragsposition pflegen (siehe auch:
Kundenauftragsposition überprüfen).
Sie können auftragsspezifische Zuschläge ermitteln, indem Sie einen Zuschlagsschlüssel in der Kundenauftragsposition hinterlegen. Ist in der Kalkulationssicht des Materialstammsatzes des in der Kundenauftragsposition geführten Materials eine Gemeinkostengruppe hinterlegt, die im Customizing mit einem Zuschlagsschlüssel verknüpft ist, so wird der Zuschlagsschlüssel über die Gemeinkostengruppe selektiert und in die Kundenauftragsposition vorgeschlagen.

Für eine Kundenauftragsposition wird die Bedarfsart CO2 selektiert. Die Bedarfsart CO2 verweist auf die Bedarfsklasse CO2. In der Bedarfsklasse CO2 ist das Kalkulationsschema COGS1 hinterlegt. Das System übernimmt in die Kundenauftragsposition das Kalkulationsschema COGS1.
Sie haben die Kundenauftragsposition zum Material T-F100 angelegt. Im Materialstammsatz von T-F100 ist die Gemeinkostengruppe SAP10 hinterlegt. Die Gemeinkostengruppe SAP 10 ist im Customizing mit dem Zuschlagsschlüssel SAP10 verknüpft. Das System schlägt den Zuschlagsschlüssel SAP10 für die Kundenauftragsposition vor.

Beachten Sie:
Wenn Sie mit dem bewerteten Kundenauftragsbestand arbeiten, so können Sie dieses Kalkulationsschema verwenden, um auf Basis der Herstellkosten die Vertriebs- und Verwaltungskosten zu errechnen und so die Selbstkosten zu ermitteln (siehe unten).
Wenn Sie dies tun möchten, so müssen Sie für die Berechnung der Selbstkosten die Herstellkosten als Basis verwenden. Sie müssen deshalb in dem Kalkulationsschema (in unserem Beispiel COGS1) eine Basis hinterlegen, in der die Kostenart hinterlegt ist, mit der die kosten- und erlösführende Kundenauftragsposition mit Istkosten belastet wird. Dies ist die Kostenart, die über die automatische Kontenfindung in der Materialwirtschaft (MM) über den Vorgang GBB (Gegenbuchung zur Bestandsbuchung) und die Kontomodifikationskonstante VAY gefunden wird (siehe auch:

Für eine Kundenauftragsposition wird die Bedarfsart CO2 selektiert. Die Bedarfsart CO2 verweist auf die Bedarfsklasse CO2. In der Bedarfsklasse CO2 ist die Kalkulationsvariante PPC4 hinterlegt. Die Kalkulationsvariante PPC4 verweist auf die Bewertungsvariante 001. Die Bewertungsvariante 001 verweist auf das Kalkulationsschema COGM.
Kalkulationsvarianten f. die Erzeugniskalkulation überprüfen das Kennzeichen Losgröße durchreichen gesetzt haben, um korrekte Gemeinkostenzuschläge zu ermitteln.
Funktionsumfang
Die Zuschlagsermittlung im Plan bildet immer die Ermittlung von Zuschlägen im Ist nach.
Die Zuschlagsermittlung findet im Rahmen der Kundenauftragskalkulation und der Auftragsstücklistenkalkulation systemintern in zwei Schritten statt. Es ist dabei von Bedeutung, ob Sie mit dem bewerteten Kundenauftragsbestand arbeiten oder mit dem unbewerteten Kundenauftragsbestand.
Kundenauftragskalkulation und Auftragsstücklistenkalkulation mit Erzeugniskalkulation
Bewerteter Kundenauftragsbestand: Kundenauftragskalkulation oder Auftragsstücklistenkalkulation

Für die Auftragsstücklistenkalkulation wird der zweite Schritt nur dann ausgeführt, wenn das in der Kundenauftragsposition eingetragene Material selbst kalkuliert wird.
Für alle in dieses Material eingehenden Materialien, die in der Auftragsstückliste aufgeführt sind, wird die zweite Bezuschlagung nicht durchgeführt.
Beispiel für den Ablauf der Bezuschlagung bei bewertetem Kundenauftragsbestand (Erzeugniskalkulation)

* In diesem Beispiel ist das Kennzeichen Kalkulationsschema vom Kundenauftrag durchreichen in der Kalkulationsart nicht gesetzt.
**Die Selbstkosten für das Fertigerzeugnis werden immer auf Basis des in der Kundenauftragskalkulation eingetragenen Kalkulationsschemas ermittelt.
Unbewerteter Kundenauftragsbestand: Kundenauftragskalkulation
Für alle sammelbedarfsgesteuerten Baugruppen werden, sofern keine Übernahmesteuerung aktiv ist, Zuschläge ermittelt auf Basis des Kalkulationsschemas der Bewertungsvariante.
Sie legen im Customizing des Kundenauftrags-Controlling unter Vorkalkulation ® Kalkulationsvarianten überprüfen in der Übernahmesteuerung fest, ob die sammelbedarfsgesteuerten Materialien erneut kalkuliert werden oder ob bestehende Kalkulationen übernommen werden.

SAP empfiehlt, das Kennzeichen nur kundenauftragskontierte Rohstoffe bezuschlagen zu setzen.

Das Kennzeichen nur Kundenauftragskontierte Rohstoffe bezuschlagen hat keine Relevanz, wenn Sie mit dem bewerteten Kundenauftragsbestand arbeiten.
Sie definieren zudem unter Kalkulationsvariante überprüfen, ob die Losgröße der Kundenauftragsposition für die Kalkulation der einzelbedarfsgesteuerten Materialien durchgereicht wird.
Ob ein Material einzelbedarfsgesteuert oder sammelbedarfsgesteuert ist, bestimmen Sie im Materialstammsatz in der Dispositionssicht mit dem Kennzeichen Einzel/Sammel. Wenn Sie den gleichen Rohstoff als einzelbedarfsgesteuerten Rohstoff und als sammelbedarfsgesteuerten Rohstoff führen, dann stellen Sie sicher, daß das System unterschiedliche Verbrauchskonten und somit auch unterschiedliche Kostenarten findet. Sie stellen dies im Customizing der Materialwirtschaft (MM) über die automatische Kontenfindung sicher.
Ein Material wird als Baugruppe behandelt, wenn eine Stückliste für das Material aufgelöst wird. Ein Material wird als Rohstoff behandelt, wenn keine Stückliste für das Material aufgelöst wird. Ob eine Stückliste aufgelöst wird oder nicht, ist nicht nur davon abhängig, ob eine Stückliste für das Material vorhanden ist. Entscheidend für die Auflösung einer Stückliste sind auch andere Faktoren, beispielsweise vom Kennzeichen Sonderbeschaffung im Materialstammsatz und die Auflösungssteuerung in der Kalkulationsvariante.
Beispiel für den Ablauf der Bezuschlagung bei unbewertetem Kundenauftragsbestand (Erzeugniskalkulation)

*Mit welchem Kalkulationsschema die Einzelnachweispositionen einzelbedarfsgesteuerter Baugruppen, die nicht selbst einzelbedarfsgesteuerte Materialpositionen sind, bezuschlagt werden, ist abhängig von den Einstellungen in der Kalkulationsart (Kennzeichen Kalkulationsschema vom Kundenauftrag durchreichen).
** Die Bezuschlagung der sammelbedarfsgesteuerten Materialien erfolgt immer auf Basis des Kalkulationsschemas der Bewertungsvariante (in unserem Beispiel COGM). Sie können aber auch in der Kalkulationsvariante mit der Übernahmesteuerung festlegen, daß die sammelbedarfsgesteuerten Materialien nicht neu kalkuliert werden.
*** In diesem Beispiel ist das Kennzeichen nur kundenauftragskontierte Rohstoffe bezuschlagen gesetzt. Die einzelbedarfsgesteuerten Rohstoffe werden mit dem Kalkulationsschema der Kundenauftragsposition bezuschlagt (in unserem Beispiel COGS1).
Allgemeine Informationen zum Kennzeichen "Kalkulationsschema vom Kundenauftrag durchreichen"
Wenn Sie das Kennzeichen Kalkulationsschema vom Kundenauftrag durchreichen setzen, sollten Sie sicherstellen, daß auch im Ist die Gemeinkostenzuschläge auf Basis des in der Kundenauftragsposition geführten Kalkulationsschemas ermittelt werden. Dies bedeutet, daß das in der Kundenauftragsposition hinterlegte Kalkulationsschema in die der Kundenauftragsposition zugeordneten Fertigungsaufträge übernommen werden soll. Dazu hinterlegen Sie im Customizing des Kundenauftrags-Controlling unter Bedarfsklasse überprüfen das Kennzeichen Kschema kop. Das Kalkulationsschema für den Fertigungsauftrag wird in diesem Falle nicht über die Bewertungsvariante der Kalkulationsvariante ermittelt, die als Vorschlagswert je Auftragsart und Werk für die Vorkalkulation des Fertigungsauftrages hinterlegt ist.
Sind die Kennzeichen Kalkulationsschema vom Kundenauftrag durchreichen (für die Ermittlung der Plangemeinkostenzuschläge) und Kschema kop. (für die Ermittlung der Istgemeinkostenzuschläge) nicht gesetzt, so werden die Gemeinkosten für die relevanten Materialien über das Kalkulationsschema der Bewertungsvariante (in unserem Beispiel COGM) ermittelt.
"Kalkulationsschema vom Kundenauftrag durchreichen" bei bewertetem Kundenauftragsbestand
Wenn Sie mit dem bewerteten Kundenauftragsbestand arbeiten, dann sollten Sie einige Besonderheiten bei der Verwendung des Kennzeichens " Kalkulationsschema vom Kundenauftrag durchreichen" beachten. Sie haben folgende Möglichkeiten:
Beispiel für durchgereichtes Kalkulationsschema bei bewertetem Kundenauftragsbestand

In diesem Falle müssen Sie besonders auf eine saubere Trennung der Kostenarten achten. Verwenden Sie beispielsweise das gleiche Material einmal als Halbfabrikat, das in ein anderes einzelbedarfsgesteuertes Material eingeht, zum anderen aber auch als verkaufsfähiges Fertigerzeugnis, so müssen Sie sicherstellen, daß das System unterschiedliche Kostenarten findet. Sie steuern dies über die Bewegungsart.

Material ABC wird in Ihrem Unternehmen sowohl als einzelbedarfsgesteuertes Halbfabrikat als auch als einzelbedarfsgesteuertes Fertigerzeugnis hergestellt.
Wenn Sie das Material als Halbfabrikat dem bewertetem Kundenauftragsbestand entnehmen, um es für die Herstellung eines anderen Materials zu verwenden, dann verwendet das System die Bewegungsart 261. Dieser Bewegungsart ist im Customizing der Materialwirtschaft (MM) in der Materialkontenfindung die Kontomodifikationskonstante VBR zugeordnet. In Verbindung mit der in der Buchhaltungssicht des Materialstammsatzes hinterlegten Bewertungsklasse 7900 findet das System das Konto 890000 "Verbrauch Halbfabrikate". Zu diesem Konto ist eine Primärkostenart angelegt. Diese Kostenart können Sie als Basis zur Berechnung der Herstellkosten eines Materials verwenden, zu dessen Herstellung das Material ABC verbraucht wird.
Wenn Sie das Material als Fertigerzeugnis dem bewerteten Kundenauftragsbestand entnehmen und an den Kunden liefern, dann verwendet das System die Bewegungsart 601. Ist die Kundenauftragsposition kosten- und erlösführend, dann ist dieser Bewegungsart die Kontomodifikationskonstante VAY zugeordnet. In Verbindung mit der Bewertungsklasse 7900 findet das System das Konto 893015 "Herstellkosten des Umsatzes, mit Kostenart". Zu diesem Konto ist eine Primärkostenart angelegt. Diese Kostenart können Sie als Basis für die Berechnung der Selbstkosten von Material ABC verwenden, wenn Material ABC als Endprodukt an den Kunden verkauft wird.
Ausführliche Informationen zur Materialkontenfindung finden Sie im Einführungsleitfaden (IMG) der Materialwirtschaft unter Bewertung und Kontierung ® Kontenfindung.

Vertriebs- und Verwaltungskosten können auch mit dem Kalkulationsschema des SD ermittelt werden.
Kundenauftragskalkulation mit Einzelkalkulation
Die Gemeinkostenzuschläge werden immer mit dem Kalkulationsschema aus der Kundenauftragsposition ermittelt. In unserem Beispiel ist dies das Kalkulationsschema COGS1.
Nachbearbeitung von Erzeugniskalkulation mit Einzelkalkulation
Die Gemeinkostenpositionen aus der Erzeugniskalkulation werden in variable Positionen (Positionstyp V) (siehe auch:
Kalkulationspositionen in der Einzelkalkulation) umgewandelt. Anschließend erfolgt eine Bezuschlagung gemäß dem in der Kundenauftragsposition hinterlegten Kalkulationsschema. In unserem Beispiel ist dies das Kalkulationsschema COGS1.
Basis des Kalkulationsschemas
Wie bereits oben erwähnt, gilt grundsätzlich, daß die Plangemeinkostenermittlung immer die Istgemeinkostenermittlung simuliert. So wird im Plan beim bewerteten Kundenauftragsbestand die Kostenart für die Kosten des Umsatzes bezuschlagt, beim unbewerteten Kundenauftragsbestand hingegen werden die Verbrauchskostenarten bzw. die Kostenarten für die Bestandsveränderungen der eingesetzten Materialien bezuschlagt.
Bewerteter Kundenauftragsbestand
Für einzelbedarfsgesteuerte Materialien können die Gemeinkostenzuschläge bei Verwendung des bewerteten Kundenauftragsbestandes im Ist erst nach der Lieferung an den Kunden auf der Kundenauftragsposition ermittelt werden
Die Kundenauftragsposition wird bei Verwendung des bewerteten Kundenauftragsbestandes zum Zeitpunkt der Lieferung an den Kunden mit Istkosten für das gelieferte Material belastet. Die Belastung der Kundenauftragsposition erfolgt mit der Kostenart, die dem Konto Herstellkosten des Umsatzes in der Finanzbuchhaltung (FI) bei der Lieferung an den Kunden entspricht. Möchten Sie Zuschläge auf Basis der Herstellkosten ermitteln, so muß diese Kostenart in der Basiszeile des Kalkulationsschemas hinterlegt sein.
Dabei handelt es sich um Vertriebs- und Verwaltungsgemeinkosten, die zur Berechnung der Selbstkosten ermittelt werden. Sonstige Gemeinkosten wie Materialgemeinkosten und Fertigungsgemeinkosten sind im Ist bereits in den Herstellkosten des Umsatzes des an den Kunden gelieferten Materials enthalten.
Wenn Sie im Ist auf der Kundenauftragsposition die Selbstkosten ermitteln möchten, so ermitteln Sie diese Selbstkosten auch im Plan. Des weiteren müssen Sie im Plan die Materialgemeinkostenzuschläge und die Fertigungsgemeinkostenzuschläge ermitteln. Dies bedeutet, daß auch die Kostenarten für eingesetzte Materialien und für sonstige Kosten wie Leistungsverrechnungen im Kalkulationsschema in Basiszeilen hinterlegt werden müssen.

Stellen Sie bei mehrstufiger Fertigung sicher, daß Sie nur die eingsetzten Rohstoffe, nicht aber die Halbfabrikate bezuschlagen. Tragen Sie dazu nur die Kostenarten für Rohstoffe in eine Basiszeile des Kalkulationsschemas ein. Tragen Sie nicht die Kostenarten für Halbfabrikate in eine Basiszeile des Kalkulationsschemas ein, da Sie sonst die eingesetzten Materialien doppelt bezuschlagen.
Vor der Bezuschlagung der Herstellkosten im Plan werden die im Einzelnachweis der Kalkulation ausgewiesenen Kosten verdichtet und unter der Kostenart der Kosten des Umsatzes summiert.
Bei der Lieferung an den Kunden wird die Kundenauftragsposition mit der Kostenart 893015 "Herstellkosten des Umsatzes, mit Kostenart" belastet. Auf Basis der Herstellkosten des Umsatzes möchten Sie die Selbstkosten ermitteln. Sie tragen deshalb im Kalkulationsschema in einer Basiszeile die Kostenart 893015 ein. In einer Zuschlagszeile definieren Sie den Zuschlagssatz für Vertriebs- und / oder Verwaltungskosten.
Zuschlagsermittlung: Erzeugniskalkulation zur Kundenauftragskalkulation bei bewertetem Kundenauftragsbestand

*Mit welchem Kalkulationsschema die in den Baugruppen enthaltenen Rohstoffe bezuschlagt werden, hängt davon ab, ob das Kalkulationsschema durchgereicht wurde.
** Übernahme gemäß der Elementesicht in der Kalkulationsart, die im Feld Zuschlagsbasis als Basis für die Bezuschlagung hinterlegt ist. Es wird empfohlen, hier die Elementesicht für die Herstellkosten oder die Bestandsbewertung einzutragen. Nicht eingetragen werden sollte die Elementesicht für die Selbstkosten.
Die Bezuschlagung der in den Baugruppen enthaltenen Rohstoffe erfolgt im ersten Bezuschlagungsschritt. Dabei werden einzelbedarfsgesteuerte und sammelbedarfsgesteuerte Rohstoffe gleichermaßen berücksichtigt. In der Regel stellen Sie durch die Basiszeilen des Kalkulationsschemas sicher, daß Halbfabrikate nicht bezuschlagt werden, da die Halbfabrikate sonst doppelt bezuschlagt würden.
Nach dem ersten Bezuschlagungsschritt wird der Einzelnachweis des Fertigerzeugnisses vom System automatisch verdichtet. Die durch die Verdichtung ermittelte Summe wird systemintern unter der Kostenart der Herstellkosten des Umsatzes fortgeschrieben und im zweiten Bezuschlagungsschritt mit Vertriebs- und Verwaltungskosten bezuschlagt.
Die Vertriebs- und Verwaltungskosten werden danach im Einzelnachweis der Kundenauftragskalkulation ausgewiesen. Auf der Kundenauftragsposition selbst werden die Herstellkosten des Umsatzes und die Vertriebs- und Verwaltungsgemeinkosten kostenartengerecht fortgeschrieben.
siehe auch:
Fortschreibung der Plankosten
Zuschlagsermittlung: Nachbearbeitung der Erzeugniskalkulation mit der Einzelkalkulation bei bewertetem Kundenauftragsbestand

Wenn Sie mit bewertetem Kundenauftragsbestand arbeiten, wird zur Nachbearbeitung der Einzelnachweis der obersten Baugruppe in die Einzelkalkulation übernommen. Bei der
Nachbearbeitung der Erzeugniskalkulation mit der Einzelkalkulation werden Positionen des Positionstyps "G" (Gemeinkosten) umgewandelt in Positionen des Positionstyps "V" (variable Position). Anschließend erfolgt eine Bezuschlagung gemäß dem in der Kundenauftragsposition hinterlegten Kalkulationsschema. In unserem Beispiel ist dies das Kalkulationsschema COGS1.Unbewerteter Kundenauftragsbestand
Gemeinkostenzuschläge können bei Verwendung des unbewerteten Kundenauftragsbestand im Ist
Die Belastung der Kundenauftragsposition erfolgt entsprechend der Einstellungen im Abrechnungsschema der abhängigen Objekte entweder unter der Ursprungskostenart oder der Abrechnungskostenart. Falls Sie Abrechnungskostenarten verwenden, so müssen Sie diese Abrechnungskostenarten in die Basiszeilen des Kalkulationsschemas übernehmen. Rechnen Sie unter der Ursprungskostenart ab, so tragen Sie in den Basiszeilen die Ursprungskostenarten ein.
siehe auch:

Sie rechnen unter der Ursprungskostenart ab. Sie haben bei Warenausgangsbuchungen zu Fertigungsaufträgen diese mit der Kostenart 400000 "Verbrauch Rohstoffe" belastet. Nach der Abrechnung des Fertigungsauftrages werden zur Kundenauftragsposition die Gemeinkostenzuschläge im Ist ermittelt. Die Gemeinkostenbezuschlagung erfolgt auf Basis der Kostenart 400000.
Die Belastung der Kundenauftragsposition erfolgt unter der Verbrauchskostenart des fremdbeschafften Materials (z.B. 400000). Diese Kostenart muß in der Basiszeile des Kalkulationsschemas hinterlegt sein.

Beispiel für Kundenauftragskalkulation mit Erzeugniskalkulation bei unbewertetem Kundenauftragsbestand
Die einzelbedarfsgesteuerten Baugruppen werden über alle Stufen der Fertigungsstruktur hinweg aufgelöst. So geht beispielsweise der Einzelnachweis des einzelbedarfsgesteuerten HALB in den "großen" Einzelnachweis der Kundenauftragsposition ein. Nicht ausgewiesen im "großen Einzelnachweis" wird das einzelbedarfsgesteuerte Halbfabrikat selbst.

Der große Einzelnachweis wird nur in der Nachbearbeitung angezeigt.
Nachbearbeitung Erzeugniskalkulation mit Einzelkalkulation bei unbewertetem
Kundenauftragsbestand

*Die Bezuschlagung der in den Baugruppen enthaltenen Rohstoffe in der Erzeugniskalkulation erfolgt wie oben beschrieben.
**Die Bezuschlagung in der Nachbearbeitung erfolgt gemäß dem Kalkulationsschema der Kundenauftragsposition.
Alle einzelbedarfsgesteuerten Halbfabrikate werden für die Nachbearbeitung im Einzelnachweis aufgelöst. Sammelbedarfsgesteuerte Halbfabrikate werden nicht aufgelöst.
Im "großen" Einzelnachweis werden die Einzelnachweise der in der Fertigungsstruktur zuunterst angesiedelten Baugruppen an vorderer Stelle ausgewiesen. An unterster Stelle im "großen" Einzelnachweis wird der Einzelnachweis der Fertigerzeugnisses selbst ausgewiesen.

Die Nachbearbeitung greift den Einzelnachweis vor der zweiten Bezuschlagung ab. Dies bedeutet, daß in der Erzeugniskalkulation möglichst keine Vertriebs- und Verwaltungskosten ermittelt werden sollten. Vertriebs- und Verwaltungskosten sollten erst in der Nachbearbeitung oder im SD ermittelt werden.
Konfigurationssimulation
Sie können zu einem konfigurierten Material eine Kalkulation simulieren (siehe auch:
Konfigurationssimulation kalkulieren). In diesem Falle verwendet das System für den ersten und den zweiten Bezuschlagungsschritt das Kalkulationsschema aus der Bewertungsvariante.Vertriebs- und Verwaltungskosten
Vertriebs- und Verwaltungskosten können Sie über die Kundenauftragskalkulation (d.h. über das Kalkulationsschema des Produktkosten-Controlling; in unserem Beispiel das Kalkulationsschema COGS1) oder über die Konditionen im SD (d.h. über das Kalkulationsschema im SD) ermitteln.
Siehe auch:
Erzeugniskalkulation zur Kundenauftragsposition Einzelkalkulation zur Kundenauftragsposition Nachbearbeitung Erzeugnis- mit EinzelkalkulationInformationen zur Kostenwälzung bei unbewertetem Kundenauftragsbestand finden Sie unter
Allgemeines zum unbewerteten Kundenauftragsbestand sowie im Einführungsleitfaden (IMG) des Produktkosten-Controlling.Informationen zur Übernahmesteuerung und zum Durchreichen der Losgröße bei Kundenauftragsfertigung sowie bei weiteren vorzunehmenden Customizing-Einstellungen finden Sie im Einführungsleitfaden des Produktkosten-Controlling unter Kostenträgerrechnung
® Kundenauftrags-Controlling sowie im Abschnitt Erzeugniskalkulation zur Kundenauftragsposition.Ausführliche Informationen zu Gemeinkosten finden Sie in der Dokumentation CO-Gemeinkosten-Controlling.