Instanziieren von konfigurierbaren Materialien 
Verwendung
Eine Kundeneinzelfertigung wird in den Logistikprozessen mit Kundenauftrag, Position und Material eindeutig identifiziert. Wenn jedoch in einer Konfigurationsstruktur ein konfigurierbares Material mehrfach verwendet und unterschiedlich konfiguriert wird, kann es in den Logistikprozessen nicht immer eindeutig unterschieden werden.
Um konfigurierbare Baugruppen mit gleicher Materialnummer in einer Stückliste unterscheiden zu können, gibt es in der Pflegefunktion der Auftragsstücklisten die Möglichkeit der Instanziierung.
Instanziierung bedeutet, daß eine neue Instanz gebildet wird, d.h. für ein konfigurierbares Material wird eine Materialvariante, nämlich der Materialstamm und die Merkmalbewertung mit der dazugehörigen neutralen oder auftragsspezifischen Stückliste, angelegt.
Für Materialien, die nicht konfigurierbar sind, kann keine Instanziierung vorgenommen werden.
Voraussetzungen
Einstellungen im Konfigurationprofil und auf dem Ergebnisbild
Wenn Sie die Einstellung im Profil vornehmen, gilt sie nur dann als Vorschlagswert, wenn sie im obersten konfigurierbaren Material vorgenommen wird, d.h. das Rootprofil bestimmt beim Einstieg ins Ergebnisbild den Vorschlagswert. Die Einstellung hat dann auf alle Instanzen die gleiche Auswirkung.
Wenn Sie die Einstellung im Ergebnisbild dynamisch ändern, wirkt sie ebenfalls auf alle Instanzen! Sie möchten beispielsweise an Instanz 7 instanziieren, wird die aktuelle globale Einstellung gezogen (z.B. punktgenau).
Funktionsumfang
Der Anwender kann interaktiv den Vorgang der Instanziierung beeinflussen:
Die Materialnummer kann manuell oder intern vergeben werden.
Die Daten für das neue Material können aus dem Ursprungsmaterial oder aus einem wählbaren Vorschlagsmaterial je Instanz belegt werden.
Die Branche, Materialart sowie der Materialkurztext können in einer eigenen Pflegeoberfläche angegeben werden.
Möglichkeiten der Instanziierung
Es gibt 3 Arten der Instanziierung:
Die markierten Baugruppen werden instanziiert.
Ab einer ausgewählten Baugruppe wird die komplette darunterliegende Struktur instanziiert.
Die ausgewählte Baugruppe und die auf dem direkten Pfad darüberliegende Struktur wird instanziiert.
Den Umfang der Instanziierung legen sie im Konfigurationsprofil fest.
Das Kopfmaterial wird grundsätzlich nicht instanziiert, auch wenn es bei der TopDown-Einstellung markiert werden kann.
Siehe:
Fixieren von konfigurierbaren Baugruppen. Hier werden die 3 Formen grafisch dargestellt.Variantenfindung
Damit bei der Instanziierung keine Flut von neuen Materialstämmen entsteht und die Materialnummer eindeutig das Produkt identifiziert, kann vor der Instanziierung eine Variantenfindung gestartet werden, um zu erfahren, ob es bereits Materialvarianten mit derselben Bewertung gibt. Die Materialvarianten werden zur Übernahme vorgeschlagen.
Prüfung auf gleiche Baukästen
Der durch die Instanziierung neue Materialstamm wird erst beim Sichern erzeugt! Auf dem Konfigurationsstrukturbild und im Konfigurationsbrowser wird die Vormerkung der Instanziierung in Form einer Ikone angezeigt.
Beim Sichern der Instanziierung findet eine Prüfung auf gleiche Baukästen statt. Wenn das System den gleichen Baukasten mit der gleichen Bewertung noch einmal findet, werden sie zu einer einzigen Materialvariante zusammengefaßt. Es ist jedoch nur bei Materialien möglich, die zum Instanziieren vorgemerkt sind!
Aktivitäten
Instanziieren einer Auftragsstückliste
Das Material ist nun zum Instanziieren vorgemerkt. Der durch die Instanziierung neue Materialstamm wird erst beim Sichern erzeugt! Auf dem Konfigurationsstrukturbild und im Konfigurationsbrowser wird die Vormerkung der Instanziierung in Form einer Ikone angezeigt.
Instanziierung zurücknehmen, um die Bewertung zu ändern
Konflikt bei instanziierten Materialien
Beispiel:
Das Material Fahrrad1 ist in der Stücklistenstruktur mehrfach vorhanden und wurde mehrfach zu Fahrrad2 instanziiert. Sie möchten eine der Materialvarianten Fahrrad2 ändern, indem Sie ein neues Material, z.B. einen Gepäckträger, in die Stückliste einfügen. Damit es zu keinem Konflikt kommt, müssen Sie das Material Fahrrad2 zu Fahrrad3 instanziieren.Materialvariante und Vorlagematerial
Das konfigurierbare Material (KMAT) wird zu einer Materialvariante instanziiert. Die Merkmalbewertung ist nun nicht mehr eingabebereit und kann nicht geändert werden, da es sich bei der Materialvariante um ein lagerfähiges Material handelt, welches beim KMAT nicht der Fall ist!
Materialvarianten sind nicht konfigurierbar. Ein häufig auftretender Fehler ist, daß der Materialstamm nicht vollständig ist, weil die Materialart KMAT und die Materialart Materialvariante ungleich sind, weil der Materialstamm des KMATs als Vorlage nicht ausreicht (z.B. bei der Lagersicht).
Lösung: Die Verwendung eines Vorlagematerials! Das Vorlagematerial wird auf die gleiche Art gepflegt wie die Materialvariante. Zur Zeit werden alle Felder vom SD, die unabhängig vom Vertriebsweg sind, übernommen.
Sie geben das Vorlagematerial auf dem Dialogfenster der Instanziierung an.
Ergebnis des instanziierten Materials
Die Pflege eines instanziierten Materials in einer Auftragsstückliste führt zur Änderung der neutralen Materialstückliste der Materialvariante. Bei Verwendung der Materialvariante in anderen Aufträgen werden diese Änderungen sichtbar.
Im Menü des Materialstamms können Sie das neue Material aufrufen. Auf den Dispositionsdaten wird die Zuordnung zum konfigurierbaren Material angezeigt. Über die Drucktaste Variante können Sie die Bewertung anzeigen, die aus der Konfiguration der Auftragsstückliste übernommen wurde. Sie können weitere Daten im Materialstammsatz der Materialvariante pflegen.
Siehe auch:
Materialaustausch Material austauschen