Segment 

Definition

Ein Segment ist Bestandteil eines Zyklus. In einem Segment werden bei einer periodischen Verrechnung die Sender, bei denen die zu verrechnenden Werte nach den gleichen Regeln ermittelt werden, sowie die zugehörigen Empfängerobjekte, bei denen die Bezugsbasen nach den gleichen Regeln ermittelt werden, zusammengefaßt.

Verwendung

Die Vertriebskostenstelle Automotive verrechnet am Periodenende die gesamten angefallenen Istkosten auf die Produktgruppen der Sparten PKW und Motorräder. Die Sparte PKW erhält die Kosten entsprechend der in den Produktgruppen angefallenen Erlöse, die Sparte Motorräder jedoch entsprechend der Produktionskosten. Hierfür müssen zwei Segmente gebildet werden, da die Bezugsbasen in den beiden Empfängergruppen unterschiedlich ermittelt werden. In jedem Segment muß festgelegt werden, welcher Kostenanteil auf die beiden Sparten zu verrechnen ist. Die folgende Tabelle veranschaulicht den Sachverhalt:

 

Sender

 

Empfänger

SEGMENT 1

Kostenstelle Automotive

Verrechnung 70% Istkosten

®

Sparte PKW

Bezugsbasis Erlös

SEGMENT 2

Kostenstelle Automotive

Verrechnung 30% Istkosten

®

Sparte Motorräder

Bezugsbasis Fertigungskosten

 

einheitliche/gleiche Wertermittlung bei den Sendern eines Segments

 

gleiche Bezugsbasenermittlung bei den Empfängern eines Segments

Überschreitet die Prozentsumme der Senderwerte der Segmente innerhalb eines Zyklus 100%, so tritt bei der Durchführung der Verrechnung ein Fehler auf. Unterschreitet die Prozentsumme der Segmente 100%, so bleibt der Restbetrag auf der Senderkostenstelle stehen.

Struktur

Die Sender eines Segments und die Regeln zur Ermittlung der Senderwerte sind je nach Verrechnungsart unterschiedlich.

Die Empfänger sind immer Ergebnisobjekte, die durch Angabe einer Kombination von Merkmalswerten ermittelt werden. Nach welchen Regeln (Bezugsbasen) auf die Empfänger verrechnet wird, ist wiederum je nach Verrechnungsart unterschiedlich.

Sie definieren ein Segment, indem Sie im Segmentkopf u.a. die Regeln zur Ermittlung der Senderwerte (Senderregeln) und der Empfänger-Bezugsbasen (Empfängerregeln) eingeben. Die Auswahl der Regeln hat Auswirkungen auf die möglichen Angaben zu den Verrechnungsmerkmalen (Sender und Empfänger) und zur Spezifizierung der Bezugsbasen und der Senderwerte. Wenn Sie als Empfängerregel 'Variable Anteile' auswählen, können Sie zusätzlich Angaben zu den Empfängergewichtungsfaktoren vornehmen.

Da diese Abhängigkeiten zwischen den Eingaben wiederum je nach Verrechnungsart unterschiedlich sind, lesen Sie bitte für detailliertere Informationen die Abschnitte

Buchungslogik zu den Empfängermerkmalen Buchungskreis, Geschäftsbereich und Profit Center

Die Behandlung der Merkmale Buchungskreis, Geschäftsbereich und Profit Center hängt davon ab, ob sie explizit im Segment als Empfänger spezifiziert werden oder nicht.

Wenn sie nicht als Empfängermerkmale angegeben werden, so werden sie vom Sender in die empfangenden Ergebnisobjekte übernommen. Bei der Verwendung der Empfängerregel ‘Variable Anteile’ werden die Bezugsbasen in diesem Fall ohne Beachtung des Buchungskreises/Geschäftsbereichs/Profit Centers selektiert.

Wenn die Merkmale als Empfänger explizit angegeben sind, so wird gemäß der Empfängerregel verteilt. Insbesondere können in diesem Fall buchungskreis- bzw. geschäftsbereichs- oder profit-center-übergreifende Buchungen erzeugt werden: nämlich wenn die Festlegung beim Sender von der expliziten Angabe beim Empfänger abweicht. Die Bezugsbasen werden in diesem Fall bei Verwendung der Empfängerregel ‘Variable Anteile’ mit Beachtung des Buchungskreises bzw. des Geschäftsbereiches oder Profit-Centers selektiert.