Änderung der Standardableitungsstrategie 

Verwendung

Das System erzeugt für jeden definierten Ergebnisbereich eine Standardableitungsstrategie, in der alle automatisch bekannten Abhängigkeiten zwischen Merkmalen berücksichtigt sind. Diese Standardableitungsstrategie können Sie sich anzeigen lassen über Sicht ® Alle Schritte anzeigen.

Diese automatisch erzeugte Ableitungsstrategie können Sie ergänzen und verändern. Dadurch können Sie z.B. logisch voneinander abhängige Ketten von Ableitungen definieren oder für dasselbe Zielfeld mehrere Ableitungsversuche ermöglichen.

 Beispiel für logische Ketten

Sie haben die Merkmale Marktregion und Verantwortungsbereich selbst definiert. Die Marktregion ergibt sich aus dem Land, der Verantwortungsbereich aus der Kombination aus Sparte und Marktregion:

Quellfeld

 

Zielfeld

Land

®

Marktregion

Sparte, Marktregion

®

Verantwortungsbereich

Hier ist die Reihenfolge wichtig, in der die Ableitungsschritte erfolgen. Zuerst sollten das Land und eventuell bereits die Sparte versorgt sein. Danach erfolgt die Ableitung der Marktregion, und dann erst kann der Verantwortungsbereich abgeleitet werden. Zusammen mit den bereits vom System bereitgestellten Schritten zur Versorgung der Sparte und des Landes ergibt sich folgende Reihenfolge:

Schritt

Ableitung

Ableitungsschrittart

1

Kunde ® Land

vom System automatisch erzeugt,
Tabellenzugriff auf Kundenstamm

2

Artikel ® Sparte

vom System automatisch erzeugt, Tabellenzugriff auf Materialstamm

3

Land ® Marktregion

selbstdefinierte Ableitungsregel

4

Sparte, Marktregion ® Verantwortungsbereich

selbstdefinierte Ableitungsregel

 

 Beispiel für Mehrfachversuche

Sie definieren ein eigenes Merkmal Kundengruppe. Diese Kundengruppe soll im allgemeinen mit der im Kundenstamm hinterlegten Kundenklasse versorgt werden. Für manche Kunden möchten Sie diese Kundengruppe aber auch spartenspezifisch differenzieren können.

Hierzu legen Sie zwei Ableitungsschritte an:

Schritt

Ableitung

Ableitungsschrittart

1

Kunde, Sparte ® Kundengruppe

Ableitungsregel

2

Kunde ® Kundengruppe
mit Zugriff auf den Kundenstamm und Übernahme der Kundenklasse

Tabellenzugriff

Im ersten Schritt beschreiben Sie über entsprechende Ableitungsregeleinträge alle Fälle, in denen Sie aus der Kombination Kunde/Sparte eine differenzierte Kundengruppe schließen wollen. Wenn hier für eine gegebene Wertkombination keine Kundengruppe hinterlegt ist, dann greift der zweite Schritt, der sie dann aus dem Kundenstamm versorgt. Ist der erste Schritt erfolgreich, dann wird der zweite Schritt nicht mehr ausgeführt, da jeder Schritt vorher prüft, ob der Zielwert bereits versorgt ist.

Wenn Sie eine Ableitungsregel neu anlegen, wird standardmäßig das Verhalten Fehlerausgabe bei nicht gefundenem Wert eingeschaltet. Um die oben angegebene Logik zu erreichen, muß die Fehlerausgabe in Schritt 1 unterdrückt werden. Dies erfolgt unter Eigenschaften (siehe dazu Einfluß auf Abarbeitung eines Ableitungsschritts).

Die folgende Grafik zeigt eine sinnvolle Ableitungsstrategie:

Funktionsumfang

Sie haben im einzelnen folgende Möglichkeiten, die Standardableitungsstrategie zu ändern:

Wenn Sie eigene Merkmale definiert haben, die automatisch aus anderen Merkmalen abgeleitet werden sollen, müssen Sie die Standardableitungsstrategie um geeignete Schritte ergänzen. Außerdem kann es für die Abbildung von logischen Ketten oder Mehrfachversuchen nötig sein, zusätzliche Schritte anzulegen.

Das System wählt für die Standardableitungsstrategie jeweils eine erfahrungsgemäß gewünschte Abhängigkeit als Standardfall aus. Es kann in Ausnahmefällen jedoch sinnvoll sein, einen vom System vorgegebenen Ableitungsschritt zu verändern, da Merkmale über mehrere alternative Abhängigkeiten versorgt werden können.

Sie können allerdings nicht alle Schritte der Standardableitungsstrategie ändern. Nur die Standardschritte für aus Vorlagetabellen übernommene Merkmale können verändert werden. Die Schritte, die sich auf feste Merkmale oder Mengeneinheiten beziehen, können Sie hingegen nicht verändern. Sie können sich alle änderbaren Schritte anzeigen lassen über Sicht ® Änderbare Schritte.

Sie übernehmen die kundenbezogenen Merkmale Land und Kundengruppe aus der Vorlagetabelle KNA1. Das System leitet diese Merkmalswerte standardmäßig immer über den Auftraggeber ab. Wollen Sie das Land und die Kundengruppe statt dessen aber aus dem Warenempfänger bestimmen, müssen Sie das Quellfeld des Standard-Ableitungsschritts entsprechend ändern.

Sie können alle selbst angelegten Ableitungsschritte auch wieder löschen. Zusätzlich haben Sie die Möglichkeit, die vom System generierten Standardschritte zu löschen, die auch änderbar sind (s.o.). Dies ist dann sinnvoll, wenn Sie ein aus einer beliebigen Vorlagetabelle übernommenes Merkmal nicht über die vom System vorgeschlagene Abhängigkeit versorgen wollen, sondern über einen eigenen Schritt. Wenn Sie einen solchen Standardschritt löschen, sollten Sie immer sicherstellen, daß das Merkmal dann über einen eigenen Schritt versorgt wird. Sollte für das Merkmal kein Ableitungsschritt mehr vorhanden sein, wird das System bei der nächsten Generierung der Umgebung des Ergebnisbereichs den Standardschritt wieder einfügen.

Um logisch voneinander abhängige Ketten von Ableitungen zu definieren oder um für das gleiche Zielfeld mehrere Ableitungsversuche zu ermöglichen, kann es notwendig sein, die vorgegebene Schrittreihenfolge zu verändern.