Antwortzeiten optimieren 

Dieser Abschnitt enthält Hinweise zur Optimierung der Antwortzeiten eines Berichts. Er ist hauptsächlich für das Projektteam und den Systemadministrator relevant.

In einem Führungsinformationssystem werden typischerweise Berichte über aggregierte Daten benötigt, in denen der Endanwender bis zum für ihn betriebswirtschaftlich interessanten Detaillierungsgrad navigiert. Wenn der Bericht ausgeführt wird, werden die Bewegungsdatensätze gelesen und soweit verdichtet, daß der Anwender über die bei der Berichtsdefinition ausgewählten freien Merkmale beliebig navigieren kann. Weitere Verdichtungen über die freien Merkmale finden während der Sitzung statt, um die Listen aufzubauen. Diese Daten werden im Hauptspeicher gehalten und können unter Umständen zu einem größeren Datenvolumen und langen Antwortzeiten führen. Um 100.000 Sätze der Länge 500 Byte von der Platte zu lesen, benötigt das System eine typische Zeit von ca. 3 Minuten. Oft sind die Datenmengen viel größer. Das bedeutet, daß die Online-Ausführung von Berichten in vielen Fällen zu lange dauert. Im folgenden werden einige Möglichkeiten erläutert, um optimale Antwortzeiten im Berichtswesen herbeizuführen.

Bericht online ausführen

Um einen Bericht, der seine Daten aus der Bewegungsdatenbank liest, mit einer angemessenen Antwortzeit aufzurufen, darf er nur wenige Daten lesen. In der Regel ist es sinnvoll, Berichte mit bis zu 20.000 Sätzen online auszuführen. Bei speziellen Tuningmaßnahmen kann diese Zahl höher liegen, indem beispielsweise der Datenbankpuffer vergrößert wird und weniger Zugriffe auf die Platte notwendig sind. Durch das Anlegen spezieller Indizes können Sie ebenfalls viel gewinnen. Die Tuningmaßnahmen hängen im Detail stark vom Datenbanksystem und vom Betriebssystem ab.

Bericht im Hintergrund ausführen und Daten sichern

Sie haben die Möglichkeit, einen Bericht im Hintergrund auszuführen and die im Hauptspeicher gehaltenen Daten abzuspeichern. Diese Daten werden dann gesicherte Daten genannt.

Diese Methode hat den Vorteil, daß der Endanwender das Lesen der Bewegungsdaten nicht abwarten muß. Der Bericht kann im Hintergrund eingeplant werden, und der Endanwender erhält automatisch die Daten der letzten Sicherung. Die gesicherten Daten sind auch in genau dem Detaillierungsgrad, den der Endanwender benötigt. Ein Bericht mit gesicherten Daten wird vom Endanwender viel schneller aufgerufen als ein Bericht, der online ausgeführt wird, da der Datenbankserver wenig belastet wird.

Der Nachteil dieses Verfahrens ist, daß Sie für jede Variablenkombination eine Variante anlegen müssen. Dies kann umständlich sein, wenn viele verschiedene Variablenkombinationen benötigt werden. Die Varianten können allerdings zu einer Variantengruppe zusammengefaßt und gemeinsam im Hintergrund ausgeführt werden.

Außerdem ist es wichtig, sich darüber bewußt zu sein, daß ein Bericht mit gesicherten Daten u.U. eben nicht die aktuellsten Daten des R/3-Systems enthält. Grundsätzlich läßt sich jedoch festhalten: Bei umfangreichen und komplexen Berichten sind gesicherte Daten ein sinnvolles Mittel zur Verbesserung der Antwortzeiten.

Verdichtungsebenen

Die zu lesende Datenmenge und damit die Antwortzeit eines Berichts kann reduziert werden, indem zusätzlich verdichtete Fassungen des Datenbestandes gehalten werden. Diese verdichteten Datenbestände werden als Verdichtungsebenen bezeichnet. Sie können sowohl die Anzahl der benötigten Ebenen als auch den jeweiligen Detaillierungsgrad bestimmen.

Dieses Verfahren hat nicht nur den Vorteil, daß die aus Verdichtungsebenen gelesenen Daten schnell aufrufbar sind, sondern auch, daß die Daten im Vergleich zu den Sicherungsdaten immer aktuell sind. Die Daten werden immer zeitgleich mit Veränderungen in der Bewegungsdatenbank des Aspektes fortgeschrieben. Nachteil dieses Verfahrens ist, daß mit zunehmender Anzahl von Verdichtungsebenen die Datenübernahme langsamer wird.

Die Verwendung von Verdichtungsebenen ist grundsätzlich sinnvoll, wenn die Daten von mehreren Berichten benötigt werden.

Da nicht jede Verdichtungsebene eine Verbesserung der Antwortzeit gegenüber einem online ausgeführten Bericht herbeiführen kann, gibt es Richtlinien, nach denen Sie Vedichtungsebenen definieren sollten.

Bericht-Bericht-Schnittstelle verwenden

Mit der Bericht-Bericht-Schnittstelle können Sie mehrere einzelne Berichte, mit jeweils einer begrenzten Anzahl von Merkmalen, bausteinweise miteinander verknüpfen, um von hoch aggregierten Objekten bis ins Detail oder zu andersartigen Objekten navigieren zu können. Um optimale Antwortzeiten zu erreichen, fangen Sie mit einem hoch verdichteten Bericht an. In diesem Bericht sollen nur wenig freie Merkmale aufgenommen werden. Um detailliertere Informationen zu bekommen, rufen Sie über die Bericht-Bericht-Schnittstelle (Anschluß-)Berichte auf, die zusätzliche Merkmale enthalten, mit denen die Objekte detaillierter beschrieben werden. Diese Anschlußberichte werden in der Regel gute Antwortzeiten besitzen, da nur eine kleine und sehr genau beschriebene Datenmenge selektiert werden muß.

Diese Verfahren schließen sich in vielen Fällen nicht gegenseitig aus. Ein besseres Ergebnis ist oft mit einer Kombination der Methoden zu erreichen, z.B.

Siehe auch:

Berichtsdaten sichern und Berichte drucken im Hintergrund

Verdichtungsebenen

Überblick: Bericht-Bericht-Schnittstelle