Verwendung
Die AfA-Rechenmethode ist das wichtigste Merkmal der Basismethode. Über sie werden die verschiedenen Methoden der Abschreibungsberechnung im System realisieren. In Abhängigkeit ihrer Ausprägung wird auch festgelegt, welche weiteren Einstellgrößen im Abschreibungsschlüssel zwingend anzugeben sind und welche nicht. Beispielsweise muß bei Wahl der AfA-Rechenmethode Prozentsatz explizit im Abschreibungsschlüssel auch ein Prozentsatz hinterlegt werden.
Die nachfolgend aufgeführten AfA-Rechenmethoden sind standardmäßig im System angelegt.
Funktionsumfang
Prozentsatz aus Nutzungsdauer / Prozentsatz aus Restnutzungsdauer
Diese AfA-Rechenmethode gibt es in zwei Varianten. Zum einem wird aus der Gesamtnutzungsdauer ein Abschreibungsprozentsatz ermittelt, der dann für jedes Jahr gleichbleibt. Die zweite Variante errechnet in jedem Jahr einen neuen Prozentsatz aus der Restnutzungsdauer, wodurch der Abschreibungsprozentsatz stetig steigt und im letzten Jahr der Nutzung den Wert 100% erreicht.
Gesamtprozentsatz im Begünstigungszeitraum
Diese Methode erlaubt es, innerhalb eines Begünstigungszeitraumes einen bestimmten Prozentsatz von der Abschreibungsbasis abzuschreiben. Für die Berechnung der aktuellen Periodenabschreibung wird zunächst die bis zum Betrachtungszeitraum aufgelaufene Abschreibung ermittelt. Die Periodenabschreibung ergibt sich dann als Differenz aus der bereits vorhandenen Abschreibung und der zulässigen Gesamtabschreibung. Bei nachträglichen Zugängen wird die Abschreibung der Vorjahre automatisch nachgeholt.
Prozentsatz explizit
Im Gegensatz zum Gesamtprozentsatz gibt man hier für jedes Geschäftsjahr den Prozentsatz an, der zur Ermittlung der jeweiligen Periodenabschreibung verwendet werden soll. Beispielsweise kann man so in den ersten 12 Jahren jeweils 3,5%, dann 20 Jahre 2% und weitere 18 Jahre 1% abschreiben. Die Summe der Prozentsätze über die Gesamtnutzungsdauer ergibt sinnvollerweise immer 100%, so daß eine Vollabschreibung zum Nutzungsende erreicht wird.
Prozentsatz aus Restdauer + Umstelldatum - Abschreibungsbeginndatum
Diese Methode wird als Umstellmethode (also als nachfolgende Phase in einem Abschreibungsschlüssel) nach der Abschreibung im Begünstigungszeitraum einer Investitionsförderung verwendet. Der Restwert der Anlage wird am Ende des Begünstigungszeitraumes über die Gesamtnutzungsdauer abgeschrieben (d.h. die tatsächliche Abschreibungsdauer erstreckt sich über den Begünstigungszeitraum plus der festgelegten Gesamtnutzungsdauer).
Mittelwert aus mehreren Bereichen
Bei der Definition von Bewertungsbereichen besteht die Möglichkeit, durch Angabe einer Verknüpfungsformel Abhängigkeiten zwischen Bereichen zu definieren. Diese Methode erlaubt nun anhand dieser Formel die Abschreibung eines Bereiches aus der Abschreibung anderer Bereiche zu errechnen. So läßt sich z.B. der Mittelwert aus einer linearen und einer degressiven Bewertung exakt ermitteln.
Stückzahlabschreibung
Die Abschreibung nach Stückzahl orientiert sich am leistungsabhängigen Verbrauch des Wirtschaftsgutes. Durch Angabe einer Gesamtleistung bzw. Gesamtstückzahl und eines periodengenauen Leistungsverbrauches bzw. Stückzahlausstoßes ergibt sich die jeweilige Periodenabschreibung. Die Pflege der Leistungsangaben erfolgt auf Ebene der Abschreibungsschlüssel.
Abschreibung über Reststückzahl
Analog zur Stückzahlabschreibung ist hier die Höhe der Abschreibungen abhängig von der ausgebrachten Leistung. Im Gegensatz zur Stückzahlabschreibung wird bei der Ermittlung der Periodenabschreibung nicht über die Gesamtstückzahl sondern über die jeweilige Reststückzahl abgeschrieben. Das Abschreiben über die Reststückzahl sichert bei Nachaktivierungen, daß sich der Buchwert Null bei Erreichen der Gesamtleistung bzw. Gesamtstückzahl einstellt.
Arithmetisch degressive AfA-Rechenmethode (digitale Abschreibung)
Ausgehend von der Gesamtnutzungsdauer wird eine arithmetische Reihe aufgestellt. Der Abschreibungsprozentsatz fällt dabei proportional zur jeweiligen Restnutzungsdauer.
Abschreibung entsprechend dem Barwertanteil der Leasingraten
Diese AfA-Rechenmethode ist für Leasinganlagen vorgesehen, die mit Hilfe des Capital-Lease-Verfahrens aktiviert wurden (siehe
Leasingabwicklung). Die Abschreibungsbeträge entsprechen hier dem Barwert der periodischen Leasingraten. Die Zinsen ergeben sich als Differenz aus Leasingrate und Barwert.Geometrisch degressiver Prozentsatz nach japanischen Vorgaben
(siehe
Japan: Geometrisch degressive Abschreibung)Individuelle AfA-Rechenmethode mit Hilfe einer Kundenerweiterung
Mit Hilfe der Kundenerweiterung (Customer-Exit) AFAR0002 können Sie eigene AfA-Rechenmethoden entwickeln. Weitere Informationen finden Sie in der Dokumentation der Kundenerweiterung (Transaktion SMOD).