Bestandsführung von Materialkomponenten 
Verwendung
Materialkomponenten im Netzplan können in unterschiedlichen Beständen geführt werden. Abhängig von Ihrem Netzplan bzw. den Einstellungen im Materialstamm können Sie für die Materialbedarfsplanung auf die folgenden unterschiedlichen Bestandsarten zurückgreifen:
Material, das im anonymen Bestand geführt wird. Das Material ist keinem bestimmten Kundenauftrag oder Projekt zugeordnet.
Eigener Bestand eines Kundenauftrags aus Sicht der Disposition. Die
Projekte können aus Sicht der Disposition einen eigenen Bestand haben. Die
Voraussetzungen
Das System übernimmt diese Einstellung als Vorschlagswert aus dem Projektprofil. Sie können sie beim Anlegen eines Projektes ändern.

Nach dem Sichern der Projektdefinition können Sie diese Einstellung nicht mehr ändern. Die Festlegung gilt für alle PSP-Elemente einer Projektdefinition.

Beim Arbeiten mit Projekteinzelbestand sollte die PSP-Struktur an die Stücklistenstruktur des zu erstellenden Produkts bzw. an die Montagestückliste der Anlage angelehnt sein, da sonst die PSP-Element-Zuordnung zu vieler Komponenten von der des zugehörigen Netzplanvorgangs abweicht.
Weitere Informationen über den bewerteten und unbewerteten Projektbestand finden Sie unter
Aktivitäten
Bei der Zuordnung einer Materialkomponente vergibt das System abhängig von der Zuordnung des Netzplans und der Einstellung im Materialstamm einen Kontierungstyp, der die Bestandsführung und die Abrechnung beinhaltet. Sind verschiedene Bestände möglich, fordert das System Sie in einem Dialogfenster dazu auf, den Bestand zu bestimmen.
Das folgende Bild gibt Ihnen einen Überblick über die möglichen Kontierungstypen:
Direktbeschaffte Positionen sind keinem Einzelbestandssegment zugeordnet. Sie durchlaufen kein Lager. Die Kosten werden an das verbrauchende Objekt abgerechnet. Im Falle des Projektsystems ist dies entweder der Netzplanvorgang (vorgangskontierte Netzpläne) oder der Netzplankopf (kopfkontierte Netzpläne). Soll das Material in einem Fertigungsauftrag beschafft werden, werden die Kosten an den Fertigungsauftrag abgerechnet.
Die Kontierungstypen wie auch die Positionstypen sind nur Beispiele aus dem SAP-Standard. An ihrer Stelle können andere Werte mit denselben Einstellungen stehen.
Eine Einzelbestandsführung ist nicht möglich, wenn für das Bedarfskennzeichen des Materials ausschließlich Sammelbedarf vorgegeben ist, oder wenn der Netzplan bzw. Vorgang keinem Einzelbestandsträger zugeordnet ist. In diesem Fall resultiert der Kontierungstyp, der im Customizing des Projektsystems unter Material ® Beschaffung ® Kontierungstypen und Belegart für Bestellanford. überprüfen als KontTyp allgemein eingestellt ist.
Bei fremdbeschafften Komponenten können Sie zusätzlich zur eventuellen Wahl des Bestands entscheiden, ob Sie eine Streckenbestellung durchführen wollen, also eine Lieferung direkt vom Lieferanten zum Kunden.
Gegebenenfalls können Sie eine Vorabbeschaffung anstoßen und statt einer Bestellanforderung bzw. einer Reservierung eine Vorabbestellanforderung bzw. einen Planprimärbedarf erzeugen. Weitere Informationen finden Sie unter
Vorabbeschaffung.Auf dem Komponentendetailbild können Sie die Komponente einem anderen PSP-Element zuordnen, als dem, dem der Vorgang zugeordnet ist. Dies kann z. B. für vorabbeschaffte Komponenten notwendig sein.
Den Bestand und die Beschaffungsparameter können Sie ändern, indem Sie die Komponente markieren und Komponente ® Beschaffung ändern wählen.

Nach der Freigabe des Netzplanvorgangs können Sie die Beschaffungsparameter nicht mehr ändern.
Existiert zu einer direktbeschafften Komponente (Positionstyp N) bereits eine Bestellung, erhalten Sie bei einer Änderung eine Warnung.
Bei Materialkomponenten, die über die Disposition beschafft werden (Positionstyp L), erhalten Sie bei einer Änderung gegebenenfalls vom System eine Meldung, wenn die Materialbedarfsplanung beeinflußt wird.