Direkte Leistungsverrechnung 

Verwendung

Bei der direkten Leistungsverrechnung wird die erbrachte betriebliche Leistung gemessen, erfaßt und verrechnet. Hierfür müssen Sie im System die entsprechenden (meßbaren) Bezugsgrößen (= Maßgrößen für die Kostenverursachung) anlegen. In der Kostenstellenrechnung werden sie als Leistungsarten bezeichnet. Eine Leistungsverrechnung erfolgt beispielsweise durch das Rückmelden von Arbeitsvorgängen bzw. durch Kontieren der Leistung. Hierbei wird die erbrachte Leistung mit dem Tarif der Leistungsart multipliziert.

Dies erfordert auf den entsprechenden Kostenstellen oder Geschäftsprozessen eine Planung der Leistungsarten mit manuell zu setzendem Tarif oder anschließender iterativer Tarifermittlung ( Siehe auch: Die Plantarifermittlung).

Wenn der Empfänger der Leistungsverrechnung kein Kostenträger ist (z.B. Kostenstelle, Geschäftsprozeß oder Innenauftrag) gilt folgendes: Ist kein manuell gesetzter Tarif vorhanden, so wird der Plantarif gezogen. Falls Sie keine iterative Tarifermittlung durchgeführt haben, wird der manuell gesetzte Tarif der Leistungsart, und zwar der Tarif der Version Plan/Ist (000), für die direkte Leistungsverrechnung herangezogen.

Wenn der Empfänger der Leistungsverrechnung ein Kostenträger ist (z.B. ein Fertigungsauftrag oder ein Produktkostensammler), so wird der Tarif, der zur Bewertung herangezogen wird, gemäß der Bewertungsvariante ermittelt, die über die Kalkulationsvariante für die mitlaufende Kalkulation mit dem Kostenträger verknüpft ist. Ist der empfangende Kostenträger nicht mit einer Kalkulationsvariante für die mitlaufende Kalkulation verknüpft, so wird der Plantarif der Periode zur Bewertung herangezogen.

 

Die Hilfskostenstelle Schlosser (4110) hat für die Fertigungskostenstelle HFI (4210) 1 Stunde der Leistungsart Reparieren erbracht. Der geplante Tarif der Leistungsart Reparieren beträgt 35 DM pro Stunde. Im Rahmen der direkten Leistungsverrechnung wird nun wie folgt bewertet:

1 Std * 35 DM/Std = 35 DM

Die Kostenstelle Schlosser wird um diesen Betrag entlastet und die Fertigungskostenstelle HFI belastet.

In der Regel wird die direkte Leistungsverrechnung bei den folgenden Kostenrechnungsverfahren angewendet:

Wenn Sie die innerbetriebliche Leistungsverrechnung zusammen mit der Fixkostenvorverteilung (siehe: Fixkostenvorverteilung) einsetzen und der Sender an der Fixkostenvorverteilung teilnimmt, so hängt es vom Empfänger ab, ob bei der innerbetrieblichen Leistungsverrechnung die Gesamtkosten oder nur die variablen Kosten verrechnet werden.

Werden weitere Empfänger statistisch gebucht, die an der Fixkostenvorverteilung nicht teilnehmen, so werden an diese die fixen und die variablen Kosten verrechnet.

An der Oberfläche der innerbetrieblichen Leistungsverrechnung wird immer der echte Wertefluß angezeigt.

Wenn Sie mit Transferpreisen (parallelen Werteflüssen) arbeiten, so erfolgen innerbetriebliche Leistungsverrechnungen in der führenden Bewertung. Der bei der Verrechnung herangezogene Plantarif gilt damit einheitlich für alle Bewertungen.

Weitere Informationen über Transferpreise finden Sie in der SAP-Bibliothek unter EC - Unternehmenscontrolling ® Profit-Center-Rechnung ® Transferpreise (siehe Parallele Wertansätze/Transferpreise) sowie unter Parallele Wertansätze im Gemeinkosten-Controlling.

Mit der Internet-Komponente Interne Leistungsverrechnung im Intranet können Sie direkte Leistungsverrechnungen auch über das Internet erfassen. Weitere Informationen hierzu finden Sie unter:

R/3-Internet-Anwendungskomponenten

Interne Leistungsverrechnung im Intranet (CO-OM-CCA)

Interne Preisliste im Intranet (CO-OM-CCA)

Aktivitäten

Siehe auch:

Manuelle Istbuchungen erfassen

Manuelle Istbuchungen anzeigen

Manuelle Istbuchungen stornieren

Empfänger der manuellen Istbuchungen