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Prozessdokumentation Allokierung von Speicher für Benutzerkontexte (UNIX) Dokument im Navigationsbaum lokalisieren

Einsatzmöglichkeiten

Das Memory-Management-System weist den Benutzerkontexten Speicher aus den folgenden drei Bereichen zu: Rollbereich, SAP-Erweiterungsspeicher und prozesslokaler Speicher.

Die Reihenfolge der Zuweisung aus diesen unterschiedlichen Speicherbereichen richtet sich danach, ob der Benutzerkontext in einem SAP-Dialog-Workprozess oder in einem anderen SAP-Workprozess abläuft. Dadurch kann das SAP-System die Merkmale der einzelnen Speichertypen optimal nutzen.

Bei der Speicherzuweisung kommen die folgenden Merkmale der einzelnen Speichertypen zum Tragen.

Speichertyp

Merkmale

SAP-Rollbereich

Sequentielle Speicherzuweisung an mehrere Workprozesse durch relativ langsamen Kopierprozess.

SAP Erweiterungsspeicher

Sequentielle Speicherzuweisung an mehrere Workprozesse durch schnellen Zuordnungsprozess. Verwendet Swap Space.

Privater Speicher

Zuweisung an einen einzelnen Workprozess, wie für den im Prozess ablaufenden Benutzerkontext erforderlich. Verwendet Swap Space.

Ablauf

Der Ablauf hängt davon ab, ob es sich um einen Dialogworkprozess handelt oder nicht. Dies liegt daran, dass bei Dialogworkprozessen im Gegensatz zu anderen Workprozesstypen häufige Kontextwechsel notwendig sind. Privater Speicher, der an einen Workprozess gebunden ist, wird erst dann zugewiesen, wenn alle anderen Möglichkeiten erschöpft sind.

Speicherzuweisung für Dialog-Workprozesse

Die folgende Abbildung zeigt, wie das Memory-Management-System einem Dialogworkprozess Speicher aus unterschiedlichen Speichertypen zuweist. Dialog-Workprozesse verarbeiten in der Regel Anforderungen von Dialogbenutzern des SAP-Systems.

Diese Grafik wird im zugehörigen Text erklärt

  1. Aus technischen Gründen stellt der Rollbereich die erste 100 bis 250 KB (je nach Betriebssystem) Speicher für den Benutzerkontext bereit. Die zusätzliche Speichermenge dieser Initialzuweisung richtet sich nach dem Systemprofilparameter ztta/roll_first. (Wird ztta/roll_first z. B. auf 1000000 (1 MB) gesetzt, so wird etwa 1,2 MB Rollbereich zur Verfügung gestellt. Wird ztta/roll_first auf 1 gesetzt, wird nur die technisch notwendige Menge an Rollspeicher allokiert.)
  2. Reicht der Speicher aus dem Rollbereich für den Benutzerkontext nicht aus, wird weiterer Speicher aus dem SAP-Erweiterungsspeicher bereitgestellt. Erweiterungsspeicher steht für den Benutzerkontext so lange zur Verfügung, bis eine der folgenden Bedingungen erfüllt ist:
  1. Wenn auch dieser Speicher für den Benutzerkontext noch nicht ausreicht, wird weiterer Speicher aus dem Rollbereich bereitgestellt, bis dieser Bereich vollständig erschöpft ist oder das Limit erreicht wird, das in ztta/roll_area festgelegt wurde. Der jetzt verfügbare Rollspeicher richtet sich nach der Differenz zwischen den beiden Parameterwerten ztta/roll_area (Gesamtspeicher im Rollbereich) und ztta/roll_first (Größe des in Schritt 1 zugewiesenen Rollspeichers).
  2. Wenn der Benutzerkontext noch zusätzlichen Speicher benötigt, wird ihm prozesslokaler Speicher (Privater Speicher) zugewiesen. Prozesslokaler Speicher steht so lange zur Verfügung, bis eine der folgenden Situationen eintritt:

Speicherzuweisung für andere Workprozesse

Die folgende Abbildung zeigt, wie das Memory-Management-System Nicht-Dialog-Workprozessen (also Hintergrund-, Verbuchungs-, Sperr- und Spool-Workprozessen) Speicher aus unterschiedlichen Speichertypen zuweist.

Diese Grafik wird im zugehörigen Text erklärt

  1. Der Speicher wird so lange dem Rollbereich entnommen, bis dieser Bereich aufgebraucht ist. Die maximale Größe des Rollbereichs wird im Systemprofilparameter ztta/roll_area angegeben.
  2. Wenn der Rollbereich vollständig belegt ist, wird dem Workprozess prozesslokaler Speicher zugewiesen. Prozesslokaler Speicher steht so lange zur Verfügung, bis eine der folgenden Situationen eintritt:
  1. Wenn kein weiterer prozesslokaler privater Speicher zugeordnet werden kann, kann ein Nicht-Dialog-Workprozess den SAP-Erweiterungsspeicher nutzen.

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