MultiProvider-Reporting im Delta-Load-Szenario Sie verwenden dieses Szenario, um das Reporting für eine Konsolidierung mit großem Datenvolumen durchzuführen.
Die Performance-Steigerung gegenüber dem Verfahren mit einem virtuellen InfoProvider (siehe Datenaufbereitung im virtuellen InfoProvider ) erzielt das System, indem es die Daten bereits im Vorfeld per Data Mart aufbereitet. So bereitet das System zur Laufzeit der MultiProvider-Query lediglich die Daten für das Reporting auf, die es noch nicht per Data Mart bereitgestellt hatte.
Wenn für die offenen Perioden große Datenmengen vorliegen, hat das Delta-Load-Szenario eine bessere Performance als das MultiProvider-Szenario mit einem zusätzlichen virtuellen InfoProvider, das die Periode als Abgrenzungskriterium verwendet (siehe MultiProvider-Reporting mit zusätzlichem virtuellen InfoProvider ). Das Delta-Load-Szenario minimiert die Datenmenge, die das System zur Laufzeit der MultiProvider-Query für das Reporting aufbereitet.
Sie können das komplette Delta-Load-Szenario in der Konsolidierungsworkbench generieren.
Sie haben den InfoCube für Summensätze und ggf. auch die InfoObjectCatalogs für Merkmale und Kennzahlen in der Datenbasis zugewiesen (siehe auch den Abschnitt „Feldkatalog“ unter Datenbasis ).
Die folgende Grafik zeigt das Szenario im Überblick:

Das System liest die Konsolidierungsdaten zunächst aus dem InfoCube für Summensätze und überträgt sie per Data Mart an den Reporting-InfoCube. Die konsolidierungsspezifische Aufbereitung erfolgt hierbei nicht durch einen virtuellen InfoProvider, sondern durch ein Business Add-In (BAdI). Der Reporting-InfoCube dient als Basis für das Reporting.
Zur Laufzeit der MultiProvider-Query bereitet der virtuelle InfoProvider lediglich die Konsolidierungsdaten auf, welche noch nicht im Reporting-InfoCube vorliegen und für das Reporting freigegeben sind.
Der MultiProvider bietet einen zentralen, einheitlichen Zugriff auf alle Daten, die der Reporting-InfoCube und der virtuelle InfoProvider bereitstellen.
Das Delta-Load-Szenario verwendet eine technische Größe zur Abgrenzung der Daten, die der MultiProvider aus dem Reporting-InfoCube und dem virtuellen InfoProvider bezieht: den Request.
Der InfoCube für Summensätze sammelt die neuen Buchungen in einem offenen Request. Der Schwellwert für einen Request liegt bei 50.000 Datensätzen. Nachdem dieser Schwellwert überschritten ist, schließt das System den Request und legt einen neuen Request an. Nachfolgende Buchungen schreibt das System in den neuen Request. Den bereits geschlossenen Request kann das System mit dem nächsten Data Mart an den Reporting-InfoCube übertragen.
Bei nachträglichen Buchungen in früheren Perioden fügt das System nur die betroffenen Datensätze in dem offenen Request hinzu. Dies ist ein weiterer Vorteil gegenüber dem MultiProvider-Reporting mit einem zusätzlichen virtuellen InfoProvider, bei dem das System nur ganze Perioden überträgt.
Der virtuelle InfoProvider ist eine Kopie des InfoCube für Summensätze mit den folgenden zusätzlichen Merkmalen:
Reportingmodus ( 0BCS_REPMOD )
Referenzgeschäftsjahr ( 0BCS_REFYR )
Referenzperiode ( 0BCS_REFPER )
SEM-BCS Request ID (0BCS_REQUID)
Mit diesem Merkmal identifiziert das System die Requests im virtuellen InfoProvider – virtuelle InfoProvider besitzen im Gegensatz zu transaktionalen InfoCubes keine Request ID (0REQUID).
Optional können Sie in dem virtuellen InfoProvider auch das Merkmal
Geschäftsjahr/Periode
(
0FISCPER
) hinzufügen. Weitere Informationen finden Sie unter
Reporting mit BI-Queries
im Abschnitt „Auswertungen mit kombiniertem Merkmal Geschäftsjahr/Periode“.
Der Reporting-InfoCube ist eine Kopie desvirtuellen InfoProviders ohne dieSEM-BCSRequest ID (0BCS_REQUID). Zur Identifikation der Requests dient die Request ID (0REQUID).
Die Reportinglogik für den Data Mart stellen Sie in dem InfoPackage ein, das Sie für die Export-DataSource anlegen (siehe Abschnitt „InfoPackage anlegen und Delta-Verfahren initialisieren“). Sie verwenden dafür die folgenden Merkmale:
Reportingmodus (0BCS_REPMOD)
Referenz-Geschäftsjahr/Periode ( 0BCS_REFYP7)
Das Merkmal ist eine siebenstellige Zeichenfolge nur für Ziffern. Die ersten vier Stellen geben das Referenzjahr an, die letzten drei Stellen die Referenzperiode.
Dieses zusätzliche Merkmal fügt das System beim Generieren des Delta-Load-Szenarios der Export-DataSource hinzu (siehe Abschnitt „Delta-Load-Szenario generieren“). Dadurch steht es in der InfoPackage-Pflege als Selektionskriterium zur Verfügung
Dieses Merkmal ist im Reporting-InfoCube, im virtuellen InfoProvider und resultierend im MultiProvider nicht enthalten. Es dient ausschließlich als Selektionskriterium für den Data Mart zwischen dem InfoCube für Summensätze und dem Reporting-InfoCube.
Sie verwenden dieses Merkmal, um festzulegen, ob und wie das Reporting die Konsolidierungsdaten interpretiert.
Die Aufbereitung der Daten für das Reporting ist detailliert beschrieben unter Datenaufbereitung im virtuellen InfoProvider .
Die folgende Tabelle zeigt, wie die Daten in Abhängigkeit vom Reportingmodus interpretiert werden:
Reportingmodus |
Interpretation |
|---|---|
Keine Reportinglogik |
– |
Standard |
Das System berücksichtigt in jeder Periode die Kontierungsebenen und Einbeziehungsarten, die Struktur der Konsolidierungskreis- bzw. Konsolidierungseinheitenhierarchie sowie die Zeitpunkte der Erst- und Endkonsolidierung. |
Vollkonsolidierung |
Wie beim Reportingmodus
|
Restatement |
Wenn Sie die Rolle
Weitere Informationen über die Rolle
|
Ob Sie eine Selektion für das Merkmal
Referenz-Geschäftsjahr/Periode
vornehmen, hängt vom Reportingmodus und der Verwendung von zeitabhängigen Navigationsattributen (siehe
Registerkarte: Attribute
) im InfoCube ab.
Für den Reportingmodus
Restatement
(0BCS_REPMOD = ’R’)
müssen Sie eine Selektion für das Merkmal
Referenz-Geschäftsjahr/Periode
vornehmen.
Für folgende Reportingmodi nehmen Sie
keine Selektion für das Merkmal
Referenz-Geschäftsjahr/Periode
vor:
Keine Reportinglogik
(0BCS_REPMOD = ’N’)
Standard
(0BCS_REPMOD = ’S’)
Vollkonsolidierung
(0BCS_REPMOD = ’P’)
Zur Einführung des Delta-Load-Szenarios müssen Sie das Delta-Verfahren initialisieren (siehe Abschnitt „InfoPackage anlegen und Delta-Verfahren initialisieren“). Dabei überträgt das System die abgeschlossenen Requests aus dem InfoCube für Summensätze per Data Mart in den Reporting-InfoCube.
Die Initialisierung des Delta-Verfahrens hängt folgendermaßen vom Reportingmodus ab:
Wenn Sie den Reportingmodus
Restatement
verwenden, nehmen Sie eine Initialisierung des Delta-Verfahrens immer dann vor, wenn Sie einen neuen Abschluss vorbereiten, nachdem sich die Konsolidierungseinheitenhierarchien geändert haben. Ansonsten verwenden Sie zur Fortschreibung die Delta-Updates.
Bei den anderen Reportingmodi nehmen Sie die Initialisierung des Delta-Verfahrens einmalig vor. Zur weiteren Fortschreibung des Reporting-InfoCube verwenden Sie Delta-Updates, die Sie mit dem Scheduler einplanen.
Sie können den aktuell offenen Requests im InfoCube für Summensätze schließen und ihn damit für die Fortschreibung des Reporting-InfoCubes bereitstellen. Verwenden Sie zum Schließen des Requests den Funktionsbaustein RSAPO_CLOSE_TRANS_REQUEST im ABAP Function Builder (Transaktion SE37).
Zur Laufzeit einer MultiProvider-Query ermittelt das System durch SAP-Exits zunächst die folgenden Request-IDs:
SAP-Exit 0S_CSRQ liefert die Request ID (0REQUID), welche der MultiProvider verwendet, um die bereits in den Reporting-InfoCube übertragenen Requests auszuwählen.
SAP-Exit 0S_BCSRQ liefert die Request ID (0BCS_REQUID). Damit wählt der virtuelle InfoProvider die Requests im InfoCube für Summensätze aus, die das System noch nicht an den Reporting-InfoCube übertragen hat.
Daher müssen Ihre MultiProvider-Queries folgende Anforderungen erfüllen:
Die Merkmale 0REQUID und 0BCS_REQUID sind in der Query-Definition als globale Filter angelegt.
Dem Merkmal 0REQUID ist die SAP-Exit-Variable 0S_CSRQ zugeordnet.
Dem Merkmal 0BCS_REQUID ist die SAP-Exit-Variable 0S_BCSRQ zugeordnet.
Im SAP Business Content finden Sie vordefinierte MultiProvider- Queries , die Sie als Muster für Ihre Query-Definitionen verwenden können.
Zunächst generieren Sie das Delta-Load-Szenario. Anschließend initialisieren Sie den Delta Load. Bei der Initialisierung überträgt das System die abgeschlossenen Requests aus dem InfoCube für Summensätze per Data Mart in den Reporting-InfoCube (siehe auch Bewegungsdatenübernahme für das Data Mart Interface ).
Um das Delta-Load-Szenario zu generieren, gehen Sie folgendermaßen vor:
Wählen Sie in der Prozess-Sicht der Konsolidierungsworkbench unter
Datenmodell
→
Datenbasis
die Registerkarte
Datenströme
.
Wenn Sie den virtuellen InfoProvider nicht bereits generiert haben, setzen Sie in der dem Datenstrom
Summensätze
zugeordneten Zeile das Kennzeichen
Generiert
links neben der Spalte
Virtueller InfoProvider
. Sie können in der Spalte
Virtueller InfoProvider
einen Namen für den virtuellen InfoProvider angeben.
Setzen Sie das Kennzeichen
Generiert
links neben der Spalte
InfoCube für Reporting (Delta Load)
. Sie können in der Spalte
InfoCube für Reporting (Delta Load)
einen Namen für den Reporting-InfoCube angeben.
Setzen Sie das Kennzeichen
Generiert
links neben der Spalte
MultiProvider für Reporting (Delta Load)
. Sie können in der Spalte
MultiProvider für Reporting (Delta Load)
einen Namen für den MultiProvider angeben.
Sichern Sie die Datenbasis.
Das System generiert das Delta-Load-Szenario mit folgenden Instanzen:
Export-DataSource für den InfoCube für Summensätze und InfoSource
Export-DataSource und InfoSource erhalten den Namen des InfoCube mit Präfix
8
, z. B. den Namen
80BCS_C11
für den InfoCube
0BCS_C11
.
Übertragungsregeln zwischen Export-DataSource und InfoSource
Reporting-InfoCube mit zusätzlichen Merkmalen
Fortschreibungsregeln zwischen InfoSource und Reporting-InfoCube
virtuellen InfoProvider mit zusätzlichen Merkmalen
MultiProvider fürReporting-InfoCube und virtuellen InfoProvider
Das System generiert kein InfoPackage.
Im Anschluss legen Sie das InfoPackage für die Export-DataSource an und initialisieren das Delta-Verfahren.
Um ein InfoPackage anzulegen und das Delta-Verfahren zu initialisieren, gehen Sie folgendermaßen vor:
Markieren Sie in einem Objektbaum der Data Warehousing Workbench die Export-DataSource und wählen Sie im Kontextmenü
InfoPackage anlegen
. Vergeben Siefür das InfoPackage eine beliebige Bezeichnung.
Sie gelangen auf das Bild
Scheduler (InfoPackage pflegen)
Nehmen Sie Ihre Einstellungen für das InfoPackage auf den Registerkarten
Datenselektion
Verarbeitung
und
Datenziele
vor
(siehe Abschnitt „InfoPackage mit Bewegungsdaten“ unter
Vorgehensweise für SAP Systeme
).

Wir empfehlen Ihnen, auf der Registerkarte
Datenselektion
nur den Reportingmodus einzustellen und ggf. eine Selektion für das Merkmal
Referenz-Geschäftsjahr/Periode
vorzunehmen (siehe Abschnitt „Verwendung des Merkmals
Referenz-Geschäftsjahr/Periode
“), jedoch
keine Selektion über die anderen Merkmale durchzuführen.
Ihre Selektion über die anderen Merkmale nehmen Sie in den MultiProvider-Queries vor.
Wenn Sie den Reportingmodus
nicht explizit einstellen, gilt der Reportingmodus
Standard
. Wenn Sie in Ihren MultiProvider-Queries neben dem Reportingmodus
Standard
einen weiteren Reportingmodus verwenden wollen, z. B.
Vollkonsolidierung
,
so müssen Sie auch den Reportingmodus
Standard
explizit
einstellen.
Initialisieren Sie das Delta-Verfahren.
Setzen Sie auf der Registerkarte
Fortschreibung
die Kennzeichen
Initialisierung des Delta-Verfahrens
und
Initialisierung mit Datenübertragung
Starten Sie die Initialisierung auf der Registerkarte
Einplanen
sofort
oder später im Batchbetrieb (siehe
InfoPackage einplanen
).
Nachdem Sie die Initialisierung gestartet haben, überträgt das System die abgeschlossenen Requests aus dem InfoCube für Summensätze per Data Mart in den Reporting-InfoCube.
Im Anschluss planen Sie die Delta-Updates. Weitere Informationen finden Sie unter Registerkarte: Fortschreibung .