Normale Reparatur – teilweise Lohnbearbeitung auf Vorgangsebene mit Aufarbeitungsaufträgen In einem Szenario der teilweisen Lohnbearbeitung auf Vorgangsebene stößt ein Fremdvorgang des Aufarbeitungsauftrags die Lohnbearbeitung an. Es sind beispielsweise folgende Lohnbearbeitungsszenarien denkbar:
interner Vorgang zuerst, gefolgt von einen Lohnbearbeitungsvorgang
Lohnbearbeitungsvorgang zuerst, gefolgt von internen Vorgängen
teilweise Fremdbearbeitung
Folgendes gilt für alle Szenarien:
Komponentenmengen können im Laufe des Prozesses geändert werden, so wie dies auch im normalen Aufarbeitungsprozess der Fall ist.
Sie müssen den Aufarbeitungsauftrag manuell abschließen.
Sie können die Bewertungsart und Charge nur im letzten Vorgang ändern.
In diesem Fall stößt ein Fremdvorgang des Aufarbeitungsauftrags die Lohnbearbeitung an; der bzw. die ersten Vorgängen des Auftrags sind immer intern, der letzte ist extern.
Jeder einzelne Materialfluss benötigt eine separate Materialreservierung. Aus diesem Grund können Sie, falls mehrere Komponenten zu den einzelnen Vorgängen vorhanden sind, manuell mehrere Reservierungen anlegen (sowohl Eingang als auch Ausgang) (261 und 262). Beide Reservierungen sind dispositionsrelevant.
Der Aufarbeitungsauftrag wird zur Erzeugung einer Lohnbearbeitungsbestellanforderung verwendet, so wie dies auch in einem normalen IH-Auftragsszenario der Fall ist.
Die Anzahl der internen Vorgänge zu Beginn ist unwichtig.
Die initiale Warenbewegung für den internen Vorgang (261 oder 313) muss zunächst storniert werden, damit die gelieferte Menge und das Endlieferungskennzeichen für den Aufarbeitungsauftrag nicht umgehend nach den internen Reparaturaktivität gesetzt werden.
Der Benutzer muss die Stornobewegung (262, 314) manuell buchen.
Für den internen Vorgang können Istdaten (Zeit, Kosten) aufgezeichnet werden. Der Umlaufteilezustand der Komponente auf Bestandsebene muss defekt sein (spiegelt sich in den
Von-
Standortdaten aus der Hauptkomponente wider). Erst nach Abschluss des Lohnbearbeitungsteils erhält die Komponente einen einsetzbaren Zustand; dies spiegelt sich im
Nach-
Standort wider.
Stornobewegungen (262, 314) werden mittels einer separaten Reservierung geplant und dokumentiert, für die außerdem eine separate Komponente im Aufarbeitungsauftrag angelegt werden muss. Die Reservierung ist für die Bedarfsplanung sichtbar und ermöglicht Warenbewegungen. Sie verwendet den
Von-
Standort aus der Hauptkomponente (Werk, Lagerort, Charge, Bewertungsart) als Zielbestandsdaten, so dass nach dieser Bewegung die Komponente zurück in ihrem ursprünglichen Zustand (defekt) ist; ausgehend von dort kann der Lohnbearbeitungsprozess die Komponente an den Lieferanten liefern.
Der Wareneingangsprozess für den abschließenden Lohnbearbeitungsvorgang folgt genau der gleichen Logik, die beschrieben ist unter Normale Reparatur – vollständige Lohnbearbeitung . Somit bestimmt die Sonderbestandszuordnung des Bestellung, ob durch den Lohnbearbeitungswareneingang eine automatisierte 101-Warenbewegung an den Aufarbeitungsauftrag angestoßen wird oder nicht.
In dieser Prozessvariante wird mindestens ein interner Vorgang im Anschluss an den Lohnbearbeitungsprozess benötigt.
Wenn der erste Vorgang einen externen Steuerschlüssel hat (z.B. PM02) und das Kennzeichen
Lohnbearbeitung
gesetzt ist, wird der Lohnbearbeitungsprozess angestoßen.
Der Lohnbearbeitungswareneingang versetzt das Teil für den nächsten Schritt zurück in den
defekten
Standort (
Von
).
Der erste interne Vorgang (nach der Lohnbearbeitung) findet die Komponente am defekten Standort, und der letzte interne Vorgang bucht die normalen Warenbewegungen für den Aufarbeitungsprozess; den Abschluss bildet der Wareneingang in IW8W .
Typischerweise sollte der Lohnbearbeitungsprozess nur einen Fremdvorgang mit einem bestimmten Lieferanten/Lohnbearbeiter umfassen. Wenn mehrere Fremdvorgänge in einem Auftrag vorgesehen sind (unerheblich, ob diese direkt aufeinander folgen oder durch interne Vorgängen unterbrochen sind), können diese mit unterschiedlichen Lieferanten verknüpft werden.
Die Hauptkomponente ist in der Komponentenliste enthalten und dem ersten Fremdvorgang zugeordnet. Das bedeutet, dass die die Reservierung der Lohnbearbeitungsbestellung ist (Bewegungsart 543).
Der Eingang für den Lohnbearbeitungsvorgang bucht die physische Aktualisierung im Bestand in Abhängigkeit von der Sonderbestandszuordnung. Entweder aktualisiert Bewegungsart 101 den Bestand für die Bestellung oder die Bewegungsart 262 wird benötigt.
Der Benutzer muss den Wert des Beistellteilkennzeichens für die Hauptkomponente auf
Aufarbeitungsmaterial an LB
(Wert S) einstellen. Der Reservierungseintrag der Komponente hat dann die Bewegungsart 543, und eine Bestellanforderung wird angelegt. Dies ist abhängig von der Reservierungsrelevanz.
Die gelieferte Menge des Aufarbeitungsauftrags zeigt nicht die Lohnbearbeitungsmenge, allerdings ist die Lohnbearbeitungsbestellung im Belegfluss des Aufarbeitungsauftrags als Folgebeleg sichtbar.
Der IW8W -Eingang für den internen Vorgang verwendet die zweite Komponente als Referenz, nicht die Kopfkomponente.
In dieser Prozessvariante ist mehr als ein Lohnbearbeitungsvorgang beteiligt. Jeder beliebige Vorgang kann für die Lohnbearbeitung ausgewählt werden. Für alle internen und externen Vorgänge werden Materialkomponenten benötigt, die der Benutzer manuell einstellen muss, und dann zu Reservierungen führen.
Die Vorgänge und Komponenten, einschließlich der Beistellteilkennzeichen, können aus einem vorhandenen Instandhaltungsarbeitsplan in den Auftrag geladen werden.
Die Reservierungen jedes Vorgangs sind dispositionsrelevant, alle Bedarfe und Eingänge sind in der Bedarfsplanung sichtbar.
Für jede internen Vorgang bzw. für jede Folge interner Vorgänge, dem bzw. der ein Fremdvorgang folgt, muss ein Reservierungspaar angelegt werden (Bewegungsarten 261/313 und 262/314).
Für einen internen Vorgang, der den letzten Vorgang im Auftrag bildet, gelten die normalen Aufarbeitungsauftragsregeln. Er findet die Komponente an einem defekten Standort bucht die normalen Warenbewegungen für den Aufarbeitungsprozess; den Abschluss bildet der Eingang in IW8W .
Für alle Fremdvorgänge wird die normale Lohnbearbeitungskomponente mit Beistellteilkennzeichen
S
und Bewegungsart 543 angelegt.
Der Lohnbearbeitungswareneingang versetzt das Teil für den nächsten Schritt zurück in den defekten Standort (
Von
). Alle Fremdvorgänge, denen ein interner Vorgang folgt, erfordern die automatisierte 262-Buchung am Ende in Abhängigkeit von der Sonderbestandszuordnung zur physischen Aktualisierung des Bestands im Anschluss an die Lohnbearbeitungsbewegung.
Nur der letzte Vorgang des Auftrag ist abweichen; dies wird entweder durch eine Standard- IW8W realisiert, wenn der letzte Vorgang intern ist, oder durch die automatisierte 101-Buchung gemäß der Logik unter Normale Reparatur – vollständige Lohnbearbeitung , wenn der Lohnbearbeitungsprozess am Ende erfolgt.