Ungeplanter Materialaustausch Für einen ungeplanten Materialaustausch (UMA) gibt es folgende Szenarien:
Sie erhalten vom Lohnbearbeiter nicht das Aufarbeitungsteil zurück, das Sie ihm gesendet haben, sondern ein anderes Aufarbeitungsteil mit anderer Serialnummer und anderer Materialnummer (möglicherweise gemäß einer mit Ihnen getroffenen Vereinbarung). Das zurückgesendete Teil ist gegen das zur Reparatur übergebene Teil vollständig austauschbar und kann im Flugzeug bzw. Triebwerk eingebaut werden. Diese Art des ungeplanten Materialaustauschs wird mit der
Lohnbearbeitungsart
Ersatz
abgewickelt.
Der Lohnbearbeiter ändert ein Material im ursprünglichen Aufarbeitungsteil und sendet Ihnen das modifizierte Teil zurück. Diese Art des ungeplanten Materialaustauschs wird mit der Lohnbearbeitungsart
Aufarbeitung mit Materialnummernwechsel
abgewickelt.
Um diese beiden Szenarien unterscheiden zu können, nehmen Sie im Dialogfenster mit den Materialien, gegen die das Material in der Bestellposition vollständig oder bedingt austauschbar ist, folgende Einstellung vor: Sie setzen für eine Aufarbeitung mit Materialnummernwechsel das Kennzeichen
Materialänderung
. Wenn das Kennzeichen auf den Initialwert gesetzt ist, wird ein Ersatz durchgeführt.
Ein UMA ist auch möglich für bereits ausgetauschte Teile, über unterschiedlichen FFF-Klassen oder für Materialien, die nicht Teil einer FFF-Klasse sind. Weitere Informationen finden Sie in der Dokumentation der Customizing-Aktivität unter
Wenn Sie einen ungeplanten Materialaustausch durchführen und bei der Aktualisierung der Bestellung mindestens eine Fehlermeldung oder eine Warnmeldung ausgegeben wird, gelangen Sie automatisch zum Anwendungslog. Im Anwendungslog können Sie die Ursache des Fehlers bzw. der Warnung feststellen. Wenn Sie das Anwendungslog schließen, können Sie es über die Funktion
Anwendungslog
in der Symbolleiste wieder öffnen. Diese Funktion ist nur verfügbar, wenn Probleme auftreten, die zu Fehlermeldungen bzw. Warnmeldungen führen. Warnungen werden im Zusammenhang mit der automatischen Verteilung von Serialnummern und Verbrauchsmaterialien während des UMAs ausgegeben.
Im UMA kann eine automatische Verteilung für Serialnummern und Verbrauchsmaterialien erfolgen:
Automatische Verteilung von Materialnummern
Während eines UMAs versucht das System, die ursprünglichen Serialnummern aus der Originalbestellposition auf die markierten Unterpositionen in Übereinstimmung mit der Menge der einzelnen markierten Unterposition zu verteilen. In einigen Fällen scheitert die automatische Verteilung. Dann wird im
Anwendungslog
eine Warnmeldung ausgegeben und Sie werden aufgefordert, die Verteilung der Serialnummern zu prüfen. Sie können die automatische Verteilung der Serialnummern korrigieren.
Beispiel
Ihre Originalbestellposition enthält PositionA mit der Menge5. Im UMA wählen Sie Folgendes:
Unterposition1 für PositionB mit Menge3
Unterposition2 für PositionC mit Menge1
Das System verteilt die ersten vier Serialnummern aus der Originalbestellposition. Die fünfte Serialnummer wird nicht verteilt. Das System gibt eine Warnmeldung aus und Sie prüfen die automatische Verteilung.
Automatische Verteilung von Verbrauchsmaterialien
Während eines UMAs versucht das System, die Verbrauchsmaterialien aus der Originalbestellposition proportional auf die markierten Unterpositionen aus dem UMA zu verteilen. In einigen Fällen rundet das System die Mengen auf oder ab. Dies kann zu einer Inkonsistenz in der Menge der Verbrauchsmaterialien führen. In diesem Fall wird im
Anwendungslog
eine Warnmeldung ausgegeben und Sie werden aufgefordert, die Verteilung der Verbrauchsmaterialien zu prüfen. Sie können die automatische Verteilung der Materialnummern korrigieren.
Beispiel
Ihre Originalbestellposition enthält TeilA mit der Menge6 und Verbrauchsmaterialien mit der Menge7. Im UMA markieren Sie zwei Unterpositionen mit der Menge2 bzw.3. Das System verteilt die Verbrauchsmaterialien proportional auf diese zwei Unterpositionen. Die Verteilung sieht wie folgt aus:
Menge 2 auf Unterposition 1
Menge 4 auf Unterposition 2
Aufgrund der Rundung in der proportionalen Verteilung wird ein Verbrauchsmaterial nicht verteilt. Das System gibt eine Warnung aus und Sie prüfen bzw. korrigieren die automatische Verteilung.
Das Material des zu reparierenden Teils und das Material des tatsächlich erhaltenen Teils müssen vollständig oder bedingt gegeneinander austauschbar sein.
Sie bauen das zu reparierende Teil aus dem Flugzeug bzw. Triebwerk aus, lagern es ein und stoßen die Lohnbearbeitung für Wartung und Instandsetzung an.
Sie haben das Aufarbeitungsteil mit den möglichen Verbrauchsmaterialien an den Lohnbearbeiter gesendet und erwarten dasselbe Teil in einsatzbereitem Zustand mit derselben Material- und derselben Serialnummer zurück (Lohnbearbeitungsart
Aufarbeitung mit gleich bleibender Materialnummer
).
Sie haben im System die Lohnbearbeitungsbestellung mit Lohnbearbeitungsart
Aufarbeitung mit gleich bleibender Materialnummer
, eine Auslieferung und eine Umbuchung angelegt.
Der Lohnbearbeiter hat während der Reparatur das Teil beschädigt oder festgestellt, dass es nicht zu reparieren ist. Sie erhalten vom Lohnbearbeiter nicht das Teil zurück, das Sie ihm gesendet haben, sondern ein anderes Teil mit anderer Serialnummer und anderer Materialnummer (möglicherweise gemäß einer mit Ihnen getroffenen Vereinbarung). Das zurückgesendete Teil ist gegen das zur Reparatur gesendete Teil vollständig austauschbar.
Im
Lohnbearbeitungsmonitor
wählen Sie
Materialaustausch
, um zur markierten Bestellposition den Materialaustausch anzustoßen.
Sie gelangen auf ein Dialogfenster, in dem eine Liste der Materialien angezeigt wird, die gegen das Material in der Bestellposition vollständig oder bedingt austauschbar sind.
Um das Material auszuwählen, mit dem das Material in der ursprünglichen Bestellposition ersetzt werden soll, geben Sie die Menge ein.
Um die Art des UMAs auszuwählen, gehen Sie wie folgt vor:
Setzen Sie für eine Aufarbeitung mit Materialnummernwechsel das Kennzeichen
Materialänderung
.
Übernehmen Sie für einen Ersatz den Initialwert des Kennzeichens
Materialänderung
.
Nach Bestätigung Ihrer Auswahl aktualisiert das System die Bestellposition im Hintergrund mit der Funktion BAPI_PO_CHANGE.
Das System legt in der Bestellung eine Unterposition zum austauschbaren Material an und verwendet dazu die bestehenden Funktionen der Herstellerteilenummer (HTN).
Alle Daten für die neu angelegte Unterposition werden aus der Hauptposition übernommen. Die alte Bestellposition dient dann nur noch statistischen Zwecken und alle weiteren Aktivitäten werden ausschließlich für die neu angelegte Unterposition durchgeführt.
Nach dem UMA aktualisieren Sie die Anzeige im Lohnbearbeitungsmonitor.
Die neu angelegte HTN-Unterposition wird im Baum angezeigt und in der folgenden Wareneingangsbuchung verwendet.
Hinweis
Während der Wareneingangsbuchung ist es technisch möglich, die alte Serialnummer beizubehalten und nur die Materialmodifikation durchzuführen. Dies ist allerdings eine sehr unwahrscheinliche Aktivität, da der Lohnbearbeiter ein ganz neues Teil mit neuer Serialnummer zurückliefert.