Ergebniseffekte, latente Steuern und KonsEinh.-Saldoausgleich

Verwendung

Sowohl bei manuellen als auch bei maschinellen Buchungen kann es erforderlich sein, Ergebniseffekte, latente Steuern oder Saldoausgleiche für Konsolidierungseinheiten zu buchen. Das System prüft jeden manuell oder maschinell erzeugten Buchungsbeleg dahingehend, ob ein Ergebniseffekt, latente Steuern oder ein Saldoausgleich zu buchen ist und erzeugt ggf. zusätzliche Buchungszeilen.

Bei manuellen Buchungen sprechen wir von automatische Buchungszeilen , da das System Ihre manuell eingegebenen Belegzeilen eigenständig um Buchungszeilen ergänzt.

Folgende Tabelle zeigt, für welche Sachverhalte und unter welchen Voraussetzungen das System diese zusätzlichen Buchungszeilen erzeugt.

Buchungszeilen für...

Voraussetzung

die Buchung eines Ergebniseffekts

sofern eine Buchung zwischen Bilanz- und Erfolgskonten zu einem Ungleichgewicht in Bilanz- und Gewinn- und Verlustrechnung führt

die Buchung latenter Steuern

sofern die verwendete Belegart dies vorsieht und die Buchung einen Ergebniseffekt bewirkt

den Saldoausgleich pro Konsolidierungseinheit bei konsolidierungseinheitenübergreifenden Buchungen

sofern die Belegart mit KontEbene größer oder gleich 20 bucht und für die Belegart spezielle Verrechnungspositionen eingestellt sind

Funktionsumfang

Detaillierte Erläuterungen zu Ergebniseffekten, latenten Steuern oder dem Saldoausgleich finden Sie in den nachfolgenden Abschnitten der Konsolidierungsdokumentation. In diesem Abschnitt werden Funktionen erläutert, die für alle drei Arten von zusätzlichen Buchungszeilen gelten.

Spezielle Positionen

Damit das System eigenständig Buchungszeilen für Ergebniseffekte, latente Steuern und Saldoausgleiche erzeugen kann, müssen Sie folgendes im Einführungsleitfaden (IMG) der Konsolidierung einstellen:

  • im Arbeitsschritt Spezielle Positionen für Buchungen festlegen geben Sie die Positionen an, die das System bei Ergebniseffekten und latenten Steuern bebuchen soll

Hinweis Hinweis

Die speziellen Positionen für latente Steuern können Sie außerdem pro Belegart einstellen und dadurch die Einstellungen übersteuern, die Sie im Arbeitsschritt Spezielle Positionen für Buchungen vorgenommen haben.

Ende des Hinweises
  • in der Definition der Belegarten (siehe Arbeitsschritte im jeweiligen Kapitel des IMG, beispielsweise Belegarten für manuelle Buchungen )

  • die Kennzeichen Latente Steuern aktivisch buchen bzw. Latente Steuern passivisch buchen (sowie den Steuersatz im Stammsatz der Konsolidierungseinheiten)

  • evtl. die speziellen Positionen für latente Steuern (siehe oberer Hinweis)

  • die spezielle Verrechnungsposition für den KonsEinheiten-Saldoausgleich

Unterkontierungen für diese speziellen Positionen

Die speziellen Positionen für Ergebniseffekte, latente Steuern und KonsEinheiten-Saldoausgleich, die Sie im Arbeitsschritt Spezielle Positionen für Buchungen bzw. in der Definition der Belegarten festgelegt haben, benötigen je nach Kontierungstyp einen Aufriß nach Unterkontierungen .

Sie haben im Customizing verschiedene Möglichkeiten zu steuern, wie das System die Unterkontierungen für die speziellen Positionen bestimmt:

Bei speziellen Positionen für Ergebniseffekte

Zu jeder speziellen Position, die eine oder mehrere Unterkontierungen vorsieht, können Sie pro Unterkontierung das Kennzeichen Default setzen und/oder eine Ausprägung der Unterkontierung angeben. Dabei gilt folgende stufenweise Logik:

  • Wenn Sie das KZ Default nicht setzen, dann müssen Sie die Ausprägung der Unterkontierung angeben. Das System bucht dann auf der speziellen Position stets diese Ausprägung als Unterkontierung.

Ausnahme: Wenn es sich um einen Kannaufriß handelt, dann müssen Sie die Ausprägung nicht angeben. Das System bucht dann die Unterkontierung nicht, sondern beläßt den Wert initial.

  • Wenn Sie das Kennzeichen setzen, dann müssen Sie nicht unbedingt eine Ausprägung für die Unterkontierung angeben.

Das System geht schrittweise vor, um die Unterkontierung zu bestimmen. Die Grafik zeigt diese Schritte von a) bis d):

Erläuterungen:

  1. Das System prüft zunächst, ob es die Unterkontierung aus dem Beleg bestimmen kann.

  2. Wenn a) nicht möglich ist, dann prüft es, ob Sie die Unterkontierung zur speziellen Position angegeben haben.

  3. Wenn b) nicht zutrifft, dann nimmt es die Unterkontierung, die Sie im Arbeitsschritt Defaultwerte für Unterkontierungen festlegen festgelegt haben.

  4. Wenn c) erfolglos ist und der Kontierungstyp für die Unterkontierung einen Mußaufriß vorsieht, dann gibt das System eine Fehlermeldung aus.

Hinweis Hinweis

Schritt a), also die Bestimmung der Unterkontierung aus dem Beleg, ist möglich, wenn:

Ende des Hinweises
  • die Unterkontierung eindeutig im Beleg ist, d.h. in allen Belegzeilen mit dieser Unterkontierung ist die gleiche Ausprägung kontiert

  • der Beleg pro Unterkontierung in einen Teilbelege zerfällt, für den der Saldo über alle Bilanz- und GuV-Positionen Null ist (siehe auch das Grafik-Beispiel für die Verrechnungsposition)

Bei speziellen Positionen für latente Steuern

Die Logik, wie das System die Unterkontierung für spezielle Positionen latenter Steuern findet, ist grundsätzlich genau wie bei den speziellen Positionen für Ergebniseffekte. Sie unterscheidet sich lediglich darin, daß Sie die speziellen Positionen Belegarten-abhängig festlegen können. Beim Buchen prüft das System zunächst, ob die speziellen Positionen für die Belegart gepflegt sind, und bestimmt die Unterkontierungen in der oben erläuterten Weise.

Wenn die speziellen Positionen nicht pro Belegart angegeben sind, dann greift es auf die (gobalen) Einstellungen im Arbeitsschritt Spezielle Positionen für Buchungen festlegen zu und wendet dort die Logik an.

Bei der speziellen Verrechnungsposition

Die speziellen Verrechnungspositionen pflegen Sie stets pro Belegart. Die Logik, wie das System Unterkontierungen bestimmt, ist wie bei den speziellen Positionen für Ergebniseffekte und latente Steuern.

Hinweis Hinweis

In dem Beispielfall der Grafik kann das System im Schritt a) die Partnerkontierung aus dem Beleg bestimmen, und zwar

Ende des Hinweises
  • Partner B in Zeile 3

  • Partner A in Zeile 4

Der Beleg zerfällt nämlich bzgl. dieser Unterkontierung in zwei Teilbelege, für die der Saldo über alle Bilanz- und GuV-Positionen Null ist.

Manuelle Buchung: Hilfsfunktionen für automatische Buchungszeilen

Simulation

Wenn Sie einen Buchungsbeleg in der manuellen Buchungstransaktion erfassen, dann erzeugt das System beim Sichern des Belegs die automatischen Buchungszeilen, und es verbucht anschließend den gesamten Beleg in der Datenbank. Vor dem Sichern des Belegs können Sie den Beleg simulieren. Das System zeigt in der Simulation die automatischen Buchungszeilen. Sie können sich also vorab anschauen, ob und wie das System Ergebniseffekte, der latenten Steuern und/oder Saldoausgleiche buchen wird.

Kennzeichnung

Das System kennzeichnet im Beleg die automatischen Buchungszeilen mit einer speziellen Nummer, so daß Sie diese von Ihren manuell eingegebenen Buchungszeilen unterscheiden können:

Feld AUT

Bedeutung

1

Automatische Buchungszeile für Ergebniseffekt

2

Automatische Buchungszeile für latente Steuern

3

Automatische Buchungszeile für KonsEinheiten-übergreifende Verrechnungen

Manuelles Eingeben oder Korrigieren der automatischen Buchungszeilen

Anstatt die automatischen Buchungszeilen durch das System erzeugen zu lassen, können Sie diese Zeilen auch manuell eingeben. Sie müssen dabei folgendes beachten:

  • Wenn Sie die Zeilen manuell eingeben wollen, dann müssen Sie alle "automatischen" Zeilen eingeben.

  • Sie müssen die korrekten Werte eingeben, d.h.

  • der Bilanzsaldo und der GuV-Saldo des Gesamtbelegs muß 0 sein

  • auf den speziellen Positionen für die latenten Steuern müssen Sie den Steueranteil am Ergebniseffekt des Gesamtbelegs buchen

Sie können auch zunächst die automatischen Buchungszeilen durch das System simulieren lassen und dann verändern, beispielsweise die Unterkontierungen verändern oder die simulierten Werte auf mehrere Belegzeilen verteilen.