Verteilungsverfahren 1 (belegbasiert) Das Verteilungsverfahren 1 (belegbasiert) ermöglicht Ihnen, das vorhandene Ausgabenbudget für bestimmte Sachbereiche aufgrund von Mehreinnahmen zu erhöhen. Sie verwenden das Verteilungsverfahren, wenn eine Ausgaben-HHM-Kontierung unabhängig vom tatsächlichen Bedarf Budget aus budgeterhöhenden Einnahmen erhalten soll. Unabhängig vom tatsächlichen Bedarf bedeutet hier, daß eine Erhöhung des Ausgabenbudgets zu einem frei wählbaren Zeitpunkt mittels bestimmter Reports erfolgen kann.
Im Gegensatz zum Verteilungsverfahren 2 (summenbasiert) wird in diesem Verfahren eine Verbindung zwischen dem Einnahmenbeleg (FI-Beleg oder Veranschlagte Einnahme) und dem Budgetbeleg hergestellt. Wenn dieser Bezug in Ihrer Organisation für Reportingzwecke relevant ist, müssen Sie dieses Verfahren für die budgeterhöhenden Einnahmen verwenden.
Im Customizing des
Haushaltsmanagement Öffentliche Verwaltung
müssen die notwendigen Einstellungen gepflegt sein.
Innerhalb der Stammdatenpflege müssen für die Einnahmen-HHM-Kontierungen Regeln gepflegt sein, nach der die Budgeterhöhung erfolgen soll. In der Regel legen Sie außerdem durch das Hinterlegen eines Haushaltsvermerks fest, ob die Budgeterhöhung maschinell oder manuell erfolgen soll.
Weitere Informationen zu den Einstellungen im Customizing finden Sie im Einführungsleitfaden
Haushaltsmanagement Öffentliche Verwaltung
in folgenden Abschnitten:
Budgetunterarten anlegen
Einstellungen für Budgetunterarten vornehmen
Budgetunterarten für maschinelle Buchungen hinterlegen
Haushaltsvermerke anlegen
Vorschlagswerte für Regelpflege festlegen
Einstellungen für Verteilungsverfahren 1 (belegbasiert) vornehmen
Der Prozess beginnt mit dem Buchen einer Einnahme, bspw. einer Debitorenrechnung, in der eine Einnahmen-HHM-Kontierung angesprochen wird. Bei dieser Buchung wird noch keine Budgeterhöhung durchgeführt.
Um eine Budgeterhöhung durchzuführen, maschinell oder manuell, müssen Sie zunächst den Report RFFMUD11 starten.
Der Report selektiert alle in der Finanzbuchhaltung gebuchten Einnahmenbelege sowie alle im Haushaltsmanagement erfassten Veranschlagte Einnahmen und prüft, ob für die Einnahmen-HHM-Kontierung eine Regel definiert ist, nach der eine Budgeterhöhung erfolgen darf. Wenn so eine Regel vorhanden ist, ermittelt der Report auf der Basis dieser Regel die Ausgaben-HHM-Kontierungen, deren Budget erhöht werden darf. Diese Informationen werden als Zusatzdaten zum Beleg (Finanzbuchhaltungsbeleg oder Veranschlagte Einnahme) im System hinterlegt.
Die eigentliche Budgeterhöhung erfolgt dann mittels des Reports RFFMUD01.
Dieser Report ermittelt auf der Grundlage der Informationen des Reports RFFMUD11 den jeweiligen Betrag für die Budgeterhöhung der Ausgaben-HHM-Kontierung sowie den Betrag, der auf die Überschuss-HHM-Kontierung entfällt.
Bei der maschinellen Budgeterhöhung wird das Budget entsprechend des ermittelten Betrags für die Ausgaben-HHM-Kontierungen erhöht. Der Report erzeugt Budgetbelege.
Bei der
manuellen Budgeterhöhung
wird das Budget nicht erhöht, sondern Sie erhalten lediglich ein Protokoll, in dem alle Belege mit manueller Budgeterhöhung aufgeführt sind. Sie können anhand dieser Liste entscheiden, für welche Kontierungen eine Budgeterhöhung manuell, z.B. durch einen Budgetnachtrag, erfolgen soll. Sie erhalten das Protokoll für die manuelle Budgeterhöhung nur, wenn Sie den Report RFFMUD01 mit dem Kennzeichen
Manuelle Budgeterhöhung
starten
.
Hinweis
Budgeterhöhung nach Zahlungseingang
Wenn Sie im Customizing festgelegt haben, daß eine Budgeterhöhung erst nach dem Zahlungseingang erfolgen soll, müssen Sie vor dem Starten des Reports RFFMUD01 den Report RFFMS200 starten. Dieser Report setzt die Einzelposten im Haushaltsmanagement vom Status "Rechnung" in den Status "Zahlung" um. Weitere Informationen zum Report RFFMS200 finden Sie in der Reportdokumentation.
Business Transaction Events
Um im Verteilungslauf (Report RFFMUD01) den für eine Einnahmen HHM-Kontierung in der Regelpflege hinterlegten Erhöhungszeitpunkt zu überschreiben, können Sie den Musterfunktionsbaustein SAMPLE_PROCESS_00109020 als Vorlage für Ihren eigenen Funktionsbaustein verwenden.
Um bei der Budgeterhöhung (Report RFFMUD01) die Felder des Belegkopfes der erzeugten Budgetumbuchungsbelege mit Daten zu versorgen, können Sie die Musterfunktionsbausteine SAMPLE_PROCESS_ 00109040 und SAMPLE_PROCESS_ 00109050 als Vorlage für Ihre eigenen Funktionsbausteine verwenden.
Weitere Informationen finden Sie in den Beschreibungen der Prozeß-Schnittstellen.
Weitere Informationen zur Technik der Business Transaction Events finden Sie im Einführungsleitfaden unter

Das Budget wird in dem Jahr erhöht, das entsprechend der Einstellungen im gültigen Fortschreibungsprofil vom System für den Buchungsvorgang ermittelt wird.
Beispiel
Die Budgeterhöhung soll nach Zahlungseingang erfolgen. Im Fortschreibungsprofil ist festgelegt, daß Zahlungen mit dem Rechnungsdatum im Haushaltsmanagement fortgeschrieben werden. Eine in 1998 gebuchte Debitorenrechnung, deren Zahlung im Jahr 1999 erfolgt, erhöht das Budget im Jahr 1998.
Im Informationssystem des Haushaltsmanagements können Sie sich pro Ausgaben-HHM-Kontierung mit dem Bericht Budget aus Einnahmen ausweisen lassen, wieviel Budget diese HHM-Kontierung aus den budgeterhöhenden Einnahmen erhalten hat.
Die Einnahmenreste, die auf die Überschuß-HHM-Kontierung geflossen sind, können Sie durch eine manuelle Budgetumbuchung auf andere Ausgaben-HHM-Kontierungen verteilen.
Die Einstellung für die Ausgangssteuer im Customizing des
Haushaltsmanagement Öffentliche Verwaltung
im Arbeitsschritt
Sonstige Einstellungen
vornehmen
wirkt sich auf die Höhe der Budgeterhöhung aus:
Wenn |
dann wirkt |
|---|---|
Nettoausweis |
der Nettobetrag der Einnahme (Ertrag ohne MWST) budgeterhöhend |
Bruttoausweis |
der Bruttobetrag der Einnahme (Ertrag und MWST) budgeterhöhend |
Separater Ausweis der Ausgangssteuer |
die Ausgangssteuer nicht budgeterhöhend, sondern nur der Nettobetrag |
Siehe auch: