Dezentrale Kostenstellenrechnung

Verwendung

Bei einer verteilten, aber integrierten SAP-Installation legen Sie über die Verteilungsmethode fest, welche Systeme miteinander kommunizieren sowie welche Nachrichtentypen verteilt werden.

Siehe auch: Zentrale Kostenstellenrechnung

Integration

Verteilung vom zentralen Kostenrechnungssystem ausgehend

Zu versendendes IDoc (Nachrichtentyp)

Bezeichnung

COSMAS

Kostenstellen

COELEM

Kostenarten

COAMAS

Leistungsarten

COGRP1

Kostenstellengruppen

COGRP2

Kostenartengruppen

COGRP5

Leistungsartengruppen

COCOKA

Steuerdaten Objekt/Kostenart

COACTV

Tarife zu Kostenstelle/Leistungsart

CODCMT

CO-Beleg

Die Nachrichtentypen COSCOR (Kostenstellen (Kern)) und COACOR (Leistungsarten (Kern)) sind veraltet und sollten nicht mehr verwendet werden. Sie dürfen auf keinen Fall zusammen mit den Nachrichtentypen COSMAS (Kostenstellen) und COAMAS (Leistungsarten) verwendet werden.

Beachten Sie, dass Sie neben einzelnen Kostenstellen, Kostenarten und Leistungsarten auch Kostenstellen gruppen sowie Kostenarten- und Leistungsarten gruppen verteilen können.

So stehen Ihnen in allen Systemen dieselben Gruppen für Berichtsauswertungen zur Verfügung.

Verteilung von einem dezentralen System ausgehend

Zu versendendes IDoc (Nachrichtentyp)

Bezeichnung

dezentral zentral

dezentral dezentral

COSFET

Anfordern von Kostenstellen

X

COAFET

Anfordern von Leistungsarten

X

COTOTL

Summensätze

X

COCOKA

Steuerdaten Objekt/Kostenart

X

X

COACTV

Tarife zu Kostenstelle/ Leistungsart

X

X

CODCMT

CO-Beleg

X

X

Datenfluss

Bei der dezentralen Kostenstellenrechnung (Verteilungsmethode 2) ist die Standardhierarchie dem zentralen Kostenrechnungssystem (dem logischen System des Kostenrechnungskreises) zugeordnet und wird dort gepflegt. Sie wird an alle dezentralen Systeme verteilt. Kostenstellen können den dezentralen Systemen zugeordnet werden, müssen aber zentral gepflegt werden.

Für die Pflege der Kostenstellen-Stammdaten sowie der Standardhierarchie stehen Ihnen zwei zentrale Systeme zur Verfügung:

das zentrale Kostenrechnungssystem, d.h. das zentrale System des Kostenrechnungskreises

Die Stammdaten werden von hier an die betroffenen dezentralen Systeme verschickt.

das zentrale Stammdatenpflegesystem

Die Stammdaten werden von hier an das zentrale Kostenrechnungssystem sowie an die betroffenen dezentralen Systeme verschickt.

Mit dem Report RKADELIT können Sie aus dem System, in dem der Beleg erfasst wurde, diejenigen Einzelposten löschen, die bereits per ALE verschickt wurden. Werden alle Buchungszeilen eines Beleges gelöscht, wird auch der Belegkopf gelöscht.

Über die Eingabe eines Bis-Buchungsdatums und/oder Bis-Erfassungsdatums können Sie die zu löschenden Einzelposten eingrenzen.

Die Summensätze der Kostenstellen werden dezentral im Mastersystem der jeweiligen Kostenstelle geführt. Die Auswertung der Daten im Informationssystem ist damit dezentral möglich.

Die Summendaten können mit dem Report RBDSECOT an das zentrale Kostenrechnungssystem verschickt werden. Damit sind Auswertungen, beispielsweise zum Periodenabschluss, in einem übergreifenden Informationssystem möglich. Wird die Buchung auf eine Kostenstelle direkt im zentralen Kostenrechnungssystem ausgeführt, so wird dort auch der Summensatz fortgeschrieben. Gleichzeitig wird der Einzelposten an das entsprechende Mastersystem der Kostenstelle verschickt; dort wird ebenfalls der Summensatz fortgeschrieben. Ein Rücktransport der Bewegungsdaten in das zentrale Kostenrechnungssystem ist in diesem Fall nicht notwendig.

Die Planung kann nur dezentral, d.h. im Mastersystem der Kostenstelle, durchgeführt werden. Im Rahmen der Plantarifermittlung werden daher nur die Kostenstellen einbezogen, die in dem jeweiligen System beheimatet sind.

Planverrechnungen am Periodenabschluss sind ebenfalls nur dezentral möglich. Istverrechnungen können hingegen in jedem System durchgeführt werden.

Den Periodenabschluss im Ist können Sie beispielsweise wie folgt realisieren:

Führen Sie alle periodischen Verrechnungen und periodischen Umbuchungen im zentralen System durch.

Für alle Kostenstellen, die in dezentralen Systemen beheimatet sind, führen Sie auch dort die periodischen Verrechnungen und periodischen Umbuchungen durch.

Um beispielsweise Auswertungen in einem übergreifenden Informationssystem zu ermöglichen oder eventuelle Nachverrechnungen zentral durchzuführen, können Sie im Anschluss die Summensätze aus den jeweiligen dezentralen Systemen in das zentrale System verschicken.

Bis Release 3.0F wurde bei verteilten Systemen immer Verteilungsmethode 1 verwendet.

Voraussetzungen

Die notwendigen Customizing-Einstellungen sind im Einführungsleitfaden (IMG) beschrieben.

Lesen Sie hierzu den Abschnitt Anwendungsübergreifende Komponenten →Verteilung (ALE)Geschäftsprozesse modellieren und implementieren →Vordefinierte ALE-Geschäftsprozesse konfigurieren →Rechnungswesen →AC <-> AC →Kostenstellenrechnung einstellen.

Im Customizing müssen Sie außerdem den Abschnitt Anwendungsübergreifende Komponenten →Verteilung (ALE)Geschäftsprozesse modellieren und implementieren →Verteilung von Stammdaten konfigurieren →Replikation von geänderten Daten einrichten →Änderungszeiger nachrichtentyp-spezifisch aktivieren bearbeiten.

Im zentralen System müssen die Änderungszeiger für die folgenden Nachrichtentypen zu aktiviert werden: COSMAS (Kostenstellen), COELEM (Kostenarten), COAMAS (Leistungsarten), COGRP1 (Kostenstellengruppen), COCOKA (Steuerdaten Objekt/Kostenart), COACTV (Tarife zu Kostenstelle/Leistungsart)

Im dezentralen System sind die Änderungszeiger für die folgenden Nachrichtentypen zu aktivieren: COCOKA (Steuerdaten Objekt/Kostenart) und COACTV (Tarife zu Kostenstelle/Leistungsart)

Die Standardhierarchie kann sowohl über Änderungszeiger als auch zu einem beliebigen Zeitpunkt durch direktes Senden komplett versendet werden.

Bei Änderung der Hierarchiezuordnung einer Kostenstelle müssen die Änderung der Stammdaten und die Hierarchieänderung getrennt verschickt werden (Nachrichtentypen COSMAS und COGRP1). Die Reihenfolge ist unerheblich. Das Verschicken sollte jedoch möglichst zeitnah erfolgen, um sicherzustellen, dass die Änderungen in den dezentralen Systemen konsistent ankommen.

Änderungszeiger werden nur bei Änderungen an der Standardhierarchie geschrieben, nicht bei Änderungen an alternativen Kostenstellengruppen, Kostenartengruppen oder Leistungsartengruppen.

Wenn Sie die Tarife verteilen wollen, so müssen Sie im Customizing der Kostenstellenrechnung unter Planung →Grundeinstellungen → Versio nen pflegen in den Einstellungen pro Geschäftsjahr das Kennzeichen Planungsintegration aktivieren.

Wenn Sie in der Kostenstellenrechnung mit einem der Verteilungsszenarien arbeiten wollen, so hinterlegen Sie in den Grunddaten des Kostenrechnungskreises das zentrale System (logisches System des Kostenrechnungskreises ) .

Außerdem legen Sie in den Grunddaten des Kostenrechnungskreises die gültige Verteilungsmethode (Verteilungsmethode 01 oder 02) fest.

Alle Kostenstellen müssen einem Mastersystem (logisches System der Kostenstelle) zugeordnet werden. Das Mastersystem der Kostenstelle hinterlegen Sie in deren Stammdaten.

Falls Sie die Verteilungsmethode von 01 auf 02 ändern, so müssen Sie bereits vorhandene Kostenstellen dem logischen System des Kostenrechnungskreises zuordnen. Eine Änderung der Zuordnung einer Kostenstelle zu einem logischen System ist nicht erlaubt.

Beachten Sie folgende Einschränkungen gegenüber einem vollständig integrierten System:

Der Informationsfluss von einer ECC- an eine R/2-Kostenrechnung (RK) wird nicht unterstützt.

Ein Obligo wird nur dann verwaltet, wenn Bestellungen und Bestellanforderungen auf dem logischen System der Kostenstelle erfolgen.