Fallstudie: Buchungskreisübergreifende Verrechnung mit EDI Leistende und belastete Kontierungsobjekte gehören zu unterschiedlichen Organisationsstukturen (Buchungskreisen).

Equipment (PM-Auftrag-Verwalter = Leistendes Objekt) ist dem BUKR 0001 zugeordnet
Baustelle (PSP-Element = Belastetes Objekt) ist dem BUKR 0002 zugeordnet.
Material muß in den entsprechenden Organisationsstrukturen angelegt sein.
Debitor muß für die entsprechenden Vertriebsbereiche bzw. für Buchhaltung (FI) angelegt sein.
Betriebswirtschaftlicher Hintergrund und Aufgabenstellung
Viele Unternehmen haben ihre Equipments in einer eigenen Firma ausgelagert, die eine rechtlich selbständig bilanzierende Einheit ist. Dies wird innerhalb SAP durch einen eigenen Buchungskreis dargestellt (Buchungskreis 0001).
Die Einsatzorte, wie z.B. Baustellen, könnten jedoch wiederum zu einer eigenen, rechtlich selbständigen Firma gehören und haben somit auch einen anderen Buchungskreis (Buchungskreis 0002).
Aus diesem Grunde und unter der Bedingung, daß keine Organschaft besteht, muß beim Einsatz eines Equipments oder Material, das zum Buchungskreis 0001 gehört, auf einem Einsatzort, der zum Buchungskreis 0002 gehört, eine echte Ausgangs- bzw. Eingangsfaktura mit der entsprechenden Steuer im jeweiligen Buchungskreis erzeugt werden.
D. h. Buchungskreis 0001 erzeugt und verbucht eine debitorische Ausgangsrechnung. Buchungskreis 0002 verbucht entsprechend eine kreditorische Eingangsrechnung.
Kurzbeschreibung des systemtechnischen Lösung der Aufgabenstellung
Um zu vermeiden, daß im Buchungskreis 0002 die Rechnungen des Buchungskreises 0001 manuell eingegeben werden müssen, wird EDI eingesetzt.
Beim Erzeugen und Verbuchen der Ausgangsrechnung von Buchungskreis 0001 wird mittels der Nachrichtenfindung über EDI eine kreditorische Eingangsrechnungsverbuchung im Buchungskreis 0002 angestoßen.
Für Buchungskreis 0001 ist der Buchungskreis 0002 ein echter Kunde und muß somit auch als Debitor angelegt sein (auch für den Vertriebsbereich).
Für Buchungskreis 0002 ist der Buchungskreis 0001 ein echter Lieferant und muß somit auch als Kreditor angelegt sein (auch für die Einkaufsorganisation).
Buchungen
Debitorische Ausgangsrechnung (in Buchungskreis 0001)
01 Forderungen an Buchungskreis 0002 (Einsatzort)
50 Kostenart Mieterlöse (kontiert auf Leistungserbringer= PM Auftrag)
A1 Mehrwertsteuer (MWSt)
Automatische Kreditorische Eingangsrechnung (in Buchungskreis 0002)
31 Verbindlichkeit gegen Buchungskreis 1
40 Kosten für Gerätemiete (kontiert auf Leistungsbezieher = PSP Element des Einsatzortes)
V1 Vorsteuer
Detailbeschreibung der systemtechnischen Vorgehensweise und entsprechendes Customizing bei der buchungskreisübergreifenden Verrechung mit EDI
Ein Equipment, das zum Buchungskreis 0001 gehört, wird an einen Einsatzort in Buchungskreis 0002 versandt. Der dem Equipment hinterlegte PM Auftrag Verwalter ist dem Buchungskreis/ Geschäftsbereich/ Werk (in unserem Beispiel BUKR 0001) zugeordnet. Das Equipment ist der Leistungserbringer.
Das dem Empfänger hinterlegte Kontierungsobjekt, (entsprechend dem Empfängertyp) z.B. PSP-Element oder Kostenstelle, ist dem Buchungskreis/Geschäftsbereich (in unserem Beispiel BUKR 0002 zugeordnet. Der Einsatzort ist der Leistungsbezieher.
a. Ermittlung des Vertriebsbereiches des Leistungserbringers
Bei der ETM-Abrechnung wird folgendermaßen vorgegangen:
Ausgehend vom Leistungserbringer = Equipment, werden die Organisationsdaten des Equipments ermittelt und damit die Zugehörigkeit zu einem Buchungskreis/Geschäftsbereich/Werk. Anschließend wird im Customizing der für das Equipment relevante Vertriebsbereich über
Equipment und Tools Management (ETM)
→
Grundeinstellungen
→
Vertriebsbereich je Buchungskreis/Geschäftsbereich/Werk
ermittelt, in dem dann der SD-Auftrag angelegt wird.
Im Beispiel wäre dies Buchungskreis 0001, was der Verk.Organisation 0001/Vertriebsweg 01/Sparte 01 entsprechen würde.
b. Ermittlung Vertriebsbereich des Leistungsbeziehers
Anschließend wird, wie oben bereits erwähnt, ausgehend vom Kontierungsobjekt des Leistungsbeziehers = Einsatzort, der zuständige Vertriebsbereich ermittelt.
Im Beispiel wäre dies Buchungskreis 0002, was der Verk.Organisation 0002/Vertiebsweg 02/Sparte 02 entsprechen würde.
c. Ermittlung des Kunden interne Verrechnung
Für die Verk. Org. 0002 wird dann im Customizing über
Equipment und Tools Management (ETM)
→
Grundeinstellungen
→
Kunde interne Verrechnung je Verk.Org
. ein Debitor (Rechnungsempfänger und Regulierer) ermittelt, der für die Ausgangsrechnung aus dem Buchungskreis 0001 herangezogen wird (Beispiel: Debitor 111).
Dieser
Kunde interne Verrechnung
(KI) z.B. Debitor 111, muß im Vertriebsvereich 0001/01/01 angelegt sein. Er repräsentiert jedoch den Buchungskreis 0002.
Der KI benötigt bei der Stammdatenpflege keine ETM-Sichten, muß jedoch für die Buchhaltung (FI) und Vertrieb (SD) angelegt sein.
d. Es handelt sich um einen buchungskreisübergreifenden Fall
Aufgrund der Analyse wie unter 4.a und 4.b beschrieben, wurde ein buchungskreisübergreifender Geschäftsvorfall ermittelt. Das
ETM-Kennzeichen
für die Verbuchung wird programmintern entsprechend angepasst.
Nachrichtenfindung
Um EDI nutzen zu können muß die Nachrichtenfindung für Fakturen entsprechend im Customizing eingestellt sein. (
Equipment und Tools Management (ETM)
→
Vorgänge und Funktionen
→
Verrechnung
→
EDI-Verrechnung).
Systemseitig wird die Nachrichtenkonditionsart
J3GO
ausgeliefert. Wie in der Konditionstechnik üblich, muß jedoch anschließend ein Konditionssatz für diese Konditionsart und den Kunden interne Verrechnung (z.B. Debitor 111) angelegt werden.

Entsprechend der Fakturen, muß auch die Nachrichtenfindung für Stornierungen eingestellt werden!
Partnervereinbarung
In der Partnervereinbarung muß sowohl für Kunden (Debitor) wie Lieferant (Kreditor) definiert werden, welche Nachrichtenart gezogen werden sollen. Es werden folgende Partnerarten genutzt:
KU = KUNDE
LI = LIEFERANT
a. Einstellungen für den Partner Kunde
z.B. Debitor 111, der im Buchungskreis 0001 angelegt ist und den Buchungskreis 0002 repräsentiert.
Nachrichtensteuerung
Partnernummer 111 Applikation V3
Partnerart KU Nachrichtenart J3G0
Partnerrolle RE
Nachrichtentyp INVOIC
Nachr.variante CEM
Vorgangscode /SAPCEM/INVOIC_OUTPUT
Ausgangsparameter
Empfängertyp z.B. Fremdsys
IDoc Basis Typ /SAPCEM/INVOIC

Setzen Sie den Ausgabemodus auf
Idocs sammeln
und
Subsystem nicht starten.
Eingangsparameter
Keine erforderlich
b. Einstellungen für den Partner Lieferant
In unserem Fall für den Kunde Interne Verrechnung Vertriebsbereich 0002 02 02.
Nachrichtensteuerung und Ausgangsparameter
Keine erforderlich
Eingangsparameter
Partnernummer 500002 Nachrichtentyp INVOIC
Partnerart LI Rechnung / Faktur
Partnerrolle Nachr.variante CEM
Vorgangscode /SAPCEM/INVOIC_INPUT
c. Eingang an den Kreditor weiterleiten
Hier wird der Debitor des einen Buchungskreises (z.B. Buchungskreis 0001 und Debitornummer 111) für den anderen Buchungskreis (z.B. Buchungskreis 0002 und Lieferant z.B. 500002) umgeschlüsselt.
Lesen Sie mehr hierzu in der entsprechenden Dokumentation im SAP-Referenz-IMG.
d. Buchungsparameter einstellen
Über Steuerkennzeichen muß pro Kreditor die Steuerart z.B. A1 und der Steuersatz, den der EDI-Partner übermitteln kann (vom leistenden BUKR 0001) hinterlegt sein.
In den Programmparametern werden die Buchungsschlüssel bzw. die benutzte Belegart definiert. Hier kann entschieden werden, ob das Verbuchen direkt oder mittels einer Batch Input Mappe erzeugt werden soll.

Das Verbuchen mittels Batch-Input Mappe.
Ausgangsrechnung im Buchungskreis0001und Eingangsrechnung in Buchungskreis0002wurde erzeugt.