Interpretationsalgorithmen
Eine vollständige Liste der von SAP zur Verfügung stehenden Interpretationsalgorithmen finden Sie im Customizing des Elektronischen Kontoauszugs
unter Grundeinstellungen für den elektronischen Kontoauszug vornehmen
und im SAP-Hinweis 114713
.
Unter anderem stehen Ihnen folgende Interpretationsalgorithmen zur Verfügung:
000
(Keine Interpretation
)
Diesen Algorithmus setzen Sie dann ein, wenn Sie die Standardalgorithmen nicht verwenden, die SAP ausliefert. Stattdessen verwenden Sie selbstprogrammierte Algorithmen im Zusammenhang mit Funktionserweiterungen (User Exits).
001
(Standardalgorithmus
)
Dieser Algorithmus interpretiert die Werte in den Verwendungszweckfeldern des elektronischen Kontoauszugs als Belegnummer oder als Referenzbelegnummer. Der Algorithmus prüft dabei, ob die Werte innerhalb des von Ihnen beim Einlesen des Kontoauszugs angegebenen Beleg- oder Referenzbelegnummernintervalls liegen. Nur dann wird versucht, die auszugleichenden Posten im System zu finden.
Achtung
Beachten Sie, dass Sie auf dem Selektionsbildschirm für das Einlesen des elektronischen Kontoauszugs die möglichen Intervalle für Beleg- und Referenzbelegnummer durch die Intervalle Nummernbereich
BELNR
und Nummernbereich XBLNR
vorgeben müssen.
Für Referenzbelegnummern gilt: Sind diese mit führenden Nullen im System gespeichert ist, so kann ein Posten nur dann gefunden werden, wenn die Referenzbelegnummer auch im Kontoauszug wieder mit führenden Nullen zurückgeliefert wird. Geben Sie beispielsweise auf dem Selektionsbildschirm für das Einlesen des Kontoauszugs das Intervall 00100 - 00200 an und die zurückgelieferte Referenzbelegnummer ist "100", wird der Wert im System nicht gefunden.
011
(Ausgangsscheck: Schecknummer ungleich Belegnummer
)
Dieser Algorithmus wird bei Zahlungen mit Scheck eingesetzt, falls von der Bank vornummerierte Schecks verwendet werden. Die Schecknummer wird von Ihrer Hausbank auf dem Kontoauszug zurückgeliefert. Der Algorithmus findet über die Schecknummer die zugehörige Belegnummer im System.
012
(Ausgangsscheck: Schecknummer gleich Belegnummer
)
Dieser Algorithmus wird bei Zahlungen mit Scheck eingesetzt, falls beim Scheckdruck Formulare verwendet werden, die noch keine Schecknummer enthalten. Beim Scheckdruck wird dann die Belegnummer als Schecknummer auf den Scheck gedruckt. Diese Nummer wird von Ihrer Hausbank auf dem Kontoauszug zurückgeliefert. Der Algorithmus findet in den Verwendungszweckzeilen die Schecknummer, die in diesem Fall gleich der Belegnummer ist.
Auch hier müssen Sie auf dem Selektionsbildschirm für das Einlesen des elektronischen Kontoauszugs die möglichen Nummernbereiche für die Belegnummernsuche vorgeben (s. Algorithmus 001).
013
(Ausgangsscheck: Schecknummer gleich oder ungleich Belegnummer
)
Dieser Algorithmus versucht die Schecknummer in den Verwendungszweckzeilen entweder nach Algorithmus 011 oder nach Algorithmus 012 zu finden.
015
(Ausgleichsvorgang: Selektion über Zuordnung
)
Dieser Algorithmus ermöglicht einen Ausgleich offener Posten mittels Zuordnungsnummer:
Falls die entsprechende Buchungsregel einen Ausgleich vorsieht, erfolgt hier also die Selektion über die Zuordnungsnummer.
Falls die entsprechende Buchungsregel keinen Ausgleich vorsieht, so wird als Zuordnungsnummer die Bankreferenz (z. B. Schecknummer) in die Belegzeile der A-Konto-Buchung geschrieben.
Dadurch kann später automatisch über die Zuordnungsnummer ausgeglichen werden (z. B. mittels Report SAPF123W).
Achtung
Für die Nutzung dieses Algorithmus sind folgende Einschränkungen zu beachten:
Ein automatischer Ausgleich mit der Zuordnungsnummer ist nur dann möglich, wenn das auszugleichende Konto ermittelbar ist (aus den Bankdaten bei Debitoren/Kreditoren bzw. aus der Buchungsregel bei Sachkonten).
Für die Selektion mittels Zuordnungsnummer wird aus dem Kontoauszug das Feld Bankreferenz
bzw. Schecknummer
benutzt. (Wenn dieses Feld leer ist, dann wird der Anfang des Felds Verwendungszweck
verwendet.)
Bitte überprüfen Sie, ob die genannten Felder die richtige Information enthalten, um auf dem betreffenden Konto nach offenen Posten zu suchen.
Da die Zuordnungsnummer ein Textfeld ist, kann es vorkommen, dass die Information im Kontoauszug nicht korrekt formatiert ist. Wenn Sie die Selektion mittels der Zuordnungsnummer nutzen möchten, obwohl die Information im Kontoauszug nicht oder nicht im korrekten Format vorliegen, so können
Sie über die Customer-Function das Feld Schecknummer
(FEBEP-CHECT) füllen.
019
(Referenzbelegnummer DTA-Verwaltung
)
Dieser Algorithmus wird beim Einlesen von Kontoauszugspositionen eingesetzt, die auf einen vorausgehenden Zahllauf zurückgehen. Alle Einzelposten eines durch das Zahlprogramm erstellten Zahlungsträgers werden mittels einer DTA-Referenznummer zusammengefasst. Ihre Hausbank liefert Ihnen die Gesamtsumme der Einzelposten zusammen mit der DTA-Referenznummer zurück. Der Algorithmus findet in den Verwendungszweckzeilen des Kontoauszugs die DTA-Referenznummer, über die im System alle Einzelposten gefunden und ausgeglichen werden.
020
(Belegnummernsuche
)
Dieser Algorithmus funktioniert wie Algorithmus 001. Er interpretiert den Inhalt der Verwendungszweckfelder jedoch ausschließlich als Belegnummer.
021
(Referenzbelegnummernsuche
)
Dieser Algorithmus funktioniert wie Algorithmus 001. Er interpretiert den Inhalt der Verwendungszweckfelder jedoch ausschließlich als Referenzbelegnummer.
022
(BZÜ-Verfahren Deutschland mit Belegnummer
)
Dieser Algorithmus bezieht sich auf das sog. BZÜ-Verfahren, dem beleglosen Zahlschein-Überweisungsverkehr. In diesem Fall wird von einem Fakturasystem ein Überweisungsvordruck erstellt, der in der Codierzeile eine dreizehnstellige Nummer enthält. Diese Nummer besteht i.d.R. aus der Belegnummer und einer Prüfziffer. Ihre Hausbank liefert Ihnen diese Nummer zurück. Der Algorithmus schneidet die Prüfziffer ab und interpretiert die Nummer rechtsbündig als Belegnummer.
023
(BZÜ-Verfahren Deutschland mit Referenzbelegnummer
)
Dieser Algorithmus bezieht sich ebenfalls auf das sog. BZÜ-Verfahren, dem beleglosen Zahlschein-Überweisungsverkehr. In diesem Fall wird von einem Fakturasystem ein Überweisungsvordruck erstellt, der in der Codierzeile eine dreizehnstellige Nummer enthält. Diese Nummer besteht in diesem Fall aus der Referenzbelegnummer und einer Prüfziffer. Ihre Hausbank liefert Ihnen diese Nummer zurück. Der Algorithmus interpretiert die Nummer inklusive der Prüfziffer in den Verwendungszweckfeldern des elektronischen Kontoauszugs als Referenzbelegnummer.
026
(Referenzbelegnummern-Suche mit führenden Nullen, wenn < 10
)
Dieser Algorithmus kann verwendet werden, wenn im Kontoauszug für die zehnstellige Referenznummer führende Nullen nicht zurückgeliefert werden (z.B. im Kontoauszug lautet die Referenzbelegnummer 100 statt 0000000100). Er arbeitet in drei Schritten:
Wie Algorithmus 021 durchsucht Algorithmus 026 das Feld Verwendungszweck
nach möglichen Referenzbelegnummern. (Nummernbereich XBELNR in Selektionsbild zum Einlesen des Kontoauszugs.)
Abweichend von Algorithmus 21 füllt der Algorithmus 026 zehn Stellen, indem er führende Nullen ergänzt.
Am Ende gleicht er die die Referenzbelegnummern aus dem Kontoauszug mit den im System vorhandenen Referenzbelegnummern ab.
027
(Referenznummer TITO
)
Dieser Algorithmus sucht die Zahlungsreferenz
, die das finnische TITO-Kontoauszugsformat liefert.
028
(Referenznummer via MULTICASH-Konvertierprogramme
)
Entspricht Algorithmus 027, wenn die Kontoasuzugsdateien im MULTICASH-Format eingelesen werden. Es wird der Nummernbereich BELNR verwendet.
029
(Zahlungsauftragsnummer
)
Dieser Algorithmus sucht über die Zahlungsauftragsnummer. Es wird der Nummernbereich XBELNR verwendet.
030
(Brasilianische Suche
)
Dieser Algorithmus wird beim Einsatz des elektronischen Kontoauszugs in Brasilien verwendet. Er sucht über die Belegnummer, das Geschäftsjahr und die Nummer der Buchungszeile innerhalb des Buchhaltungbeleges.
031
(Belegnummern-Suche (Kundennummer aus Belegzeile)
)
Dieser Algorithmus arbeitet wie der Algorithmus 020 (Belegnummernsuche). Er weist folgende Besonderheiten auf:
Sie können automatisch die Stammdaten um die Bankverbindung ergänzen, wenn der entsprechende Geschäftspartner über eine Belegnummer identifiziert werden kann, die im Feld Verwendungszweck
steht. Diese Möglichkeit besteht auch beim Algorithmus 021. Da
die Bankverbindung in der Regel jeweils im Kontoauszug mitgeliefert wird, können diese Angaben zur Ergänzung der Stammdaten verwendet werden. Mit dem Report RFEBKA80 können Sie eine Datei mit Bankverbindungen von Debitoren erzeugen, die Sie mit dem Report RFBIDE00 den Stammsätzen hinzufügen. Weitere Informationen
finden Sie in der Dokumentation zu den Reports.
Achtung
Im Falle eines abweichenden Regulierers ist die im Kontoauszug enthaltene Bankverbindung nicht die des Geschäftspartners, auf den die zuvor im Verwendungszweck gefundene Belegnummer verweist. Die entsprechende Bankverbindung wird beim falschen Geschäftspartner ergänzt.
Der Algorithmus ist im Zusammenhang mit der automatischen Erstellung von Zahlungsavisen bei Einlesen des Kontoauszugs von Bedeutung. Ein solches Zahlungsavis wird erstellt, wenn beim Einlesen nicht sofort alle offenen Posten ausgeglichen werden können, weil beispielsweise nicht alle im Verwendungszweck gelieferten Belegnummern gefunden wurden. Das Avis enthält die gefundenen Belegnummern und kann zum Buchen der entsprechenden Kontoauszugspositionen verwendet werden, wenn die fehlenden Belegnummern manuell ergänzt wurden. Es ist nun denkbar, dass die einzelnen Belegnummern bzw. Avispositionen zu verschiedenen Geschäftspartnern gehören (z.B. Zahlung durch gemeinsamen Regulierer). Diese Positionen werden im Avis nur dann automatisch dem richtigen Geschäftspartner zugeordnet, wenn Algorithmus 031 verwendet wird. Wenn Sie den Algorithmus 21 verwenden, müssen Sie die einzelnen Avispositionen jeweils manuell um die richtige Geschäftspartnerinformation ergänzen.
041
(TR: Erst Darlehenssuche, dann Standardsuche
)
Dieser Algorithmus führt die Suche in umgekehrter Reihenfolge, wie der Algorithmus 040 durch.
120
(Belegnummernsuche ohne Probelesen)
)
Dieser Algorithmus sucht nach der Belegnummer im Verwendungszweck und prüft nicht, ob die Belegnummer im System existiert. Er prüft nur, ob die Nummer im Nummernintervall liegt, das Sie beim Einlesen des Kontoauszugs angegeben haben.
Wenn Sie diesen Interpretationsalgorithmus im Customizing des elektronischen Kontoauszugs hinterlegen, dann kann der elektronische Kontoauszug auch offene Posten ausgleichen, die in einem anderen, als dem aktuellen Bankbuchungskreis existieren.
121
(Referenzbelegnummersuche ohne Probelesen
)
Dieser Algorithmus funktioniert wie Algorithmus 120. Er interpretiert den Inhalt der Verwendungszweckfelder jedoch ausschließlich als Referenzbelegnummer.
Den Interpretationsalgorithmus legen Sie im Customizing des elektronischen Kontoauszugs fest. Wählen Sie hierzu im Customizing der Bankbuchhaltung Hier legen Sie für jeden externen Vorgang fest, welcher Interpretationsalgorithmus bei ihm anzuwenden ist. Weitere Informationen zu den Einstellungen für externe Vorgänge finden Sie in der Dokumentation im SAP Solution Manager.
Hinweis
Falls die von SAP angebotenen Standard-Algorithmen zum Interpretieren der Verwendungszweckfelder nicht alle individuellen Anforderungen abdecken, können diese ohne Modifikation des Standards aufwärtskompatibel mit Hilfe von Funktionserweiterungen (Customer-Exits) programmiert werden.