Kapazitätsterminierung in der VerfügbarkeitsprüfungWenn das System bei der Kapazitätsverfügbarkeitsprüfung für Vorgänge eines Auftrags fehlende Kapazität feststellt, können Sie für den Auftrag im Rahmen der Kapazitätsverfügbarkeitsprüfung eine Kapazitätsterminierung durchführen. Bei der Kapazitätsterminierung sucht das System unter Berücksichtigung der bestehenden Kapazitätsbelastung (Grundlast) Termine, an denen Sie den Auftrag ohne Kapazitätsprobleme durchführen können.
In der interaktiven Auftragsbearbeitung können Sie die Kapazitätsterminierung im Anschluß an die Prüfung manuell anstoßen.
In der Sammelbearbeitung von Fertigungsaufträgen (Sammelumsetzung von Planaufträgen in Fertigungsaufträgen, Sammelfreigabe von Fertigungsaufträgen) führt das System die Kapazitätsterminierung automatisch im Anschluß an die Prüfung durch, wenn Sie dies im Customizing eingestellt haben.
In der Sammelbearbeitung von anderen Aufträgen (Sammelumsetzung von Planaufträgen in Prozeßaufträge, Sammelfreigabe) steht die Kapazitätsterminierung im Anschluß an die Prüfung nicht zur Verfügung.
Steuerung der Kapazitätsterminierung
Wenn das System die Kapazitätsterminierung nicht mit den SAP-Standardeinstellungen durchführen soll, müssen Sie im Customizing der
Verfügbarkeitsprüfung
das gewünschte
Gesamtprofil für die Kapazitätsverfügbarkeitsprüfung
eintragen. Wenn Sie kein Profil angeben, verwendet das System
für Fertigungs- und Prozeßaufträge das Standardprofil SAPSFCG013
für Instandhaltungs- und Serviceaufträge das Standardprofil SAPPM_G013
Kapazitätsterminierung in der Sammelbearbeitung von Fertigungsaufträgen
Wenn das System bei der Kapazitätsverfügbarkeitsprüfung in der Sammelbearbeitung von Fertigungsaufträgen eine Kapazitätsterminierung durchführen soll, müssen Sie dies im Customizing des
Fertigungssteuerungsprofils
einstellen.
Bei der Kapazitätsterminierung sucht das System nach Terminen, an denen die (noch nicht eingeplanten) Vorgänge des Auftrags ohne Kapazitätsprobleme bearbeitet werden können.
Planungsrichtung
Das System sucht in der Planungsrichtung, die Sie im Customizing festgelegt haben (Strategieprofil im Gesamtprofil).
Suchzeitraum
Der Zeitraum, in dem das System nach Terminen sucht, ist wie folgt durch die Auftragstermine und den Planungszeitraum bestimmt, den Sie im Customizing definiert haben (Zeitprofil im Gesamtprofil):
Bei Vorwärtsterminierung sucht das System
bis zum Ende des Planungszeitraumes, wenn das Auftragsende früher als das Ende des Planungszeitraums liegt
bis zum Auftragsende, wenn dieses später als das Ende des Planungszeitraums liegt
Bei Rückwärtsterminierung sucht das System
bis zum Beginn des Planungszeitraums, wenn der Auftragsstart später als der Beginn des Planungszeitraums liegt
bis zum Auftragsstart, wenn dieser früher als der Beginn des Planungszeitraums liegt
Rückstand
Wenn Sie es im Customizing eingestellt haben (Zeitprofil und Strategieprofil im Gesamtprofil), berücksichtigt das System den Rückstand .
Reihenfolge der Einplanung
In welcher Reihenfolge das System für die Vorgänge des Auftrags neue Termine sucht, legen Sie im Customizing über die
Einplanungsreihenfolge
fest (Strategieprofil im Gesamtprofil). In der Standardeinstellung arbeitet das System die Vorgänge in ihrer numerischen Reihenfolge ab, d.h. in ihrer zeitlichen Reihenfolge. Sie sollten grundsätzlich diese Einplanungsreihenfolge verwenden.
Terminierungsablauf
Der im folgenden beschriebene Ablauf gilt für den Fall, daß alle Vorgänge des Auftrags Kapazitätsbedarfe haben.
Das System sucht zunächst für den ersten Vorgang (Planungsrichtung vorwärts) oder dem letzten Vorgang des Auftrags (Planungsrichtung rückwärts) kapazitiv machbare Termine:
Wenn zu den geplanten Terminen ausreichend Kapazität zu Verfügung steht, behält der Vorgang diese Termine.
Wenn das System neue Termine mit ausreichender Kapazität findet, plant es den Vorgang zu diesen Terminen temporär ein d.h. der Vorgang bekommt temporär den Status
eingeplant
. Da die Kapazitätsverfügbarkeitsprüfung auf einer periodengerasterten Aufbereitung basiert, plant das System den Vorgang immer auf den Beginn (Planungsrichtung vorwärts) oder auf das Ende einer Periode (Planungsrichtung rückwärts) ein.
Wenn das System keine neuen Termine findet, behält der Vorgang zunächst die geplanten Termine.
Dann führt das System für den nächsten Vorgang eine Kapazitätsterminierung durch. Wenn Sie mit den Standardeinstellungen des Strategieprofils im Gesamtprofil arbeiten, plant das System diesen Vorgang frühestens nach dem soeben terminierten Vorgang (Planungsrichtung vorwärts) oder spätestens vor diesen Vorgang (Planungsrichtung rückwärts) temporär ein, erhält also die zeitliche Reihenfolge der Vorgänge. Wenn das System im Suchzeitraum keinen Termin mit ausreichender Kapazität findet, plant es den Vorgang auf jeden Fall zu diesem frühesten bzw. spätesten Zeitpunkt temporär ein. Ansonsten plant es den Vorgang zu dem Termin mit ausreichender Kapazität ein.
Das System wiederholt das Verfahren, bis alle Vorgänge kapazitätsterminiert sind. Vorgänge mit dem Status
eingeplant
dies sind Vorgänge, die Sie bereits vor der Kapazitätsverfügbarkeitsprüfung in der Plantafel eingeplant habenverschiebt das System bei der Kapazitätsterminierung nicht. Nicht eingeplante Vorgänge, deren geplante Termine in der Vergangenheit liegen, verschiebt das System durch eine Heute-Terminierung auf den aktuellen Termin oder in die Zukunft.
Wenn alle Vorgänge kapazitätsterminiert sind, führt das System für den Auftrag einezeitgenaueMittelpunktterminierung durch. Hierbei bleiben eingeplante Vorgänge, d.h. Vorgänge, die schon vor dem Aufruf der Kapazitätsterminierung eingeplant waren, als auch die temporär eingeplanten Vorgänge, fixiert. Nach der Mittelpunktterminierung nimmt das System den Status
eingeplant
der während der Kapazitätsterminierung temporär eingeplanten Vorgänge wieder zurück.
Eine hundertprozentige Auslastung einer Periode können Sie i.a. nicht erreichen. Dafür müßte der Kapazitätsbedarf eines Vorgangs in einer Periode zufällig genauso groß sein wie das freie Kapazitätsangebot in dieser Periode.
Vorgangsreihenfolge nach der Terminierung
Wenn alle Vorgänge eines Auftrags Kapazitätsbedarfe haben und Sie im
Strategieprofil die Standardeinstellungen
verwenden, entspricht die zeitliche Reihenfolge nach der Terminierung der Vorgangsreihenfolge im Auftrag. Dies ist der im Abschnitt
Terminierungsablauf
beschriebene Fall.
Allgemein erhält das System die zeitliche Reihenfolge der Vorgänge nur, wenn folgende Bedingungen erfüllt sind:
Der Vorgang gehört zu einem Auftrag mit folgenden Eigenschaften:
Der Auftrag ist ein Auftrag ohne Anordnungsbeziehungen (Planaufträge, Fertigungsaufträge, Instandhaltungs- und Serviceaufträge ohne explizit gepflegte Anordnungsbeziehungen), bei dem der erste Vorgang (Planungsrichtung vorwärts) oder der letzte Vorgang eines Auftrags (Planungsrichtung rückwärts) Kapazitätsbedarfe haben.
Der Auftrag ist ein Auftrag mit explizit zu pflegenden Anordnungsbeziehungen (Prozeßaufträge, Netzpläne, Instandhaltungs- und Serviceaufträgen mit Anordnungsbeziehungen), bei dem alle Vorgänge Kapazitätsbedarfe haben.
Sie verwenden im Strategieprofil des Gesamtprofils die Standardeinstellungen für die Kapazitätsverfügbarkeitsprüfung , d.h. Sie haben die
Vorgangsreihenfolge im Auftrag beachten
aktiviert und als Einplanungsreihenfolge die numerische Vorgangsreihenfolge angegeben.
Wenn diese Bedingungen nicht erfüllt sind, kann die zeitliche Reihenfolge der Vorgänge bei der Terminierung verletzt werden.
Interaktive Auftragsbearbeitung
Nach der Kapazitätsterminierung gelangen Sie auf das Dialogfenster
Vorgangstermine
, in dem die neuen Termine und die Terminverschiebung angezeigt werden. Für die Vorgänge, für die das System kapazitiv machbare Termine gefunden hat, ist das Kennzeichen
KapBestätigt
gesetzt, d.h. sie sind im Moment kapazitiv bestätigt. Sie können dieses Kennzeichen jederzeit zurücknehmen oder für beliebige Vorgänge neu setzen, auch bei fehlender Kapazität. Jetzt können Sie entscheiden, ob Sie die neuen Termine in den Auftrag übernehmen und welche Vorgänge Sie kapazitiv bestätigen, d.h. welche Kapazitätsbedarfe Sie in die Grundlast übernehmen wollen.
Sammelbearbeitung von Fertigungsaufträgen
Nach der Kapazitätsterminierung ist die Kapazitätsverfügbarkeitsprüfung abgeschlossen. Das System übernimmt die neu bestimmten Termine in den Auftrag. Abhängig von Ihren Einstellungen im Customizing des
Fertigungssteuerungsprofils
übernimmt es die Kapazitätsbedarfe der kapazitiv machbaren Vorgänge in die Grundlast. Sie haben folgende Möglichkeiten:
Das System übernimmt nur die Kapazitätsbedarfe der kapazitiv machbaren Vorgänge eines Auftrags in die Grundlast.
Wenn alle Vorgänge eines Auftrags kapazitiv machbar sind, übernimmt das System alle Kapazitätsbedarfe, ansonsten keine.