Customizing für systemübergreifende Lieferung einstellen

Verwendung

Eine buchungskreisübergreifende Lieferung im eigentlichen Sinne liegt vor, wenn der verkaufende Buchungskreis eines Kundenauftrages von dem liefernden abweicht und die Auslieferung an den Kunden sofort und ohne temporäre Vereinnahmung der Ware durch den verkaufenden erfolgt. Zwischen den Buchungskreisen wird eine interne Faktur erstellt, der verkaufende Buchungskreis fakturiert an den externen Kunden. Diese Abwicklung wird im Rahmen der systemübergreifenden Warenflüsse auch über Systemgrenzen hinweg unterstützt (siehe auch: systemübergreifende Umlagerung (buchungskreisintern) ).

Eine buchungskreisinterne Lieferung liegt vor, wenn die verkaufende Organisation auf Kopfebene eines Kundenauftrages einem anderen Profit-Center-Knoten zugeordnet ist, als die liefernde Organisation auf Positionsebene, der Buchungskreis aber nicht wechselt. In diesem Fall soll zwischen den Profit-Centern eine Profit-Center-Verrechnung durchgeführt werden. Der Transferpreis soll bereits im Kundenauftrag angezeigt werden.

In den Szenarien der systemübergreifenden Warenflüsse können buchungskreisinterne Lieferungen zu ‚systemtechnischen’ systemübergreifenden Lieferungen werden, wenn das liefernde Werk auf Positionsebene in einem anderen System als dem Auftragssystem verwaltet wird.

Voraussetzungen

  • Logische Systeme, Ports und RFC-Destinationen stehen für das ALE-Customizing bereit

  • Stammdatenverteilung (insbesondere Materialstammdaten): ALE-Verteilungsmodelle müssen eingestellt sein

  • die SAP APO-Integration muss aktiv und funktionsfähig sein

  • die Stammdaten zwischen den beteiligten Systemen müssen abgestimmt sein

  • Abgleich der Verkaufsmengeneinheiten (zumindest eine Umrechnung muss vorhanden sein)

  • Abgleich Mengenvereinbarungen (Mindestauftragsmenge, Mindestliefermenge), Lieferpriorität, Teillieferungen

  • Bei automatischer Verteilung der Chargendaten über das IDoc BATMAS muss die Chargenklasse des Materials im Auftrags- und Liefersystem gleich benannt sein. Die Chargenmerkmale können abweichen.

  • Stellen Sie sicher, dass z.B. auch die Zahlungsbedingungen in allen beteiligten Systemen identisch gepflegt sind.

Vorgehensweise

Es wird nur auf die Besonderheiten eingegangen, die hinsichtlich des R/3-Systemwechsels von Interesse sind bzw. hinsichtlich neuer Objekte (z.B. ungeprüfte Lieferung).

Nehmen Sie die folgenden Einstellungen vor:

Auftragssystem:

  1. Pflegen Sie die externen Werke.

  1. Wählen Sie im SAP Referenz-IMG: Anfang des Navigationspfads Unternehmensstruktur Navigationsschritt Definition Navigationsschritt Logistik Allg. Navigationsschritt Werk definieren Navigationsschritt . Navigationsschritt Werk für den systemübergreifenden Warenfluss definieren. Ende des Navigationspfads

  2. Tragen Sie die gewünschten Werke ein.

Legen Sie weiterhin ein CIF-Integrationsmodell an und aktivieren Sie dieses. Tragen Sie hierfür im Customizing die externen Werke, die zum betriebswirtschaftlichen Systemverbund gehören, ein.

Schalten Sie die Verfügbarkeitsprüfung aus, wenn Sie keinen APO einsetzen. Ansonsten würde die Verfügbarkeitsprüfung ablaufen und aufgrund der fehlenden Werksdaten könnten keine Mengen bestätigt werden. Ohne bestätigte Mengen entstehen keine ungeprüften Lieferungen (keine IDoc-Erzeugung). Nehmen Sie die folgenden Einstellungen zum Ausschalten der Verfügbarkeitsprüfung vor:

  1. Tragen Sie die Verfügbarkeitsprüfungsgruppe ‚ KP ‘ für das entsprechende externe Werk ein. Wählen Sie im SAP Referenz-IMG: Anfang des Navigationspfads Unternehmensstruktur Navigationsschritt Definition Navigationsschritt Logistik Allg. Navigationsschritt Werk definieren Navigationsschritt . Navigationsschritt Werk für den systemübergreifenden Warenfluss definieren. Ende des Navigationspfads

  2. Es muss über die Einteilungstypenfindung ein Einteilungstyp wie ‚ CN ‘ ermittelt werden. Der Einteilungstyp ‚ CN ‘ verhindert eine Verfügbarkeitsprüfung. Das können Sie über den Positionstypen und das Dispomerkmal ‚ blank ‘ erreichen. Für externe Werke findet das System kein Dispomerkmal (aufgrund fehlender Werkssicht) und kann dann über den Positionstypen einen Einteilungstyp finden, der die Verfügbarkeitsprüfung ausschaltet. Wählen Sie hierfür im SAP Referenz-IMG: Anfang des Navigationspfads Vertrieb Navigationsschritt Verkauf Navigationsschritt Verkaufsbelege Navigationsschritt Einteilungen Navigationsschritt Einteilungstypen zuordnen Ende des Navigationspfads

  1. Legen Sie die Preiskonditionen für die verkaufende Verkaufsorganisation an

  2. Wählen Sie im hierfür SAP Menü: Anfang des Navigationspfads Logistik Navigationsschritt Vertrieb Navigationsschritt Stammdaten Navigationsschritt Konditionen Navigationsschritt anlegen Ende des Navigationspfads

  3. Pflegen Sie im Materialstamm die Steuerklassifikation für das Land des Lieferwerkes (Vertriebssicht 1).

Wählen Sie hierzu im SAP Menü: Anfang des Navigationspfads Logistik Navigationsschritt Materialwirtschaft Navigationsschritt Materialstamm Navigationsschritt Material Ende des Navigationspfads .

Hinweis Hinweis

Die in der Vertriebssicht des Materialstamms als Vorschlag angegebenen externen Werke werden nur dann in die Auftragspositionen übernommen, wenn die Kombination Material/Werk im Integrationsmodell CIF aufgenommen ist (d.h., eine ATP-Prüfung über den SAP APO möglich ist).

Ende des Hinweises
  1. Stellen Sie die Kopiersteuerung für Faktura ein.

  1. Wählen Sie im SAP Referenz-IMG: Anfang des Navigationspfads Vertrieb Navigationsschritt Fakturierung Navigationsschritt Fakturen Navigationsschritt Kopiersteuerung für Fakturen pflegen Navigationsschritt Kopiersteuerung: Verkaufsbeleg nach Faktura. Ende des Navigationspfads

  2. Ordnen Sie den Auftragspositionstypen, die für den systemübergreifenden Warenfluss relevant sind, die Kopierbedingung 400 zu.

In der Bedingung 400 wird über einen Funktionsbaustein auf das liefernde System zugegriffen. Damit werden Liefertexte, Verpackungsinformationen, Chargeninformationen und Versandinformationen aus dem liefernden System nachgelesen. Nehmen Sie die Kopiersteuerung auftragsbezogen vor, d.h. Verkauf nach Faktura.

Wenn Sie mit vordatierten Rechnungen ( Rechnung vor Warenausgang) arbeiten, dann müssen Sie die Kopierbedingung 400 zu einer neuen Kopierbedingung kopieren und an der neu erstellten Kopierbedingung einige Änderungen vornehmen. Beachten Sie vor allen Dingen die Abstimmung der verschiedenen Status.

Lieferndes System:

  1. Legen Sie die Verkaufsorganisation und die Vertriebswege des auftraggebenden Systems an.

  1. Wählen Sie im SAP Referenz-IMG: Anfang des Navigationspfads Unternehmensstruktur Navigationsschritt Definition Navigationsschritt Vertrieb Navigationsschritt Verkaufsorganisation definieren, kopieren, löschen, prüfen Ende des Navigationspfads , um eine Verkaufsorganisation zu definieren.

  2. Wählen Sie im SAP Referenz-IMG: Anfang des Navigationspfads Unternehmensstruktur Navigationsschritt Definition Navigationsschritt Vertrieb Navigationsschritt Vertriebsweg definieren, kopieren, löschen, prüfen Ende des Navigationspfads , um einen Vertriebsweg zu definieren.

  3. Wählen Sie im SAP Referenz-IMG: Anfang des Navigationspfads Unternehmensstruktur Navigationsschritt Zuordnung Navigationsschritt Vertrieb Navigationsschritt Vertriebsbereich bilden Ende des Navigationspfads , um den Vertriebsbereich zu bilden.

  1. Ordnen Sie das Lieferwerk der Verkaufsorganisation und dem Vertriebsweg zu.

  1. Wählen Sie im SAP Referenz-IMG: Anfang des Navigationspfads Unternehmensstruktur Navigationsschritt Zuordnung Navigationsschritt Vertrieb Navigationsschritt Verkaufsorganisation - Vertriebsweg - Werk zuordnen Ende des Navigationspfads .

  2. Ordnen Sie das Lieferwerk der Verkaufsorganisation und dem Vertriebsweg zu.

  1. Ordnen Sie dem Lieferwerk den Vertriebsbereich für die interne Verrechnung zu.

Wählen Sie hierfür im SAP Referenz-IMG: Anfang des Navigationspfads Vertrieb Navigationsschritt Fakturierung Navigationsschritt Interne Verrechnung Navigationsschritt Organisationseinheiten pro Werk zuordnen Ende des Navigationspfads .

  1. Definieren Sie gemeinsame Vertriebswege und Sparten.

  1. Wählen Sie im SAP Referenz-IMG: Anfang des Navigationspfads Unternehmensstruktur Navigationsschritt Zuordnung Navigationsschritt Vertrieb Navigationsschritt Sparte - Verkaufsorganisation zuordnen Ende des Navigationspfads .

  2. Definieren Sie gemeinsame Vertriebswege und Sparten.

  1. Erweitern Sie die Materialien, die aus externen Systemen zur Auslieferung beauftragt werden können, um die Vertriebssicht des extern verkaufenden Vertriebsweges. (Für den dem Lieferwerk zugeordneten Vertriebsweg in der Tabelle T001W muss das Material natürlich auch gepflegt sein, dies ist jedoch Standard-SD-Abwicklung (1-Systemfall)).

  1. Wählen Sie im SAP Menü: Anfang des Navigationspfads Logistik Navigationsschritt Materialwirtschaft Navigationsschritt Materialstamm Navigationsschritt Material Navigationsschritt Anlegen allgemein Navigationsschritt Sofort. Ende des Navigationspfads

  2. Wählen Sie die entsprechenden Materialien aus und erweitern Sie diese um die Vertriebssicht des extern verkaufenden Vertriebsweges.

  1. Pflegen Sie die externen Kunden/Warenempfänger.

  1. Wählen Sie im SAP Menü: Anfang des Navigationspfads Logistik Navigationsschritt Vertrieb Navigationsschritt Stammdaten Navigationsschritt Geschäftspartner Navigationsschritt Kunde Navigationsschritt Anlegen Navigationsschritt Vertrieb. Ende des Navigationspfads

  2. Legen Sie die externen Kunden an.

  1. Legen Sie die internen Kunden für die interne Verrechnung zwischen den Buchungskreisen an.

  1. Wählen Sie im SAP Menü: Anfang des Navigationspfads Logistik Navigationsschritt Vertrieb Navigationsschritt Stammdaten Navigationsschritt Geschäftspartner Navigationsschritt Kunde Navigationsschritt Anlegen Navigationsschritt Vertrieb. Ende des Navigationspfads

  2. Legen Sie die internen Kunden an.

  1. Ordnen Sie die internen Kunden für die interne Verrechnung zwischen Buchungskreisen der extern verkaufenden Verkaufsorganisation zu.

  1. Wählen Sie im SAP Referenz-IMG: Anfang des Navigationspfads Unternehmensstruktur Navigationsschritt Definition Navigationsschritt Vertrieb Navigationsschritt Verkaufsorganisation definieren Ende des Navigationspfads .

  2. Pflegen Sie die Einträge.

  1. Legen Sie die Konditionen für die Preise der internen Verrechnung an.

  2. Wählen Sie hierfür im SAP Menü: Anfang des Navigationspfads Logistik Navigationsschritt Vertrieb Navigationsschritt Stammdaten Navigationsschritt Kondition Navigationsschritt Anlegen Ende des Navigationspfads .

  3. Stellen Sie die Ermittlung der Lieferart ein.

  1. Wählen Sie im SAP Referenz-IMG: Anfang des Navigationspfads Logistics Execution Navigationsschritt Versand Navigationsschritt Lieferungen Navigationsschritt Lieferarten definieren Ende des Navigationspfads .

  2. Die Lieferart wird aus der Default-Auftragsart der Lieferung übernommen. Die Lieferart liefert das IDoc.

  3. Aus dem Customizing der Lieferart stammt die Versandbedingung.

  1. Lieferpriorität und Teillieferkennzeichen aus dem Kundenmaterialinfosatz.

Mit dem Vertriebsbereich des liefernden Werkes und der Warenempfängernummer wird der Kundenmaterialinfosatz gelesen, um die Lieferpriorität und das Teillieferungskennzeichen zu ermitteln.

  1. Transport- und Ladegruppe.

Aus der Versandsicht des Materials wird die Transport- und Ladegruppe gefunden.

  1. Legen Sie eine Fakturaart für interne Fakturen vor Warenausgang an.

  1. Wählen Sie im SAP Referenz-IMG: Anfang des Navigationspfads Vertrieb Navigationsschritt Fakturierung Navigationsschritt Fakturen Navigationsschritt Fakturaarten definieren Ende des Navigationspfads .

  2. Legen Sie eine Fakturaart für die interne Verrechnung an.

  1. Legen Sie eine Kopiersteuerung für Fakturen an, die das Warenausgangskennzeichen nicht prüft. Diese muss der vorher angelegten Fakturaart zugeordnet werden.

  1. Wählen Sie im SAP Referenz-IMG: Anfang des Navigationspfads Vertrieb Navigationsschritt Fakturierung Navigationsschritt Fakturen Navigationsschritt Kopiersteuerung für Fakturen pflegen Navigationsschritt Kopiersteuerung: Lieferbeleg nach Faktura. Ende des Navigationspfads

  2. Pflegen Sie die Einträge.

Hinweis Hinweis

Diese Kopierbedingung darf keine Abfrage auf den Fakturastatus haben. Falls Sie die Kopierbedingung 11 als Vorlage verwenden, müssen Sie die Abfrage " IF VBUK-FKST EG ' '......ENDIF " in der Form " BEDINGUNG_PRUEFEN_011 " des Includes " LV60A011 " entfernen.

Ende des Hinweises
  1. Ausprägung des BADI VOR_WA_FAKTURA: dabei muss die oben definierte Fakturaart in dem Fall angewendet werden, dass eine interne Faktur benötigt wird, also simuliert werden muss.

  1. Wählen Sie im SAP Menü: Anfang des Navigationspfads Werkzeuge Navigationsschritt ABAP Workbench Navigationsschritt Hilfsmittel Navigationsschritt Business Add-Ins Navigationsschritt Implementierung. Ende des Navigationspfads

  2. Geben Sie VOR_WA_FAKTURA ein und bearbeiten diesen Eintrag.

Optionale Einstellungen für systemübergreifende Lieferungen

Wenn Sie mit dem Szenario der systemübergreifenden Lieferung arbeiten, dann müssen Sie noch die folgenden Einstellungen im Liefersystem vornehmen, damit die im IDoc DELIVERYPROCESSING_EXECUTE gesendete Lieferart und der Positionstyp auf die gewünschten Werte im liefernden System umgeschlüsselt werden:

  1. Wählen Sie im SAP Referenz-IMG: Anfang des Navigationspfads Logistics Execution Navigationsschritt Versand Navigationsschritt Lieferungen Navigationsschritt Umschlüsselung Belegarten für systemübergreifenden Warenfluss Navigationsschritt . Ende des Navigationspfads

  2. Wählen Sie im SAP Referenz-IMG: Anfang des Navigationspfads Logistics Execution Navigationsschritt Versand Navigationsschritt Lieferungen Navigationsschritt Umschlüsselung Positionstypen für systemübergreifenden Warenfluss pflegen Ende des Navigationspfads .

Hinweis Hinweis

Beachten Sie hierbei auch, dass Sie auch die Auftragsart substituieren müssen.

Ende des Hinweises