Differenzfakturen

Verwendung

In der Mineralölindustrie gibt es häufig Vereinbarungen zwischen Kunden und Lieferanten, daß Rechnungen aufgrund von Durchschnittspreisen für die bezogenen Produkte erstellt werden. Diese Durchschnitte werden über einen festgelegten Zeitraum ermittelt. Wenn ein Material geliefert wurde und fakturiert werden soll, steht ein endgültiger Durchschnittspreis häufig noch nicht fest, weil der Zeitraum für die Durchschnittsermittlung über das Tagesdatum hinaus reicht. In solchen Fällen wird eine vorläufige Rechnung erstellt. Sobald alle Preisangaben für den Zeitraum zur Durchschnittsbildung bekannt sind und der endgültige Produktpreis ermittelt werden kann, wird über die Differenz zwischen dem bereits fakturierten und dem endgültigen Preis eine weitere Faktura (Differenzfaktura) ausgestellt.

Beispiel Beispiel

Die Firma Big Oil einigt sich mit einem Kunden, daß die Berechnung des Produktes Super95 aufgrund eines Durchschnittspreises erfolgen soll. Die Basis für die Mittelung sollen die von Platt’s notierten Preise zwischen den 1. und 30. Dezember sein. Bei Big Oil wird daher ein Kundenauftrag angelegt, der eine F/D-Preiskondition enthält, die als Durchschnittszeitraum die Periode 1.–30. Dezember definiert.

Der Kunde benötigt das Super95 zum 20. Dezember. Das Produkt wird ausgeliefert, und Big Oil legt aufgrund des Lieferbelegs eine Faktura an. Die Regel für vorläufige Zeiträume in der Formel- und Durchschnittspreisfindung (F/D-Preisfindung) dient nun als Grundlage zur Ermittlung eines vorläufigen Preises. Die entsprechende Faktura wird als “vorläufig” deklariert, da der endgültige Preis des Materials ja noch nicht ermittelt werden konnte.

Am 30. Dezember wird der Durchschnittspreis für den festgelegten Zeitraum aufgrund der Notierungen von Platt’s ermittelt, und eine neue Rechnung wird angelegt. Hierzu verrechnet das System den Preis in der vorläufigen Rechnung und den neu ermittelten endgültigen Preis gegeneinander. Die resultierende Differenzfaktura enthält das Ergebnis dieser Berechnung, wobei es sich de facto um eine Nachberechnung oder eine Gutschrift handeln kann.

Ende des Beispiels.

Voraussetzungen

Im Customizing müssen die entsprechenden Konditionsarten und Zugriffsfolgen definiert und dem Kalkulationsschema zugeordnet sein.

Sie können im Customizing für einzelne Fakturaarten festlegen, ob entsprechende Fakturabelege als Differenzfakturen zu behandeln sind. Wählen sie hierzu Anfang des Navigationspfads Vertrieb Navigationsschritt Fakturierung Navigationsschritt Fakturen Navigationsschritt Fakturaarten definieren Navigationsschritt Fakturaarten definieren Ende des Navigationspfads . Markieren Sie die gewünschte Fakturaart, und wählen Sie Detail . Wählen Sie im Eingabebereich Differenzfaktura ein DF-Kennzeichen . Das Kennzeichen DF-Steuerung (Steuerung für Differenzfaktura) legt fest, ob eine Differenzfaktura auch dann erzeugt werden kann, wenn alle Kriterien des Referenzbelegs (Faktura) endgültig sind.

Funktionsumfang

Splittkriterien

Das System versucht bei der Verarbeitung von Differenzfakturen, Fakturen für sämtliche Splittkriterien zu erstellen. Um den Status einzelner Splittkriterien anzusehen, wählen Sie den Belegfluß für einen Beleg und wählen sie Statusübersicht.

Fehlerbehandlung

Sie haben die Möglichkeit, Routinen zur Fehlerbehandlung festzulegen, auf die das System zurückgreift, wenn die Ermittlung von Differenzbeträgen nicht möglich ist. Dies kann z.B. aus folgenden Gründen geschehen:

  • Das Kalkulationsschema hat sich geändert.

  • Das Verfahren zur Ermittlung des Kalkulationsschemas hat sich geändert.

  • Das Kundenschema hat sich geändert.

  • Das Belegschema hat sich geändert.

Die Routinen zur Fehlerbehandlung werden in Form von Benutzer-Exits (User-Exits) definiert. Dabei können unterschiedliche Verfahren festgelegt werden, z.B. Stornierung aller früheren Fakturen und Neufakturierung. Sie können auch eigene User-Exits zur individuellen Fehlerbehandlung anlegen. In jedem Falle müssen Sie für Fakturabelegarten im Customizing die gewünschten Fehlerbehandlungsroutinen festlegen. Wählen sie hierzu Anfang des Navigationspfads Vertrieb Navigationsschritt Fakturierung Navigationsschritt Fakturen Navigationsschritt Fakturaarten definieren Navigationsschritt Fakturaarten definieren Ende des Navigationspfads . Markieren Sie die gewünschte Fakturaart, und wählen Sie Detail . Geben Sie im Eingabebereich Differenzfaktura im Feld Fehlerbehandlg. die Nummer der Routine ein.