Objektstruktur der Bestandszuordnung

Definition

Die Bestandszuordnung (BZO) beinhaltet eine Objektstruktur, mit welcher Sie Geschäftsobjekte eines bestandsführenden Systems Objekten eines anderen Systems zuordnen können.

Verwendung

Um die Konzeption einer Bestandszuordnung mittels der BZO im System abbilden zu können, müssen Sie ein Konzept erstellen, das festlegt, für welche Ihrer Bestandsobjekte welche Beziehungen verwaltet werden sollen. Dies können z.B. Verträge, Kunden, Außendienstmitarbeiter sein. Anschließend müssen Sie festlegen, wie die Objekte in logische Gruppen, zu so genannten Segmenten, gliedern möchten, wie z.B. regionale Gliederung nach Kundenwohnort oder Gliederung nach Produktsparte. Ebenso müssen Sie definieren, welche Art von Beziehungen zwischen den Objekten sein sollen, z.B. ist Betreuer von oder erhält Folgeprovision für .

Ihren Entwurf (Business Blueprint) können Sie später auch noch erweiten.

Auf der Basis dieses Konzepts konfigurieren Sie die BZO. Um die Zuordnungen zwischen Objekten aus unterschiedlichen Systemen in der BZO abbilden zu können, müssen Sie die Objekt- und Segmenttypen definieren, ausprägen und die Definition der entsprechenden Zuordnungsrollen sowie die Festlegung von zulässigen Zuordnungskombinationen vornehmen. Diese Einstellungen nehmen Sie im Customizing des Provisionsmanagements unter Bestandszuordnung vor.

Hinweis Hinweis

Weitere Informationen finden Sie in der Dokumentation zur Bestandszuordnung im Einführungsleitfaden (IMG) des Provisionsmanagements sowie unter Bestandszuordnung und –übertragung .

Ende des Hinweises

Optional können Sie, das Zuordnungsframework (FOA) des Provisionsmanagements so konfigurieren, dass die Übertragungsprozesse der BZO über das FOA abgewickelt werden können. Die BZO kann aber auch ohne das FOA betrieben werden.

Zusätzlich können Sie die in der BZO angebotene Standardfunktion zur Verwaltung von Objekten und Beziehungen um eigene Funktionen anreichern, indem Sie entsprechende BAPIs ausprägen.

Struktur

Die BZO besteht aus Kernobjekten , Zuordnungsobjekten und Zuordnungsrollen :

  • Zu den Kernobjekten in der BZO gehören: Geschäftsobjekte , Segmente und Zuordnungsobjekte

  • Zu den Zuordnungsobjekten in der BZO gehören: GZO-Objekte oder SZO-Objekte zu einem Segment in einer bestimmten Zuordnungsrolle

  • Zu den Zuordnungsrollen in der BZO gehören: Zuordnungsrolle für Geschäftsobjekt und Zuordnungsrolle für Zuordnungsobjekt

Elemente der Objektstruktur

Die Objektstruktur der BZO setzt sich aus folgenden einzelnen Elementen zusammen:

  • Geschäftsobjekt

    Oberster Knoten der im Provisionsfall zu verarbeitenden Objekthierarchie. Geschäftsobjekte können sein, z.B.: Vertrag, Police, Kunde.

  • Geschäftsobjekttyp

    Kategorisierung von Geschäftsobjekten. Typen von Geschäftsobjekten definieren Geschäftsobjekte mit gleichen betriebswirtschaftlichen Kriterien.

    Beispiel Beispiel

    Beispiele

    Ende des Beispiels.

    Geschäftsobjekttyp

    Geschäftsobjekt

    Versicherungsvertrag vom Typ „Lebensversicherung“ von Herr Schmitt

    Versicherungsvertrag 4711

    Mobilfunkvertrag vom Typ „Total Mobil“ von Herr Müller

    Mobilfunkvertrag 6849

  • Segment

    Ein Segment ist das Ergebnis der Bestandsaufteilung.

    Beispiel Beispiel

    Beispiele

    Das Segment vom Typ „Region BN“ beinhaltet z.B. alle Versicherungsverträge aus dem Raum Bayern Nord.

    Das Segment vom Typ „Region BS“ beinhaltet z.B. alle Versicherungsverträge aus dem Raum Bayern Süd.

    Das Segment vom Typ „Sparte“ beinhaltet z.B. alle Mobilfunkverträge.

    Das Segment vom Typ „Tarif“ beinhaltet z.B. alle Mobilfunkverträge mit Business-Tarif, ein anderes Segment alle Mobilfunkverträge mit Privatperson-Tarif.

    Ende des Beispiels.
  • Zuordnungsobjekt

    Eines von drei Kernobjekten in der Bestandszuordnung. Ein oder mehrere Zuordnungsobjekt(e) können mittels einer Zuordnungsrolle für Zuordnungsobjekte einem oder mehreren Segment(en) zugeordnet werden.

    Beispiel : Provisionsverträge, Geschäftspartner etc.

  • Zuordnungsobjekttyp

    Kategorisierung von Zuordnungsobjekten. Zuordnungsobjekttypen definieren Zuordnungsobjekte mit gleichen betriebswirtschaftlichen Kriterien.

    Beispiel Beispiel

    Beispiele

    Ende des Beispiels.

    Zuordnungsobjekttyp

    Zuordnungsobjekt

    Gruppenvertrag für Partnerschaft: Team A

    Provisionsvertrag 951412

    Provisionsvertrag 951159

    Provisionsvertrag 951160

    Provisionsvertrag für Lebensversicherungen

    Provisionsvertrag 987456

    Provisionsvertrag 987321

    Provisionsvertrag für Mobilfunkverträge

    Provisionsvertrag 532457

Die Zuordnungen von Geschäftsobjekten und Zuordnungsobjekten zu Segmenten werden über Zuordnungsrollenrealisiert. Die Zuordnungsergebnisse sind entsprechend je nach Zuordnungsrolle das Geschäftszuordnungsobjekt(GZO-Objekt) oder das Segmentzuordnungsobjekt(SZO-Objekt):

  • GZO-Objekt

    Ein GZO-Objekt kann z.B. der Lebensversicherungsvertrag 4711 aus dem Raum München (Wohnort des Versicherungsnehmers = Bayern Süd) sein.

  • SZO-Objekt

    Das SZO-Objekt kann z.B. der Provisionsvertrag 892, für die Sparte Lebensversicherung (Zuständigkeitsbereich des Vermittlers = Fachbereich LV) sein.

Aufbau und Zuordnungen der Objektstruktur

Der Aufbau der Objektstruktur in der BZO und die Zuordnungen zwischen Geschäftsobjekten und Segmenten sowie zwischen Zuordnungsobjekten und Segmenten können mit nachfolgenden Beispielen verdeutlicht werden.

Beispiele für Ordnungskriterien bei Geschäftsobjekten können sein:

  • Mobilfunkverträge

  • Versicherungsverträge

Beispiele für Ordnungskriterien bei Segmenten können sein:

  • geografisch

  • produktbezogen

  • kundengruppenbezogen

  • funktionsbezogen

  • Mischformen aus dem oben genannten

Beispiele für Ordnungskriterien bei Zuordnungsobjekten können sein:

  • Provisionsverträge

  • Vermittler

Beispiel für eine Zuordnungsrolle für Geschäftsobjekt : Bestandsbetreuung

Beispiel für eine Zuordnungsrolle für Zuordnungsobjekt : Anspruchsermittlung Beratung

Die nachfolgende Abbildung stellt nochmals den Aufbau und die Objektzuordnung in der BZO grafisch dar.

Aufbau und Objektzuordnungen der Bestandszuordnung

Sobald sich Organisationsstrukturen oder Zuordnungen Ihrer Geschäftsobjekte ändern, können Sie diese über die BZO abbilden. Neue oder geänderte Objekte werden immer vom Bestandssystem an die BZO übermittelt. Sie können die Geschäftsobjekte, Segmente und Zuordnungsobjekte nach Ihren Ordnungskriterien kategorisieren und die sich ändernden Zuordnungen zwischen den Objekten entsprechend Ihrem Geschäfts- und Vertriebsmodell anpassen, z.B. bei:

  • Vertriebsumstrukturierungen

  • Produkt-Replacement

  • Neuaufteilung von Sparten

  • Neuzuordnung von Beständen

Beispiel

Beispiel für die Zuordnung von Geschäftsobjekt zu Segment mittels Zuordnungsrolle

Das Segment ist die Sparte für Lebensversicherungen , die Zuordnungsrolle für Geschäftsobjekte ist Bestandsbetreuung und das Geschäftsobjekt ist der Lebensversicherungsvertrag 4578 .

Der Lebensversicherungsvertrag 4578 wird nun dem Segment der Sparte Lebensversicherung zugeordnet. Gerd Schmidt ist Betreuer eines Bestandes des Segmentes Lebensversicherung . Durch die Zuordnung des Lebensversicherungsvertrags 4578 in seinen Bestand entsteht für Gerd Schmidt der Anspruch auf Bestandsprovision.

Beispiel für die Zuordnung von Zuordnungsobjekt zu Segment mittels Zuordnungsrolle

Das Segment ist die Region München, die Zuordnungsrollen für das Zuordnungsobjekt sind die Anspruchsermittlung Beratung und Anspruchsermittlung Bestandsbetreuung und das Zuordnungsobjekt ist der Provisionsvertrag 8923 .

Am Geschäftsvorfall sind zwei Vermittler beteiligt:

  • Vermittler A ist Experte für Lebensversicherung und übernimmt die Beratung. Die Anspruchsermittlung erfolgt durch die Beratungsleistung.

  • Vermittler B ist zuständig für die Region München und betreut den Bestand. Die Anspruchsermittlung erfolgt durch die Betreuung des Bestands.

Bei Abschluss einer Lebensversicherung erhält Vermittler A die Beratungsprovision und Vermittler B die Abschlussprovision.