Änderungsberechtigung In einer verteilten Systemumgebung müssen sich die Daten zu allen technischen Objekten stets in einem konsistenten Zustand befinden und dürfen daher nur an einem Ort änderbar sein. Dies gilt für Objekte wie Equipment, Technischer Platz, Wartungsplan, Messpunkt, Auftrag, Meldung, Revision und Arbeitsplatz. Zu Messbelegen siehe Messbelege in verteilten Systemen .
Bei allen Transaktionen, die eine Änderung der Instandhaltungsobjekte zulassen, prüft das System, ob die entsprechende Berechtigung zum Bearbeiten der Daten vorliegt. Nur wenn dies der Fall ist, erlaubt das System eine Änderung der Daten.
In einem einzigen System wird der konsistente Zustand mit der SAP-Sperrverwaltung erreicht, während es im Mehrsystemfall möglich sein muss, die Berechtigung verwalten zu können. Dies geschieht mit der Funktion der
Änderungsberechtigung
, mit der Sie überwachen und festlegen können, in welchem System ein Objekt geändert werden darf. Die Vergabe der Änderungsberechtigung kann dabei auf mehreren Wegen erfolgen.
Wenn Sie ein technisches Objekt z.B. mittels einer Bestellanforderung über Systemgrenzen versetzen (Nutzerwechsel), leitet das System bei der Buchung des Warenausgangs die Änderungsberechtigung mit allen anderen zugehörigen Daten des Equipments automatisch weiter. Dies ist eine implizite Übertragung der Änderungsberechtigung.
Bei einer Weiterleitung von Meldungen und Aufträgen an einen anderen verantwortlichen Arbeitsplatz in einem anderen logischen System erfolgt die Weitergabe der Änderungsberechtigung ebenfalls automatisch, wenn dieses System das operative System des Strukturelementes ist, dem der Arbeitsplatz zugeordnet ist.
Sie können die Weitergabe einer Änderungsberechtigung aber auch mit einer Transaktion manuell durchführen. Dies ist eine explizite Übertragung der Änderungsberechtigung (Inhaberwechsel).
Hinweis
Beachten Sie, dass die Änderungsberechtigung nur eine technische Funktion ist und keine Berechtigungsprüfungen im Sinne von Benutzer- und Rollenberechtigungen durchführt.
Mit Hilfe von Reports im Zentralsystem können Sie jederzeit Folgendes überwachen:
Welche Änderungsberechtigungen wurden weitergeleitet?
In welchem logischen System befindet sich zurzeit die Änderungsberechtigung für ein technisches Objekt?
Welche Objekte haben im aktuellen logischen System die Änderungsberechtigung?
Um diese Informationen bereitstellen zu können, wird das Zentralsystem über jede Übertragung einer Änderungsberechtigung informiert. Vom Zentralsystem aus wird diese Information an die relevanten Systeme verteilt (System des Nutzers, System des Halters, System des Inhabers).
Die Änderung des technischen Status eines Master-Equipments (z.B. Luftfahrzeug) muss in dem logischen System des Master-Equipments erfolgen, damit sichergestellt ist, dass die Ermittlung des technischen Status konsistent erfolgt. Die Änderung des technischen Status ist deshalb nur in dem System erlaubt, in dem das Master-Equipment seine Änderungsberechtigung hat.
Sie können die Funktionen der Änderungsberechtigung mit Hilfe des Business Add-Ins
Änderungsberechtigung einschränken
(/ISDFPS/PM_CP_CHECK) kundenindividuell einschränken. Wählen Sie im Customizing für
Verteidigungskräfte & Öffentliche Sicherheit
den Pfad
.
Sie haben sich im Bereich der Systemarchitektur mit den Grundlagen der Verteilung von Daten auf dezentrale Systeme vertraut gemacht; siehe Verteilung auf dezentrale Systeme .
Sie haben die notwendigen Einstellungen im Customizing für
Verteidigungskräfte & Öffentliche Sicherheit
unter
vorgenommen. Sie haben z.B.:
die UPS-Pakettypen zugeordnet (Aktivität
UPS-Pakettypen zuordnen
(View /ISDFPS/CPMUTYP))
die gewünschten Einstellungen für den alternativen Datentransport festgelegt (Aktivität
Alternativen Datentransport einstellen
(Viewcluster /ISDFPS/PMDISA))
Siehe auch Verteilung von Änderungsberechtigungen .
Wenn Sie die Funktion der Änderungsberechtigung erstmalig in einem laufenden System einsetzen, müssen Sie die notwendigen Daten im Zentralsystem aus dem bestehenden Datenbestand einmalig mit dem Programm /ISDFPS/PM_CP_GENER (
Änderungsberechtigung - Erstmaliger Aufbau
) generieren. Weitere Informationen finden Sie in der Programmdokumentation.
Mit der Transaktion
Weitergabe Änderungsberechtigung
können Sie eine explizite Weitergabe der Änderungsberechtigung durchführen. Dies ist nur in dem System möglich, in dem die Änderungsberechtigung aktuell vorhanden ist.
Wählen Sie im SAP Menü
(Transaktionscode /ISDFPS/PMCP1). Geben Sie auf dem Einstiegsbild die Objektdaten und das logische System an, an das die Änderungsberechtigung weitergegeben werden soll (Empfängersystem). Mit
Ausführen
leitet das System die Änderungsberechtigung weiter und gibt anschließend ein Protokoll mit allen durchgeführten Verarbeitungsschritten aus. Mit der Drucktaste
Aktualisieren
können Sie die angezeigten Daten auf den aktuellen Stand bringen. Zu jedem Verarbeitungsschritt können Sie sich mit Klicken auf das Statussymbol ein detailliertes Protokoll anzeigen lassen.
Wenn die an ein Empfängersystem weitergegebenen Daten erneut versendet werden müssen, können Sie auf diese Daten im
Monitor „Weiterleitung Änderungsberechtigung“
(siehe dazu unten Abschnitt
Auskunftsfunktionen
) zugreifen. Die Daten werden im ZIP-Format bereitgestellt.
Im Empfängersystem können Sie den Ablagepfad der weitergegebenen Daten mit dem Benutzerparameter
PCP
(
PC-Pfadname
) benutzerspezifisch festlegen. Geben Sie als Parameterwert den gewünschten Pfad an. Wenn Sie keinen Pfad angeben, verwendet das System das SAPGUI-Arbeitsverzeichnis als Vorschlagswert.
Wenn Sie beliebige Objekte der Instandhaltung verteilen möchten, ohne gleichzeitig die Änderungsberechtigung mitzuverteilen, steht Ihnen dafür die Anwendung
Generische Verteilung IH-Objekte
zur Verfügung. Wählen Sie im SAP Menü
(Transaktionscode /ISDFPS/PMDIS2).
Wenn es keine Datenverbindung zwischen den beteiligten Systemen gibt, stehen Ihnen für die Weitergabe technischer Objekte mittels Datenträger (z.B. DVD) folgende Anwendungen zur Verfügung. Wählen Sie im SAP Menü
Transaktionscode /ISDFPS/PMDIS3:
Alternativer Datentransport Ausgangsverarbeitung
Mit dieser Transaktion starten Sie das Programm /ISDFPS/PM_ALT_DATEN_EXP, mit dem Sie die gewählten Objekte einschließlich der zugehörigen Änderungsberechtigungen auf einen Datenträger übertragen.
Transaktionscode /ISDFPS/PMDIS4:
Alternativer Datentransport Ausgangsverarbeitung ohne Änderungsberechtigung
Mit dieser Transaktion starten Sie das Programm /ISDFPS/PM_ALT_DATEN_GEN_EXP, mit dem Sie die gewählten Objekte ohne die zugehörigen Änderungsberechtigungen auf einen Datenträger übertragen.
Transaktionscode /ISDFPS/PMDIS5:
Alternativer Datentransport Eingangsverarbeitung
Mit dieser Transaktion starten Sie das Programm /ISDFPS/PM_ALT_DATEN_IMPORT, mit dem Sie die auf dem Datenträger übertragenen Objekte in das Zielsystem einspielen.
Mit einem Report zur Weitergabe von Änderungsberechtigungen können Sie sich einen Überblick verschaffen, welche Änderungsberechtigungen weitergeleitet wurden.
Wählen Sie im SAP Menü
(Transaktionscode /ISDFPS/PMDISRUN1). Geben Sie gegebenenfalls in dem Dialogfenster
Datenselektion
Ihre Selektionsdaten ein und wählen Sie
Ausführen
. Das System gibt eine Liste mit allen verfügbaren Daten zu weitergegebenen Änderungsberechtigungen aus.
Mit der Transaktion
Objekte mit Änderungsberechtigung im System
(Transaktionscode /ISDFPS/PMCP_OBJ) können Sie ermitteln, welche Objekte im aktuellen logischen System die Änderungsberechtigung besitzen. Wählen Sie im SAP Menü
Im Zentralsystem haben Sie notfalls die Möglichkeit, an logische Systeme weitergeleitete Änderungsberechtigungen zurückzusetzen. Dies kann beispielsweise notwendig sein, wenn für ein Objekt die Änderungsberechtigung abgegeben wurde, ohne dass sie in einem anderen logischen System aufgenommen wurde.
Achtung
Setzen Sie die folgenden Programme nur dann ein, wenn es unbedingt notwendig ist, weil Sie anderenfalls Dateninkonsistenzen bei den Änderungsberechtigungen erzeugen.
Sie können für das Zentralsystem die Änderungsberechtigung für einzelne Objekte oder auch für gesamte logische Systeme mit folgenden Programmen zurücksetzen:
/ISDFPS/PM_CP_EMRNCY_CORR_OBJ
Rücksetzen der Änderungsberechtigung für einzelne Objekte
/ISDFPS/PM_CP_EMRNCY_CORR_SYS
Rücksetzen der Änderungsberechtigung für gesamte Systeme
Für das Löschen von nicht mehr benötigten Laufzeitdaten zur Übertragung der Änderungsberechtigung steht das Programm /ISDFPS/PM_DIS_RUN_REORG zur Verfügung. Die Laufzeitdaten werden vom System angelegt, wenn Änderungsberechtigungen übertragen werden. Eine große Menge an Laufzeitdaten kann die Performance des Monitors zur Weiterleitung der Änderungsberechtigung (Transaktionscode /ISDFPS/PMDISRUN1) beeinträchtigen. Dieses Programm löscht alle Laufzeitdaten bis zu einem angegebenen Stichtag. Sie können das Programm im Testmodus laufen lassen. Wenn Sie das Programm im Forced-Modus ausführen, löscht das Programm auch diejenigen Daten, bei denen es während des Löschens Fehler festgestellt hat. Nach dem Lauf des Programms werden in einem Protokoll alle Löschvorgänge angezeigt.
Für Aufträge und Meldungen können Sie im Customizing festlegen, nach wieviel Tagen ab dem technischen Abschluss dieser Objekte die Änderungsberechtigung automatisch vom dezentralen System an das zentrale System übermittelt wird. Die Abgabe der Änderungsberechtigung an das Zentralsystem ist z.B. eine Voraussetzung für die Archivierung von Aufträgen und Meldungen.
Für jede einzelne Auftrags- und Meldungsart können Sie eine Residenzzeit in Tagen angeben, nach deren Ablauf die Änderungsberechtigung automatisch an das Zentralsystem abgegeben wird. Wählen Sie im Customizing für
Verteidigungskräfte & Öffentliche Sicherheit
den Pfad
(View /ISDFPS/V_CP2CWO) bzw.
Vorhaltezeit von Meldungen definieren
(View /ISDFPS/V_CP2CNO).
Um die Änderungsberechtigung automatisch an das Zentralsystem abzugeben, müssen Sie den Report /ISDFPS/PM_CP2CENTRAL einplanen.
Durch die automatische Abgabe der Änderungsberechtigung an das zentrale System ist es möglich, den kaufmännischen Abschluss eines Auftrages vorzunehmen, ohne die Änderungsberechtigung manuell vom dezentralen System zurückgeben zu müssen.