Soll-Ist-Vergleich Der Soll-Ist-Vergleich ist ein wesentliches Instrument für den Nachschub und die Beschaffung von Nichtverbrauchsgütern (NVG). Unter Nachschub wird die interne Versorgung mit NVG-Material aus dem Depot verstanden.
Welches Material eine organisatorische Einheit benötigt, ist im materiellen Soll des entsprechenden Strukturelements festgelegt. Über den Soll-Ist-Vergleich können Sie den aktuellen Ausstattungsstand von Strukturelementen ermitteln und gegebenenfalls Beschaffungsprozesse anstoßen.
Sie rufen die Anwendung
Planung der materiellen Anteile
(Transaktionscode /ISDFPS/LPL1) auf, um sich den Soll-Ist-Vergleich anzeigen zu lassen.
Alternativ stehen Ihnen die folgenden Transaktionen zur Verfügung, mit denen Sie den Soll-Ist-Vergleich aufrufen können:
/ISDFPS/MPO_COMP
Sie wählen gezielt das Strukturelement und das zugehörige Materialplanungsobjekt (MPO) für den Soll-Ist-Vergleich aus.
Beachten Sie, dass aufgrund der eingeschränkten Selektionsmöglichkeiten in dieser Transaktion nicht alle der unten aufgeführten Funktionen zur Verfügung stehen.
/ISDFPS/MAT_COMP
Sie können zu einem Strukturelement ein oder mehrere Materialplanungsobjekte auswählen und festlegen, ob auch Materialcontainer für den Soll-Ist-Vergleich berücksichtigt werden sollen.
Der Soll-Ist-Vergleich basiert auf der Abbildung des materiellen Soll eines Strukturelements.
Sie haben das materielle Soll von Strukturelementen abgebildet.
Auf Basis der geplanten Sollausstattung liefert der Soll-Ist-Vergleich Informationen über den Ausstattungsstand von Strukturelementen. Das Soll eines Strukturelements ist durch die Zuordnung von Materialplanungsobjekten definiert. Dem Soll wird das jeweilige Ist gegenübergestellt. Das System zeigt an, ob eine Unterdeckung, eine Überdeckung oder eine Ausstattung gemäß der Solldefinition vorliegt. Das Ergebnis wird pro Materialplanungsobjekt (MPO) dargestellt.
Das Ergebnis des Soll-Ist-Vergleichs wird durch folgende Kriterien beeinflusst:
Über die Strukturauswahl wird der Verwendungstyp festgelegt (z.B. Aufbauorganisation, Verteidigungsstruktur), zu dem die Strukturelemente ermittelt werden, die für den Soll-Ist-Vergleich in Frage kommen.
Nur die zum aktuellen Tagesdatum oder zum angegebenen Stichtag gültigen Strukturelemente werden ausgewertet.
Es werden nur Materialplanungsobjekte berücksichtigt, die für diesen Tag ein gültiges materielles Soll haben.
Sie können den Soll-Ist-Vergleich für ein Materialplanungsobjekt, ein einzelnes Strukturelement, ein Strukturelement mit den Elementen desselben Dispobereiches oder für ein Strukturelement einschließlich aller unterstellten Elemente ausführen.
Sie können den Soll-Ist-Vergleich für Materialplanungsobjekte mit Materialvermerk Infrastrukturmaterial zu einem ausgewählten Strukturelement oder einer Substruktur ausführen. Materialvermerke definieren Sie im Customizing unter .
Über den Anpassungsparameter Logistik können Sie die Sollermittlung steuern, etwa für den Fall, dass eine organisatorische Einheit nur zu einem Prozentsatz unter 100% ausgestattet werden soll. Der Wert für den Anpassungsparameter Logistik wird zum zugehörigen Soll addiert.
PSP-Elemente, Materialien oder Strukturelemente schließen Sie über die Transaktion /ISDFPS/TA_PSPMATdurch entsprechende Tabelleneinträge von der Istbestimmung aus.
Beispiel
Zeilen-Eintrag: PSP-Element PSP007, Material MAT1, Charge initial, ObjektID initial.
Ergebnis: Die Istbestände sämtlicher Chargen des Materials MAT1, die auf das PSP-Element PSP007 kontiert wurden, werden für alle Strukturelemente beim Soll-Ist-Vergleich nicht angezeigt. Chargen und Strukturelemente werden bei diesem Beispiel generell ausgeschlossen, da in den entsprechenden Spalten kein Wert eingetragen ist.
In der Spalte
ObjektID
können Sie zusätzlich das Zeichen Stern (*) für den generischen Ausschluss von Strukturelementen verwenden. Beispielsweise führt der Eintrag 500* dazu, dass beim Soll-Ist-Vergleich alle Strukturelemente, deren ID mit 500 beginnt, für die Istermittlung unberücksichtigt bleiben (unter der Voraussetzung, dass die anderen Felder in dieser Zeile initial sind).
Berücksichtigung von Materialcontainern
Auf dem Einstiegsbild der Transaktion /ISDFPS/MAT_COMP steht das Ankreuzfeld
Materialcontainer auswerten
zur Verfügung. Wenn Sie dieses Kennzeichen setzen, werden auch Materialcontainer berücksichtigt. In der Ausgabeliste wird dann zusätzlich die Spalte
Soll (MC)
angezeigt.
Materialcontainer-Sicht für MPOs
In der Anwendung
Planung der materiellen Anteile
steht eine materialcontainer-orientierte Sicht zur Verfügung. Über die Drucktaste
MC-Sicht für MPO
können Sie alle Materialcontainer zu einem MPO anzeigen, die das MPO enthalten und einem Strukturelement zugeordnet sind. Die Materialcontainer werden mit allen enthaltenen MPOs sowie mit den Ausstattungspaketen angezeigt, die vom Materialcontainer abgeleitet werden. Damit können Sie entscheiden, ob die Anforderung für ein einzelnes MPO oder die Bestellung eines EPAs sinnvoller ist.
Berücksichtigung eingebauter Equipments
In der Ausgabeliste wird in der Spalte
Eingebaute Equipments
die Anzahl der Equipments angezeigt und der Istmenge des jeweiligen Materialplanungsobjekts hinzugerechnet. In der Istmenge des Materialplanungsobjekts sind also die eingebauten Equipments enthalten. Angezeigt werden alle Equipments, die bei den ermittelten Strukturelementen auf Bestandslagerorten im Bestand geführt werden. Ebenso wird die Anzahl der eingebauten Equipments bei der Statusanzeige berücksichtigt. Die Zuordnung der eingebauten Equipments zu den Daten des Soll-Ist-Vergleichs erfolgt über das zugehörige Materialplanungsobjekt. Das System ermittelt also für das eingebaute Material das Materialplanungsobjekt und rechnet dieses Material dem Materialplanungsobjekt zu.
Auf dem Einstiegsbild der Transaktion /ISDFPS/MAT_COMP steht das Ankreuzfeld
Eingebaute Equipments auslesen
zur Verfügung. Wenn Sie dieses Kennzeichen setzen, werden eingebaute Equipments berücksichtigt.
In der Anwendung
Planung der materiellen Anteile
werden eingebaute Equipments generell berücksichtigt.
Die Serialnummern von eingebauten Equipments können Sie in der Detailsicht über die Drucktaste
Serialnummern
anzeigen.
Bestimmung der auszuwertenden Ausstattung
In der Anwendung
Planung der materiellen Anteile
können Sie mit der Drucktaste
Soll-Ist-Vergleich
die auszuwertende Ausstattung festlegen. Folgende Auswertungen können Sie wählen:
Strukturelement:
Hier können Sie zwischen der Ausstattung der organisatorischen Einheit(en), der funktionalen Ausstattung, der Gesamtausstattung sowie Infrastrukturmaterial wählen.
Dispobereich
Hier können Sie zwischen der Ausstattung der organisatorischen Einheit(en), der funktionalen Ausstattung, der Gesamtausstattung wählen.
Substruktur
Hier können Sie zwischen der Ausstattung der organisatorischen Einheit(en), der funktionalen Ausstattung, der Gesamtausstattung sowie Infrastrukturmaterial wählen.
Auf dem Einstiegsbild der Transaktion /ISDFPS/MAT_COMP stehen analog dazu folgende Auswahlmöglichkeiten zur Verfügung:
Auswertebereich:
Angegebene Materialplanungsobjekte (MPO) der ausgewählten Strukturelemente
Angegebene MPO im Dispobereich des ausgewählten Strukturelements
Angegebene MPO in der Substruktur ab dem ausgewählten Strukturelement
Auszuwertende Ausstattung:
Ausstattung der organisatorischen Einheit(en)
Funktionale Ausstattung
Gesamtausstattung
Wenn Sie
Funktionale Ausstattung
oder
Gesamtausstattung
wählen, werden in der Ausgabeliste zusätzlich die Spalten
Materielles Soll (Planstelle)
und
MC-Soll (Planstelle)
angezeigt.
Sie können die Hierarchieebene für die Strukturauflösung bei Dispobereichen und Substrukturen im Customizing festlegen. Wählen Sie im Customizing (View /ISDFPS/V_CMLILE).
Berücksichtigung von Ausstattungspaketen
In der Anwendung
Planung der materiellen Anteile
können Sie über die Drucktaste
Behandlung von EPAs
festlegen, ob und wie Ausstattungspakete (EPAs) berücksichtigt werden sollen, wenn eine Zuordnung zwischen einer Beziehung „Strukturelement-MPO“ und einem EPA besteht. In der Materialliste gibt es dazu zwei neue Spalten. In der einen Spalte wird die EPA-Nummer gezeigt und in der anderen Spalte das Material, durch das die Zuordnung zwischen EPA und MPO hergestellt wurde.
Folgende Auswertungen der EPA-Zuordnung können Sie wählen:
Ohne EPA-Zuordnung
Mit dieser Option werden die EPAs nicht berücksichtigt.
Mit EPA-Zuordnung und Anzeige
Mit dieser Option werden die EPAs berücksichtigt und die zugehörigen Spalten in der Materialliste angezeigt.
Mit EPA-Zuordnung aber ohne Anzeige
Mit dieser Option werden die EPAs berücksichtigt, aber die zugehörigen Spalten in der Materialliste werden nicht angezeigt.
Auf dem Einstiegsbild der Transaktion /ISDFPS/MAT_COMP stehen analog dazu die entsprechenden Auswahlmöglichkeiten unter
Behandlung Ausstattungspakete bestimmen
zur Verfügung.
Massenanlegen von Bestellanforderungen
Wenn Sie auf der Grundlage des Soll-Ist-Vergleichs für mehrere Strukturelemente und MPOs gleichzeitig die notwendigen Banfen anlegen möchten, können Sie die Funktionen des Massenanlegens von Bestellanforderungen nutzen. Mit der Drucktaste
Massenausführung materielle Planung
gelangen Sie in die Anwendung
Beschaffungsvorschläge
. Dort können Sie die Vorschläge des Systems prüfen, bei Bedarf anpassen und in Banfen umsetzen. Diese Drucktaste steht in der Anwendung
Planung der materiellen Anteile
und der Transaktion /ISDFPS/MAT_COMP zur Verfügung.
Berücksichtigung von Vorgängen zur Lohnbearbeitung
Geplante Abgänge von Komponenten für Lohnbearbeitung werden im Soll-Ist-Vergleich berücksichtigt. Wie bei der Berücksichtigung eingebauter Equipments ist auch hier Voraussetzung, dass die ermittelten Materialien Materialplanungsobjekten zugeordnet sein müssen. Das System zeigt in der Ausgabeliste Reservierungen aus Vorgängen zur Lohnbearbeitung in einer eigenen Spalte an. Diese Information steht auch in den Details auf Materialebene (Drucktaste
Materialdetails
) zur Verfügung.
Die geplanten Abgänge für Lohnbearbeitung werden nur angezeigt, wenn das abgebende Strukturelement mit dessen Werk und Lagerort zum Auswerteumfang (Strukturelement, Dispobereich, Substruktur) gehört und die Angaben zu Werk und Lagerort auch in der Komponentenübersicht der Lohnbearbeitungsbestellung angegeben sind.
Berücksichtigung von Verlegungen
Auf dem Einstiegsbild der Transaktion /ISDFPS/MAT_COMP können Sie zur Berücksichtigung einer Verlegung die zugehörigen Daten der Verlegung und des Verlegeschrittes eingeben. Auf der Basis der Materialliste können Sie Banfen für Verlegeschritttyp 1 (Erstversorgung im Aufstellungsprozess) anlegen.
Den
Anpassungsparameter Logistik
können Sie über die
Workbench Strukturen
am Materialplanungsobjekt festlegen. Die Aktivierung des Anpassungsparameters Logistik nehmen Sie im Customzing vor; wählen Sie
Damit sich die durch den Anpassungsparameter Logistik bedingten Solländerungen nachvollziehen lassen, sollten Sie in den zugehörigen Feldern
Kategorie
und
Text zur Kategorie
eine Begründung angeben. Das Feld
Kategorie
dient der Kategorisierung von Gründen, und das Feld
Text zur Kategorie
enthält eine erläuternde Beschreibung.
Die möglichen Werte für diese beiden Felder können Sie im Customizing unter
Kategorien zum Anpassungsfaktor Logistik festlegen
definieren.
Die angezeigten Spalten beim Soll-Ist-Vergleich haben folgende Bedeutung:
MPO
enthält die Bezeichnung von Materialplanungsobjekten. Unter
Beschreibung
finden Sie die zugehörigen erläuternden Texte.
Als Soll (Spalte
AnpSoll [Angepasste Sollmenge]
) wird das um den Anpassungsparameter Logistik (Spalte
AnpLog
) korrigierte Soll ausgegeben.
Auf der Istseite werden die aktuellen Bestände (Spalte
Ist
), offene Mengen aus Bestellanforderungen und Bestellungen (Spalte
bestellt
) sowie sich noch im Planungsstadium befindende Bestände (Spalte
angefordert
), für die weder Bestellanforderungen noch Bestellungen existieren, aufgelistet.
Daraus wird die Differenz (Spalte
Diff
)
Ist + bestellt + angefordert – AnpSoll
ermittelt.
Der
Status
informiert über den Stand der Ausstattung.
Alternativ zum Anpassungsparameter Logistik können Sie bei der Zuordnung eines Materialplanungsobjekts zu einem Strukturelement auch eine minimale Menge und maximale Menge festlegen. Diese beiden Werte werden in der Ausgabeliste in den Spalten
Minimum
und
Maximum
angezeigt.
Das Ergebnis eines Soll-Ist-Vergleichs wird jeweils mit einem Status und einer zugehörigen Statusikone gekennzeichnet. Die möglichen Status sind in der folgenden Tabelle aufgeführt.
Statusikone |
Beschreibung |
|---|---|
grünes Quadrat |
Soll gleich Ist Keine Anforderungen, Bestellungen existieren |
roter Kreis |
Minimum (Soll) wird unterschritten |
gelbes Quadrat |
Maximum (Soll) wird überschritten |
graue Raute |
Menge (Ist + bestellt) liegt im Bereich von „Minimum – Soll“ bzw. im Bereich von „Soll – Maximum“ (keine Bestellanforderungen existieren) |
gelbes Dreieck |
Menge (Ist + bestellt+ angefordert) liegt im Bereich von „Minimum – Soll“ bzw. im Bereich von „Soll – Maximum“ (Bestellanforderungen existieren) |
Nach Auswahl eines Materialplanungsobjekts durch Markieren der gewünschten Zeile zeigen Ihnen die
Soll-Ist-Details
, welchen Strukturelementen dieses Materialplanungsobjekt mit welchen Mengen zugeordnet ist.
Entsprechend können Sie sich auf der Istseite
Details auf Materialebene
anzeigen lassen. In einer Übersicht erhalten Sie dann die Information, welche Materialien in welcher Menge dem von Ihnen ausgewählten MPO zugeordnet sind, wobei Planungen und Bestellanforderungen/Bestellungen jeweils nach Zu- und Abgängen differenziert werden.
Mit dem Business Add-In
BAdI: Soll-Ist-Vergleich
(/ISDFPS/BADI_AUTH_INV) können Sie kundenspezifische Änderungen an den Einstellungsparametern, an der Soll- und Ist-Tabelle sowie an der Ausgabetabelle für den Soll-Ist-Vergleich vornehmen. So ist es mit diesem Business Add-In beispielsweise möglich, nicht zugeordnete Lagerorte eines Dispositionsbereichs im Soll-Ist-Vergleich zu berücksichtigen.
Mit dem Business Add-In
BAdI: Absprünge in Anwendungen zum Soll-Ist-Vergleich anpassen
(/ISDFPS/BADI_AUTH_INV_JUMP) können Sie kundenspezifische Navigationsziele für Absprünge aus dem Soll-Ist-Vergleich einrichten. Mit der IMG-Aktivität
Absprünge in Anwendungen zum Soll-Ist-Vergleich
(View /ISDFPS/CAACUCOM) legen Sie fest, welche Absprünge im Soll-Ist-Vergleich über die Drucktaste
Weitere Funktionen
zur Verfügung stehen.
Wählen Sie im Customizing
Mit der IMG-Aktivität
Anforderungsmenge für neue Banfen im Materialplanungsprozess anpassen
können Sie die Default-Menge festlegen, die das System benutzt, wenn Umlagerungsbestellanforderungen für das materielle Soll angelegt werden. Dabei ist es möglich, für jede Kombination von Werk und externer Warengruppe anzugeben, ob die Anforderungsmenge für Material und serialisiertes Material angepasst werden soll. Wenn die Anpassung aktiv ist, wird die Default-Menge folgendermaßen berechnet:
Default-Menge = angepasstes Soll – geplant – bestellt – Istmenge.
Diese Berechnung gilt für Umlagerungsbanfen, wenn die Materialliste in der Workbench aufgerufen wird oder wenn die Umlagerungsbanfen automatisch erstellt werden. Wenn keine Customizing-Einstellung vorhanden ist, setzt das System die Default-Menge auf „1“.
Mit dem Business Add-In
BAdI: Mengen in der materiellen Planung anpassen
(/ISDFPS/BADI_MATPLN_QUAN) können Sie die Menge für neue Banfen an die Differenz aus dem Soll-Ist-Vergleich anpassen, wenn das Material bereits in der Workbench verfügbar ist. Wenn das Material in der Workbench nicht verfügbar ist, bleibt die Menge unverändert.