Erfassung von Positionen eines Speditionsauftrags oder -angebots 
Wenn Sie in SAP Transportation Management (SAP TM) einen Speditionsauftrag oder ein Speditionsangebot anlegen, können Sie die Positionen dieses Geschäftsbelegs in einer Positionshierarchie erfassen. Die Hierarchie kann folgende Ebenen enthalten:
Container
Packstück
Produkt
Service
Die Planung erfolgt immer auf der höchsten Ebene, z.B. auf der Ebene des Containers oder des Packstücks. Die Informationen über die in einem Container enthaltenen Packstücke oder die in einem Packstück enthaltenen Produkte sind Zusatzinformationen für den Planer und spielen bei der Planung durch das System keine wesentliche Rolle. Sie wirken sich jedoch auf eine eventuelle Transportkostenberechnung aus. Dies gilt auch für Servicepositionen.
Wenn Sie bei der Erfassung der Auftragspositionen Informationen zu Containern und Packstücken angeben möchten, haben Sie im Customizing Equipment- und Packstückarten sowie Belüftungseinstellungen definiert. Sie können die Equipmentgruppen und -arten verkehrszweigspezifisch festlegen, d.h. z.B. für Seefracht- und Luftfrachtcontainer (ULDs).
Diese Daten dienen als Zusatzinformationen für den Planer und sind nicht relevant für die Planung durch das System. Weitere Informationen finden Sie im Customizing für Transportation Management unter folgenden Customizing-Aktivitäten:
Sie haben im Customizing Positionsarten festgelegt und diese Belegarten zugeordnet. Mit der Positionsart können Sie verschiedene Parameter für eine Position vordefinieren, z.B. Positionstyp, Equipmentgruppen und –arten sowie Standard-Mengeneinheiten. Außerdem können Sie auch schon ein Gefahrgut-UI-Profil zuordnen, mit dem Sie Einstellungen für die Anzeige von Gefahrgutinformationen zu Positionen vornehmen können.
Indem Sie die Positionsarten Belegarten zuordnen, können Sie festlegen, welche Positionsarten für eine Belegart zulässig sind. Außerdem können Sie eine Standardpositionsart für Positionen mit einem bestimmten Positionstyp festlegen, die für einen Beleg mit einer bestimmten Belegart angelegt werden.
Die Standardpositionsart wird verwendet, wenn Speditionsaufträge und -angebote auf elektronischem Wege empfangen werden. Wenn Sie Positionen manuell anlegen und für eine Kombination aus Positionstyp und Belegart nur eine Standardpositionsart definiert haben, trägt das System die Positionsart auch bereits automatisch ein.
Weitere Informationen finden Sie im Customizing für Transportation Management unter folgenden Customizing-Aktivitäten:
Wenn Sie Positionsarten für den Positionstyp Service festgelegt haben und diesen Servicepositionen Servicearten zuordnen möchten, haben Sie im Customizing Servicearten definiert. Weitere Informationen finden Sie im Customizing für Transportation Management unter .
Wenn Sie Commodity Codes zur Klassifizierung von Gütern verwenden möchten, haben Sie im Customizing Commodity Codes und Commodity-Code-Arten definiert. Weitere Informationen finden Sie im Customizing für Transportation Management unter .
Wenn Sie festlegen möchten, dass Sie für Positionen Lokationen und Geschäftspartner angeben dürfen, die von den Kopfdaten des Speditionsauftrags abweichen, haben Sie dies im Customizing der Speditionsauftragsart oder Speditionsangebotsart entsprechend definiert. Die Standardeinstellung ist, dass Sie keine von den Kopfdaten abweichenden Lokationen und Geschäftspartner angeben dürfen. Weitere Informationen finden Sie unter den oben angegebenen Customizing-Aktivitäten.
In den Geschäftsbelegen Speditionsauftrag und Speditionsangebot können Sie Positionen wie folgt erfassen:
Positionshierarchie
Sie können die Positionen einzeln oder als Hierarchie aus den Ebenen Container, Packstück, Produkt und Service erfassen. Die Reihenfolge der Ebenen ist dabei vorgegeben, d.h. Sie können z.B. nicht ein Produkt als oberste Ebene mit einem untergeordneten Packstück festlegen.
Positionsart
Sie müssen für jede Position eine Positionsart eingeben. Wenn Sie das Feld leer lassen, muss im Customizing eine eindeutige Standardpositionsart für die Kombination aus Positionstyp (z.B. Produkt) und Belegart definiert sein (s.o. unter Voraussetzungen). In diesem Fall ermittelt das System den Standardwert aus den Customizing-Einstellungen.
Nachdem Sie eine Positionsart für eine Position festgelegt haben, ist sie nicht mehr änderbar.
Servicepositionen
Sie können Services in einem Serviceproduktkatalog festlegen und die Serviceprodukte in Speditionsvereinbarungen aufnehmen. Die Servicepositionen sind dann in einem Speditionsauftrag oder -angebot verfügbar, das auf der Basis der Speditionsvereinbarung angelegt wurde. Wenn Sie im Customizing eine Positionsart für den Positionstyp Service definiert haben, können Sie Servicepositionen in Ihrem Speditionsauftrag oder -angebot anlegen.
In den Detaildaten der Position können Sie außerdem eine Serviceart angeben, z.B. für die Reinigung und Desinfektion eines Containers. Der Serviceart kann ein Anweisungssatz zugeordnet sein, der z.B. eine schrittweise Anleitung zur Desinfektion des Containers enthält.
Servicepositionen werden vor allem für die Kostenberechnung und Abrechnung verwendet, jedoch nicht auf Folgebelege übertragen oder bei der Planung berücksichtigt. Weitere Informationen finden Sie unter Serviceproduktkataloge und Verwaltung von Anweisungen.
Equipmentart
Wenn Sie die entsprechenden Einstellungen im Customizing vorgenommen haben, können Sie den Positionen Equipmentarten (z.B. Gefriercontainer und 20–Fuß-Container) sowie Packstückarten (z.B. Palette) zuordnen. Außerdem gelten folgende Besonderheiten:
Wenn Sie der Positionsart im Customizing eine Equipmentgruppe zugeordnet haben, wird sie automatisch für eine Position mit dieser Positionsart eingetragen, und Sie erhalten Equipmentarten dieser Gruppe zur Auswahl. Sie können die Equipmentgruppe aber überschreiben.
Wenn Sie im Customizing der Positionsart eine Standard-Packstückart und -equipmentart festgelegt haben, wird Ihnen diese automatisch vorgegeben.
Für Container können Sie in den Detaildaten u.a. Daten zur Temperatursteuerung angeben. Wenn Sie im Customizing der Equipmentart Temperaturdaten für diese Containerart festgelegt haben, prüft das System ihre Eingaben gegenüber den Customizing-Daten. Außerdem können Sie Belüftungseinstellungen wählen, die Sie im Customizing vordefiniert haben. Diese Daten dienen der Information des Planers.
Darüber hinaus können Sie bereits Siegeldaten für den Container eingeben. Sie werden dann automatisch in die nachfolgende Frachtbuchung oder den Frachtauftrag übernommen. Weitere Informationen finden Sie unter Verwendung von Siegeln.
Commodity Codes
Wenn Sie diese im Customizing definiert haben, können Sie den Positionen eines Luftspedtionsauftrags oder -angebots Commodity Codes zuordnen. Mit den Codes können Sie Ihre zu transportierenden Güter (Commodities) nach frei wählbaren Eigenschaften klassifizieren und auswerten. Bei der Klassifizierung können Sie transportrelevante Produkteigenschaften wie Gewicht, Dichte, Ladeeigenschaften und Handling (z.B. von Gefahrgut) berücksichtigen. Diese Informationen, die auch in die Folgebelege wie Frachtaufträge oder -buchungen übertragen werden, können Sie als zusätzliche Beschreibung oder als Informationsgrundlage für Entscheidungen zur Verpackung usw. nutzen.
Weitere Informationen finden Sie unter Klassifizierung von Gütern.
Mengen, Gewichte und Volumen
Für die von Ihnen erfassten Positionen können Sie Mengen-, Gewichts- und Volumendaten eingeben (außer für Servicepositionen). Diese werden teilweise automatisch über die verschiedenen Ebenen einer Positionshierarchie aggregiert. Außerdem werden Abweichungen zwischen gewünschten Mengen und Istmengen angezeigt. Weitere Informationen finden Sie unter Erfassung von Mengen-, Gewichts- und Volumendaten einer Position.
Automatische Prüfungen
Wenn Sie dies im Customizing der Positionsart festgelegt haben, prüft das System automatisch, ob ein angegebenes Produkt existiert und ob ein Packstück bestimmte Abmessungen überschreitet. Ggf. können Sie auch eine manuelle Prüfung der Dimensionen eines Packstücks vornehmen. Außerdem wird eine eingegebene Containernummer auf die Übereinstimmung mit internationalen Standards geprüft.
Kopieren und Verschieben
Sie können vorhandene Positionen kopieren und Positionen mit Drag&Drop an eine andere Stelle in der Positionshierarchie verschieben.
Wenn Sie einen Speditionsauftrag mit Bezug zu einem Speditionsangebot anlegen, werden die festgelegten Positionsarten mit in den Speditionsauftrag übernommen.
Splitten von Positionen
Sie können Positionen auch in mehrere Positionen aufteilen. Die Anzahl der aufgeteilten Positionen richtet sich nach der Anzahl Stück, die in der Position enthalten ist. Je Stück wird eine neue Position angelegt. Die vorhandenen Mengen werden ebenfalls aufgeteilt.
Eine Position kann nur aufgeteilt werden, wenn sie folgende Voraussetzungen erfüllt:
Sie wurde noch nicht geplant.
Sie enthält mehr als ein Stück.
Sie hat keine Unterpositionen.
Sie ist keine Serviceposition.
Lokationen und Geschäftspartner
Wenn Sie dies im Customizing nicht anderweitig festgelegt haben, können Sie in den Detaildaten der Positionen und Unterpositionen eines Speditionsauftrags oder -angebots eigene Quell- und Ziellokationen, Abhol- und Lieferdaten sowie Geschäftspartner angeben (außer für Servicepositionen). Grund dafür können z.B. folgende Geschäftsszenarien sein:
Sie möchten Waren eines Speditionsauftrags von verschiedenen Lokationen oder Verladern abholen und zusammen in einem Hauptlauf transportieren.
Sie möchten Waren eines Speditionsauftrags, die Sie in einem Hauptlauf zusammen transportiert haben, an verschiedene Lokationen oder Empfänger liefern.
Auch eine Kombination dieser beiden Szenarien ist möglich. Darüber hinaus können Sie Einmallokationen und Einmaladressen für Geschäftspartner angeben, die von den in den Kopfdaten des Speditionsauftrags oder -angebots angegebenen Lokationen und Adressen abweichen.
Hinweis
Wenn Sie für mehrere Positionen eines Speditionsauftrags verschiedene Verlader oder Empfänger angeben, erfolgt eine automatische Abrechnung nur für den Verlader oder Empfänger, den Sie in den Kopfdaten des Speditionsauftrags festgelegt haben (oder für die entsprechenden Prepaid- und Collect-Vereinbarungspartner aus den Kopfdaten).
Sie können die Abrechnung für die verschiedenen Geschäftspartner durchführen, indem Sie manuell Speditionsabrechnungsbelege anlegen.