Show TOC

ProzessErstellen eines Speditionsauftrags Dieses Dokument in der Navigationsstruktur finden

 

In SAP Transportation Management (SAP TM) können Sie Speditionsaufträge (siehe Speditionsauftrag) sowohl manuell als auch automatisch erstellen. Sie haben folgende Möglichkeiten, einen Speditionsauftrag zu erstellen:

  • auf der Basis eines Angebots oder einer Vorlage

    Sie erstellen zunächst einen Speditionsauftrag als Vorlage oder ein Speditionsangebot und legen auf der Basis der dort erfassten Daten einen Speditionsauftrag an. Eine Vorlage kann bereits die wichtigsten Standarddaten enthalten, wie Verkaufsorganisation oder Incoterms, und erleichtert somit das Anlegen neuer Aufträge.

  • als Kopie eines bereits vorhandenen Speditionsauftrags

    Der neue Auftrag enthält bereits viele Daten des kopierten Auftrags, einschließlich der Daten zur Route. Er enthält jedoch keine Termine, und ihm sind keine Folgebelege wie Frachteinheiten oder Frachtaufträge mehr zugeordnet. Der Lebenszyklusstatus ist Neu.

  • von der Übersicht zum Auftragsmanagement aus

    Sie legen einen Speditionsauftrag ohne Bezug zu einem anderen Objekt neu an.

    Alternativ zu der vollständigen Erfassung eines Speditionsauftrags können Sie den Auftrag auch zunächst in einer Schnellerfassungssicht eingeben und sichern. Dieser Bildschirm bietet eine Übersicht über die wichtigsten Daten. Später können Sie den Auftrag dann erneut aufrufen und weitere Daten ergänzen.

  • aus einer Speditionsvereinbarung heraus

    Sie können einen Speditionsauftrag aus einer Speditionsvereinbarung heraus oder mit Bezug zu dieser anlegen. Die Servicepositionen der Speditionsvereinbarung sind dann auch im Speditionsauftrag verfügbar. Außerdem werden weitere Informationen aus der Speditionsvereinbarung automatisch in den Speditionsauftrag übernommen, wie Verkehrszweig, Versandart und Verkaufsorganisation.

  • über PI-Schnittstellen

    Sie erhalten die Daten direkt vom Auftraggeber über eine Schnittstelle der SAP NetWeaver Process Integration (SAP NetWeaver PI).

    Beachten Sie, dass die Enterprise-Services des Speditionsauftragsmanagements nur eingeschränkt zur Verwendung freigegeben sind. Weitere Informationen finden Sie unter Released with Restrictions.

Im Folgenden ist beschrieben, wie Sie einen Speditionsauftrag manuell neu anlegen. Weitere Informationen über das Anlegen von Speditionsangeboten und deren Umwandlung in Speditionsaufträge finden Sie unter Erstellen und Bearbeiten eines Speditionsangebots.

Voraussetzungen

Sie haben die erforderlichen Einstellungen für den Speditionsauftrag vorgenommen. Weitere Informationen finden Sie unter Einstellungen für den Speditionsauftrag.

Prozess

  1. Eingabe der Daten auf dem Einstiegsbild

    Auf dem Einstiegsbild des Speditionsauftrags geben Sie wesentliche Daten des Speditionsauftrags an, wie die Speditionsauftragsart und den Verkehrszweig. Darüber hinaus können Sie festlegen, dass Sie den Speditionsauftrag mit Bezug zu oder als Kopie von anderen Belegen oder auch als Vorlage anlegen möchten. Beachten Sie dabei Folgendes:

    • Die Eingabe der Speditionsauftragsart und des Verkehrszweigs ist obligatorisch, die Eingabe aller anderen Parameter ist optional.

    • Wenn Sie den Verkehrszweig bereits in der Speditionsauftragsart festgelegt haben, wird er Ihnen angezeigt und kann nicht mehr geändert werden. Wenn Sie zuerst einen Verkehrszweig angeben, erhalten Sie für die Speditionsauftragsart in der Wertehilfe nur Auftragsarten zur Auswahl, die für diesen Verkehrszweig gültig sind.

    • Sie können die Speditionsauftragsart und den Verkehrszweig anschließend nicht mehr im Beleg selbst ändern. Einige der anderen Parameter, wie z.B. die Verkaufsorganisation, können noch im Beleg geändert werden. Dies hängt davon ab, ob Sie einen Wert im Customizing vordefiniert haben und dieser noch änderbar ist.

    • Wenn Sie einen vorhandenen Speditionsauftrag kopieren, können Sie für den zu erstellenden neuen Speditionsauftrag eine neue Speditionsauftragsart eingeben. Dies kann jedoch zu Inkonsistenzen mit kopierten Daten führen, wenn diese z.B. aus den Customizing-Einstellungen der Speditionsauftragsart ermittelt wurden (wie Verkehrszweig und Versandart). Wenn die Daten für die neue Speditionsauftragsart eindeutig sind, aktualisiert das System die Daten automatisch. Andernfalls müssen Sie die inkonsistenten Daten manuell ändern.

    Anschließend gelangen Sie zum Speditionsauftrag, der den Lebenszyklusstatus Neu erhält.

  2. Erfassung der allgemeinen Speditionsauftragsdaten

    Sie erfassen zunächst die allgemeinen Daten des Speditionsauftrags, wie Daten zur Verkaufsorganisation, Attribute zur Prozesssteuerung und Incoterm-Daten. Beachten Sie dabei Folgendes:

    • Wenn Sie dies im Customizing der Speditionsauftragsart festgelegt haben, hat das System die Daten zur Verkaufsorganisation bereits automatisch ermittelt.

    • Sie können eine Reihe von Attributen zur Prozesssteuerung festlegen, wie Versandart, Bewegungsart und Luftfrachtbriefart (Air-Waybill-Art). Je nach Customizing-Einstellungen werden Ihnen diese Attribute bereits automatisch vorgegeben. Weitere Informationen finden Sie unter Attribute zur Prozesssteuerung.

    • Die Incoterm-Daten werden bei der Planung und Abrechnung berücksichtigt. Weitere Informationen über die Incoterm-Abwicklung in SAP TM finden Sie unter Incoterms in Speditionsaufträgen.

    • Wenn der Spediteur, der dem Hauptlauf des Speditionsauftrags zugeordnet ist, mit dem Auftraggeber auf der Basis einer speziellen Frachtvereinbarung direkt abrechnet, müssen Sie dies im Speditionsauftrag festlegen. Weitere Informationen finden Sie unter Nicht kontrollierter Transport.

    • Wenn Sie Waren von mehreren Lieferanten, die für einen Empfänger bestimmt sind, vor dem Hauptlauf konsolidieren und in einen Container laden möchten, können Sie angeben, dass es sich um Buyer's Consolidation handeln soll. Weitere Informationen finden Sie unter Buyer's Consolidation.

  3. Erfassung der Geschäftspartner, Lokationen und Termine

    Sie geben die Daten Ihrer Geschäftspartner, wie Verlader, Empfänger und Auftraggeber, ein und legen die Lokationen und Termine für den gesamten Speditionsauftrag fest. Beachten Sie dabei Folgendes:

    • Wenn Sie dies im Customizing festgelegt haben, werden die Geschäftspartner anhand des in der Speditionsauftragsart angegebenen Partnerfindungsprofils automatisch ermittelt. Weitere Informationen finden Sie unter Geschäftspartnerfindung.

    • Wenn Sie eine Lokation angeben und dies im Customizing der Bewegungsart aktiviert haben, ermittelt das System automatisch aus den Stammdaten den zugehörigen Verlader oder Empfänger. Wenn Sie einen Geschäftspartner angeben, ermittelt das System die zugehörigen Lokationsdaten, sofern diese eindeutig sind (d.h. es existiert nur eine Lokation, für die der Geschäftspartner in den Stammdaten hinterlegt ist).

    • Die automatisch ermittelte Adresse des Geschäftspartners können Sie manuell überschreiben. Sie wird als abweichende Adresse gekennzeichnet und in Folgebelege übertragen. Sie können einen Geschäftspartner auch schon in den Stammdaten als Einmalgeschäftspartner ohne Adressdaten definieren. Die eingegebene Adresse ist dann ebenfalls eine Einmaladresse.

    • Sie können für Geschäftspartner zusätzlich druckspezifische (z.B. akkreditivkonforme) Adressinformationen eingeben. Diese Adressinformationen werden vom System automatisch in Druckformularen verwendet.

    • Wenn Sie dies im Customizing der Speditionsauftragsart festgelegt haben, können Sie eine Kreditlimitprüfung für einen Geschäftspartner vornehmen (d.h. für den Auftraggeber oder andere zahlende Geschäftspartner). Weitere Informationen finden Sie unter Kreditlimitprüfung.

    • Sie können festlegen, dass ein Speditionsauftrag erst dann in den Folgeprozessen geplant und ausgeführt werden kann, wenn Sie die Zahlung Ihres Geschäftspartners erhalten haben. Weitere Informationen finden Sie unter Vorauszahlung für Speditionsaufträge.

    • Sie können auch abweichende Geschäftspartner sowie Lokationen und Termine für einzelne Positionen Ihres Speditionsauftrags festlegen (siehe Prozessschritt 6).

    Weitere Informationen über Geschäftspartner-Stammdaten finden Sie unter Geschäftspartner.

  4. Erfassung und Änderung geschäftsprozessabhängiger Daten

    Wenn Sie den Speditionsauftrag in speziellen Geschäftsprozessen nutzen und diese im Customizing der Speditionsauftragsart aktiviert haben, können Sie weitere Daten eingeben und ändern, z.B.:

    • Luftfrachtsicherheit

      Sie können Daten für die Luftfracht-Sicherheitsprüfung eingeben. Weitere Informationen finden Sie unter Luftfrachtsicherheit.

    • Anweisungen

      Sie können sich die im Customizing definierten Anweisungen anzeigen lassen sowie Anweisungen anlegen, ändern und löschen. Weitere Informationen finden Sie unter Verwaltung von Anweisungen.

    • Export- und Import-Abwicklung

      Für die Export- und Import-Abwicklung können Sie die Transportrichtung bereits im Customizing der Speditionsauftragsart vordefinieren oder im Speditionsauftrag selbst angeben. Außerdem müssen Sie spezielle Vorgaben beachten, wenn Sie die Geschäftspartner und Verkaufsorganisation Ihres Speditionsauftrags festlegen. Weitere Informationen finden Sie unter Export-/Importabwicklung.

    • Handling-Codes

      Mit Handling-Codes können Sie bestimmte Eigenschaften Ihrer Transporte und Transportgüter (wie z.B. Gefahrgut) hinterlegen, die auch für die Planung relevant sein können. Weitere Informationen finden Sie unter Handling-Codes.

  5. Festlegung der Route

    Wenn Sie von Ihrem Auftraggeber bereits Angaben über die gewünschte Route erhalten haben, können Sie die Abschnitte der Route erfassen. Weitere Informationen finden Sie unter Festlegung der Route.

  6. Erfassung der Auftragspositionen

    Sie erfassen die Positionen des Speditionsauftrags in einer Positionshierarchie aus z.B. Container, Verpackung und Produkt. Nur die oberste Ebene dieser Hierarchie ist planungsrelevant. Die Mengen und Gewichte dieser Ebene werden summiert und in die Kopfdaten übertragen.

    Weitere Informationen finden Sie unter Erfassung von Positionen eines Speditionsauftrags oder -angebots.

  7. Sichern des Speditionsauftrags

    Sie sichern den Speditionsauftrag. Der Beleg erhält nun vom System eine ID des Nummernkreises dieser Belegart. Außerdem prüft das System die eingegebenen Daten auf Vollständigkeit und Konsistenz. Das Ergebnis dieser Prüfungen wird Ihnen in Form von Fehlermeldungen und als Vollständigkeitsstatus angezeigt.

    Wenn Sie dies im Customizing der Speditionsauftragsart festgelegt haben, führt das System auch eine Reihe von automatischen Funktionen aus, wie:

    • Automatische Erzeugung von Frachteinheiten

    • Automatische Bestätigung des Speditionsauftrags mit Senden der Bestätigung an den Auftraggeber

    • Automatische Berechnung der Transportkosten

    • Prüfung, ob die Limits für das Auslösen eines Genehmigungs-Workflows überschritten sind, und ggf. Anstoßen des Workflows

    • Prüfung des Kreditlimits von Geschäftspartnern

    • Prüfung, ob die Außenhandelsvorschriften in dem Speditionsauftrag eingehalten wurden (siehe Prüfung auf Einhaltung von Außenhandelsvorschriften)