
Der hier dargestellte Ablauf bei der Workflow-Modellierung ist idealtypisch. Er stellt nur eine Möglichkeit dar, mit den Definitionswerkzeugen des SAP Business Workflow zu arbeiten. Zudem dient er auch dem Zweck, die verschiedenen Definitionswerkzeuge mit ihren Beziehungen untereinander vorzustellen.
Wenn Sie sich an das dieser Dokumentation zugrunde gelegte rollenbasierte Vorgehensmodell halten, sollte der Prozessberater ein Geschäftsprozessmodell vorgeschlagen haben.
Absolut notwendig ist die Erstellung einer Aufbauorganisation. Auch diese Tätigkeit gehört in unserem Modell in den Aufgabenbereich des Prozessberaters.

Der Prozessberater hat auf der Grundlage der betriebswirtschaftlichen Anforderungen und Möglichkeiten ein Geschäftsprozessmodell erstellt, das nun vom Workflow-Entwickler umgesetzt werden soll.
Mit Hilfe des Business Workflow Explorer können Sie sich einen Überblick über die vorhandenen Workflows und Aufgaben verschaffen und diese dann bearbeiten oder als Vorlage verwenden. Sie können sich so eventuell die Mühe einer eigenen Modellierung ersparen.
Der Explorer umfasst neben den von Ihnen selbst erstellten Workflows und Aufgaben insbesondere die von SAP ausgelieferten Workflows und Aufgaben, die Bestandteil der Workflow-Anwendungsszenarios sind. Die Kenntnis der Szenarios empfiehlt sich nicht nur für den Prozessberater, sondern auch für den Workflow-Modellierer.
Sind Sie bei der Suche nach einer Vorlage erfolgreich, können Sie die Vorlage kopieren und an die Besonderheiten des Geschäftsprozessmodells anpassen. Müssen nur Änderungen an bestehenden Schritten eines SAP-Workflow vorgenommen werden, sollten Sie prüfen, ob Sie eine Workflow-Konfiguration erstellen können.
Business Object Repository (BOR)
Wenn Sie keinen SAP-Workflow als Vorlage verwenden können, gehen Sie wie folgt vor:
Sie identifizieren alle am Geschäftsprozessmodell beteiligten Business-Objekte.
Sie überprüfen dann, ob die entsprechenden Objekttypen mit ihren Methoden, Attributen und Ereignissen im Business Object Repository definiert sind. Bei der Suche nach den vorhandenen Objekttypen hilft Ihnen deren Eingruppierung in die Hierarchie der Anwendungskomponenten und die Möglichkeit der generischen Suche nach Namensbestandteilen.
Wenn Sie einen Objekttyp finden, dessen Definition Ihnen geeignet und vollständig erscheint, können und dürfen Sie ihn ohne weitere Modifikationen verwenden.
Wenn Sie einen Objekttyp finden, dessen Definition für Ihre Belange noch unvollständig ist, erweitern Sie dessen Definitionen im Business Object Builder.
Wenn Sie keinen geeigneten Objekttyp finden, definieren Sie Ihren eigenen Objekttyp.
Sie identifizieren die am Geschäftsprozessmodell beteiligten Aufgaben. Sie machen sich dabei klar, welche Objektmethode durch die Aufgabe ausgeführt werden soll und welche Person oder welcher Personenkreis für ihre Erledigung verantwortlich ist.
Die Definition und Bearbeitung eines Workflow erfolgt im Workflow Builder. Sie können dort sowohl die Außenbeziehungen (Schnittstelle beim Aufruf, auslösende Ereignisse) des Workflow definieren, als auch die tatsächliche Implementierung eines betriebswirtschaftlichen Szenarios als eine Abfolge von miteinander vernetzten Schritten. Diesen Schritten ordnen Sie existierende Aufgaben oder Sub-Workflows zu, oder Sie definieren aus dem Workflow Builder heraus eine Aufgabe unter Angabe von Objekttyp und Methode und legen die möglichen Bearbeiter fest.
Bei der Erstellung eines Workflow können Sie sich durch Workflow Wizards unterstützen lassen. Diese erstellen Teile einer Workflow-Definition, mit denen ein bestimmtes Szenario ausgeführt werden kann.
Das Ergebnis dieses Ablaufs ist die Implementierung des im Geschäftsprozessmodell entworfenen Workflow in das SAP-System.