
Um eine SAP-Lösung oder ein nachträglich zu ergänzendes Add-On-Produkt daraufhin zu prüfen, welche Konflikte an welcher Stelle im Mehrmandantenbetrieb auftreten können, stehen zwei Analyse-Tools zur Verfügung.
Report TRANSPORT_TABKEY_ANALYSIS
Im ASP-Umfeld wird ein Produkt (eine ASP-Lösung) oftmals durch eine Menge von vorkonfigurierten Customizing-Einstellungen für ein bestimmtes Branchenumfeld repräsentiert, ohne dass Repository-Objekte ergänzt oder geändert wurden. Für diesen Fall kann der Report TRANSPORT_TABKEY_ANALYSIS angewendet werden. Dieses Tool wird typischerweise im Bereich sogenannter Preconfigured Systems eingesetzt, in der von einem Drittanbieter für eine Industrielösung oder Branche ein vollständig ausgeprägtes Customizing geliefert wird. Für einen ASP mit mehreren produktiven Mandanten ist dabei natürlich wichtig, zu wissen, welche der Einstellungen mandantenunabhängig sind, da solche Einstellungen für alle ASP-Kunden operativ wirksam sind, also auch nicht ohne weiteres für einzelne Kunden individuell angepasst werden dürfen.
Report MULTICLIENT_ANALYSIS
In anderen Fällen enthält die Lösung auch Programmentwicklungen, d.h. die Stückliste enthält Einträge zu Repository-Objekten (Dictionary-Objekte, Programme und/oder Customizing-Objekt-Definitionen). Diese können durch den Report MULTICLIENT_ANALYSIS auf ihre prinzipielle Mehrmandantenfähigkeit geprüft werden.
Weitere Informationen zum Report MULTICLIENT_ANALYSIS finden Sie unter Toolunterstützung zum Erzeugen der Objektliste.
Beide Tools erzeugen eine Ergebnisliste, die in Bezug auf Mehrmandantenfähigkeit analysiert werden muss.
Enthält die Stückliste sowohl Customizing-Einträge als auch Repository-Objekte, so sind beide Programme anzuwenden. Jedes Programm filtert und evaluiert die jeweils relevanten Einträge aus der vorgegebenen Stückliste im Hinblick auf potenzielle Mehrmandantenkonflikte.
Voraussetzung für den Einsatz der Tools ist, dass das zu analysierende Produkt in einem SAP-System identifizierbar ist. In den häufigsten Fällen dürfte dies über einen oder mehrere Transportaufträge gegeben sein, da diese eine lückenlose Stückliste der zugehörigen Objekte enthalten. In selteneren Fällen kann auch über eine Aufzählung von Paketen und/oder Komponenten die Stückliste eines (Teil-) Produkts gewonnen werden. Wichtig ist dabei, dass die resultierende Stückliste das Produkt exakt beschreibt, d.h. dass sie
vollständig ist und
keine anderen Objekte enthält, die nicht zum Produkt gehören.
So ist beispielsweise der Transportauftrag eines Mandantentransports keine zulässige Stückliste, da hierin das gesamte SAP-System enthalten ist, das Produkt also hieraus nicht mehr erkennbar ist.