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Übersicht über den NetWeaver AS ABAP  Dokument im Navigationsbaum lokalisieren

In den folgenden Abschnitten zeigen wir Ihnen drei verschiedene Sichten auf den NetWeaver AS ABAP.

Logische Sicht

Die logische Sicht auf den NetWeaver AS ABAP hebt sich von einer Hardware- oder Software-technischen Sicht dahingehend ab, dass die gezeigten Komponenten nicht unbedingt Hardware- oder Software-Einheiten zugeordnet werden können. In folgender Abbildung ist diese logische Sicht in Form eines Blockdiagramms dargestellt.

 

Diese Grafik wird im zugehörigen Text erklärt

Die folgende Aufzählung fasst die Aufgaben der drei im NetWeaver AS ABAP enthaltenen logischen Komponenten kurz zusammen:

Kernel & Verwaltungsdienste

Die Komponente Kernel & Verwaltungsdienste dient als hardware-, betriebssystem- und datenbankunabhängige Laufzeitumgebung aller ABAP-Anwendungen. Die ABAP-Laufzeitumgebung ist hauptsächlich in C/C++ geschrieben. Einige systemnahe Teile sind aber auch in ABAP selbst programmiert. Im Einzelnen erfüllt die Komponente Kernel & Verwaltungsdienste dabei folgende Aufgaben:

·        Ausführen von Anwendungen
Alle ABAP-Anwendungen laufen auf Softwareprozessoren (Virtual Machines) dieser Komponente.

·        Verwaltung von Benutzern und Prozessen
An einem NetWeaver AS ABAP können viele Benutzer gleichzeitig arbeiten und jeder Benutzer kann mehrere ABAP-Anwendungen unabhängig voneinander ausführen. Die Komponente übernimmt dabei die sonst üblichen Aufgaben eines Betriebssystems. Benutzer melden sich am NW AS an und führen dort ABAP-Anwendungen aus. Sie kommen mit dem eigentlichen Betriebssystem des jeweiligen Rechners nicht in Berührung. Für das Betriebssystem des Rechners ist der NetWeaver AS ABAP der einzige Benutzer.

·        Datenbankzugriffe
Jeder NetWeaver AS ABAP ist mit einem Datenbanksystem, bestehend aus Datenbank Management System (DBMS) und der eigentlichen Datenbank (Datenbestand) verknüpft. Die ABAP-Anwendungen greifen nicht direkt, sondern nur über Verwaltungsdienste auf das Datenbanksystem zu.

·        Kommunikation
ABAP-Anwendungen können sowohl mit anderen SAP-Systemen als auch mit externen Systemen kommunizieren. Ebenso ist der Zugriff von außerhalb auf die betriebswirtschaftliche Funktionalität von ABAP-Anwendungen möglich (BAPI-Schnittstelle). Die Komponente stellt alle hierfür nötigen Dienste zur Verfügung.

·        Kontrolle und Administration des NetWeaver AS ABAP
Die Komponente umfasst Programme, die es erlauben den laufenden Betrieb eines NW AS zu überwachen, zu steuern und Laufzeitparameter zu verändern.

ABAP Workbench

Die Komponente ABAP Workbench ist eine vollständige Entwicklungsumgebung für die in ABAP geschriebenen Anwendungen. Sie dient der Erstellung oder Erweiterung, dem Test und der Organisation dieser Anwendungsprogramme. Die Entwicklungsumgebung ist vollständig in den NetWeaver AS ABAP integriert und ist wie andere ABAP-Anwendungen selbst in ABAP geschrieben.

Präsentationskomponenten

Die Präsentationskomponenten dienen der Interaktion der ABAP-Anwendungen mit dem Benutzer (Ein- und Ausgabe) und der Integration von Desktop-Anwendungen (z.B.Textverarbeitung, Tabellenkalkulation etc.) in den NW AS. 

Software-technische Sicht

In folgender Abbildung ist die Software-technische Sicht auf ein SAP-System dargestellt. In einem ABAP-basierten SAP-System umfasst der NetWeaver AS ABAP alle SAP GUI Komponenten und die ABAP-Applikationsserver.

 

Diese Grafik wird im zugehörigen Text erklärt

 

Ein SAP-System ist ein mehrstufiges Client/Server-System. Die einzelnen Software-Komponenten sind auf einzelne Software-Schichten verteilt und arbeiten je nach Schicht als Client oder Server für die Komponenten der darunter bzw. darüberliegenden Schichten. In der Grundvariante umfasst das SAP-System folgende Software-Schichten:

Datenbankschicht

Die Datenbankschicht, auf die der NetWeaver AS zugreift, besteht aus einem zentralen Datenbanksystem, das sich aus den Komponenten Datenbank Management System (DBMS) und der eigentlichen Datenbank (Datenbestand) zusammensetzt.

Die Datenbank enthält nicht nur die betriebswirtschaftlichen Daten (Stammdaten und Bewegungsdaten) der ABAP-Anwendungsprogramme, sondern ist die zentrale Datenablage für den  NetWeaver AS ABAP. Insbesondere enthält die Datenbank also auch Steuerungs- und Customizingdaten, die das Verhalten des NetWeaver AS festlegen, sowie die ABAP-Anwendungsprogramme selbst. Ihre Komponenten (Programmtexte, Bildschirmdefinitionen, Menüs, Funktionsbausteine usw.) werden in einem speziellen Teil der Datenbank abgespeichert, der Repository genannt wird, und heißen deshalb auch Repository-Objekte. Repository-Objekte werden mit der ABAP Workbench bearbeitet.

Applikationsschicht

Die Software-Komponenten der Applikationsschicht eines NetWeaver AS ABAP bestehen aus einem oder mehreren ABAP-Applikationsservern und einem Message Server. Jeder Applikationsserver stellt eine Reihe von Diensten zum Betrieb des NW AS zur Verfügung. Im Prinzip genügt ein einziger Applikationsserver, um einen NW AS zu betreiben. In der Praxis werden die Dienste meistens auf mehrere Applikationsserver verteilt, so dass nicht jeder Applikationsserver jeden Dienst zur Verfügung stellt. Der Message Server realisiert die Kommunikation zwischen den Applikationsservern. Über den Message Server können Aufträge zwischen den Applikationsservern innerhalb eines NW AS weitergeleitetet werden. Weiterhin enthält der Message Server Informationen über die Gruppierung von Applikationsservern und die aktuelle Lastverteilung innerhalb der Gruppen und kann so die Anmeldung von Benutzern entsprechend beeinflussen.

Präsentationsschicht

Die Präsentationsschicht bildet die Schnittstelle zu den Benutzern. Durch ihre Software-Komponenten, die SAP GUI (Graphical User Interface) genannt werden, bietet sie eine intuitiv bedienbare graphische Oberfläche, über die Benutzer Daten eingeben oder Antworten in Form von Texten oder Graphiken erhalten. Die Präsentationsschicht sendet diese Daten an die Applikationsschicht bzw. empfängt sie von dieser. Eine SAP-GUI-Komponente ist während ihrer Laufzeit immer fest mit einer Benutzeranmeldung an den NetWeaver AS ABAP verknüpft.

In weiteren Ausbaustufen können weitere Schichten, wie z.B. ein Internet Transaction Server (ITS), hinzukommen.

Software-technische Sicht und Hardware-Sicht

Die Software-technische Sicht hat zunächst einmal nichts mit der Verteilung auf die Hardware zu tun. Sowohl in vertikaler Richtung (Schichten) als auch in horizontaler Richtung (Komponenten) sind viele verschiedene Szenarien möglich. In vertikaler Richtung gibt es die möglichen Extreme, dass alle Schichten auf einem einzigen Rechner installiert sind oder jede Schicht mindestens einen eigenen Rechner beansprucht. In horizontaler Richtung ist die Verteilung der Datenbankkomponenten vom jeweiligen Datenbanksystem abhängig. Die Komponenten von Applikationsschicht und Präsentationsschicht sind über beliebig viele Rechner verteilbar, wobei auch mehrere ABAP-Applikationsserver auf einem Rechner installiert sein können. Bei einer häufig vorzufindenden Konfiguration laufen das Datenbanksystem und ein ABAP-Applikationsserver, der spezielle Dienste für die Datenbank zur Verfügung stellt, auf einem Rechner gemeinsam, während alle weiteren Applikationsserver auf eigene Rechner verteilt sind. Die Komponenten der Präsentationsschicht laufen meistens auf den Desktoprechnern jedes einzelnen Benutzers.

Vorteile der mehrstufigen Architektur

Die Software-technische Aufteilung des SAP-Systems auf drei Schichten sorgt durch die Verteilung der Systemlast für kurze Antwortzeiten. Einen weiteren Vorteil stellt die hohe Skalierbarkeit dar, die durch die beinahe beliebige Verteilung der Software-Komponenten eines SAP-Systems auf verschiedene Hardware-Einheiten erreicht wird. Insbesondere in der Applikationsschicht ist dieser Vorzug sichtbar: ein NetWeaver AS ABAP kann leicht durch die Installation weiterer ABAP-Applikationsserver an steigende Anforderungen angepasst werden.

Die Architektur des SAP-Systems ermöglicht es, die Applikationsschicht und Datenbankschicht auf verschieden Rechnern zu installieren, die über ein Netzwerk miteinander kommunizieren. Dies entlastet erheblich das Datenbanksystem, das die zentrale Datenablage für den NetWeaver AS ABAP enthält und aus diesem Grund beim Systembetrieb stark beansprucht wird.

Die Trennung von Präsentations- und Applikationsschicht entlastet wiederum die ABAP-Applikationsserver, indem sie die Verarbeitung von Benutzereingaben und die Aufbereitung der Datenausgabe von der eigentlichen Programmausführung entkoppelt. Zu bemerken ist, dass SAP GUI und ABAP-Applikationsserver so aufgebaut sind, dass möglichst wenige Daten zwischen den beiden Schichten hin und her bewegt werden müssen. Somit können die Komponenten der Präsentationsschicht auch auf Rechnern bedient werden, die weit entfernt von denjenigen Rechnern stehen, auf denen die Applikationsschicht installiert ist, und die über langsame Leitungen miteinander verbunden sind.

Benutzersicht

Die folgende Abbildung zeigt die Sicht eines SAP-GUI-Benutzers auf ein SAP-System:

Diese Grafik wird im zugehörigen Text erklärt

Für einen Benutzer sind diejenigen Komponenten des SAP-Systems unmittelbar sichtbar, die sich ihm als Fenster auf dem Bildschirm präsentieren. Diese Fenster werden von der Präsentationsschicht des NetWeaver AS ABAP erstellt.

Vor der Anmeldung an das SAP-System startet der Benutzer zuerst ein Hilfsprogramm des SAP GUIs namens SAP Logon, das auf dem jeweiligen Frontend installiert ist. Im SAP Logon kann er eines der zur Verfügung stehenden SAP-Systeme auswählen. Das Programm SAP Logon verbindet sich mit dem Message Server des NetWeaver AS ABAP im ausgewählten SAP-System und erhält von diesem die Adresse eines geeigneten (wenig ausgelasteten) ABAP-Applikationsservers. Schließlich startet SAP Logon einen SAP GUI, der mit diesem Applikationsserver verbunden ist. Das Programm SAP Logon wird für diese Verbindung nicht mehr benötigt.

Der SAP GUI öffnet erst das Anmeldebild und nach erfolgreicher Anmeldung das SAP-Einstiegsbild in einem Fenster auf dem Bildschirm. Innerhalb des SAP GUI wird jedes Fenster durch einen Modus repräsentiert. Der Benutzer kann nach seiner Anmeldung innerhalb eines SAP GUI bis zu fünf weitere Modi öffnen, die sich untereinander fast wie unabhängige SAP-Anmeldungen verhalten. In den verschiedenen Modi können also parallele Anwendungen unabhängig voneinander ausgeführt werden.

Innerhalb eines Modus, kann der Benutzer Anwendungen ausführen, die selbst weitere Fenster (z.B. Dialogfenster, Graphikfenster usw.) öffnen. Diese Fenster sind dann nicht unabhängig, sondern gehören zu diesem Modus. Sie können modal (das ursprüngliche Fenster ist nicht eingabebereit) oder amodal (beide Fenster sind eingabebereit und beeinflussen sich gegenseitig) sein.

Der Benutzer kann mit dem Programm SAP Logon weitere SAP GUIs für das gleiche oder auch andere zur Verfügung stehende SAP-Systeme öffnen. Die einzelnen SAP GUIs und die entsprechenden Anmeldungen eines Benutzers sind vollständig unabhängig voneinander. Somit können zum Beispiel auf einem einzigen Desktoprechner die Präsentationsschichten mehrerer SAP-Systeme durch SAP GUIs vertreten sein.

 

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