Show TOC

 Croston-Methode

Definition

Die Croston-Methode ist eine Prognosestrategie für Produkte mit sporadischer Nachfrage. Im univariaten Prognoseprofil wählen Sie die Prognosestrategie 80.

Die Croston-Methode umfasst zwei Schritte. Zunächst werden aus der mittleren Bedarfshöhe separate, auf der exponentiellen Glättung basierende Schätzwerte abgeleitet. Anschließend erfolgt die Berechnung der mittleren Dauer zwischen Nachfragen. Diese wird dann in einer Form eines Konstantmodells zur Vorhersage des künftigen Bedarfs herangezogen.

Initialisierung

Das System prüft die erste Periode der Vergangenheitswerte. Wenn es einen Wert (also nicht null) vorfindet, weist es Z diesen Wert als Einstiegswert zu. X wird auf 1 gestellt. Wenn es keinen Wert vorfindet, wird Z auf 1 gestellt, X auf 2.

Berechnung von Prognoseparametern

Die Prognose wird anhand eines modifizierten Konstantmodells erstellt. Die Prognoseparameter P und X werden wie folgt bestimmt:

Die letzte Iteration, d.h. die Iteration für die letzte Periode, liefert die Parameter Z(f) und X(f) für die Prognose.

Prognose

Ab Release 4.0 sind zwei Prognosen möglich:

  1. Die Prognosemenge wird über alle Perioden des Prognosezeitraums hinweg verteilt. In früheren Releases stand allein dieses Verfahren zur Verfügung.

  2. Das System verteilt die Prognosemenge entsprechend dem zuvor bestimmten mittleren Intervall X.

    Diese Differenz wird in der unten gezeigten Grafik dargestellt.

Verwendung

In Verbindung mit Bestandsführungssystemen wird die exponentielle Glättung häufig zur Vorhersage des Bedarfs verwendet. Bei Vorliegen von sporadischem Bedarf führt die Anwendung dieser Methode jedoch fast immer zu inadequaten Beständen. Die Croston-Methode eignet sich dann, wenn der Bedarf zufällig auftritt, wobei in zahlreichen Perioden wenn nicht sogar den meisten keine Nachfrage vorliegt. Dort wo Bedarf entsteht, werden die Vergangenheitsdaten beliebig verteilt, quasi unabhängig vom Bedarfsintervall. Derartige Bedarfsverläufe werden als unregelmäßiger oder sporadischer Bedarf bezeichnet. Als Beispiel hierfür sei der Bedarf an Ersatzteilen genannt, die gewöhnlich zur Auffüllung des Lagers in größeren Mengen bestellt werden.

In Releases bis 3.1 wurde keine Ex-post-Prognose mit dieser Prognosestrategie berechnet. Mit Release 4.0 ist dies möglich.