Customizing-Verteilung
In einer Systemlandschaft ist es häufig notwendig, ausgewählte Customizing-Einstellungen in verschiedenen Systemen gleich zu halten. Sie können die Customizing-Verteilung nutzen, um ausgewählte Customizing-Einstellungen in einem Quellsystem (z.B. einem SAP-ERP-System) mit den Customizing-Einstellungen in Zielsystemen (z.B. in einem SAP-MDM-System) zu synchronisieren.

Im folgenden wird das System, das als Ausgangspunkt für die Customizing-Verteilung dient, auch als Quellsystem bezeichnet. Alle übrigen Systeme Ihrer Systemlandschaft werden als Zielsysteme bezeichnet und mit dem Quellsystem synchronisiert.
Die Customizing-Verteilung dient dazu, die Customizing-Einstellungen während einer Implementierung oder einer Veränderung im operativen Betrieb des Systems zu synchronisieren. Bevor Sie Customizing-Einstellungen synchronisieren, können Sie die Einstellungen mit einem anderen Werkzeug, dem Customizing Scout, vergleichen.
Sie haben alle notwendigen Voraussetzungen für die Customizing-Verteilung erfüllt. Sie haben pro Customizing-Objekt und System sichergestellt, dass das Customizing-ID-Mapping-Framework nicht gleichzeitig eingesetzt wird.
Mit der Customizing-Verteilung können Sie Customizing in einer Entwicklungslandschaft
· von einem Quellsystem in ein Zielsystem erstmals herunterladen (Initialverteilung)
· zeitgesteuert verteilen
· automatisch nach jeder Transportfreigabe oder jeder Customizing-Änderung verteilen (erst ab SAP R/3 4.6C)
· manuell verteilen.
Die Customizing-Verteilung stößt einen Prozess an, durch den Customizing in die Zielsysteme transferiert wird. Die Customizing-Verteilung schreibt alle verteilten Customizing-Änderungen in Transportaufträge, so dass Sie die Customizing-Änderungen von den Entwicklungssystemen in die Qualitätssicherungs- und Produktivsysteme transportieren können.

Sie können pro Solution-Manager-Projekt und Quellmandant nur einen Verteilungstyp auswählen, d.h. Sie müssen entscheiden, ob Sie zeitgesteuerte Customizing-Verteilung einsetzen, oder ob Sie nach Transportfreigabe oder unmittelbar nach Customizing-Änderungen verteilen. Auch für nicht-projektgebundene Customizing-Verteilungen ist pro Quellmandant nur ein Verteilungstyp zulässig.
Bestimmte Customizing-Objekte, die in einer Entwicklungslandschaft synchronisiert werden müssen, sind im System vordefiniert (Synchronisationsobjekte). Sie haben die Möglichkeit, mit dem Editor für Synchronisationsgruppen Synchronisationsobjekte und andere Customizing-Objekte für die Verteilung gezielt auszuwählen.

Weitere Informationen dazu, welche Customizing-Objekte für die Customizing-Verteilung geeignet sind, finden Sie unter Geeignete Objekte für die Customizing-Synchronisation.
Im Einführungsleitfaden (IMG) der entsprechenden Komponentensysteme, in die Customizing verteilt wurde, wird durch eine Ikone angezeigt, ob das Customizing zu einer IMG-Aktivität durch die Verteilung geändert wurde. Für die Anzeige dieser Ikone im IMG müssen die Komponentensysteme die Softwarekomponente SAP_BASIS mit den folgenden Basis-Supportpackages enthalten:
Erforderliche Basis-Supportpackages für die Anzeige der Ikone im IMG
SAP_BASIS |
Basis-Supportpackage |
6.10 |
24 |
6.20 |
7 |
6.30 und höher |
- |
Sie können die Customizing-Objekte bzw. einzelne Schlüsselbereiche, die durch die Customizing-Verteilung geändert werden sollen, automatisch sperren lassen. Die Sperrung wird für das gesamte Customizing-Objekte vorgenommen. Über Filter lassen sich die Sperren auch auf die im Filter definierten Schlüsseleinträge reduzieren, wodurch es möglich wird, im Zielsysteme weitere, z.B. zielsystemspezifische Einträge, hinzuzunehmen.

Das Sperrkonzept ist nur anwendbar auf Standard-Customizing-Objekte, d.h. Objekte vom Typ View (V), Viewcluster (C) und Tabelle mit Texttabelle (S). Sperren auf andere Customizing-Objekte sind organisatorisch sicherzustellen.
Sie können nach einer erfolgten Customizing-Verteilung die Protokolle der Customizing-Verteilung einsehen.