Entwicklung von Message-Interfaces
Mit plattform-unabhängigen Message-Interfaces können Sie
vor der eigentlichen Implementierung Ihres systemübergreifenden Prozesses die
Art der Kommunikation und die auszutauschenden Daten festlegen. Siehe auch:
Einführung in die
Interface-Entwicklung.
Die folgende Abbildung zeigt das Klassenmodell für Message-Interfaces im Integration Builder:

Message-Interfaces werden wie alle Repository-Objekte
über
Repository-Namensräume
organisiert, die einer Software-Komponentenversion zugeordnet sind (siehe
auch:
Organisation der
Auslieferungsinhalte).
Sie können Message-Interfaces auf folgende Weise aufbauen:
·
Über Message-Typen und Datentypen. Dieser zweistufige Aufbau ist
eng an WSDL (Web Service Description Language) angelehnt und auf einen hohen
Wiederverwendungsgrad ausgerichtet. Kunden können zusätzlich mit
Datentyp-Erweiterungen
eigene Felder zu einer Message hinzufügen.

Die Einführung der Zwischenebene von Message-Typen scheint auf den ersten Blick unnötig, ist aber auf XML-Ebene nötig, damit eine Message als eine eigene Instanz behandelt werden kann. Datentypen in XML Schema definieren an sich noch keine solche Instanz, weil ein Datentyp noch kein Element definiert.
· Optional über Fault-Message-Typen, mit denen Sie anwendungsspezifische Fehler behandeln können.
· Über RFC- oder IDoc-Messages, als Gegenstück zu einem RFC beziehungsweise IDoc im SAP-System.
· Über externe WSDL-, XSD- und DTD-Definitionen, deren enthaltene Message-Schemas sie verwenden können.
Zusammenfassend bezeichnet man diese Objekte und
Kontextobjekte als
Interface-Objekte.
Bevor Sie Message-Interfaces im Integration Builder
entwickeln können, müssen Sie eine Software-Komponentenversion importiert
haben und für diese einen oder mehrere Repository-Namensräume angelegt haben
(siehe:
Software-Komponentenversion
anzeigen/ändern).
Zu den Systemvoraussetzungen siehe außerdem den Abschnitt
Voraussetzungen in
Einführung in die
Interface-Entwicklung.
Der hier skizzierte Ablauf beschränkt sich auf die technische Sicht bei der Entwicklung von Message-Interfaces und geht nicht auf generelle Richtlinien für das Design von Interfaces und Datentypen ein.
...
1.
Abhängig von den beteiligten Kommunikationspartnern gehen
Sie folgendermaßen vor (Siehe auch:
Kommunikationspartner
(Fallbeispiele)):
¡ Wenn Sie die Objekte für Ihre Interface-Definition im Integration Builder anlegen:
i.
Um den Inhalt der auszutauschenden Messages festzulegen,
benötigen Sie
Datentypen.
Stellen Sie fest, ob schon Datentypen für die von Ihnen benötigten Interfaces
existieren (zum Beispiel über die
Suchhilfe). Legen
Sie bei Bedarf neue Datentypen an.
ii.
Um eine Message selbst referenzieren zu können (zum
Beispiel beim Mapping), müssen Sie einen
Message-Typ
verwenden, der auf einen Datentyp verweist. Prüfen Sie, ob ein entsprechender
Message-Typ bereits existiert und legen Sie bei Bedarf einen neuen Message-Typ
an. Im einfachsten Fall benötigen Sie einen Message-Typ für die
Request-Message und zusätzlich bei synchroner Kommunikation einen Message-Typ
für die Response-Message.
iii.
Für die Behandlung von anwendungsspezifischen Fehlern,
die auf Inbound-Seite auftreten, können Sie optional Fault-Messages verwenden.
Prüfen Sie, ob ein entsprechender
Fault-Message-Typ
bereits existiert und legen Sie bei Bedarf einen neuen Fault-Message-Typ
an.
iv.
Legen sie ein
Message-Interface
an und verweisen Sie auf den angelegten Message- und Fault-Message-Typ.
¡ Wenn Sie auf Definitionen aus Anwendungssystemen zugreifen:
...
i.
Importieren Sie Ihre Message-Schemata aus
externe
Definitionen oder RFC beziehungsweise IDocs aus SAP-Systemen. Die
Datentypen sind bereits in diesen Definitionen enthalten.
ii. Legen sie ein Message-Interface an und verweisen Sie auf die Messages der externen Definition oder auf die RFC- beziehungsweise IDoc-Message.
2. Für einen Message-Austausch benötigen Sie immer ein Interface-Paar. Sie können Message-Interfaces mit beliebigen anderen Interfaces kombinieren. Die folgende Tabelle gibt ein paar Beispiele:
Kommunikationspartner für Message-Interfaces mit Interfaces im Integration Repository
Message-Interface-Kategorie |
Mögliches Gegenstück |
Art der Kommunikation |
Outbound-Message-Interface |
Inbound-Message-Interface |
Proxy-Proxy-Kommunikation |
Abstraktes Message-Interface |
(Outbound- oder Inbound-Message-Interface) |
Proxy-Prozess-Kommunikation |
Message-Interface |
RFC-/IDoc-Interface |
Proxy-RFC oder |

Der Kommunikationspartner eines
Message-Interface
kann auch ein Interface sein, dass sich nicht in das Integration Repository
importieren lässt. Siehe auch:
Kommunikationspartner
(Fallbeispiele).
3. Legen Sie das Gegenstück zur Kommunikation im Integration Builder (Design) an beziehungsweise importieren Sie es.
4. Erfassen Sie Dokumentation zu den von Ihnen angelegten Objekten.
Das Message-Interface mit den referenzierten Message-Typen und Datentypen wird vom Integration Builder im Integration Repository abgelegt. Sie können nun:
·
Kontextobjekte für
Felder Ihrer Request-Message anlegen, die in Prozessen oder beim logischen
Routing in Bedingungen verwendet werden sollen.
·
Ausgehend von einem Message-Interface mit Hilfe der
Proxy-Generierung
ein Java- oder ABAP-Proxy generieren.
· Abstrakte Message-Interfaces in einem systemübergreifenden Integrationsprozess einsetzen, um die Prozesssignatur festzulegen.
·
Parallel zur Entwicklung der Laufzeitkomponenten mit dem
Design von
Mappings beginnen.
· Auf das Message-Interface beim Design von Integrationsszenarien verweisen.
·
Optional ein XSD- beziehungsweise WSDL-Dokument als
lokale Datei aus dem Repository exportieren (siehe:
XSD- und
WSDL-Dokumente exportieren).

Die Grafik in dem Abschnitt
Objektverweise
stellt die Beziehungen der Interface-Objekte untereinander und zu anderen
Design-Objekten dar.