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Funktionsdokumentation Überwachung von Betriebssystemdaten mit CCMS-Agenten  Dokument im Navigationsbaum lokalisieren

Verwendung

Der Betriebssystemkollektor SAPOSCOL sammelt Betriebssystemdaten eines beliebigen Host und legt diese auf seinem Segment des Shared Memory ab. Alle CCMS-Agenten können diese Daten in das CCMS-Monitorsegment übernehmen und an das zentrale Monitoring-System übermitteln. Damit sind die Daten in der CCMS-Monitoring-Architektur sichtbar und werden in den bekannten Transaktionen ST06 und OS07 angezeigt. Eine ausführliche Beschreibung zum Betriebssystemkollektor finden sie unter Betriebssystemkollektor SAPOSCOL und im SAP-Hinweis 371023.

Sie können so Betriebssystemdaten von Rechnern ohne laufendes SAP-System überwachen. Eine aufwendige Installation und Konfiguration von RFCOSCOL ist nicht mehr notwendig.

Angezeigte Betriebssystemdaten im Alert-Monitor

Die CCMS-Monitoring-Architektur zeigt nach erfolgreicher Installation des Agenten in der Transaktion RZ20 die folgenden Daten im Monitor Operating System an:

      Filesystems

      CPU

      Paging

      Commit Charge (nur für Windows)

      Swap Space (nur für Unix)

      OS Collector

      LAN

Die Transaktion OS07 zeigt unabhängig davon alle von SAPOSCOL gesammelten Daten an. Daher eignet sich OS07 gut als Analysemethode für den Monitor Operating System. Sie können sich diese Daten über die RFC-Destination SAPCCMSR.<Hostname>.99 anzeigen lassen.

Funktionsumfang

Konfiguration der Überwachung von Betriebssystemdaten

Der Agent ermöglicht außerdem eine individuelle Auswahl von Teilbäumen für die Monitore Operating System und Filesystems. Sie können durch einen Filter Teilbäume oder ganze Komponenten explizit aus der Monitoranzeige herausnehmen. Für diese werden dann keine Monitorknoten generiert. Alternativ zum Herausfiltern von Dateisystemen können Sie ein exklusives Monitoring einschalten, mit dem nur die Dateisysteme überwacht werden, die sie explizit angeben. Alle anderen Dateisysteme werden dann nicht überwacht.

Ab Patch Collection 2005/4 der CCMS-Agenten können Sie auch die Namen der MTE-Klassen für die überwachten Betriebssystemdaten beliebig ändern. Damit können Sie Betriebsystemdaten unterschiedlicher Hosts unterschiedlichen MTE-Klassen zuweisen. Dies erleichtert das Customizing z. B. der Schwellenwerte oder die Zuweisung von verschiedenen Autoreaktionen in Abhängigkeit der Funktion oder der Plattform (Windows, Unix) der überwachten Hosts.

In der Konfigurationsdatei der CCMS-Agenten SAPCCMSR.INI können Sie durch den Parameter OsColFile eine Konfigurationsdatei angeben, in der Sie diese Einstellungen vornehmen können. SAPCCMSR.INI enthält dann also einen Eintrag der Art:

OsColFile <Konfigurationsdatei für Überwachung von Betriebssystemdaten>

Diese SAPOSCOL-Filterdatei werde im Folgenden oscolfile.txt genannt.

Aufbau der SAPOSCOL-Filterdatei oscolfile.txt

Sie können in der SAPOSCOL-Filterdatei oscolfile.txt die folgenden Angaben machen:

      Herausfiltern von Komponenten

Tragen Sie nach dem Schlüsselwort FilterOutComponentdiejenigen Komponenten ein, die nicht in das CCMS-Monitorsegment übernommen werden sollen, für die also im Monitorbaum der Transaktion RZ20 kein Teilbaum angelegt werden soll.

      Herausfiltern von Dateisystemen

Mit dem Schlüsselwort FilterOutFilesystem können Sie Dateisysteme herausfiltern, die nicht in das CCMS-Monitorsegment übernommen werden sollen. Sie können so z. B. bestimmte Dateisysteme, die immer zu 100% gefüllt sind, von der Überwachung ausschließen. Sie können für den Dateisystemnamen oder ein Muster das Maskenzeichen (*) verwenden.

      MTE-Klasse und Attributgruppe der überwachten Betriebsystemdaten setzen

Für die folgenden Komponenten können Sie im Rahmen der Überwachung die zugehörige MTE-Klasse und Attributgruppe auch selber setzen:

       Windows: CPU, Lan, Commit_Charge, Paging

       Unix: CPU, Lan, Swap_Space, Paging

Da dies auf Host-Ebene geschieht, können Sie so den Betriebssystemdaten verschiedener Hosts unterschiedliche MTE-Klassen zuordnen. Geben Sie hierfür das Schlüsselwort MonitorComponent ein. Die Syntax des Schlüsselworts lautet:

MonitorComponent <Komponentenname> <MTE-Klasse> [<Attributgruppe>]

Die entsprechenden Monitorobjekte und Monitorattribute erhalten dann die folgenden Namen:

Knotenname

Standard-MTE-Klasse

Selbst gesetzte MTE-Klasse

CPU
  CPU_Utilization
  5minLoadAverage
  Idle
  Number of CPUs

CPU
  CPU_Utilization
  5minLoadAverage
  Idle
  CPU_Number

<Name>
  <Name>_Utilization
  <Name>_5minLoadAverage
  <Name>_Idle
  <Name>_CPU_Number

Paging
  Page_In
  Page_Out

Paging
  Page_In
  Page_Out

<Name>
  <Name>_Page_In
  <Name>_Page_Out

Commit_Charge
  CommitChargeFree
  Commit_Percent

Commit_Charge
  CommitChargeFreeSpace
  CommitChargePercent_Used

<Name>
  <Name>_FreeSpace
  <Name>_Percent_Used

Swap_Space
  Freespace
  Percentage_Used

Swap_Space
  SwapFreespace
  SwapPercentage_Used

<Name>
  <Name>_FreeSpace
  <Name>_Percentage_Used

Lan
  <Name des LAN>
    Packets_In
    Packets_Out
    Collisions
    Errors In
    Errors Out

Lan
  LanMO
    LanPacketsIn
    LanPacketsOut
    LanCollisions
    LanErrorsIn
    LanErrorsOut

<Name>
  <Name>_MO
    <Name>_PacketsIn
    <Name>_PacketsOut
    <Name>_Collisions
    <Name>_ErrorsIn
    <Name>_ErrorsOut

Hinweis

Sie können der Tabelle entnehmen, dass für die zugehörigen Monitorattribute die gesetzte MTE-Klasse als Präfix verwendet wird. Da die Länge der MTE-Klasse auf 40 Zeichen beschränkt ist, stehen Ihnen für den selbst gewählten Namen maximal 24 Zeichen zur Verfügung.

      MTE-Klasse und Attributgruppe der überwachten Festplatten setzen

Analog zum Setzen eigener Namen für MTE-Klasse und Attributgruppe der überwachten Betriebssystemdaten steht ihnen ein Schlüsselwort zum Setzen eigener Namen der MTE-Klasse und Attributgruppe für Festplatten zur Verfügung. Geben Sie hierfür das Schlüsselwort MonitorDisk ein. Die Syntax des Schlüsselworts lautet:

MonitorDisk <Festplattenname> <MTE-Klasse> [<Attributgruppe>]

Die entsprechenden Monitorobjekte und Monitorattribute erhalten dann die folgenden Namen:

Knotenname

Standard-MTE-Klasse

Selbst gesetzte MTE-Klasse

Disk
  <Festplattenname>
    Utilization
    DataTransfer
    QueueLength
    ResponseTime
    WaitTime
    ServiceTime

Disk
  DiskMO
    DiskUtilization
    DiskDataTransfer
    DiskQueueLength
    DiskResponseTime
    DiskWaitTime
    DiskServiceTime

<Name>
  <Name>_MO
    <Name>_Utilization
    <Name>_DataTransfer
    <Name>_QueueLength
    <Name>_ResponseTime
    <Name>_WaitTime
    <Name>_ServiceTime

      Überwachung von Dateisystemen anpassen

Alternativ zum Herausfiltern von einzelnen Dateisystemen können Sie ein exklusives Monitoring einschalten. In dem Fall wird nur für die Dateisysteme, die Sie nach dem Schlüsselwort MonitorFilesystem angeben, ein Teilbaum in der Monitorarchitektur angelegt. Andere Dateisysteme werden ignoriert. Einträge mit dem Schlüsselwort FilterOutFilesystem werden ebenfalls ignoriert. Die Syntax des Schlüsselworts ist:

MonitorFilesystem <Dateisystem> [<MTE-Klasse> [<Attributgruppe>]]

Sie können dem Monitorobjekt der Dateisysteme auch eine eigene MTE-Klasse bzw. Attributgruppe zuweisen (standardmäßig ist es immer die Klasse FilesystemMO), so dass Ihnen z. B. bei einem regelbasierten Monitor nur die Dateisysteme angezeigt werden, die Sie explizit dieser MTE-Klasse zugeordnet haben.

      Überwachung der LAN-Interfaces anpassen

Analog zur Überwachung bestimmter Dateisysteme können Sie auch bestimmte LAN-Interfaces exklusiv überwachen. Außerdem können Sie die MTE-Klasse und die Attributgruppe der zu überwachenden LAN-Interfaces setzen. Geben Sie hierfür das Schlüsselwort MonitorLAN ein. Die Syntax des Schlüsselworts lautet:

MonitorLAN <LAN> [<MTE-Klasse> [<Attributgruppe>]]

Hinweis

Falls Sie lediglich analog zum Schlüsselwort MonitorComponent die MTE-Klasse aller LAN-Teilbäume setzen möchten, geben Sie für <LAN> das Maskenzeichen * an.

Beachten Sie auch, dass der Name für <LAN> kein Leerzeichen enthalten darf. Benutzen Sie als Workaround dann ebenfalls das Maskenzeichen *. So können Sie, falls Sie z. B. das LAN-Interface MS TCP überwachen lassen möchten, für <LAN> lediglich MS* angeben.

Achtung

Falls Sie einen Agenten SAPCCM4X installiert haben, existiert bereits ein vollständiger Monitorbaum Operating System, der von der überwachten SAP-Instanz angelegt wurde. In diesem Fall müssen Sie im überwachten System die ABAP-Datensammler abschalten. Der SAPCCM4X-Agent legt dann beim Starten einen neuen Monitorbaum Operating System gemäß oscolfile.txt an. Gehen Sie wie folgt vor:

1.       Starten Sie hierzu in dem System, das der SAPCCM4X-Agent überwacht, die Transaktion RZ21, markieren Sie im Gruppenrahmen Methoden den Auswahlknopf Methodendefinitionen und wählen Sie die Drucktaste Übersicht anzeigen.

2.       Ändern Sie die folgenden Methoden, indem Sie die Methoden markieren und die Drucktaste Daten bearbeiten (Diese Grafik wird im zugehörigen Text erklärt) wählen:

·         CCMS_Fsys_Collect

·         CCMS_OS_Collect

·         CCMS_OS_LAN

3.       Deaktivieren Sie in der Registerkarte Freigabe das Kennzeichen Datensammelmethode und in der Registerkarte Steuerung den Auswahlknopf Methode sofort nach Start eines Monitorsegments ausführen.

4.       Sichern Sie die Methodendefinitionen.

5.       Starten Sie den CCMS-Agenten neu.

      MTE-Klasse und Attributgruppe überwachter Prozesse setzen

Prozessen, die vom Betriebssystemkollektor SAPOSCOL überwacht werden, ist standardmäßig die MTE-Klasse MonitoredProcessesMo zugeordnet. Sie können diese MTE-Klasse (und auch die Attributgruppe) ändern, indem Sie nach dem Schlüsselwort MonitorProcess die gewünschten Namen angeben. Die Syntax des Schlüsselworts ist:

MonitorProcess <Prozessname> <MTE-Klasse> [<Attributgruppe>]

Hinweis

Sie können bereits in der Auswahl der überwachten Prozesse MTE-Klasse und Attributgruppe der überwachten Prozesse individuell setzen (siehe Überwachung ausgewählter Prozesse mit SAPOSCOL). Dies hat den Vorteil, dass sich alle Konfigurationseinstellungen der überwachten Prozesse in einer Datei befinden.

Beachten Sie, dass Sie durch das Schlüsselwort MonitorProcess nur die Zuordnung von überwachten Prozessen zu Klassen und Gruppen vornehmen; es hat im Gegensatz zu FilterOutFilesystem und MonitorFilesystem keinerlei Filterfunktionen.

Beispiel

Vorlage für die SAPOSCOL-Filterdatei oscolfile.txt

Die folgende Datei stellt eine Hilfe zur Erstellung der Filterdatei oscolfile.txt dar; im Beispiel darunter wird die Bedeutung von ausgewählten Konfigurationseinstellungen erklärt:

#######################################################################
###                                                                    
### OsColFile.txt                                                      
### Configuration file for Operating System Monitoring                 
###                                                                    
#######################################################################
                                                                       
# FilterOutComponent <Component Name>                                  
### CCMS agent does not create MTEs for <Component Name>               
### Windows: <Component Name> = CPU | Lan | Commit_Charge | Paging |   
###                             Filesystems                            
### UNIX:    <Component Name> = CPU | Lan | Swap_Space | Paging |      
###                             Filesystems                            
                                                                       
# FilterOutFilesystem <Filesystem Name> | <Pattern>                    
### CCMS agent does not create MTEs for <Filesystem Name> |<Filesystem>
### Filesystem name can contain '*' as a wildcard (<Pattern>).         
### CCMS agent does not create MTEs for <Filesystem Name> | <Pattern>  
                                                                       
# MonitorFilesystem <Name> | <Pattern>   [ <MTE Class>   [<Group>]]    
### CCMS agent creates MTEs for this file system only. All other       
### Filesystems are ignored                                            
### Name can contain '*' as a wildcard (<Pattern>)                     
### Name can be an unsubstituted filesystem name e.g. $DIR_TRANS       
### $DIR_PERF, if these represent file systems collected by saposcol   
                                                                       
### <MTE Class>  and  <Group> are optional. If you want to specify     
### your own customizing group you have to specify the MTE class, too. 
                                                                       
# MonitorComponent <Component Name> <MTE Class> [<Group>]              
### CCMS agent creates MTEs with specified MTE class and customizing   
### group.                                                             
### <Group> is optional. If you don't specity the customizing group,   
### then the standard name is used.                                     
###                                                                    
### Windows: <Component Name> = CPU | Commit_Charge | Paging           
### UNIX:    <Component Name> = CPU | Swap_Space | Paging              
                                                                        
# MonitorLAN <Name> | <Pattern>   [ <MTE Class>   [<Group>]]           
### CCMS agent creates MTEs for this LAN interfaces only. All other    
### LAN interfaces are ignored                                          
### Name can contain '*' as a wildcard (<Pattern>)                     
### <MTE Class>  and  <Group> are optional. If you want to specify     
### your own customizing group you have to specify the MTE class, too. 
                                                                        
# MonitorProcess <Name> | <Pattern> <MTE Class> [<Group>]              
### Changes the MTE Class (and the Attribute Group) of the monitoring  
### objects of the monitored process <Name>. Name can contain '*' as a 
### wildcard (<Pattern>). If you want to specify your own customizing  
### group you have to specify the MTE class, too.                      

Beispiele für Konfigurationsparameter und ihre Bedeutung

Inhalt von oscolfile.txt

Bedeutung

FilterOutComponent CPU
FilterOutComponent Swap_Space
MonitorFilesystem
  /usr/sap/trans

      legt keinen Teilbaum CPU und keinen Teilbaum Swap_Space an

      legt nur einen Baum für das Dateisystem /usr/sap/trans an

FilterOutComponent Filesystems

      legt keinen Teilbaum für Dateisysteme an

FilterOutComponent CPU
FilterOutFilesystem
  /oracle/C11/sapdata
*

      legt keinen Teilbaum CPU an

      legt keine Bäume für solche Dateisysteme an, die zu dem Muster /oracle/C11/sapdata* passen (z. B. /oracle/C11/sapdata2); alle anderen Dateisysteme werden angezeigt

MonitorFilesystem
  /oracle/C11/sapdata*
  CL_ORA GC_ORA

      legt nur einen Baum für solche Dateisysteme an, die zu dem Muster /oracle/C11/sapdata* passen (z. B. /oracle/C11/sapdata2); die Knoten werden unter der MTE-Klasse CL_ORA und der Attributgruppe CG_ORA angelegt

MonitorProcess
  *disp+work
  MonitoredProcessesMo
  Kernel_Group

      legt den Teilbaum für die Prozesse *disp+work mit der Standard-MTE-Klasse MonitoredProcessesMo und der Attributgruppe Kernel_Group an

MonitorCompontent CPU
  host123CPU host123CPU

      Teilbaum CPU erhält die MTE-Klasse und Attributgruppe host123CPU, dessen Monitorattribute diesen Namen als Präfix

Diese Grafik wird im zugehörigen Text erklärt Startseite CCMS-Agenten, Weitergehende Funktionen der CCMS-Agenten

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