Testeigenschaften
Testeigenschaften sind Verwaltungseigenschaften von Testklassen, die bei der Testausführung berücksichtigt werden. Zur Festlegung von Testeigenschaften gibt es keine eigenen Zusätze zur Anweisung CLASS und sie werden auch nicht durch Attribute der Klasse bestimmt.
Die Testeigenschaften lokaler Testklassen werden über Pseudokommentare mit folgender Syntax hinter der Anweisung CLASS ... FOR TESTING festgelegt:
... "#AU Risk_Level Critical|Dangerous|Harmless
... "#AU Duration Short|Medium|Long
Es kann pro Programmzeile ein Pseudokommentar angegeben werden und die Groß-/Kleinschreibung wird berücksichtigt. Um zwei Testeigenschaften zu einer Testklasse anzugeben, muss die Anweisung CLASS auf mindestens zwei Zeilen aufgeteilt werden.
Die Testeigenschaften globaler Testklassen werden in den Eigenschaften der Klasse im Class Builder definiert.
Es gibt zurzeit zwei Testeigenschaften, die festgelegt werden können, die Risikostufe und die Ausführungsdauer.
Die Risikostufe beschreibt, welche Auswirkung die Ausführung des Tests auf die Datensicherheit des Systems haben kann. Hinter dem Pseudokommentar Risk_Level kann eine der folgenden Angaben gemacht werden:
· Critical
kritisch – Der Test ändert beispielsweise Systemeinstellungen oder das Customizing.
· Dangerous
gefährlich – Der Test ändert beispielsweise persistente Anwendungsdaten.
· Harmless
unbedenklich – Der Test hat keinen Einfluss auf persistente Daten oder Systemeinstellungen.
Bei der Testausführung ist die maximale Risikostufe festgelegt, für welche Tests ausgeführt werden. Diese Festlegung erfolgt für die Testausführung in der ABAP Workbench durch die Transaktion SAUNIT_CLIENT_SETUP, die Teil des IMG Einführungsleitfadens ist, und für die Testausführung im Code Inspector über einen Dialog, wobei die Customizing-Einstellung die Wahlmöglichkeiten beschränkt.
Unterklassen von Testklassen können die Risikostufe der Oberklasse nur erhöhen, z.B. von unbedenklich auf gefährlich. Eine Senkung der Risikostufe wird ignoriert und führt bei der Testausführung zu einer Warnung. Wenn eine Oberklasse bereits eine falsche Risikostufe hat, dann vererbt sich dieser Mangel auf ihre Unterklassen und wird bei der Ausführung der entsprechenden Tests als Warnung ausgegeben.
Bei SAP-eigenen Testklassen muss die Risikostufe definiert sein und die Angabe wird bei der Testausführung überprüft.
Die Ausführungsdauer beschreibt die Dauer, die für die Ausführung des durch die Klasse definierten Tests (Ausführung aller Testmethoden) zu erwarten ist. Hinter dem Pseudokommentar Duration kann eine der folgenden Angaben gemacht werden:
· Short
kurz – Es wird eine Ausführungsdauer kleiner als eine Minute erwartet. Dies ist der Standardwert.
· Medium
mittel – Es wird eine Ausführungsdauer zwischen einer Minute und zehn Minuten erwartet.
· Long
lang – Es wird eine Ausführungsdauer zwischen zehn und 60 Minuten erwartet.
Die Festlegung der Ausführungsdauer soll verhindern, dass Programmierfehler in den Testmethoden, wie z.B. Endlosschleifen, zu überlangen Testläufen führen. Wenn ein Testlauf die erwartete Ausführungsdauer überschreitet, wird der Test abgebrochen.
Die oben angegebenen Zeiten sind Richtwerte, die je nach Hardware- Ausstattung an die konkreten Gegebenheiten des jeweiligen Applikations-Servers anzupassen sind. Dies geschieht durch die Transaktion SAUNIT_CLIENT_SETUP, die Teil des IMG Einführungsleitfadens ist.