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Prozessdokumentation Serienfertigung mit dem Produktionsprozeßmodell oder der Produktionsdatenstruktur   Dokument im Navigationsbaum lokalisieren

Einsatzmöglichkeiten

Bei diesem Prozeß verwenden Sie ein R/3-System zusammen mit dem APO. Sie setzen die Serienfertigung mit dem Produktionsprozeßmodell (PPM) oder der Produktionsdatenstruktur (PDS) ein, wenn Sie die Produktion als reine Lagerfertigung für Produkte mit hohen Stückzahlen, die mit immer gleichen Fertigungsverfahren in nicht abgrenzbaren Losen gefertigt werden, durchführen. Dies bedeutet, daß die Produktion ohne Bezug zum Kundenauftrag geplant und durchgeführt wird. Die Planprimärbedarfe werden durch die Programmplanung im R/3-System oder durch die Programmplanung im APO (APO-Demand Planning ) erzeugt. Eingehende Kundenaufträge werden aus dem Lagerbestand beliefert und mit den Planprimärbedarfen gemäß der gewählten Planungsstrategie verrechnet. Die Planung basiert auf diesen Bedarfen.

Der APO wird dabei als reines Planungswerkzeug genutzt; die Fertigungssteuerung, sowie die Bestandsführung und die Kostenrechnung werden im R/3-System durchgeführt.

Wenn Sie diese  Form der Serienfertigung verwenden, dann legen Sie die Fertigungsstammdaten (Arbeitsplan, Materialstückliste und Fertigungsversion) im R/3-System an. Diese Stammdaten übertragen Sie in den APO. Der APO erzeugt aus diesen Daten entweder ein Produktionsprozeßmodell oder eine Produktionsdatenstruktur. Mit diesen Stammdaten führen Sie dann die Planung im APO durch. Dabei wird die Terminierung als Durchlaufterminierung durchgeführt.

Diesen Planungsprozeß können Sie einsetzen, wenn Sie den APO in Verbindung mit einem SAP R/3-System oder einem Discrete Industries-System nutzen.

Die Verwendung eines PPM hat folgende Nachteile:

·        Sie können keine konfigurierbaren Produkte damit planen.

·        Der APO berücksichtigt bei der Planung nicht die verschiedenen Änderungsstände der Stammdaten, die Sie im R/3-System mit dem Änderungsdienst verwalten.

·        Sie können bei der Rückmeldung keine Zählpunktabwicklung durchführen.

Bei Verwendung eines PDS können Sie keine Rückmeldung mit Zählpunktabwicklung durchführen. Die Planung von konfigurierbaren Produkten und die Verwendung des Änderungsdienstes sind jedoch möglich.

Voraussetzungen

·        Sie haben im R/3-System und im APO die erforderlichen technischen Einstellungen gepflegt, die die Grundlage für die Einrichtung einer Schnittstelle zwischen den beiden Systemen bilden. Die einzelnen Arbeitsschritte entnehmen Sie dem Dokument Checkliste für den Aufbau der Systemlandschaft. Weitere Informationen finden Sie in der Dokumentation Integration von APO und R/3.

Ablauf

In der folgenden Abbildung ist der Planungsprozeß bei der Serienfertigung mit Verwendung des Produktionsprozeßmodells dargestellt:

Diese Grafik wird im zugehörigen Text erklärt

 

...

       1.      Sie legen die Stammdaten, die Sie für die Serienfertigung benötigen, im R/3-System an.

       2.      Sie übertragen die planungsrelevanten Stammdaten in den APO mit Hilfe des APO Core Interface.

       3.      Abhängig von den Einstellungen im Integrationsmodell wird in SAP durch die Stammdatenübertragung entweder ein PPM oder ein PDS für das zu planende Produkt angelegt. Sie überprüfen und ergänzen die Stammdaten im  APO. Sie pflegen die PP/DS-Einstellungen im APO, wie z.B. den Fabrikkalender, Propagierungsbereich usw.

       4.      Sie übertragen die erforderlichen Bewegungsdaten, wie z.B. Kundenaufträge, Planprimärbedarfe, Zugangselemente usw., um eine einheitliche Planungssituation zwischen beiden Systemen herzustellen.

       5.      Sie führen im APO einen Planungslauf, z.B. mit den REM-Heuristiken durch. Speziell für die Serienfertigung werden zwei Heuristiken angeboten. Beide Heuristiken erzeugen für die vorhandenen Bedarfe APO-Planaufträge unter Berücksichtigung der pro Periode zur Verfügung stehenden freien Ressourcenkapazitäten. Ggf. können Sie für den Planungslauf zusätzlich weitere Heuristiken für die Planung der untergeordneten Stücklistenstufen vorgeben, so daß Sie mit einem Planungslauf alle Stücklistenstufen planen können. Die Planung wird jedoch nur für die Komponenten durchgeführt, für die Sie die weitere Planung im APO festgelegt haben. In diesem Fall erzeugt der APO auch für die Sekundärbedarfe passende Planaufträge.

Sie können die Planung für die untergeordneten Stücklistenstufen auch in einem separaten Planungslauf durchführen.

Hinweis

Sie sollten nur Komponenten, die plangesteuert disponiert werden, im APO planen. Alle Komponenten, die verbrauchsgesteuert disponiert werden sollen, werden im R/3-System geplant. Sie können auch fremdbeschaffte Komponenten im APO planen. Dies ist z.B. sinnvoll, wenn Sie die Kapazitäten Ihres Lieferanten bei Ihrer Planung berücksichtigen müssen. Zur Unterstützung der Fremdbeschaffungsaktivitäten wird die Komponente Kollaborative Beschaffung angeboten.

       6.      Sie überprüfen und bearbeiten die Planungsergebnisse in der Produktplantafel. Hier können Sie die vom APO erzeugten Planaufträge ändern, neu einplanen usw. Ggf. starten Sie den Planungslauf erneut, um die Planungsergebnisse zu aktualiseren.

       7.      Die APO-Planaufträge werden an das R/3-System übertragen.

Achtung

Jede Änderung an einem Planauftrag wird automatisch in das R/3-System übertragen.

       8.      Sie führen die Bedarfsplanung für die Komponenten, die im R/3-System geplant werden sollen, durch. Die Bedarfsplanung erzeugt dabei für die Sekundärbedarfe passende Beschaffungsvorschläge.

       9.      Die Fertigung/ Beschaffung des Produktes und seiner Komponenten wird mit Hilfe des R/3-Systems durchgeführt, d.h. die Umsetzung der Planaufträge und Bestellanforderungen, Materialbereitstellung, Rückmeldungen, sowie das Buchen der Warenein- und - ausgänge führen Sie im R/3-System durch.

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