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Funktionsdokumentation Ressourcendisaggregation  Dokument im Navigationsbaum lokalisieren

Verwendung

Mit dieser Funktion können Sie im Prozess der Planung mit aggregierten Ressourcen den Ressourcenverbrauch von der Kopfressource einer Ressourcenhierarchie auf die Unterressourcen dieser Hierarchie disaggregieren. Das System disaggregiert die vorhandenen Planaufträge, die den Ressourcenverbrauch der Kopfressource verursachen, in neue Aufträge, die die Unterressourcen belasten.

Sie können die Funktion interaktiv und im Hintergrund jeweils für eine Kopfressource ausführen. Wenn Sie mehrere Kopfressourcen auswählen, bearbeitet das System sie nacheinander.

Voraussetzungen

Um Überlastungen der Unterressourcen zu vermeiden, sollte die Kapazität der Kopfressource gleich oder niedriger als die Summe der Kapazitäten der Unterressourcen sein. Außerdem sollte der Ressourcenverbrauch der Kopf-Produktionsprozessmodelle (PPMs) oder –Produktionsdatenstrukturen (PDS) gleich oder höher als der der Unter-PPMs oder –PDS sein.

Funktionsumfang

Bei der Ressourcendisaggregation geht das System davon aus, dass die Verfügbarkeitstermine und die Gesamtmenge der neu angelegten Aufträge auf den Unterressourcen mit denen des vorhandenen Auftrags auf der Kopfressource identisch sein müssen. Daher kann es nur Entscheidungen über folgende Aspekte treffen:

·        Anzahl der neuen Aufträge

·        Auftragsmengen der neuen Aufträge, wobei die Summe der Einzelmengen mit der Gesamtmenge des Kopfauftrags übereinstimmen muss

·        Bezugsquelle, wobei das System die Unterressourcen der bearbeiteten Kopfressource verwenden muss

Wenn das System die Bezugsquelle ermittelt, entscheidet es über die Unterressource und den Ressourcenverbrauch.

Disaggregationsmethoden

Für die Ressourcendisaggregation stehen nachfolgende Methoden zur Verfügung.

Minimaler Ressourcenverbrauch

Ziel der Methode ist es, den Ressourcenverbrauch der Unterressourcen so gering wie möglich zu halten. Das System geht wie folgt vor:

...

       1.      Das System ermittelt für jeden Kopfauftrag die zugehörigen Unter-PPMs oder -PDS der verwendeten PPM/PDS-Hierarchie.

       2.      Das System sortiert die PPMs oder PDS nach ihrer Priorität.

Die Priorität richtet sich standardmäßig danach, welches PPM oder PDS die höchste Menge produzieren kann, ohne die Ressource zu überlasten (dynamische Priorität). Mit dem BAdI /SAPAPO/SDP_DISAGRES können Sie auch folgende andere Priorisierungslogiken festlegen:

¡        Methode SET_PRIO_TYPE: Sie können festlegen, dass sich die Priorität nach dem geringsten Ressourcenverbrauch richtet (statische Priorität).

¡        Methode PRIORITIZE_PPM: Sie können eine eigene Priorisierungslogik definieren.

       3.      Das System ermittelt die Unterressourcen für das Unter-PPM/PDS mit der höchsten Priorität. Anhand der verfügbaren Kapazität der Unterressource und des Kapazitätsverbrauchs der zu disaggregierenden Auftragsmenge berechnet das System die Auftragsmenge, die maximal möglich ist, ohne die Ressource zu überlasten. Dann legt es die Aufträge wie folgt an:

¡        Wenn die maximale Auftragsmenge größer oder gleich der zu disaggregierenden Menge ist, legt das System einen Auftrag mit diesem PPM oder dieser PDS und der zu disaggregierenden Menge an.

¡        Wenn die maximale Auftragsmenge geringer als die zu disaggregierende Menge ist, legt das System einen Auftrag mit diesem PPM oder dieser PDS und der maximalen Auftragsmenge an. Dann fährt das System sukzessive mit den PPMs oder PDS fort, die die nächsthöhere Priorität aufweisen, und disaggregiert den Rest der Auftragsmenge.

       4.      Wenn alle Unterressourcen vollständig ausgelastet sind und immer noch eine Restmenge vorhanden ist, beginnt das System wieder mit dem ersten PPM oder der ersten PDS. Dies führt dann zu einer Überlastung der zugehörigen Unterressource. Sie können das Risiko einer Überlastung minimieren, indem Sie die Voraussetzungen für diese Funktion erfüllen (siehe Abschnitt Voraussetzungen). Da das System jedoch keinen fixen Ressourcenverbrauch berücksichtigt, kann es dennoch zu Überlastungen von Ressourcen kommen.

Indem das System die verfügbare Kapazität bei der Bezugsquellenfindung berücksichtigt, stellt es sicher, dass die Aufträge über alle Unterressourcen entsprechend ihrer Kapazitäsauslastung verteilt werden. Dies bedeutet, dass eine Ressource mit geringer Auslastung bevorzugt wird. Ein Auftragssplit findet nur dann statt, wenn die gesamte Auftragsmenge die ausgewählte Ressource überlastet oder die maximale Losgröße des ausgewählten PPMs/der PDS geringer als die Auftragsmenge ist.

BAdI

Mit der Methode DISAGGREGATE des BAdIs /SAPAPO/SDP_DISAGRES können Sie eine eigene Disaggregationsmethode implementieren.

Zeitraum der Disaggregation

Sie können einen speziellen Disaggregationshorizont festlegen, d. h. den Zeitraum, in dem das System die aggregierten Aufträge auf der Ebene der Kopfressource liest und die disaggregierten Aufträge auf Unterebene anlegt. Der Zeitraum beginnt am Startdatum der Disaggregation.

Das System berücksichtigt keine anderen Horizonte, wie z. B. SNP-Produktionshorizont und SNP-Umlagerungshorizont.

Löschen von Aufträgen auf Kopfebene

Sie können festlegen, wie das System nach der Disaggregation mit den auf der Kopfebene vorhandenen Aufträgen verfahren soll: löschen oder nicht ändern. Standardeinstellung ist das Löschen der Aufträge. Wenn Sie festlegen, dass das System die Aufträge nicht ändern soll, kopiert sie das System bei der Disaggregation. Diese Einstellung sollten Sie nur zu Simulationszwecken verwenden, da sich die Auftragsmengen und Ressourcenverbräuche verdoppeln.

Das System löscht die Aufträge jeweils im Disaggregationshorizont.

Verwendung von Auftragsgruppen

Die vom System auf der Ebene der Unterressourcen neu angelegten Aufträge erhalten die gleiche Auftragsgruppennummer wie der zugehörige Kopfauftrag. Auf diese Weise können Sie die Verbindung zwischen den Aufträgen in der Detailsicht der interaktiven SNP-Planung nachvollziehen. Als Voraussetzung für die Anzeige der Auftragsgruppennummer müssen Sie im Customizing des SNP unter Grundeinstellungen Globale SNP-Einstellungen pflegen die Verwendung von Auftragsgruppen festgelegt haben.

Protokoll

Wenn Sie die Ressourcendisaggregation im Hintergrund ausführen, erstellt das System ein Anwendungsprotokoll. Es enthält u. a. Detailinformationen über die bearbeiteten Ressourcen und die angelegten Aufträge. Weitere Informationen finden Sie unter Anwendungsprotokolle.

Aktivitäten

Sie können die Funktion sowohl von der interaktiven SNP-Planung aus als auch als Hintergrundjob ausführen. Zur Ausführung in der interaktiven Planung wählen Sie in der Planungsmappe 9ASNPAGGR und der Datensicht SNPAGGR(2) Diese Grafik wird im zugehörigen Text erklärt Res. Disagg.. Um die Einstellungen vorzunehmen, wählen Sie Diese Grafik wird im zugehörigen Text erklärt mit Quick-Info Einst. zur Ressourcendisagg..

Zur Ausführung im Hintergrund wählen Sie vom Bild SAP Easy Access aus Supply Network Planning Planung Supply Network Planning Supply Network Planning im Hintergrund Ressourcendisaggregation.

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