Bezugsquellenfindung (Optimierer)
Wenn in Ihrem Unternehmen alternative Bezugsmöglichkeiten existieren, die mit unterschiedlichen Kosten verbunden sind, können Sie den Optimierer in Supply Network Planning (SNP) einsetzen, um folgende Problemstellungen zu lösen:
● wo produziert, beschafft, gelagert und ausgeliefert werden soll (z.B. auch Entscheidung über Eigenfertigung vs. Fremdbeschaffung)
● welche Produkte und welche Menge produziert, transportiert, beschafft, gelagert und ausgeliefert werden sollen (Produkt-Mix)
● welche Ressourcen und welche Produktionsprozessmodelle (PPMs) oder Produktionsdatenstrukturen (PDS) genutzt werden sollen (Technologie-Mix)
● wann produziert, transportiert, beschafft, gelagert und ausgeliefert werden soll
● von welcher Lokation zu welcher Lokation transportiert werden soll (z.B. Produktionswerk -> Distributionszentrum oder Distributionszentrum -> Kunde)
Der SNP-Optimierer trifft seine Entscheidungen über Bezugsquellen auf der Basis von Kosten. Folgende Bezugsquellen kommen dabei für den Optimierer in Frage:
● Transportbeziehungen
● PPMs/PDS
Darüber hinaus können Sie auch festlegen, dass der SNP-Optimierer eingehende, zeitabhängige Quotierungen berücksichtigt. Für die Verletzung der Quotierungswerte legen Sie Strafkosten fest, die der Optimierer dann ebenfalls bei der Bezugsquellenfindung berücksichtigt. Weitere Informationen finden Sie unter Berücksichtigung eingehender Quotierungen.
Ziel einer optimalen Bezugsquellenfindung mit Hilfe des SNP-Optimierers ist insbesondere, die Produktionsstandorte so festzulegen, dass die Zahl der Umlagerungen und damit auch die Kosten der Umlagerungen reduziert werden.
Der Optimierer berücksichtigt keine Fremdbeschaffungsbeziehungen, d.h. keine Lieferpläne, Kontrakte oder Einkaufsinfosätze, als Bezugsquellen. Wenn Sie der aus der Fremdbeschaffungsbeziehung generierten Transportbeziehung ein Transportmittel zugeordnet haben, wird diese Transportbeziehung zwar vom Optimierer berücksichtigt. Der Optimierer legt jedoch bei der Planung keine Aufträge für die Lieferpläne usw. an (er berücksichtigt nur bereits vorhandene Aufträge als fixierte Aufträge).
Für die Bezugsquellenfindung gelten die gleichen Voraussetzungen wie für die optimierungsbasierte Planung allgemein:
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Einrichten des
Planungsbereichs
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Einrichten der
Stammdaten für den Optimierer
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Anlegen eines
Modellnamens und einer Version
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Einrichten des
Supply-Chain-Modells
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Freigeben des
Absatzplans an Supply Network Planning
Da der SNP-Optimierer sämtliche Bedingungen eines Modells gleichzeitig berücksichtigt, um eine optimale Lösung (d.h. die kostengünstigste Lösung) zu ermitteln, können Sie im Wesentlichen nur über die Kosten Einfluss auf die Auswahl der Bezugsquellen durch den Optimierer nehmen. Beispielsweise können Sie über Lenkungskosten eine gewisse Priorisierung der Bezugsquellen erreichen, z.B. indem Sie die Produktionskosten in der bevorzugten Lokation senken. Zu beachten ist jedoch auch hierbei, dass der Optimierer immer alle Einflussfaktoren berücksichtigt:
● Priorisierung der Produktionsressourcen über die Produktionskosten
Sie können die Entscheidung des Optimierers, wo und mit welchen Ressourcen produziert wird, beeinflussen, indem Sie die Produktionskosten im PPM/PDS entsprechend festlegen. Wenn Sie beispielsweise die Prioritäten von drei verschiedenen PPMs/PDS festlegen möchten, können Sie für das PPM/PDS mit der höchsten Priorität die geringsten Produktionskosten, für das PPM/PDS mit der zweithöchsten Priorität höhere Kosten und für das PPM/PDS mit der geringsten Priorität die höchsten Kosten im PPM/PDS angeben. Legen Sie dazu im PPM/PDS die einstufigen Produktionskosten oder eine Kostenfunktion fest.
Beachten Sie jedoch, dass der Optimierer bei seiner Entscheidung neben den Produktionskosten u.a. auch die Lagerkosten der am PPM/PDS beteiligten Produkte sowie das Kapazitätsangebot der für das PPM/PDS benötigten Ressourcen berücksichtigt.
● Priorisierung des Beschaffungsortes über die Transportkosten
Sie können die Entscheidung des Optimierers, von welchen Lokationen beschafft werden soll, beeinflussen, indem Sie die Kosten in der Transportbeziehung entsprechend festlegen. Wenn Sie beispielsweise die Prioritäten von zwei verschiedenen Beschaffungslokationen festlegen möchten, geben Sie für die Transportbeziehung der bevorzugten Lokation niedrigere Transportkosten an als für die andere Transportbeziehung. Die Transportkosten setzen sich aus den Transportmittelkosten (Kosten im Abschnitt Transportmittel der Transportbeziehung) und den produktspezifischen Transportmittelkosten (Kosten im Abschnitt Produktspezifischer Transport) zusammen.
Beachten Sie jedoch, dass der Optimierer bei seiner Entscheidung neben den Transportkosten auch andere Einflussfaktoren wie z.B. die Lagerkosten und Produktionskosten der Lokation berücksichtigt.
Wenn bei Beschaffungsart F (Fremdbeschaffung) keine gültige Transportbeziehung vorhanden ist, legt das System eine SNP-Umlagerung ohne Bezug zu einer Bezugsquelle an. Wenn bei Beschaffungsart E (Eigenfertigung) kein gültiges PPM/PDS vorhanden ist, hängt das Systemverhalten von dem Kennzeichen SNP: Kein Planauftrag ohne PPM in der Planversion ab. Ist das Kennzeichen gesetzt, legt der SNP-Optimierer keine Planaufträge an, ist es nicht gesetzt, legt der SNP-Optimierer Planaufträge ohne Bezug zu einem PPM/PDS an.
Produktionsdatenstruktur
in SNP
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