Trace-Analyse 
Der häufigste Anwendungsfall des Werkzeugs für die Trace-Analyse ist die Identifizierung von Benutzeranfragen innerhalb einer komplexen Systemlandschaft, die eine übermäßig lange Ausführungszeit aufweisen. Es enthält Analysefunktionen über die gesamte Lösungslandschaft hinweg, sodass eine Komponente, die Probleme verursacht, isoliert und die Grundursache für die Probleme gefunden werden kann. Daher werden für eine detaillierte Analyse die Antwortzeiten für alle Komponenten angezeigt, die an der Ausführung der Anfrage beteiligt sind, sowie der Pfad der Anfrage durch diese Komponenten.
Um ein Trace zu analysieren, prüfen Sie die Verteilung der Antwortzeiten auf Mandant, Netzwerk und Server. Danach können Sie nach Änderungen im HTTP-Kopf suchen (z. B. mit einem Proxy oder einer anderen aktiven Netzwerkkomponente).
Wir empfehlen, Anfragen im Cache herauszufiltern. Sie sind normalerweise sehr schnell, da sie lokal auf dem Browser des Mandanten verwaltet werden und keine Serveraktionen beinhalten. Ein weiteres häufiges Problem betrifft Anfragen, die große Datenmengen vom Server an den Mandanten übertragen.
Bevor Sie ein neues Trace starten, sollten Sie sicherstellen, dass das zu analysierende Problem reproduzierbar ist.
Um ein neues Trace auszuführen, benötigt der Browser ein Plug-in, um zu ermöglichen, dass Anfragen den Browser des Mandanten verlassen. Darüber hinaus müssen die Serversysteme in der Lage sein, auf diese Anfragen zu reagieren. Dazu werden bestimmte Trace-Funktionen eingeschaltet.
Hinweis
Die aktuelle Version des Plug-ins kann als Anhang zum SAP-Hinweis 1041556 heruntergeladen werden.
Alternativ können Sie das Plug-in auch direkt aus der Anwendung für die Trace-Analyse herunterladen. Die Links befinden sich im Abschnitt Options der Analyseanwendung.
Bevor Sie ein Trace starten, müssen Sie die Ausführung von Traces auf dem Server aktivieren. Die entsprechende Funktion befindet sich im Bereich Trace Enabling des Werkzeugs für die Trace-Analyse. Dieser Bereich zeigt die Systeme an, die in der ausgewählten Lösung enthalten sind. Um ein System für die Ausführung von Traces einzuschalten, markieren Sie die entsprechende Zeile in der Tabelle und wählen Enable All. Ein grünes Symbol in der Spalte State weist darauf hin, dass ein System für die Ausführung von Traces aktiviert wurde. Im Bereich Options können Sie definieren, für wie lange die Trace-Funktion aktiviert bleibt. Standardmäßig wird die Ausführung von Traces automatisch nach 30 Minuten beendet.
Die Trace-Analyse besteht aus zwei Teilen:
Ein Trace wird ausgeführt und aufgezeichnet.
Das aufgezeichnete Trace wird analysiert.
Um ein Trace auszuführen, aktivieren Sie das Plug-in beim Mandanten, bevor Sie die zu analysierende Aktion durchführen. Sie können das Plug-in aktivieren, indem Sie die ausführbare Datei SAPIEPlugin.exe ausführen. Dadurch wird ein neues Browser-Fenster mit der Benutzungsoberfläche des deaktivierten Plug-ins geöffnet.
Hinweis
Durch die Eingabe der Browser-URL können Sie dorthin navigieren, wo der Fehler aufgetreten ist, ohne Trace-Daten schreiben zu müssen.
Geben Sie einen Namen für die Transaktion und einen Namen für den Transaktionsschritt ein. In beiden Fällen können Sie einen beliebigen Namen wählen; die Namen dienen lediglich dazu, das Trace später im Analyse-Werkzeug zu erkennen.
Wählen Sie im nächsten Feld den Trace-Level. In der folgenden Tabelle wird gezeigt, wie die unterschiedlichen Trace-Levels für verschiedene Analysezwecke verwendet werden:
Trace-Level |
Einsatzmöglichkeiten |
|---|---|
none |
Auf dem Server wird kein Trace geschrieben. Dies ist nützlich, wenn Sie nur die Situation des Endbenutzers auf dem Mandanten verfolgen möchten. |
low |
Es werden nur die HTTP-Protokolle geschrieben. Dieser Trace-Level ist für eine reine HTTP-Analyse nützlich, da er Frontend-Antwortzeiten, Server-Antwortzeiten (HTTP-Protokolle) und die sich daraus ergebenden Netzwerkzeiten bietet. |
medium |
Dieser Trace-Level bietet die wichtigsten Informationen und wird für ein Performance-Trace verwendet. |
high |
Dieser Trace-Level wird für die Verfolgung von funktionalen Störungen sowie für die Prüfung auf technische Fehlerfreiheit und Datenkonsistenz verwendet. Je nach Ort könnte dies einen erheblichen Einfluss auf die Antwortzeit haben. Dieser Trace-Level sollte daher nicht in einer Produktivumgebung verwendet werden. |
Um das automatische Hochladen von Daten auf den Mandanten zu ermöglichen, geben Sie den Hostnamen der Installation des SAP Solution Manager und den HTTP-Port auf der Benutzungsoberfläche ein. Wenn zwischen dem Mandanten und dem Host des SAP Solution Manager keine HTTP-Verbindung besteht, können die Trace-Daten zu einem späteren Zeitpunkt manuell in das Analysewerkzeug hochgeladen werden.
Wenn Sie alle Einstellungen vorgenommen haben, aktivieren Sie das Plug-in, indem Sie Start wählen. Ab diesem Punkt werden alle Anfragen durch das Plug-in instrumentiert und gemessen. Während der Laufzeit der Transaktion zeigt das Plug-in Folgendes an:
Gesendete und empfangene Bytes
Anzahl der Abfragen und Antworten
Maximale Anzahl der physischen Verbindungen
Gegenwärtig aktive Verbindungen
Nach Abschluss der Transaktion wird die Gesamtantwort im Browser angezeigt.
Nun können zusätzliche Transaktionsschritte verfolgt werden. Wählen Sie dazu New Step und geben Sie einen beschreibenden Namen für den nächsten Transaktionsschritt ein.
Um das Trace anzuhalten, wählen Sie Stop Transaction. Die Trace-Daten werden dann automatisch an das Analysewerkzeug im SAP Solution Manager übertragen. Wenn die automatische Transaktion nicht erfolgreich ist, erscheint eine Fehlermeldung und Sie können die Daten manuell hochladen. Die relevante Datei ist BusinessTransaction.xml. Sie befindet sich in den Ordnerprotokollen und im Unterordner <Zeitstempel>_<Transaktionsname> des Plug-in-Verzeichnisses.
Um das Browser-Fenster und das Plug-in zu verlassen, wählen Sie Exit.
Den nächsten Schritt bildet die Analyse des Trace.
Um eine Trace-Analyse zu starten, wechseln Sie zum Bereich Root Cause Analysis.
Wählen Sie im obersten Navigationsbereich End to End Analysis.
Wählen Sie im Bereich Detailed Selection das/die System/e das/die Sie analysieren möchten.
Im Kopfbereich der Liste Detailed Selection wählen Sie Trace Analysis.
Auf dem Bild Detailed Selection werden nun die Sichte der Trace Analysis mit einer Registerkarte pro analysiertem System angezeigt. ○Beachten Sie zu den Panels der Trace Analysis Folgendes:
Wenn die Trace-Daten des Mandanten automatisch übertragen wurden, wird der beschreibende Name der Transaktion als neuer Eintrag im Bereich Trace Analysis oben in der Tabelle angezeigt. Eventuell müssen Sie Refresh wählen.
Zum manuellen Hochladen der Datei verwenden Sie das Eingabefeld Upload BusinessTransaction.xml im unteren Teil des Bildschirms.
Wählen Sie die richtigen Trace-Daten des Servers aus, die in das Analysewerkzeug hochgeladen werden sollen.
Vergewissern Sie sich, dass die richtige Lösung ausgewählt ist.
Wählen Sie das neue Trace in der Tabelle.
Prüfen Sie die Lösung und bestätigen Sie das Dialogfenster.
Um die Transaktionsschritte einer Transaktion anzuzeigen, wählen Sie Business Transaction. Der Bildschirmbereich Transaction Steps wird angezeigt.
Um die Analysesicht anzuzeigen, markieren Sie einen Transaktionsschritt und wählen Display. Die Sicht enthält eine Zusammenfassung von Informationen zu dem Trace sowie die wichtigsten Kennzahlen, die während des Trace gesammelt wurden. Der Bildschirm ist in vier Hauptbereiche aufgeteilt:
Client Trace Summary: Enthält alle Werte, die das HTTP-Plug-in von SAP gemessen hat.
Time (accumulated): Die Netzwerkzeit pro HTTP-Request zwischen dem Browser und der ersten HTTP-Serverkomponente wird berechnet als die Differenz zwischen der Browser-Antwortzeit und der Serverzeit. Die Verteilung der Zeitintervalle wird als Kreisdiagramm dargestellt.
HTTP Status Codes: Enthält alle zurückgegebenen Statuscodes für alle Anfragen. Die Verteilung der Statuscodes wird als Kreisdiagramm dargestellt.
Transaction Step Details: Listet alle Instanzen und Serverknoten, die an der direkten HTTP-Kommunikation beteiligt sind, auf.
Dank der kumulierten Zeiten können Sie auf einen Blick sehen, ob sich das Performance-Problem auf dem Mandanten, im Netzwerk oder auf dem Server befindet.
Hinweis
Die im Kreisdiagramm dargestellte Netzwerkzeit wird nicht auf der Netzwerkschicht gemessen, sondern auf Grundlage der Differenz zwischen der Mandanten-Antwortzeit und der Server-Antwortzeit berechnet. Die Netzwerkzeit ist daher als ein ungefährer Wert zu betrachten.
Hinweis
Die Mandanten-Antwortzeit wird im Browser gemessen. Sie beginnt, wenn das erste Byte einer HTTP-Anfrage den Browser verlässt und endet, wenn das letzte Byte einer HTTP-Antwort ankommt. Somit enthält die Mandanten-Antwortzeit auch Zeit, die der Browser selbst beansprucht hat, und Zeit, die andere Prozesse beansprucht haben, die auf dem Betriebssystem laufen (z. B. Virenprüfung, Firewall).
Sie können Daten anzeigen, auf deren Grundlage Sie weitergehende Analysen durchführen können.